Was regt euch gerade auf?

Natürlich ist der ÖRR staatsgelenkt - wer es vorher nicht geglaubt hat, der hätte es zumindest in den letzten drei Jahren erkennen müssen.
Dass politische Parteien – nicht der Staat (!) - Einfluss auf die ÖRR hat, ist unbestritten, Zur Wahrheit gehört aber auch dass das Bundesverfassungsgericht schon im Jahr 2014 den Einfluss der politischen Parteien auf die ÖRR massiv beschnitt. . Auslösend hierfür war eine Klage aufgrund der parteipolitisch motivierten Abberufung des damaligen ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender. Das BVerG bewertete den Einfluss der politischen Parteien für zu hoch und erklärte somit den ZDF-Staatsvertrag für verfassungswidrig. https://www.zeit.de/kultur/film/2014-03/zdf-gremien-verfassungsgericht-brender?utm_referrer=https://www.werder.de/forum/threads/corona-generelle-diskussion.66750/page-303

Dieses Urteil schränkt somit auch den parteipolitischen Einfluss auf andere Rundfunk-Staatsverträge ein. Die Kläger gegen den zu hohen Einfluss der Parteien waren übrigens die Bundesländer Rheinland-Pfalz (wo sich der Hauptsitz des ZDF befindet) und Hamburg, Deiner Theorie nach klagten also staatlichen Institutionen gegen den parteipolitischen Einfluss in den „staatsgelenken“ Sendern Ergibt nicht wirklich Sinn oder?


Übrigens: wenn deiner Theorie nach die ÖRR „staatsgelenkt“ sind, dann wirst du sicherlich eine schlüssige Erklärung für folgendes liefern können: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist neben 3 weiteren Bundesländern auch die Landesrundfunkanstalt des Bundeslandes Niedersachsen. Vor ein paar Jahren hat NDR Im Rechercheverbund mit dem Westdeutschen Rundfunk und der Süddeutschen Zeitung den Abgasskandal bei Volkswagen aufgedeckt. Hierzu sei erwähnt, dass bekanntermaßen das Bundesland Niedersachsen 12% Anteile an der Volkswagen AG hält, mit dem Niedersachsen in der Lage ist, bei zentralen Entscheidungen ein Veto einzulegen (dafür reicht in anderen Aktiengesellschaften eine Stimmenmehrheit von 75% aus, sind bei Volkswagen 80% erforderlich) und entsendet 2 Vertreter in den Aufsichtsrat des Konzerns.

D.h. deiner Theorie nach hätten die „staatsgelenkten“ Sender NDR und WDR dazu beigetragen, bei einem zu 12% in Staatsbesitz befindlichen Unternehmen ein Skandal aufzudecken, sprich diese Firma zu schwächen. Speziell im Fall von Niedersachsen würde dieses bedeuten, dass der „staatsgelenkte“ NDR, salopp formuliert, mit der Aufdeckung dieses Skandals gegen die eigene Hauswand gepinkelt hätte – und zwar von innen! Ergibt nicht wirklich Sinn, oder?
 
Es wird hier immer absurder.

Wenn man Kritik am völlig überteuerten und aufgeblähten ÖRR äußert, betreibt man Hetze.
Wenn man sich für Reformen ausspricht, dann ist man ein "Demokratiefeind". (das zu "ad hominem" @FatTony)

Der ÖRR hat in der jetzigen Präsentation weder etwas mit Ausgewogenheit und schon gar nicht mit neutraler und unabhängiger Berichterstattung zu tun.

Wie auch immer notwendige Reformen aussehen mögen, falls denn welche kommen, eine Ankündigung (auch wenn nur in der Springer-Presse oder im Focus thematisiert) einer Beitragserhöhung von über 30 % ist kontraproduktiv und wird die Kritik mit Sicherheit nicht leiser werden lassen.
 
D.h. deiner Theorie nach hätten die „staatsgelenkten“ Sender NDR und WDR dazu beigetragen, bei einem zu 12% in Staatsbesitz befindlichen Unternehmen ein Skandal aufzudecken, sprich diese Firma zu schwächen. Speziell im Fall von Niedersachsen würde dieses bedeuten, dass der „staatsgelenkte“ NDR, salopp formuliert, mit der Aufdeckung dieses Skandals gegen die eigene Hauswand gepinkelt hätte – und zwar von innen! Ergibt nicht wirklich Sinn, oder?

Nicht nur einen Skandal aufgedeckt. Der Einschlag auf der Bilanzseite hat Niedersachsen sicherlich auch sehr viel (Steuer)Geld gekostet.
 
Erbsenzählerei. Aus dem luftleeren Raum wird es nicht gegriffen worden sein.

Genau das ist die Springerpresse. Irgendwas nehmen, aufblähen und ggf, wenn man es zu sehr übertrieben hat, zurück rudern. Wir stellen aber fest: Da wurde gar nichts angekündigt. Deswegen berichtet vermutlich auch niemand darüber, denn der Rundfunkbeitrag ist ja ansonsten ausgezeichnetes Clickbait.
 
Was sehr gerne vergessen wird beim ÖRR-Bashing (welches aus unterschiedlichen, aber ähnlichen Lagern gefördert wird):

Der ÖRR und sein Informations- sowie Bildungsauftrag mit der Konstruktion über Staatsverträge schützt uns in unserer empfindlichen Demokratie, informations- und meinungstechnisch in ähnlich verhängnisvolle Situationen zu kommen wie z.B. in Ungarn (wo Orban-freundliiche Unternehmer durch Kauf verschiedenster Medien eine Gleichschaltung nahezu verwirklicht haben) oder in anderen Staaten, in denen ähnliche Bestrebungen laufen.
Wer ernsthaft behauptet, dass der ÖRR in DE 'staatsgelenkt' sei, hat sich in den letzten 20 Jahren nicht eine Minute mit der Situation der Medien z.B. in Russland beschäftigt oder ignoriert, was dort ablief und abläuft.
Dass im Kampf um Quoten eine Anpassung an das flache Niveau der seit gut 40 Jahren in DE vor sich hin banalisierenden Privatsender einhergeht, ist eine Art Eiterbeule, die ich in Anbetracht der Alternative billigend in Kauf nehme.
Der ÖRR in DE ist übrigens auch Arbeitgeber, die Beiträge erzeugen Steuereinnahmen; er ist Marktteilnehmer und als solcher an Umsatz/Gewinnen und dadurch wiederum an der Erzeugung von Steuereinnahmen beteiligt. Als Marktteilnehmer bleiben die Rundfunkanstalten nicht von der Teuerungswelle verschont.
Das alles wird in Zusammenhang mit 'Aber meine 17,58€...!' sehr gerne verdrängt.
Diese Verdrängungsleistung und das nicht über 'Was wäre denn die Alternative' nachzudenken nervt mich wiederum.

Zunächst ist dein Hinweis auf den Informations- und Bildungsauftrag des ÖRR absolut richtig. Ich glaube auch, dass kaum jemand das
System in Frage stellt sondern eher Kritik an der Struktur äußert. Die Kritikpunkte Finanzierung und Freiwilligkeit sowie dieser gesamte
"aufgeblähte Bereich! der Rundfunkanstalten. Ja, richtig sie müssen sich der Konkurrenz mit den privaten Sendern stellen, aber zu welchen
Bedingungen. In der freien Wirtschaft muss man sich durch Werbung finanzieren, aber auch durch entsprechend schlanke Strukturen,
welche die Kosten senken. Der ÖRR ist hingegen aufgebaut wie eine Behörde, bedient wird sich aus dem "Topf" und wenn der nicht genug
hergibt (Neubau Sendeanstalten etc.), dann werden Gebühren erhöht. Es werden keine sichtbaren Anstrengungen zur Umstrukturierung/Einsparungen
vorgenommen.
ÖRR-Bashing hast du hier in der Form ins Spiel gebracht, dass du hier die Abschaffung und deren Folgen in den Raum stellst. Die Kritiken
müssen/dürfen doch wohl noch erlaubt sein oder unterliegen wir hier einer Bevormundung bzw. eine bestimmten politischen Einordnung?
Zum Fall Orban:
Genau aus diesem Grund gehört es sich den ÖRR zukunftsfähiger zu gestalten.
Andere Staaten liefen Bestrebungen bzgl. ÖRR JA oder Nein, wie z. B. in der Schweiz. Dort hat man sich für die Beibehaltung entschlossen, aber sehr wohl auf die Kritikpunkte reagiert.
Rundfunkabgabe (Schweiz) – Wikipedia
Die Niederlande z. B. hält auch ein interessantes Model bereit.
Nederlandse Publieke Omroep – Wikipedia
Statt eine Verdrängungsleistung einzufordern, hättest du das Thema richtig einordnen sollen oder gab es hier populistische Hinweise
auf einen massiv staatsgelenkten ÖRR?
Dein Beitrag bekommt eigentlich nur den bitteren Beigeschmack der "Unterstellung" an all die, die hier Kritik äußern durch deinen
Klammervermerk in deinem ersten Satz und e
 
Genau das ist die Springerpresse. Irgendwas nehmen, aufblähen und ggf, wenn man es zu sehr übertrieben hat, zurück rudern. Wir stellen aber fest: Da wurde gar nichts angekündigt. Deswegen berichtet vermutlich auch niemand darüber, denn der Rundfunkbeitrag ist ja ansonsten ausgezeichnetes Clickbait.

Dann warten wir doch ab, bis auch die "seriöse" Presse dieses Thema aufgreift und sprechen dann nochmal darüber.
 
Dann warten wir doch ab, bis auch die "seriöse" Presse dieses Thema aufgreift und sprechen dann nochmal darüber.

Klingt nach einem vernünftigen Vorschlag ;)

Ich bin übrigens der Meinung, dass man beim ÖRR, wie bei jeder anderen großen Institution, immer mal wieder auf die Strukturen gucken muss. Vor allem wenn so viel Geld im Spiel ist. Und ja, man kann beim ÖRR sicher einiges reformieren. Aber die Institution als solche gehört für mich gestärkt.
 
Dass politische Parteien – nicht der Staat (!) - Einfluss auf die ÖRR hat, ist unbestritten, Zur Wahrheit gehört aber auch dass das Bundesverfassungsgericht schon im Jahr 2014 den Einfluss der politischen Parteien auf die ÖRR massiv beschnitt. . Auslösend hierfür war eine Klage aufgrund der parteipolitisch motivierten Abberufung des damaligen ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender. Das BVerG bewertete den Einfluss der politischen Parteien für zu hoch und erklärte somit den ZDF-Staatsvertrag für verfassungswidrig. https://www.zeit.de/kultur/film/2014-03/zdf-gremien-verfassungsgericht-brender?utm_referrer=https://www.werder.de/forum/threads/corona-generelle-diskussion.66750/page-303

Dieses Urteil schränkt somit auch den parteipolitischen Einfluss auf andere Rundfunk-Staatsverträge ein. Die Kläger gegen den zu hohen Einfluss der Parteien waren übrigens die Bundesländer Rheinland-Pfalz (wo sich der Hauptsitz des ZDF befindet) und Hamburg, Deiner Theorie nach klagten also staatlichen Institutionen gegen den parteipolitischen Einfluss in den „staatsgelenken“ Sendern Ergibt nicht wirklich Sinn oder?


Übrigens: wenn deiner Theorie nach die ÖRR „staatsgelenkt“ sind, dann wirst du sicherlich eine schlüssige Erklärung für folgendes liefern können: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist neben 3 weiteren Bundesländern auch die Landesrundfunkanstalt des Bundeslandes Niedersachsen. Vor ein paar Jahren hat NDR Im Rechercheverbund mit dem Westdeutschen Rundfunk und der Süddeutschen Zeitung den Abgasskandal bei Volkswagen aufgedeckt. Hierzu sei erwähnt, dass bekanntermaßen das Bundesland Niedersachsen 12% Anteile an der Volkswagen AG hält, mit dem Niedersachsen in der Lage ist, bei zentralen Entscheidungen ein Veto einzulegen (dafür reicht in anderen Aktiengesellschaften eine Stimmenmehrheit von 75% aus, sind bei Volkswagen 80% erforderlich) und entsendet 2 Vertreter in den Aufsichtsrat des Konzerns.

D.h. deiner Theorie nach hätten die „staatsgelenkten“ Sender NDR und WDR dazu beigetragen, bei einem zu 12% in Staatsbesitz befindlichen Unternehmen ein Skandal aufzudecken, sprich diese Firma zu schwächen. Speziell im Fall von Niedersachsen würde dieses bedeuten, dass der „staatsgelenkte“ NDR, salopp formuliert, mit der Aufdeckung dieses Skandals gegen die eigene Hauswand gepinkelt hätte – und zwar von innen! Ergibt nicht wirklich Sinn, oder?
Herr Weil (AR bei VW)ist doch nicht blöd. Der Dieselskandal hat eine solche Eigendynamik entwickelt, daß es einem politischen Selbstmord gleichkäme, hätte er dagegen gearbeitet. In diesem Fall hat er seine Stellungnahmen eng mit dem Konzern abgesprochen, das wurde auch hinreichend in der Presse behandelt. Daher ist dein Beispiel nicht so klug gewählt.
 
Lustig, wer berichtet darüber? BILD, WELT und FOCUS. Die üblichen Verdächtigen.


Bis zu svarturs as hominem und euren meta-Beiträgen war doch alles ok.

Wem übrigens, @Lübecker , Begriffe wie "politisch gesteuert" so derart locker über die Zunge gehen, der reiht sich, bewusst oder unbewusst, in die Reihe derer ganz rechts ein, die den lästigen ÖRR loswerden wollen. Ähnlich wie ihre Brüder im Geiste auf der Insel, die ein Weltkulturgut wie den BBC demontieren. Man mag an vielen Dingen seine berechtigte Kritik vorbringen. Wenn man diese aber direkt erst mal mit "Staatsmedien" framed hat man verloren bevor man überhaupt angefangen hat. Wenn man politisch gesteuerte Medien sehen will, dann sollte man den Blick gen Osten richten. Und wenn man es nicht so gemeint haben will, dann sollte man keine Kampfbegriffe verwenden. Sprache ist wichtig und bestimmte Worte häufig nicht aus Versehen gewählt.

Lustig ist wieder einmal das du hier deine manischen Züge in Richtung der Springer-Presse lenkst.
Gar nicht lustig finde ich deine Unterstellung in Richtung @Lübecker das seine Formulierung, wie "politisch gesteuert", dazu gereicht ihn
die Reihe derer ganz rechts einzuordnen, statt den Versuch zu machen dies im Kontext zu seinem Post zu sehen.
Ich habe seine Äußerung so gedeutet, wie er es beschrieben hat und zwar im Sinne von unterschiedlicher aber politischer Einflussnahme bei
den ÖRR/LRA, d. h. es weht beim BR ein anderer Wind als beim WDR.
Wer hat hier die Diskussion auf die Abschaffung gelenkt? Zunächst war es @sergeant_mumm und auf dessen Post ist @schlö eingegangen.
Also erst die Diskussion völlig umgelenkt und dann drauf hauen.
Typisch deine anklagende, unterstellende und bevormundende Haltung und das ohne zunächst deine Haltung herauszustellen.
Meiner Meinung nach stellst du hier in der dir bekannten polemischen Art und Weise Usern nach, wohlwissend keine Forenregeln verletzend,
aber subtil verletzend.
 
Herr Weil (AR bei VW)ist doch nicht blöd. Der Dieselskandal hat eine solche Eigendynamik entwickelt, daß es einem politischen Selbstmord gleichkäme, hätte er dagegen gearbeitet. In diesem Fall hat er seine Stellungnahmen eng mit dem Konzern abgesprochen, das wurde auch hinreichend in der Presse behandelt. Daher ist dein Beispiel nicht so klug gewählt.

Ich glaube @Bremen will hier auf etwas anderes hinaus: Dass es nämlich diese Reportage bzw überhaupt die Recherche niemals hätte geben dürfen, wenn der politische Einfluss auf den ÖRR in dieser Art signifikant wäre. Und nicht, dass Herr Weil hätte reagieren können als das Kind schon im Brunnen war.
 
Ich glaube @Bremen will hier auf etwas anderes hinaus: Dass es nämlich diese Reportage bzw überhaupt die Recherche niemals hätte geben dürfen, wenn der politische Einfluss auf den ÖRR in dieser Art signifikant wäre. Und nicht, dass Herr Weil hätte reagieren können als das Kind schon im Brunnen war.
@Bremen
Begonnen hat alles im September 2015 mit dem VW Abgasskandal
Seit 2013 gehört Weil kraft Amtes als Ministerpräsident dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG an und sitzt seit dem 19. Februar 2013 im Präsidium des Aufsichtsrats.
Aber schwurbelt ruhig weiter :D
 
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