Ich wäre doch sehr vorsichtig, Werder 2014 mit Werder 1999 zu vergleichen.
In der damaligen Mannschaft standen mit Rost, Eilts, Herzog, Trares, Skripnik, Maximow oder Bode sowie kurz danach Cesar jede Menge sehr erfahrene Routiniers und Nationalspieler (oder Exnationalspieler), der ein oder andere war bereits Meister. Skripnik hat Fritz. Wen noch? Ausserdem hatte Werder 99 wirtschaftlich eine solide Basis (wenn auch ohne großes Eigenkapital), musste nicht den Etat runterfahren und auch nicht ausschließlich bzw. gar zwingend und sofort Spieler entwickeln, um überhaupt noch über die Runden kommen und in der BL bleiben zu können. Es gab zudem kaum emporstrebende Plastikvereine.
Unter diesen Bedingungen war es ungleich einfacher, junge Spieler wie Tjikuzu, Dabrowski, dann Ernst, Baumann oder Pizarro sowie brach liegendes Potential a`la Ailton oder Frings heranzuführen und nach und nach zu integrieren. Trotz solcher Voraussetzungen, mit einer Mannschaft samt guter Mischung aus Altinternationalen und sinnvollen Verstärkungen (Baumann, Ernst, Pizarro), konnte Werder 99/00 zwar den Schwung des Wechsels und des Klassenerhalts in die neue Saison rüberetten und war am 13. Spieltag Vierter mit 4 Punkten hinter dem Tabellenführer, bekam aber dann kaum noch ein Bein auf den Boden - nur 7 Siege in den restlichen 21 Spielen. Hier wurde auch ein Stück weit von der Qualität der Einzelspieler gezehrt.
Eine ähnliche Serie nach kurzem Aufflackern kann sich Skrippa nicht erlauben, weil das mit dieser Mannschaft den sicheren Abstieg bedeuten würde. An der Stelle nebenbei erwähnt, dass es heutzutage kaum gelingen dürfte, Spieler wie Ernst oder Pizarro zu diesen Konditionen zu verpflichten.
Skripnik, der Trainerstab und die sportliche Leitung müssen hier unter wesentlich härteren Rahmenbedingungen etwas bewegen - und junge Spieler integrieren.