Ich denke man kann sich generell als Fan bezeichnen wenn man mit dem ganzen Herzen beim Verein ist und den Werde(r)gang intensiv, mit großem Interesse, begleitend mit allen Emotionen wie Freude, Trauer, Enttäuschung oder Wut verfolgt.
Inwieweit man das nach außen hin ausdrückt ist wohl eine Frage des Charakters und der Lebensumstände des Einzelnen.
Ein Erkennungsmerkmal eines "richtigen Fans" ist in meinen Augen weder eine Ansammlung an Fanutensilien noch die Häufigkeit eines Stadionbesuches.
Ein wichtiges Merkmal ist für mich allerdings der Gedanke "Einmal Fan - immer Fan!" So Clubhopper wie ich sie in meiner Schulzeit kennengelernt hab, die sich (ich sach nur Dortmund!) jeweils temporär als Anhänger eines aktuell gut dastehenden Vereins outen, sind in meinen Augen keinesfalls Fans... schlimmer noch... das ist für mich die Definition eines "Erfolgs"-fans.
Mein persönlicher Werde(r)gang sieht so aus:
Da ich aus einer fußballbegeisterten Familie komme (Gladbach und HSV-Sympathisanten) bin ich sehr früh mit dem Fußball in Berührung gekommen, habe ständig mit Freunden Garagentore auf dem Hof zerdellt und Bolzplätze unsicher gemacht. Die erste Person die ich mit dem Fußball in Verbindung gebracht habe war Rudi Völler, den ich zu meinem absoluten Lieblingsspieler erklärte. Mit dem Sammeln der ersten Paniniheftchen bekam ich dann einen Überblick über den Verein, den Trainer- sowie Führungsstab, und so nahm alles seinen Lauf. Der berühmte Fehlschuss Kutzops in der Saison 1985/86 gegen die verhassten Bayern zementierte meine Haltung: Werder Bremen war nun mein Verein! Und das war auch gut so
:cool:
Wie ein Vorredner schon schrieb, bin auch ich in erster Linie ein Fan des Fußballs, den ich selbst jahrelang im Verein ausgelebt habe (bin leider ziemlich faul geworden). Allerdings steht Fußball für mich in unmittelbarer Verbindung zu Werder. Auf den Bolzplätzen im Hamburger Umland war ich mit meinem Werder-Trikot ein wahrer Exot und schlüpfte in die Rollen von Rudi, Riedle, Rufer oder Herzog.... Wenn denn mal ein Mitschüler oder Vereinskollege sich ebenfalls als "Bremer" outete, bildeten wir eine "kleine Allianz des guten Geschmacks" gegen unsere "ahnungslosen" Bayern-, Dortmund-, oder HSV-Anhänger
Ins Stadion gehe ich nicht mehr so oft wie früher, fiebere häufig zusammen mit meinem Bruder (auch Werder-Fan) in einer Kneipe oder vor dem Fernseher und vermeide kollidierende Unternehmungen während eines Werderspiels. Falls dieses aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, halte ich ständig Kontakt zu einer Informationsquelle, die mir Zwischenstände verrät. Die Bundesliga-Konferenz auf NDR2 *Tooor in Bremen!!* kann z.B. während eines Ausfluges an die Nord- oder Ostsee auch sehr geil sein!!
Ich kann sagen dass ich den HSV hasse (obwohl ich gebürtiger Hamburger bin und bei Hamburg lebe) und extreme Abneigungen gegen Bayern und Schalke habe.
Ich sympathisiere nicht nur aufgrund der gemeinsamen Abneigung gegen den HSV mit dem FC St.Pauli, und schaue mir gelegentlich auch mal ein Heimspiel am Millerntor an.
Als Werder-Anhänger bin ich jeden Tag zu erkennen anhand meiner Buttons an meiner Tasche und im Winter teilweise mit :svw_schal:
Wenn mir der Schalk im Nacken sitzt verteile ich schonmal Werderbonbons an meine Sitznachbarn in der U-Bahn...
Alles in allem kann ich sagen dass ich mich zu 100% mit diesem großartigen Verein identifizieren kann und mich absolut als Fan fühle. Niederlagen und Sprüche gegen Werder nehm ich persönlich....
Ich würde niemals so weit gehen zu sagen dass Werder mein Leben ist, jedoch ein großer Teil der einfach zu mir gehört und den ich nicht mehr missen möchte!
Lebenslang Grün-Weiß!
P.S: Die Grenze zwischen einem Sympathisanten und einem Fan liegt meiner Meinung nach darin, dass der Fan kein Spiel seiner Mannschaft - in welcher Form auch immer - leichtfertig aus der Hand gibt. Auch wenn dieses Unterfangen mit seinen Mitmenschen teilweise hart umkämpft ist
