Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Jetzt muss Skrippo beweisen, dass es nicht nur der "Neue-Trainer-Effekt" und eine "Euphoriewelle" waren, die uns (vermeintlich?) aus dem Gröbsten herausgeholt haben.
Nächste Woche muss ein überzeugender Sieg gegen den HSV her. Alles andere wäre inakzeptabel.
 
Jetzt muss Skrippo beweisen, dass es nicht nur der "Neue-Trainer-Effekt" und eine "Euphoriewelle" waren, die uns (vermeintlich?) aus dem Gröbsten herausgeholt haben.
Nächste Woche muss ein überzeugender Sieg gegen den HSV her. Alles andere wäre inakzeptabel.

Überzeugend oder nicht ist mir egal. Ein Sieg ist aber Pflicht gegen die Affen. Da ist hoffentlich jedem inklusive Trainer klar. Irgendwelche Punktverlust sind keine Option!

Oder ist es ein zu schnelle Selbstzufriedenheit? Oder war des Wort "Europaleague" zu sehr in den Köpfen? Oder ist der Neue-Besen-Effekt verpufft?

Wie auch immer, die letzen Spiele erinnern zu sehr an die unsäglichen vier Jahre zuvor.

Ja. Daran erinnert es frappierend. Sie hatten doch bewiesen, dass es besser gut. Und jetzt der Müll der letzten Jahre. Zum KO....!!!!
 
Überzeugend oder nicht ist mir egal. Ein Sieg ist aber Pflicht gegen die Affen. Da ist hoffentlich jedem inklusive Trainer klar. Irgendwelche Punktverlust sind keine Option!

Auch in Bielfeld und heute in Stuttgart waren Siege eigentlich Pflicht. Bielefeld schwimmt ja wenigstens noch auf einer Euphoriewelle. Die spielen eine Monstersaison. Aber heute haben wir gegen die mit Abstand schlechteste Mannschaft der Bundesliga gespielt. Stuttgart hatt gerade einmal zwei Heimsiege erreicht.
Und heute hatte ich das Gefühl, dass wir noch um Ligen schlechter sein müssen als die. Ein absolut peinlicher und grauenhafter Auftritt.
 
@ Felissilvestris

Ich halte den HSV noch für'n Tacken schlechter, aber selbst die hätten heute mit der "Leistung" unserer Truppe eine realistische Siegeschance gehabt.
 
Oder ist es ein zu schnelle Selbstzufriedenheit? Oder war des Wort "Europaleague" zu sehr in den Köpfen? Oder ist der Neue-Besen-Effekt verpufft?

Wie auch immer, die letzen Spiele erinnern zu sehr an die unsäglichen vier Jahre zuvor.

Nein, Euroleague geistert ja eben nicht in den Köpfen rum... Wer solche Ziele hat, wird sich anders beim Tabellenletzten präsentieren.

Wenn ich mal ganz nüchtern versuche zu analysieren, wie Skripnik die Mannschaft entwickelt hat, komme ich auf folgendes:

In seinen ersten beiden Spielen ging es ums Überleben. Mainz und Chemnitz im Pokal, beides Spiele die einigermaßen dreckig waren. Dann kam gegen Stuttgart ein Tor was durch einen Freistoß und durch eine einstudierte Eckenvariante entschieden wurde. Sowas kann man einmal machen.

Dann kam im Derby der erste Rückschlag, der in meinen Augen zu 90% an der falschen Taktik des Trainers lag, nämlich an der Taktik, das Fußballspielen ab der 2. Minute einzustellen und auf ein 0:0 zu gehen. Eigentlich dachte ich, Skripnik hätte aus diesem Spiel gelernt, die letzten Spiele belehren mich aber eines besseren.

Dann kam gegen Paderborn eine Gala mit tollem Offensivfußball und darauf hat Skripnik aufgebaut. Zwar fehlte hin und wieder die Balance (z.B. gegen Frankfurt oder Hannover), aber im großen und ganzen hat er hier etwas gefunden, was die Mannschaft gut kann: Schnelles, kreatives Offensivspiel. Mit diesem Mittel haben wir bis zur ersten Halbzeit gegen Wolfsburg sehr gut ausgesehen! Dann allerdings hagelte es zu viele Gegentore (5 gegen Wolfsburg, 3 gegen Bielefeld, 4 gegen die Bayern) und er hat wieder versucht, die Defensive zu stärken und das System umgestellt. Das Ergebnis sehen wir jetzt: Werder spielt keinen Fußball mehr, der Sieg in Freiburg war nun wahrlich keine Glanzleistung.

Zu dem fehlenden spielerischen Konzept kommt jetzt noch die Besonderheit, dass zur Zeit auch die Herausforderung fehlt. Skripnik will nicht in die Euroleague, das ist ok. Aber DANN sollte er zumindest nochmal hin und wieder vor dem Abstieg warnen. Aber was macht er? Er erzählt, dass wir in einer entspannten Situation sind und dass das Training Spaß macht.

Das ist ungefähr so als wenn ein Chef zu seinen Angestellten Mitte des Monats sagt: "Der Monatsumsatz reicht grade so, um eure Gehälter zu bezahlen, aber mehr erwarte ich auch nicht, ihr Lappen seid sowieso nicht zu mehr fähig". Wenn diese Lethargie einmal im Rollen ist, wird es schwer sie aufzuhalten. Den Fehler hat Guardiola letztes Jahr begangen und selbst Weltklassespieler haben sich davon anstecken lassen.

Vielleicht ist hier aber auch eher Thorsten Frings gefragt...
 
Sehr gute Analyse @ Bremervörde :tnx:

Es spricht ja nichts dagegen, daß das Training Spaß macht - denn ohne Spaß an der Arbeit fehlt die Motivation, und ohne Motivation kann man auch nicht erfolgreich sein.

Aber wenn man den Faden weiterspinnt, keimt wieder die Frage auf, die hier immer mal wieder aufkam: die nach der zu schnellen Selbstzufriedenheit. In den Serie der 5 Siege in Folge haben wir eine sehr engagierte und bis in die Haarspitzen motvierte Truppe gesehen, weil sie unten im Schlamassel stand. Seid sie im (mehr oder weniger) gesicherten Mittelfeld steht, ist der Schlendrian wieder allgegenwärtig, der sich in nur einem Sieg aus den letzten 8 Pflichtspielen widerspiegelt. Und trotz der überwiegend enttäuschenden Ergebnisse in den letzten Partien hatte die Mannschaft die große Chance gehabt, mit einem Sieg bei der heimschwächsten Mannschaft der Liga nicht nur einen großen Schritt in Richtung rechnerischen Klassenerhalt zu machen, sondern auch bis auf einen Punkt an den sicheren EL-Platz 6 heranzukommen. Stattdessen zeigte sie heute, noch mehr als in den Partien in Köln und Zuhause gegen Mainz, daß ihr der Biß fehlt, das vielfache und verdiente Lob mit guten Leistungen zu untermachen und bringt sich mit ihrem auch schon unter RD und TS zu oft gesehenen Schlendrian wieder selbst unter größerem Erfolgsdruck.
 
Dieser Schlendrian ist normal. Wer kein Ziel hat, dem fehlt in jeder Aktion die Richtung. Das ist (um mal ehrlich zu sein) bei dir und mir glaub ich nicht anders und in fast allen Bereichen des Lebens so.

Wenn Spielern das Ziel fehlt, etwas zu erreichen, lautet die Maxime eben nicht mehr: "Ich will unbedingt dieses Spiel gewinnen um noch Platz 7 zu erreichen", sondern es lautet vielleicht eher: "Ich will mich nicht verletzen" oder sogar "Heute wir nicht mehr gearbeitet"...

Wer will sich als als Angestellter davon freisprechen, dass es bei uns auch solche Tage gibt? Klar gibt es immer Spieler, die aus ihrer Mentalität heraus immer gewinnen wollen, aber es scheint mir, dass es eher Aufgabe des "Chefs" ist, Anreiz für gute Leistung zu geben. Wenn der Chef aber selbst ne ruhige Kugel schiebt, ist das ein schlechtes Vorbild.
 
Zitat von Bremervörde;3114662:
Dieser Schlendrian ist normal. Wer kein Ziel hat, dem fehlt in jeder Aktion die Richtung. Das ist (um mal ehrlich zu sein) bei dir und mir glaub ich nicht anders und in fast allen Bereichen des Lebens so.

Wenn Spielern das Ziel fehlt, etwas zu erreichen, lautet die Maxime eben nicht mehr: "Ich will unbedingt dieses Spiel gewinnen um noch Platz 7 zu erreichen", sondern es lautet vielleicht eher: "Ich will mich nicht verletzen" oder sogar "Heute wir nicht mehr gearbeitet"...

Wer will sich als als Angestellter davon freisprechen, dass es bei uns auch solche Tage gibt? Klar gibt es immer Spieler, die aus ihrer Mentalität heraus immer gewinnen wollen, aber es scheint mir, dass es eher Aufgabe des "Chefs" ist, Anreiz für gute Leistung zu geben. Wenn der Chef aber selbst ne ruhige Kugel schiebt, ist das ein schlechtes Vorbild.

Bis zu einem gewissen Grad ist der Schlendrian sicherlich normal, erschreckend sind jedoch a) die Häufigkeit in den letzten Jahren und b) daß diese sich wie ein roter Faden durch die meisten der letztn 8 Pflichtspiele ziehlt. Mal kann so etwas immer passieren, nur diese stets wiederkehrende Häufigkeit finde ich erschreckend, losgelöst welcher Trainer auf der Bank sitzt und wer auf dem Platz steht.
 
Zitat von Bremervörde;3114662:
Dieser Schlendrian ist normal. Wer kein Ziel hat, dem fehlt in jeder Aktion die Richtung. Das ist (um mal ehrlich zu sein) bei dir und mir glaub ich nicht anders und in fast allen Bereichen des Lebens so.

Wenn Spielern das Ziel fehlt, etwas zu erreichen, lautet die Maxime eben nicht mehr: "Ich will unbedingt dieses Spiel gewinnen um noch Platz 7 zu erreichen", sondern es lautet vielleicht eher: "Ich will mich nicht verletzen" oder sogar "Heute wir nicht mehr gearbeitet"...

Soweit Zutimmung! :tnx:

Wer will sich als als Angestellter davon freisprechen, dass es bei uns auch solche Tage gibt? Klar gibt es immer Spieler, die aus ihrer Mentalität heraus immer gewinnen wollen, aber es scheint mir, dass es eher Aufgabe des "Chefs" ist, Anreiz für gute Leistung zu geben. Wenn der Chef aber selbst ne ruhige Kugel schiebt, ist das ein schlechtes Vorbild.

Du behauptest allen Ernstes, dass der Chef eine "ruhige Kugel schiebt" und ein schlechtes Vorbild ist? :zweifeln:

Hast Du schon mal dran gedacht, dass die Mannschaft vielleicht zu Beginn der Rückrunde über ihren Verhältnissen gespielt hat? Dass das Spil auf Schalke eigentlich eines der Besseren war? Dass man Spiele gegen Bayern und WOB als Werder Bremen auch mal verlieren kann? Dass die Auftritte in Freiburg und Köln möglicherweise eher dem Leistungsvermögen des Teams etsprechen als solche gegen Leverkusen? Dass unsere Mannschaft, gerade auswärts, nicht jeden Gegner beherrschen und nicht jedes Spiel gewinnen kann?

Der Auftritt heute war schwach, insgesamt aber kann man derzeit mit Punktausbete und Platzierung zufrieden sein, wenn man bedenkt, wo wir herkommen.
 
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