@tsubasa
Allerdings liegt die Betonung auf "Selbstbewusstsein", nicht auf "Weiterentwicklung". Das ist imho auch der Grund, warum die meisten Spieler nach Werder scheitern. Ihnen Selbstvertrauen zu geben/ zurückzugeben, ist Schaaf`s grosse Stärke, aber nicht, sie entscheidend weiterzuentwickeln - jedenfalls in meiner Wahrnehmung.
Das war bei Özil nicht anders. Er hat letztlich bei uns das gezeigt, was in Ansätzen bereits in der B-Jugend bei RW Essen zu sehen war, nur eben dann auf höherem Niveau (was sehr oft mit der Mannschaft, in der einer spielt, zusammenhängt). Özil ist ein sensibler Typ, der im Umfeld Werders gut aufgehoben war, sich unter Schaaf das nötige Selbstbewusstsein für höhere Aufgaben holte und dadurch steil ging. Das wäre auf Schalke wohl so auch nicht machbar gewesen.
Bei uns lebte sein Spiel fast nur von den rein fussballerischen, offensiven Stärken, von einem hervorragenden Auge, einer überragenden Intuition für die Spielsituation, vom Gefühl für Raum und Zeit, was Voraussetzung für viele richtige Entscheidungen auf dem Platz ist. Das alles kombiniert mit einer sehr guten Balltechnik befähigte ihn zum mMn besten Ballverteiler der Liga, der zudem je nach angemessener Situation (wie bspw. aufgerückte oder tiefstehende eigene oder gegnerische Mannschaft, Verschieben der Teams) das Tempo bestimmen konnte.
Nur jetzt kommt das grosse Aber: ihm fehlten viele Formen strategischen Spiels, z.Bsp. bestritt er sehr wenige Zweikämpfe, versuchte meistens, sich diesen über geschicktes Verhalten im Raum zu entziehen und den Ball eben nicht zu erobern, sondern darauf zu bauen, dass andere diesen für ihn erobern, damit er nachfolgend mit Ball wieder Tempo aufnehmen konnte. Lief zudem in der Rückwärtsbewegung viel hinterher, statt aktiv einzugreifen. So dass der Rest der Mannschaft für Özil praktisch permanent mit arbeiten musste. Diese Schwäche nutzten schon 2009/2010 gut organisierte Teams wie Dortmund, Frankfurt oder Bayern gegen uns zu ihrem entscheidenden Vorteil, ähnlich bei der WM Ghana oder Spanien.
Und diese Dinge hat er bei uns einfach nicht dazugelernt, sondern unter Mourinho. Özil bestreitet jetzt in Madrid plötzlich Zweikämpfe, schirmt den Ball ab und hält diesen in wichtigen Zonen. Geht im Pressing vorne mit drauf.
Nur dadurch reift er gerade immer mehr zu einem kompletten Fussballer. Aber ich bezweifle, dass das unter TS so möglich gewesen wäre. Er hat also immer wieder die richtigen Schritte vollzogen, erst Werder, dann Real. Fazeli sei Dank.