Willi Lemke (Ehrenmitglied ✝)

Vielleicht sollte man in der Diskussion zwei Dinge von einander trennen.

Das eine ist die Investorenlösung und die andere eben sich Geld bei einer Bank zu leihen.

Letzteres ist eben äußerst riskant und ich lehne das deswegen persönlich auch ab. Obwohl ich schon lange kein großer Freund mehr der Arbeit Lemkes war, habe ich ihn in dieser Frage hier in den letzten Monaten doch in Schutz genommen. Wenn du dich verschuldest und du gehst mit den Schulden dann doch in die 2. Bundesliga, dann ist so etwas wie der Super-GAU eingetreten. Du kannst in der 2. Bundesliga diese Schulden aufgrund der geringeren Einnahmen schlicht in abbauen und musst dich dann entweder weiter verschulden, um krampfhaft den Weg zurück in die Bundesliga zu schaffen. Da es aber im Fussball eben keine Garantie für sportlichen Erfolg gibt ist das ganze wirklich ein Ritt auf der Rasierklinge und könnte uns im schlimmsten Fall Probleme wie in Aachen oder Duisburg bringen. Wir werden nicht das Glück haben, dass uns der große Stadtrivale die Anteile am gemeinsamen Stadion abkauft um uns halbwegs den A*** zu retten oder das Bundesland mit einer Millionenhilfe um die Ecke kommt. Darüber sollte man sich einfach bewusst sein. Vor allem da es meiner Meinung nach nicht mit einem siebenstelligen Betrag getan ist, wenn man wirklich etwas bewegen möchte.

Bei einer Investorenlösung, die ich immer befürwortet habe und auch weiterhin befürworte, muss es klare Grenzen geben. Und wenn ich dann lese, dass potentielle Investoren schon jetzt ihr Engagement von Personalentscheidungen abhängig machen, dann überschreiten sie schon vor ihrem Engagement diese "rote Linie".
Investoren können gerne die angedachten Plätze im Aufsichtsrat zugesprochen werden. Die Mitbestimmung, die ihnen dadurch gegeben wird, können sie auch gerne nutzen. Das ist ein demokratisches Gremium. Allerdings sind diese Spielchen, die auch Kühne in Hamburg spielt, nicht hinnehmbar und äußerst gefährlich, da diese Leute meist von Wirtschaft und ihrem Unternehmen Ahnung haben, aber eben nicht zwingend vom Fussballgeschäft. Die Einmischung in Personalentscheidungen und/oder in das übrige operative Geschäft haben insoweit zu unterbleiben als sie nicht die durch die Rechte, die dann ein einzelnes AR-Mitglied hat, gedeckt sind. Und die gehen nun einmal ziemlich gen Null.

Habe gestern schon mal, auch wenn es natürlich ein Beispiel aus dem Amateurfussball ist und die Situation auch nur bedingt vergleichbar war/ist, schon mal die Geschichte eines Großsponsors gebracht. Es ist äußerst gefährlich sich in die Hand von Leuten zu begeben, die vom Fussball maximal soviel Ahnung haben wie wir. Das will ich nicht!

Übrigens sehe ich unsere Situation nicht so schwarz wie sie offensichtlich von vielen anderen gesehen wird, wenn ich mir die veröffentlichten Umfrageergebnisse des WK anschaue. Wobei diese Onlinevotings ja ohnehin wenig repräsentativ sind. Ich bin zum einen davon überzeugt, dass der Kader stark genug ist die Klasse zu halten und zum anderen sogar, dass das mit RD gelingen kann. Man sollte also dann doch ein bisschen Ruhe bewahren. Für uns wäre ein Investor sicher eine Hilfe, vielleicht sogar unabdingbar um mittelfristig wieder in obere Tabellenregionen vorzustoßen, allerdings darf man diesen nicht in einer Panikreaktion quasi die Kontrolle über den Verein geben so wie dies beim HSV geschehen ist.

Sehr guter Post :tnx:
Allerdings in Bezug auf Dutt teile ich den verhaltenen Optimismus nicht.
Deine Analyse betrifft die alte 50+1 Regel, die vom DFB und der DFL bis heute nur halbherzig angegangen worden ist. Man übt sich bei denen lieber in der Duldung von kreativen Ausmahmetatbeständen, vgl. unlängst RBL.
Bei Investoren muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass derjenige einen Mehrwert in Form von Geldrückflüssen oder Marketingvorteil etc. generieren möchte.
Von denen ist keiner altruistisch. Trotzdem wird Werder diesen Weg am Ende des Tages irgendwann beschreiten müssen, um wieder mit den oberen Tabellenregionen kompetetiv sein zu können. Zurzeit sind sie dank ihres traditionellen Weges Tabellenletzter.
 
Letzteres ist eben äußerst riskant und ich lehne das deswegen persönlich auch ab. Obwohl ich schon lange kein großer Freund mehr der Arbeit Lemkes war, habe ich ihn in dieser Frage hier in den letzten Monaten doch in Schutz genommen. Wenn du dich verschuldest und du gehst mit den Schulden dann doch in die 2. Bundesliga, dann ist so etwas wie der Super-GAU eingetreten. Du kannst in der 2. Bundesliga diese Schulden aufgrund der geringeren Einnahmen schlicht in abbauen und musst dich dann entweder weiter verschulden, um krampfhaft den Weg zurück in die Bundesliga zu schaffen. Da es aber im Fussball eben keine Garantie für sportlichen Erfolg gibt ist das ganze wirklich ein Ritt auf der Rasierklinge und könnte uns im schlimmsten Fall Probleme wie in Aachen oder Duisburg bringen. Wir werden nicht das Glück haben, dass uns der große Stadtrivale die Anteile am gemeinsamen Stadion abkauft um uns halbwegs den A*** zu retten oder das Bundesland mit einer Millionenhilfe um die Ecke kommt. Darüber sollte man sich einfach bewusst sein. Vor allem da es meiner Meinung nach nicht mit einem siebenstelligen Betrag getan ist, wenn man wirklich etwas bewegen möchte.

Ich bin da 100% deiner Meinung und möchte noch anmerken, dass wir ja bereits die letzten Jahre Verlust gemacht haben und das (wie verlautet) auch dieses Jahr wieder machen werden. Dann wird der letzte Rest Eigenkapital, der in den CL-Jahren aufgebaut wurde, aufgebraucht sein. D.h., selbst wenn man nur so weitermacht wie bisher, müsste man in Zukunft Schulden aufnehmen, um die Verluste "auszugleichen". Und da reden wir nicht davon, dass wieder größere Investitionen auf dem Transfermarkt getätigt werden können. So lange nicht erst einmal ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, wie man die Einnahmeseite verbessern und die Schulden in den nächsten Jahren auch wieder abbauen will, halte ich es für Harakiri, jetzt in die Miesen zu gehen, um in der Winterpause Spieler zu kaufen, die uns vielleicht weiterhelfen ... vielleicht aber auch nicht.

Bei einer Investorenlösung, die ich immer befürwortet habe und auch weiterhin befürworte, muss es klare Grenzen geben. Und wenn ich dann lese, dass potentielle Investoren schon jetzt ihr Engagement von Personalentscheidungen abhängig machen, dann überschreiten sie schon vor ihrem Engagement diese "rote Linie".
Investoren können gerne die angedachten Plätze im Aufsichtsrat zugesprochen werden. Die Mitbestimmung, die ihnen dadurch gegeben wird, können sie auch gerne nutzen. Das ist ein demokratisches Gremium. Allerdings sind diese Spielchen, die auch Kühne in Hamburg spielt, nicht hinnehmbar und äußerst gefährlich, da diese Leute meist von Wirtschaft und ihrem Unternehmen Ahnung haben, aber eben nicht zwingend vom Fussballgeschäft. Die Einmischung in Personalentscheidungen und/oder in das übrige operative Geschäft haben insoweit zu unterbleiben als sie nicht die durch die Rechte, die dann ein einzelnes AR-Mitglied hat, gedeckt sind. Und die gehen nun einmal ziemlich gen Null.

Schon alleine das Fischer andeutet, dass einige potentielle Investoren wegen der Person WL zögern und dann sagt: "Willi Lemke ist vor zwei Jahren von der Mitgliedschaft gewählt worden. Und nur er selbst kann entscheiden, wie sein weiterer Weg ist.", öffnet er mMn bereits den Weg, WL aus seinem Amt zu vertreiben. Ich finde, dass das eine ganz gefährliche Entwicklung ist.
 
:tnx:

In Berlin und Brandenburg heißt das Mitglied der GC-Gruppe "Bär & Ollenroth"



Die sind auch in Deiner Nähe ansässig, Tobbi:

http://www.gc-gruppe.de/de/unternehmen/baer-ollenroth/locations/haupthaus-potsdam

Blöd bin ich ja nun nicht. :D Dass es sich um Cordes & Graefe handelt, habe ich auch gelesen. Ich dachte nur, eisendieter hätte Insiderinfos. ;)

Den Laden in Babelsberg habe ich aber noch nie gesehen. Ist auch mMn eher untypisch für die Gegend. Sonst sind da eher kleine Familiengeschäfte oder "Tante Emma Läden".
 
Ich bin da 100% deiner Meinung und möchte noch anmerken, dass wir ja bereits die letzten Jahre Verlust gemacht haben und das (wie verlautet) auch dieses Jahr wieder machen werden. Dann wird der letzte Rest Eigenkapital, der in den CL-Jahren aufgebaut wurde, aufgebraucht sein. D.h., selbst wenn man nur so weitermacht wie bisher, müsste man in Zukunft Schulden aufnehmen, um die Verluste "auszugleichen". Und da reden wir nicht davon, dass wieder größere Investitionen auf dem Transfermarkt getätigt werden können. So lange nicht erst einmal ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, wie man die Einnahmeseite verbessern und die Schulden in den nächsten Jahren auch wieder abbauen will, halte ich es für Harakiri, jetzt in die Miesen zu gehen, um in der Winterpause Spieler zu kaufen, die uns vielleicht weiterhelfen ... vielleicht aber auch nicht.
Schon alleine das Fischer andeutet, dass einige potentielle Investoren wegen der Person WL zögern und dann sagt: "Willi Lemke ist vor zwei Jahren von der Mitgliedschaft gewählt worden. Und nur er selbst kann entscheiden, wie sein weiterer Weg ist.", öffnet er mMn bereits den Weg, WL aus seinem Amt zu vertreiben. Ich finde, dass das eine ganz gefährliche Entwicklung ist.

Excellent. Trifft den Kern genau. :tnx:
 
Sehr guter Post :tnx:
Allerdings in Bezug auf Dutt teile ich den verhaltenen Optimismus nicht.
Deine Analyse betrifft die alte 50+1 Regel, die vom DFB und der DFL bis heute nur halbherzig angegangen worden ist. Man übt sich bei denen lieber in der Duldung von kreativen Ausmahmetatbeständen, vgl. unlängst RBL.
Bei Investoren muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass derjenige einen Mehrwert in Form von Geldrückflüssen oder Marketingvorteil etc. generieren möchte.
Von denen ist keiner altruistisch. Trotzdem wird Werder diesen Weg am Ende des Tages irgendwann beschreiten müssen, um wieder mit den oberen Tabellenregionen kompetetiv sein zu können. Zurzeit sind sie dank ihres traditionellen Weges Tabellenletzter.


Lassen wir mal das Thema RD aus diesem Thread weg.

Es gibt unterschiedliche Motive für ein Engagement eines Investors und wie du richtig sagst sind die wenigsten altruistisch motiviert. Wahrscheinlich so gut wie keiner. Das mir absolut bewusst. Dennoch muss es klare Grenzen geben. Diese Grenzen möchte ich - auch wenn sie bei anderen "Vereinen" schon längst überschritten werden - bei Werder nicht überschritten sehen. Werder würde damit nämlich ein Gutteil von dem verlieren, was die Werder Bremen doch in gewisser Weise in all den Jahren besonders gemacht hat und letztlich auch Kern der "Marke Werder Bremen" ist. Und diesen Markenkern gilt es eben auch zu bewahren. Ansonste wüsste ich auch kaum noch, wo wir uns noch abheben könne, was uns dann wiederum eigentlich noch deutlich uninteressanter für Sponsoren/Investoren macht als wir durch unsere sportliche Lage derzeit irgendwie schon ohnehin geworden sind.

Ich bin da 100% deiner Meinung und möchte noch anmerken, dass wir ja bereits die letzten Jahre Verlust gemacht haben und das (wie verlautet) auch dieses Jahr wieder machen werden. Dann wird der letzte Rest Eigenkapital, der in den CL-Jahren aufgebaut wurde, aufgebraucht sein. D.h., selbst wenn man nur so weitermacht wie bisher, müsste man in Zukunft Schulden aufnehmen, um die Verluste "auszugleichen". Und da reden wir nicht davon, dass wieder größere Investitionen auf dem Transfermarkt getätigt werden können. So lange nicht erst einmal ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, wie man die Einnahmeseite verbessern und die Schulden in den nächsten Jahren auch wieder abbauen will, halte ich es für Harakiri, jetzt in die Miesen zu gehen, um in der Winterpause Spieler zu kaufen, die uns vielleicht weiterhelfen ... vielleicht aber auch nicht.

:tnx:

Ähnliches habe ich hier vor wenigen Minuten auch geschrieben. ;)

Schon alleine das Fischer andeutet, dass einige potentielle Investoren wegen der Person WL zögern und dann sagt: "Willi Lemke ist vor zwei Jahren von der Mitgliedschaft gewählt worden. Und nur er selbst kann entscheiden, wie sein weiterer Weg ist.", öffnet er mMn bereits den Weg, WL aus seinem Amt zu vertreiben. Ich finde, dass das eine ganz gefährliche Entwicklung ist.

Was KDF - vor allem kurz vor seinem Ausscheiden - getrieben hat, würde ich auch gerne wissen. Kann mir bei ihm irgendwie schwer vorstellen, dass er sich von irgendeinem öffentlichen Druck getrieben sieht. Vielleicht rumort es im AR wegen WL ohnehin schon. Keine Ahnung. Ich finde diese Entwicklung auch gefährlich und mache mir doch - wie oben ausgeführt - ernsthafte Sorgen um die Marke "Werder Bremen", wenn wir so anfangen zu agieren.
 
Schon alleine das Fischer andeutet, dass einige potentielle Investoren wegen der Person WL zögern und dann sagt: "Willi Lemke ist vor zwei Jahren von der Mitgliedschaft gewählt worden. Und nur er selbst kann entscheiden, wie sein weiterer Weg ist.", öffnet er mMn bereits den Weg, WL aus seinem Amt zu vertreiben. Ich finde, dass das eine ganz gefährliche Entwicklung ist.

Diese Äußerung läßt sich aber auch so interpretieren, daß KDF WL den Rücken stärkt, sprich daß man sich bei Werder von den Erwartungen der potentiellen Investoren nicht unter Druck setzen läßt, sondern allein WL über einen Verbleib als AR-Chef entscheidet.

Ich gehe davon aus, daß diese beiderseitg interpretierbaren Formulierung bewußt so gewählt worden ist, um keine Seite zu verprellen; auch deshalb um noch mehr Unruhe zu vermeiden.
 
Sehr guter Post :tnx:
Allerdings in Bezug auf Dutt teile ich den verhaltenen Optimismus nicht.
Deine Analyse betrifft die alte 50+1 Regel, die vom DFB und der DFL bis heute nur halbherzig angegangen worden ist. Man übt sich bei denen lieber in der Duldung von kreativen Ausmahmetatbeständen, vgl. unlängst RBL.
Bei Investoren muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass derjenige einen Mehrwert in Form von Geldrückflüssen oder Marketingvorteil etc. generieren möchte.
Von denen ist keiner altruistisch. Trotzdem wird Werder diesen Weg am Ende des Tages irgendwann beschreiten müssen, um wieder mit den oberen Tabellenregionen kompetetiv sein zu können. Zurzeit sind sie dank ihres traditionellen Weges Tabellenletzter.

Mit Ausnahme des letzten Satzes: Zustimmung! :tnx:

Tabellen-Letzter ist man allerdings nicht in erster Linie wegen des traditionellen Weges.
 
Erstens sehen wir nun alle wie sehr Lemke Werder liebt. Norma gesehen müsste er heute sein Amt niederlegen wenn eine solche Bedingung nur Ansatzweise im Raum steht. Spätestens in der Winterpause.

Merkwürdigerweise sehe ich das genau umgekehrt.

So sehr ich der Ansicht bin, dass die Zeit der "alten Garde" (Lemke, Fischer, Müller, Born, Schulz und Co.) beendet gehört, so wenig halte ich davon, Investoren da mitreden zu lassen. Und es ist sehr bedenktlich, dass wir offenbar eine intrigante Geschäftsführung haben, die solche Details lanciert, um den Aufsichtsrat wegzumobben. Das scheinen mir Methoden zu sein, die man bei Borns Demission Lemke vorgeworfen hat.

Derzeit stehen wir sportlich am Abgrund. Worauf es jetzt ankäme, wäre ein Konzept, wie es sportlich wieder in sicheres Fahrwasser gehen kann. Dazu können auch Verstärkungen in der winterpause gehören, da ein Abstieg in der Tat teurer wäre. Aber das muss man nicht jetzt diskutieren, weil man damit der Mannschaft 0,0 weiterhilft in dieser schweren Lage. Und man muss es nicht öffentlich diskutieren.

Was aber Werder und das Herz betrifft, sehe ich es so: Wenn mir als Geschäftsmann derzeit das Wasser am Hals stünde und es kämen Investoren, denen ich aber erstmal meine Großmutter verkaufen oder meinen Schwiegervater opfern müsste, die ich zwar nicht besonders leiden kann, die aber trotzdem zur Familie gehören, dann würde ich lieber in Ehre untergehen oder mich gesundschrumpfen und dann eben nur noch in der zweiten Liga mitmischen, als mich auf solche Erpressungen einzulassen und meine Würde zu verkaufen. Wenn Werder Bremen etwas von dem verkörpert, was mir am Herzen liegt, dann schmeißen sie Zech und Co. mit solchen Forderungen achtkant raus.

Denn welcher Bauunternehmer hat an den viel zu teuren Stadionumbauten immer bestens verdient? Und wem wurde nachgesagt, Vize Fischer sein klein Häuschen sehr günstig gebaut zu haben? Diesen Zech-Aasgeier brauche ich nicht bei Werder.
 
Ähnliches habe ich hier vor wenigen Minuten auch geschrieben. ;)

Ja, im Moment wird in drei Threads über das gleiche Thema diskutiert. Ist ja auch keine Wunder: für mich ist die Aussage Fischers und der damit verbundene Wunsch nach einer Kursänderung eine Bombe, die fast noch größer ist, als die Entlassung von TS vor 1,5 Jahren. Denn letztere kam ja nicht ganz aus heiterem Himmel.

Diese Äußerung läßt sich aber auch so interpretieren, daß KDF WL den Rücken stärkt, sprich daß man sich bei Werder von den Erwartungen der potentiellen Investoren nicht unter Druck setzen läßt, sondern allein WL über einen Verbleib als AR-Chef entscheidet.

Ja, aber zusammen mit diesem Teil des Interviews ist mMn schon recht deutlich zu sehen, auf welchen Weg die GF (ich gehe nicht davon aus, dass KDF hier einen Alleingang macht - das wird schon von Eichin und Filbry so mitgetragen sein) gerade ist:

Frage: Welche Rolle spielt dabei Aufsichtsratschef Willi Lemke, der als Werders Sparkommissar gilt?

Fischer: Es ist die Aufgabe des Aufsichtsrats zu kontrollieren – also auch seine. Ohne den Aufsichtsrat geht ein Strategiewechsel nicht. Darüber werden wir diskutieren müssen. Ich hoffe, das klappt schon in den nächsten Tagen, damit wir für die Transferperiode im Winter gerüstet sind.

Frage: Muss dabei vor allem Willi Lemke überzeugt werden?

Fischer: Das hängt nicht von Namen ab. Ich gehe davon aus, dass jeder, der in einem der wichtigen Gremien bei Werder eine Funktion inne hat, die Stärke besitzt, in bestimmten Situationen zu erkennen, dass man einen Strategiewechsel einleiten muss.

Besonders die zweite zitierte Antwort sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die sagt in meiner Interpretation nichts anderes aus, als dass KDF die anderen AR-Mitglieder quasi dazu auffordert, sich gegen WL zu stellen, wenn dieser den bisherigen Konsolidierungskurs weiterfahren will. :unfassbar:
 
...Es gibt unterschiedliche Motive für ein Engagement eines Investors und wie du richtig sagst sind die wenigsten altruistisch motiviert. Wahrscheinlich so gut wie keiner. Das mir absolut bewusst. Dennoch muss es klare Grenzen geben. Diese Grenzen möchte ich - auch wenn sie bei anderen "Vereinen" schon längst überschritten werden - bei Werder nicht überschritten sehen. Werder würde damit nämlich ein Gutteil von dem verlieren, was die Werder Bremen doch in gewisser Weise in all den Jahren besonders gemacht hat und letztlich auch Kern der "Marke Werder Bremen" ist. Und diesen Markenkern gilt es eben auch zu bewahren. Ansonste wüsste ich auch kaum noch, wo wir uns noch abheben könne, was uns dann wiederum eigentlich noch deutlich uninteressanter für Sponsoren/Investoren macht als wir durch unsere sportliche Lage derzeit irgendwie schon ohnehin geworden sind.

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Was KDF - vor allem kurz vor seinem Ausscheiden - getrieben hat, würde ich auch gerne wissen. Kann mir bei ihm irgendwie schwer vorstellen, dass er sich von irgendeinem öffentlichen Druck getrieben sieht. Vielleicht rumort es im AR wegen WL ohnehin schon. Keine Ahnung. Ich finde diese Entwicklung auch gefährlich und mache mir doch - wie oben ausgeführt - ernsthafte Sorgen um die Marke "Werder Bremen", wenn wir so anfangen zu agieren.

:tnx:

Ähnlich hatte sich KDF schon im Sommer 2014 geäußert, als er damals über das Ende seiner langen Vereinstätigkeit sinnierte. Sinngemäß ließ er durchblicken, dass nach seinem Ausscheiden wohl langsam doch über andere Wege, sprich Finanzierungsmöglichkeiten nachgedacht werden müsste und der Verein sich für Investoren öffnen könnte.

Auf seinen letzten Metern möchte er sich offenbar noch als "Modernisierer" oder "Mahner" gerieren. Für mich ist das ein letzter Versuch einer "Fishing for Compliments"-Strategie. Verlieren kann er selbst ja nichts mehr. Man muss sich fragen, warum er die derzeit angebrachten Ideen nicht schon vor einigen Jahren vorgebracht bzw. bestenfalls umgesetzt hat.


Edit: @Maddin: :tnx: :daumen:
 
Merkwürdigerweise sehe ich das genau umgekehrt.

So sehr ich der Ansicht bin, dass die Zeit der "alten Garde" (Lemke, Fischer, Müller, Born, Schulz und Co.) beendet gehört, so wenig halte ich davon, Investoren da mitreden zu lassen. Und es ist sehr bedenktlich, dass wir offenbar eine intrigante Geschäftsführung haben, die solche Details lanciert, um den Aufsichtsrat wegzumobben. Das scheinen mir Methoden zu sein, die man bei Borns Demission Lemke vorgeworfen hat.

Derzeit stehen wir sportlich am Abgrund. Worauf es jetzt ankäme, wäre ein Konzept, wie es sportlich wieder in sicheres Fahrwasser gehen kann. Dazu können auch Verstärkungen in der winterpause gehören, da ein Abstieg in der Tat teurer wäre. Aber das muss man nicht jetzt diskutieren, weil man damit der Mannschaft 0,0 weiterhilft in dieser schweren Lage. Und man muss es nicht öffentlich diskutieren.

Was aber Werder und das Herz betrifft, sehe ich es so: Wenn mir als Geschäftsmann derzeit das Wasser am Hals stünde und es kämen Investoren, denen ich aber erstmal meine Großmutter verkaufen oder meinen Schwiegervater opfern müsste, die ich zwar nicht besonders leiden kann, die aber trotzdem zur Familie gehören, dann würde ich lieber in Ehre untergehen oder mich gesundschrumpfen und dann eben nur noch in der zweiten Liga mitmischen, als mich auf solche Erpressungen einzulassen und meine Würde zu verkaufen. Wenn Werder Bremen etwas von dem verkörpert, was mir am Herzen liegt, dann schmeißen sie Zech und Co. mit solchen Forderungen achtkant raus.

Denn welcher Bauunternehmer hat an den viel zu teuren Stadionumbauten immer bestens verdient? Und wem wurde nachgesagt, Vize Fischer sein klein Häuschen sehr günstig gebaut zu haben? Diesen Zech-Aasgeier brauche ich nicht bei Werder.

:tnx::tnx::tnx:
 
:tnx:

Ähnlich hatte sich KDF schon im Sommer 2014 geäußert, als er damals über das Ende seiner langen Vereinstätigkeit sinnierte. Sinngemäß ließ er durchblicken, dass nach seinem Ausscheiden wohl langsam doch über andere Wege, sprich Finanzierungsmöglichkeiten nachgedacht werden müsste und der Verein sich für Investoren öffnen könnte.

Auf seinen letzten Metern möchte er sich offenbar noch als "Modernisierer" oder "Mahner" gerieren. Für mich ist das ein letzter Versuch einer "Fishing for Compliments"-Strategie. Verlieren kann er selbst ja nichts mehr. Man muss sich fragen, warum er die derzeit angebrachten Ideen nicht schon vor einigen Jahren vorgebracht bzw. bestenfalls umgesetzt hat.


Edit: @Maddin: :tnx: :daumen:

Zustimmung. :tnx:
Nur eine Anmerkung noch. Wenn man finanziell und sportlich am Ende ist, ist das ein Resultat einer Gesamtentwicklung über Jahre hinweg.
Das kommt nicht über Nacht. Man kann über den Begriff traditionell streiten, aber nicht über das derzeitige Gesamtergebnis und muss die Frage nach dem Warum zulassen. :beer:
 
...
Besonders die zweite zitierte Antwort sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die sagt in meiner Interpretation nichts anderes aus, als dass KDF die anderen AR-Mitglieder quasi dazu auffordert, sich gegen WL zu stellen, wenn dieser den bisherigen Konsolidierungskurs weiterfahren will. :unfassbar:

Kehrtwendung um 180 Grad, auf den letzten Metern, nach 57 Jahren in Vereins-Funktionen. Wie ernst kann man das eigentlich nehmen? :confused:

PS: Hoffentlich wird Lemke so klug sein, nicht öffentlich darauf zu reagieren. Solch ein in den Medien ausgetragener Streit über die zukünftige Vereins-Strategie würde uns in der derzeitigen Situation vermutlich gänzlich "das Genick brechen". :roll:
 
Kleine Randnotiz: Während sich beim HSV die Lage zu beruhigen scheint, treten wir gerade unser eigenes Image mit Füßen... Ich befürchte, dieser Artikel wird Werder einige Sympathien in Fußballdeutschland kosten. :(
 

:tnx:

Bin erstaunt, dass wir doch trotz unterschiedlicher Blickwinkel nicht selten zu übereinstimmenden Meinungen kommen.

Insgesamt sei zu der Diskussion noch angemerkt: Nicht WL alleine sitzt in diesem Aufsichtsrat und die Entscheidung kein größeres finanzielles Risiko ist somit nicht von ihm allein getroffen worden. Zumindest eine Mehrheit muss des AR muss diesen Kurs getragen haben. WL als Vorsitzender dieses Gremiums vetritt diese Entscheidung lediglich nach Außen und nach Innen.
 
Merkwürdigerweise sehe ich das genau umgekehrt.

So sehr ich der Ansicht bin, dass die Zeit der "alten Garde" (Lemke, Fischer, Müller, Born, Schulz und Co.) beendet gehört, so wenig halte ich davon, Investoren da mitreden zu lassen. Und es ist sehr bedenktlich, dass wir offenbar eine intrigante Geschäftsführung haben, die solche Details lanciert, um den Aufsichtsrat wegzumobben. Das scheinen mir Methoden zu sein, die man bei Borns Demission Lemke vorgeworfen hat.

Derzeit stehen wir sportlich am Abgrund. Worauf es jetzt ankäme, wäre ein Konzept, wie es sportlich wieder in sicheres Fahrwasser gehen kann. Dazu können auch Verstärkungen in der winterpause gehören, da ein Abstieg in der Tat teurer wäre. Aber das muss man nicht jetzt diskutieren, weil man damit der Mannschaft 0,0 weiterhilft in dieser schweren Lage. Und man muss es nicht öffentlich diskutieren.

Was aber Werder und das Herz betrifft, sehe ich es so: Wenn mir als Geschäftsmann derzeit das Wasser am Hals stünde und es kämen Investoren, denen ich aber erstmal meine Großmutter verkaufen oder meinen Schwiegervater opfern müsste, die ich zwar nicht besonders leiden kann, die aber trotzdem zur Familie gehören, dann würde ich lieber in Ehre untergehen oder mich gesundschrumpfen und dann eben nur noch in der zweiten Liga mitmischen, als mich auf solche Erpressungen einzulassen und meine Würde zu verkaufen. Wenn Werder Bremen etwas von dem verkörpert, was mir am Herzen liegt, dann schmeißen sie Zech und Co. mit solchen Forderungen achtkant raus.

Denn welcher Bauunternehmer hat an den viel zu teuren Stadionumbauten immer bestens verdient? Und wem wurde nachgesagt, Vize Fischer sein klein Häuschen sehr günstig gebaut zu haben? Diesen Zech-Aasgeier brauche ich nicht bei Werder.

Auch hier Zustimmung. :tnx:
Zum Thema Zech kann ich in Unkenntnis der Sachlage nichts sagen.
Es ist immer so, dass in Krisenzeiten gerade sich Leute in den Vordergrund spielen, die man nun wirklich nicht braucht. Das ist in Bremen nicht anders als anderswo. Das wird mit zunehmend schlechteren Ergebnissen noch mehr Fahrt aufnehmen.
 
Kleine Randnotiz: Während sich beim HSV die Lage zu beruhigen scheint, treten wir gerade unser eigenes Image mit Füßen... Ich befürchte, dieser Artikel wird Werder einige Sympathien in Fußballdeutschland kosten. :(

Das diese Frage diskutiert wird uns denke ich noch keinen Schaden zufügen. Aber wie ich auf der Seite zuvor schon sagte, besteht eben durchaus die Gefahr, dass das, was die "Marke Werder Bremen" über die Jahrzehnte so besonders gemacht hat, bei einer übereilten und falschen Entscheidung nachhaltig beschädigen.
 
Kehrtwendung um 180 Grad, auf den letzten Metern, nach 57 Jahren in Vereins-Funktionen. Wie ernst kann man das eigentlich nehmen? :confused:

Das wird sich mMn die nächsten Tage zeigen. Wenn da aus Kreisen der GF keine gegenteiligen Äußerungen kommen, dann ist das eher kein Alleingang von KDF, sondern eine vom Zeitpunkt (Absturz auf Platz 18 und Länderspielpause in der BL) genau gewählte Aktion der GF.

Trotz des quasi Inventar-Status von KDF traue ich ihm eine solche Kehrtwende durchaus zu. MMn war er vor 1,5 Jahren der erste, der durchblicken ließ, dass er sich eine Zukunft ohne TS durchaus vorstellen könnte.
 
Das wird sich mMn die nächsten Tage zeigen. Wenn da aus Kreisen der GF keine gegenteiligen Äußerungen kommen, dann ist das eher kein Alleingang von KDF, sondern eine vom Zeitpunkt (Absturz auf Platz 18 und Länderspielpause in der BL) genau gewählte Aktion der GF.


AR und GF haben halt unterschiedliche Aufgaben und vertreten nach Innen halt daher zum Teil sich widerstreitende Interessen. Es ist verständlich, dass sich die GF mehr Handlungsspielräume in Form finanzieller Mittel erhofft. Gleichzeitig hat der AR die Aufgabe das ganze in halbwegs gesunden Bahnen zu halten. Das ist auch soweit in Ordnung. Was eben stört, dass es das zweite Mal binnen weniger Monate ist, dass öffentlich über Richtungsentscheidungen bei Werder diskutiert wird. Das verstört mich persönlich schon ein wenig.

KF - ohne D - soll lieber noch ein paar mehr LingLongs oder wie die Pneus auch immer heißen an Land ziehen.
 
Das diese Frage diskutiert wird uns denke ich noch keinen Schaden zufügen. Aber wie ich auf der Seite zuvor schon sagte, besteht eben durchaus die Gefahr, dass das, was die "Marke Werder Bremen" über die Jahrzehnte so besonders gemacht hat, bei einer übereilten und falschen Entscheidung nachhaltig beschädigen.

Sachliche Diskussionen sind immer sinnvoll. Fatal ist es allerdings häufig, diese öffentlich zu führen.
 
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