Wir sind hier nicht im Kindergarten oder in der Grundschule, sondern im Profifussball, werter Bruder Leichtfuss. Und da ist nun einmal eine absolute Identifikation mit dem Verein für den ich spiele ein absolutes MUSS. Es geht also nicht darum irgendeinen Spieler für seine persönliche Meinung abzustrafen! Wohin man einen Verein mit Söldnern führt haben wir alle ja sicherlich schon mehrfach in den verschiedensten Ligen dieser Welt gesehen.
Man stelle sich vor man hätte sich um einen Job als "Führungskraft" in einem Büro beworben (z.B. Volkswagen) und der Chef bekommt vorher spitz das ich eigentlich gar keinen bock auf VW habe, sondern viel lieber bei Citrön, Peugeot oder Bentley arbeiten würde. Was meinst Du würde der Chef machen? Mich trotzdem einstellen?
Die Grundmeinung des Spielers (England und Frankreich liegen für ihn an erster und zweiter Stelle) ist völlig legitim und obliegt ihm auch höchstpersönlich. Mit der Denkweise wird er aber kaum bei einem deutschen Topclub anheuern können, denn die können keine Spieler gebrauchen, die immer nur halb bei der Sache und mit den Gedanken ständig mit einem Bein im Ausland sind. Fussball ist nunmal ein MANNSCHAFTSSPORT und in dem zählen eben auch Teamgeist, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit etc. Fragt sich nun wie sehr sich die Teamkameraden auf einen Spieler verlassen der viel lieber woanders spielen möchte?
Fazit: im Grunde genommen ist mir die Meinung des Spielers völlig shiceegal. Er kann gerne denken was er will. Aber dann hat er rein garnichts bei Werder verloren!
Amen
1.) Gerade im Profifussball geht es um einen JOB, nicht um einen LIEBLINGSVEREIN. Identifikation ist zwar toll, aber da man Identifikation nicht beschließen oder verordnen kann, ist sie ein Bonus und wünschenswert, aber kein Normalfall oder eine Bedingung. Wenn heute Spiele einen verein wechseln dann nicht, weil sie sich schon immer mit ihrem neuen Verein identifiziert haben, sondern weil sie sich weiterentwickeln wollen.
Alles andere ist weltfremd.
2.) Dass es ihm nicht egal ist, in welchem Land er spielt spricht nicht gegen, sondern für ihn.
3.) Würdest Du bei jedem verpflichteten Spieler automatisch Identifikation voraussetzen, dann wäre genau das in Wirklichkeit Söldnertum. Denn das wäre Identifikation als gegenleistung für einen Vertragsabschluss.
4.) Er hat sich aber nirgendwo beworben. Die Vereine bewerben sich um ihn. Dass er da Prioritäten hat, ist das Normalste von der Welt. Wenn Du Jobangebote von Mercedes, Kühne & Nagel und Imbiss Taco 3 hast wirst Du auf Anfrage wahrscheinlich schon sagen, dass der Imbiss für Dich nicht in Frage kommt. Wäre es dann sinnvoll, von Seiten des Imbisses zu sagen: "Was für eine bodenlose Frechheit, der kann uns gestohlen bleiben, so wenig Identifikation können wir hier nicht gebrauchen!!" ...?
5.) Wenn mein Traumjob der bei Mercedes wäre, ich am Ende aber dennoch bei Kühne & Nagel landen würde, setzt das nicht voraus, dass ich dort nur "mit halbem Herzen" bei der Sache bin. Eventuell ist das nämlich dann auch ein ganz toller Job, bei dem ich mich sehr wohlfühle und dementsprechend voll ranklotze.
6.) Die Logik "Er will eher nicht nach Deutschland, und daher wird er probleme bekommen, einen guten deutschen Verein zu finden!" erschließt sich mir nicht so ganz.
7.) Übrigens kann ich Dir ziemlich glaubhaft versichern, dass nahezu ALLE unserer aktuellen Spieler viel lieber für 8 Millionen pro Jahr bei Barcelona spielen würden.
Was machen wir nun? Alle rausschmeißen, wegen "halbem Herzen" und "fehlender Identifikation"?