Vielleicht sollte man in der Diskussion zwei Dinge von einander trennen.
Das eine ist die Investorenlösung und die andere eben sich Geld bei einer Bank zu leihen.
Letzteres ist eben äußerst riskant und ich lehne das deswegen persönlich auch ab. Obwohl ich schon lange kein großer Freund mehr der Arbeit Lemkes war, habe ich ihn in dieser Frage hier in den letzten Monaten doch in Schutz genommen. Wenn du dich verschuldest und du gehst mit den Schulden dann doch in die 2. Bundesliga, dann ist so etwas wie der Super-GAU eingetreten. Du kannst in der 2. Bundesliga diese Schulden aufgrund der geringeren Einnahmen schlicht in abbauen und musst dich dann entweder weiter verschulden, um krampfhaft den Weg zurück in die Bundesliga zu schaffen. Da es aber im Fussball eben keine Garantie für sportlichen Erfolg gibt ist das ganze wirklich ein Ritt auf der Rasierklinge und könnte uns im schlimmsten Fall Probleme wie in Aachen oder Duisburg bringen. Wir werden nicht das Glück haben, dass uns der große Stadtrivale die Anteile am gemeinsamen Stadion abkauft um uns halbwegs den A*** zu retten oder das Bundesland mit einer Millionenhilfe um die Ecke kommt. Darüber sollte man sich einfach bewusst sein. Vor allem da es meiner Meinung nach nicht mit einem siebenstelligen Betrag getan ist, wenn man wirklich etwas bewegen möchte.
Bei einer Investorenlösung, die ich immer befürwortet habe und auch weiterhin befürworte, muss es klare Grenzen geben. Und wenn ich dann lese, dass potentielle Investoren schon jetzt ihr Engagement von Personalentscheidungen abhängig machen, dann überschreiten sie schon vor ihrem Engagement diese "rote Linie".
Investoren können gerne die angedachten Plätze im Aufsichtsrat zugesprochen werden. Die Mitbestimmung, die ihnen dadurch gegeben wird, können sie auch gerne nutzen. Das ist ein demokratisches Gremium. Allerdings sind diese Spielchen, die auch Kühne in Hamburg spielt, nicht hinnehmbar und äußerst gefährlich, da diese Leute meist von Wirtschaft und ihrem Unternehmen Ahnung haben, aber eben nicht zwingend vom Fussballgeschäft. Die Einmischung in Personalentscheidungen und/oder in das übrige operative Geschäft haben insoweit zu unterbleiben als sie nicht die durch die Rechte, die dann ein einzelnes AR-Mitglied hat, gedeckt sind. Und die gehen nun einmal ziemlich gen Null.
Habe gestern schon mal, auch wenn es natürlich ein Beispiel aus dem Amateurfussball ist und die Situation auch nur bedingt vergleichbar war/ist, schon mal die Geschichte eines Großsponsors gebracht. Es ist äußerst gefährlich sich in die Hand von Leuten zu begeben, die vom Fussball maximal soviel Ahnung haben wie wir. Das will ich nicht!
Übrigens sehe ich unsere Situation nicht so schwarz wie sie offensichtlich von vielen anderen gesehen wird, wenn ich mir die veröffentlichten Umfrageergebnisse des WK anschaue. Wobei diese Onlinevotings ja ohnehin wenig repräsentativ sind. Ich bin zum einen davon überzeugt, dass der Kader stark genug ist die Klasse zu halten und zum anderen sogar, dass das mit RD gelingen kann. Man sollte also dann doch ein bisschen Ruhe bewahren. Für uns wäre ein Investor sicher eine Hilfe, vielleicht sogar unabdingbar um mittelfristig wieder in obere Tabellenregionen vorzustoßen, allerdings darf man diesen nicht in einer Panikreaktion quasi die Kontrolle über den Verein geben so wie dies beim HSV geschehen ist.
Sehr guter Post

Allerdings in Bezug auf Dutt teile ich den verhaltenen Optimismus nicht.
Deine Analyse betrifft die alte 50+1 Regel, die vom DFB und der DFL bis heute nur halbherzig angegangen worden ist. Man übt sich bei denen lieber in der Duldung von kreativen Ausmahmetatbeständen, vgl. unlängst RBL.
Bei Investoren muss man sich immer darüber im Klaren sein, dass derjenige einen Mehrwert in Form von Geldrückflüssen oder Marketingvorteil etc. generieren möchte.
Von denen ist keiner altruistisch. Trotzdem wird Werder diesen Weg am Ende des Tages irgendwann beschreiten müssen, um wieder mit den oberen Tabellenregionen kompetetiv sein zu können. Zurzeit sind sie dank ihres traditionellen Weges Tabellenletzter.
Dass es sich um Cordes & Graefe handelt, habe ich auch gelesen. Ich dachte nur, eisendieter hätte Insiderinfos. 



