Viktor Skripnik hat natürlich das letzte Wort in Sachen Aufstellung. Das dürfte unstrittig sein.
Er muss sich aber auf die Einschätzungen seines ihm unterstellten Kollegenteams verlassen können. Diese Einschätzungen und Ratschläge müssen den hauptverantwortlichen Trainer beraten und unterstützen, damit dieser die besten Spieler für die nächste Begegnung aufstellt. Das dürfte auch unstrittig sein.
Wie ist es also dazu gekommen, dass über Monate ein Torwart aufgestellt wurde, dessen Leistungen für die Anforderungen der Bundesliga nicht ausreichen - obwohl sein sportlicher Kontrahent (Casteels) wesentlich stärker ist?
-Wenn der hauptsächliche Grund dafür die Einschätzung unseres Torwarttrainers war, muss die Frage gestellt werden (s.o.), ob dieser über ausreichend Kompetenz und Fachkenntnisse verfügt.
-Wenn aber der Cheftrainer Woche für Woche in den Punktspielen feststellt, dass der von seinem Torwartrainer empfohlene Torwart nicht die erwarteten Leistungen bringt, muss auch der Cheftrainer tätig werden und sich sowohl die Arbeit seines Torwarttrainers als auch die seiner Torhüter genauer ansehen und eigenverantwortliche Schlüsse ziehen.
(Möglicherweise hat Skrippo das zu spät getan.)
Abseits der sportlichen Gründe könnte ich mir das Festhalten an dem deutlich schwächeren Torwart nur teilweise dadurch erklären, dass dieser vor wenigen Monaten einen Dreijahresvertrag als Stammtorwart unterschrieben hatte und das Trainerteam es aus wirtschaftlichen Gründen vermeiden wollte, ihn aus der Stammformation zu nehmen und die Gefahr einzugehen, ihm damit dauerhaft "zu schaden".
Sollten allerdings diese wirtschaftlichen Gründe vorgelegen haben, hätte das Trainerteam wissentlich (und über Monate) den schlechteren Torwart aufgestellt. Wäre das überhaupt denkbar?
Erst als die Stimmung auf den Rängen zu kippen begann und der Einsatz des schwächeren Torwarts trotz aller Unterstützung nicht mehr zu verantworten war, wurde endlich Casteels aufgestellt.