Wer liesst denn noch heutzutage?

Findest du? Ich kann mir wesentlich langweiligere Zeitvertreibe denken als sich durchs Kings Gesamtwerk zu pflügen, denn selbst seine schwächeren Bücher sind noch um Klassen besser als das, was viele andere, durchaus gut verkaufende Schreiberlinge zustande bringen.

Da hast Du durchaus recht, insbesondere muss ich da immer an Wolfgang Hohlbein denken. Wobei ich auch von Hohlbein ein Buch sehr gut fand, und zwar "Hagen von Tronje".
Das ist eine sehr interessante Version des Nibelungen-Liedes und zwar aus der Sicht des "Bösewichts".

In sehr positiver Erinnerung an dieses Buch habe ich mir dann vor ein paar Jahren "Der Ring der Nibelungen " durchgelesen - und fand das ein wenig mäßig. Danach "Krieg der Engel" war eine absolute Fehlinvestition, seit der ich um Hohlbein lieber einen großen Bogen mache.

Daneben ist "Das Auge des Drachen" wunderschön.

Absolute Zustimmung !!!
Das war das erste Buch, das ich von King gelesen habe. Habe es vor 20 Jahren zur Konfirmation geschenkt bekommen. Danach kam dann "ES" und hat mir wochen- und monatelang den Schlag geraubt :D

Mittlerweile bin ich beim Genre der Historischen Romane angekommen.
Ken Follet´s "Die Säulen der Erde" und die "Tore der Welt" sind großes Kino, aber auf Grund der vielen mit einander verwobenen Handlungsstränge nicht unbedingt jedermanns Ding. "Sturz der Titanen" steht auch noch im Bücherregal bereit und "Winter der Welt" auf meinen Weihnachtswunschzettel.

Noch besser finde ich allerdings die Historischen Romane von Rebecca Gablé und zwar allesamt. Die vermitteln ein atmosphärisch sehr dichtes und detailgetreues Bild des englischen Mittelalters.
Jedoch möchte ich dabei "Hiobs Brüder" ganz besonders hervorheben. Ein großartiges Buch, dass ich nur jedem empfehlen kann.

Vergebt mir bitte, falls diese Bücher schon abgehandelt wurden.
 
Findest du? Ich kann mir wesentlich langweiligere Zeitvertreibe denken als sich durchs Kings Gesamtwerk zu pflügen, denn selbst seine schwächeren Bücher sind noch um Klassen besser als das, was viele andere, durchaus gut verkaufende Schreiberlinge zustande bringen.

Wobei dies immer noch im Auge des Betrachters bzw. Lesers liegt. Jeder hat seine eigenen Favoriten, aber einige scheinen die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, dass sie sich anmaßen, andere Geschmäcker zu beurteilen.
 
Ich habe von King eine Menge Bücher und noch nicht alle gelesen (das ist auch 'ne Aufgabe). Aber ich versuche es, soviel wie möglich von ihm zu lesen, weil ich seine Art zu schreiben mag. Sie ist spannend und absolut nicht immer dasselbe.

Dagegen habe ich jetzt meinen ersten Hohlbein-Roman gelesen, bzw. bin in der Mitte kurz davor, das Ding in die Ecke zu werfen. Das Druidentor: Wirkt auf mich sehr seltsam. Ich weiß nicht, ob Hohlbein immer so schreibt, aber die Charaktere reden alle seltsam... schwierig zu beschreiben. Zunächst mal: Es wirkt als würden sie alle im selben Stil reden. Dann verwenden sie oft abgedroschene Phrasen, ungewöhnliche Worte, obwohl die Geschichte in der neueren Gegenwart spielt ("Sie sind ein Narr" z.B.), die Charaktere wirken teils wie Schulkinder, teils wie Rentner... Im Englischen sagt man auch gerne: I can't put my finger on it.
 
Wobei dies immer noch im Auge des Betrachters bzw. Lesers liegt. Jeder hat seine eigenen Favoriten, aber einige scheinen die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, dass sie sich anmaßen, andere Geschmäcker zu beurteilen.

Wo habe ich denn den Geschmack anderer beurteilt?

Man kann Kings Art zu schreiben mögen oder nicht; das ist eine reine Geschmacksfrage. Unbestritten sind aber - zumindest unter denen, die sich damit näher beschäftigen - seine handwerklichen Qualitäten. Und ja, da maße ich mir in der Tat das Urteil an, dass selbst seine schwächeren Werke besser sind als die vieler anderer Autoren.

Dagegen habe ich jetzt meinen ersten Hohlbein-Roman gelesen, bzw. bin in der Mitte kurz davor, das Ding in die Ecke zu werfen. Das Druidentor: Wirkt auf mich sehr seltsam. Ich weiß nicht, ob Hohlbein immer so schreibt, aber die Charaktere reden alle seltsam... schwierig zu beschreiben. Zunächst mal: Es wirkt als würden sie alle im selben Stil reden. Dann verwenden sie oft abgedroschene Phrasen, ungewöhnliche Worte, obwohl die Geschichte in der neueren Gegenwart spielt ("Sie sind ein Narr" z.B.), die Charaktere wirken teils wie Schulkinder, teils wie Rentner... Im Englischen sagt man auch gerne: I can't put my finger on it.

Man merkt Hohlbein oft seine Herkunft als Autor von Groschenromanen an. Er hat zwar vielfach interessante Einfälle, aber manchmal wirken seine Texte wie mit der Schablone geschrieben.
 
@Maxi
Die von dir angesprochenen Bücher wurden hier noch nicht vorgestellt. wobei wir bei der Frage sind, wer hier den Überblick behalten soll: das proklamiere ich dann mal - ohne das abgehoben tun zu wollen - für mich!

@Niedersachse
Natürlich ist Kings Bücher lesen nicht unbedingt mit Arbeit zu vergleichen. Aber abgesehen von den Graphic Novels sind für mich die Bücher Buick, Insomnia abeer auch die Kurzgeschichte die Schwestern von Eluria nicht gerade "Lesespass" eher "Lesearbeit" gewesen.

Mit Hohlbein werde ich nicht mehr warm und werde es auch nicht mehr versuchen. Groschenromanherkunft hin oder her. Die beiden Bücher von Jason Dark beweisen daß auch ein "patentierter Groschenromanschreiber" wie Redeling spannende Mehrseiter zu Werk bringen kann. Seine beiden in den Spätachtzigern erschienenen Paperbacks sind klasse. Einfach spannende "Reißer".
Holbein schreibt sehr barock, finde ich. Da haben die Sätze Perücken, Rüschenärmel, weißes Puder und angeklebte Schönheitsflecken. Die Figuren bewegen sich im Stilet-Tanz (oder wie diese Art des Tanzens heißt) und die Sprache ist gestelzt.
Sein Thor Buch soll aber gut sein, sagt mein Neffe.
 
Wo habe ich denn den Geschmack anderer beurteilt?

Dieser Teil war nicht auf dich bezogen, habe deinen Post nur als Anlass genommen, um diese Bemerkung irgendwie unterzubekommen.


Man kann Kings Art zu schreiben mögen oder nicht; das ist eine reine Geschmacksfrage. Unbestritten sind aber - zumindest unter denen, die sich damit näher beschäftigen - seine handwerklichen Qualitäten. Und ja, da maße ich mir in der Tat das Urteil an, dass selbst seine schwächeren Werke besser sind als die vieler anderer Autoren.

Ich als totaler King-Fan habe nicht die Absicht, dieser Aussage zu widersprechen. Aber irgendwie scheinst du mich missverstanden zu haben ...
 
Dieser Teil war nicht auf dich bezogen, habe deinen Post nur als Anlass genommen, um diese Bemerkung irgendwie unterzubekommen.




Ich als totaler King-Fan habe nicht die Absicht, dieser Aussage zu widersprechen. Aber irgendwie scheinst du mich missverstanden zu haben ...

Tatsächlich habe ich dich so verstanden, als hättest du bei mir herausgelesen, dass ich Geschmäcker beurteilt habe. Wenn ich dich da falsch verstanden habe, tut mir das leid.
 
Über Geschmack kann man nicht streiten. Welche Bücher von welchen Autor ankommen ist auch unterschiedlich.

Auch wenn ich nie verstehen werde, was "die Leute" an Friedhof der Kuscheltiere gut finden (können) :D
 
Demnächst, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe, die Statements zu "Ergaon - Das Vermächtnis der Drachenreiter", "Sommerhit", "Nächsten Sommer", "A long way down" und "Juliet.Naked" (kleiner Tipp am Rande hierzu: Bloß nicht kaufen!!! ;)).

Schullektüre momentan "Kabale und Liebe" (Friedrich Schiller) und "Ruhm" (Daniel Kehlmann).
 
King-Leser hier, die mir eher ältere Klassiker von ihm empfehlen können?
(à la IT, Shining, Pet cemetary, ...)
Mittlerweile sind ja die Klassiker von King genügend gewürdigt worden. Meine Favoriten von ihm sind Shinning, ES und Sie. In den letzten Jahren habe ich ihn aus den Augen verloren, die letzten Bücher, welche ich von ihm gelesen habe, haben mich nicht mehr vom Hocker gerissen. Habe mir jetzt allerdings " Der Anschlag" gekauft, aber noch nicht gelesen. Die Kritiken machen auf jeden Fall Spaß darauf. Ich habe aber noch Buchempfehlungen zu diesem Genre zu machen, welche zwar nicht von King sind, mir aber trotzdem richtig Spaß machen oder gemacht haben:
Carsten Stroud: Niceville ( Teil 1 + Teil 2 )
Dean Koontz: Schwarzer Mond ( allerdings schon alt, keine Ahnung ob es das noch gibt )
 
Mal was Anderes, neben all dem Horror hier (;)):

Vor gut einem Jahr fragte hier jemand, ob das Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bereits gelesen wurde.

Ich möchte an dieser Stelle dieses kleine Meisterwerk gerne denen, die es möchten, ans Herz legen. Hier ein paar kleine Zitate (tatsächlich sind noch viel mehr Passagen zitierwürdig):

In jeder Krebs-Broschüre oder Website oder Infoseite zu dem Thema werden Depressionen als Nebenwirkug von Krebs genannt. Doch in Wirklichkeit sind Depressionen keine Nebenwirkung von Krebs. Depressionen sind eine Nebenwirkung des Sterbens.

(...) Ich wollte meine Eltern glücklich machen. Denn es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.

"Das ist das Problem mit dem Schmerz", sagte Augustus und sah mich an. "Er verlangt, gespürt zu werden."

Außerdem ein paar kleine Rezensionen:

zeit.de

handelsblatt.com

ndr.de

Ich dann dazu nur sagen: Es brachte mich zum Lachen und zum Weinen, ist dabei ohne Kitsch und mit viel Wortwitz geschrieben und nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene geeignet. Ist aber natürlich nur meine Meinung. ;) Wer sich selbst ein Bild machen möchte - viel (Lese-)Vergnügen!
 
High Fidelity ist n Belegbuch für den Mitdreißiger und "Fever Pitch" halt legendär, als DAS Fußballbuch schlechthin.
Das kann man einfach so stehen lassen.

Man muß KEIN Buch kaufen. Man kanns sich auch leihen/borgen. Hauptsache man liesst es. Und Hornbys Bücher werden gelesen, von vielen. So falsch kann er dann also nicht liegen.

Dies mal zur "Ehrenrettung" von Nick Hornby.
 
Kann ich so nicht unterschreiben. High Fidelity ist ein super Buch.
A Long Way Down fand ich auch okay.

Irgendwo muss es ja auch Leute geben, die ihn gut finden. ;)

Ich hab bisher 5 Bücher von ihm gelesen, aber nie das besondere, was ihn ausmachen soll, gefunden. Fever Pitch war da noch das beste, aber selbst dafür würde ich keine Kaufempfehlung geben.

Hat eigentlich schon jemand den neuen von Jonas Jonasson gelesen? Wenn ja, Empfehlung oder nicht? Mir würde es schon reichen, wenn der auch nur halb so gut wie "Der Hundertjährige..." ist, wär dann immer noch ein geiles Buch. :)
 
Irgendwo muss es ja auch Leute geben, die ihn gut finden. ;)

Ich hab bisher 5 Bücher von ihm gelesen, aber nie das besondere, was ihn ausmachen soll, gefunden. Fever Pitch war da noch das beste, aber selbst dafür würde ich keine Kaufempfehlung geben.

Über Hornby habe ich mal gesagt, dass er gute Filme schreibt. Er schreibt sehr lebhaft und direkt, und About A Boy z.B. fand ich nicht so gut, gerade weil es so wirkte, als hätte er es bereits mit den verkauften Filmrechten in der Tasche geschrieben.
 
Der film ist allerdings voll krass geil, was ich nicht gedacht hätte.

Aber lest mal Grisham, der schrieb auch fürs Kino. King auch. Das ist halt der Stil englischer und amerikanischer Romanciers. Die können sich so ausdrücken, das man sich was drunter vorstellen kann und ne Besetzung für nen etwaigen Film vor seinen Augen sieht.

Deutsche Belletristikschreiber kommen ohne Techno-, Politik- und Konsumkritik nicht aus und schreiben dröger. Die wollen auch in der Unterhaltungsliteratur was "gehaltvolles" abliefern.
 
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