Übrigens sah ich nicht so sehr das Fehlen von Flanken als Problem. Davon hatten wir immerhin 22 Stück (von denen 3 ankamen). Eher war das doch so, dass in der Mitte Hugo und ab und zu noch ein anderer Bremer von 8 Kölner umgeben war. Die kamen einfach nicht an. Wobei das etwas einfacher gewesen wäre, wenn die öfter von der Grundlinie kämen, aber auf dem Weg dahin gabs ja nicht selten mal ein Foul wenn sich eine solche Möglichkeit anbahnte.
Ich fand uns fehlte ein weiterer echter Stürmer als Anspielstation im Strafraum. .....
Im übrigen, wir hatten viel Ballbesitz, aber wenige (gute) Chancen.
Das ist doch das, was tsubasa und ich meinten. Wenn ein Team merkt, dass es allein spielerisch nicht geht, muss es weitere Mittel geben. Und da sind wir - sagen wir mal - zurückgekehrt zu alter Inflexibilität.
Im übrigen laste ich dies nicht allein dem Trainerteam an, denn meines Erachtens hatten wir mit Naldo, Merte, Jensen, Hunt und teilweise Marin genug Leute mit gewisser Spielintelligenz und bei den ersten vier genannten auch noch mit ausreichender Erfahrung auf dem Platz, die selbst wissen sollten, wie gegen bestimmte Gegner auf dem Platz reagiert werden müsste.
.....so bringt zb das ja auch von mir erwünschte schnellere umschalten nicht nur die kontrolle des gegners in diesem moment ins schwanken, sondern auch die eigene, da es zu einer erhöhten und risikoreicheren fehlerquote führt.
Da bin ich - in Nuancen - etwas anderer Meinung.
Die schlechte Raumaufteilung, die wir gegen Wolfsburg und in Köln offenbarten, sorgte mMn gerade nicht für Kontrolle über den Gegner. Insbesondere die auch von Dir genannte, fehlende Schnelligkeit bei Balleroberung und folgendem Umschalten, letztlich das, was ich bei Diego immer bemängelte, führte allzu oft dazu, dass wir 6 oder 7 Mann auf Ballhöhe oder davor hatten, weil versucht wurde, über mehr Quantität Pressing und Druck zu erzeugen. Freilich auch bedingt durch die diesmal insgesamt mangelnde Laufbereitschaft (Hunt, Boro, Jensen). Da viele dann auch noch falsch zum Ball standen, hatten wir eigentlich die klassische Situation für ein 5:4 oder 4:3-Ergebnis. Wie gesagt, dass es 0:0 blieb, war mMn mehr dem Umstand geschuldet, dass Köln nicht wollte bzw. ob der absolut biederen Mittel in der Offensive nicht konnte, allerdings weniger, weil Werder clever spielte. Allein die Tatsache, dass der FC vier Torchancen hatte, als Team, welches sonst im Schnitt gerade zwei Chancen pro Spiel kreiert,
sollte uns als "vermeintlicher" Spitzenmannschaft sehr zu denken geben.
Stattdessen finde ich, dass ein besseres und geschickteres Verschieben der Mannschaftsteile,
je nach Spielsituation, womit letztlich der Gegner irgendwann - Geduld heisst das Zauberwort -
kontrollierend aus der Defensive gelockt wird und damit verbundenem
schnelleren, variableren und vor allem vertikalem Passspiel gleichzeitig risikoloser ist. Denn gelingt Dir das, hast Du a) die nötigen Lücken, die sich zwangsläufig ergeben, wodurch im Umkehrschluß mit spielintelligenten Leuten die Fehlerquote minimiert werden dürfte und b) in der Regel, trotz riskanterem Passspiel, auch mehr Leute hinter dem Ball. Da verweise ich gerne noch einmal auf die Szene bei der offensichtlichen Notbremse gegen Marin, denn hier
traf genau das zu (wer war eigentlich der Passgeber?). Nur hätte es wesentlich öfter kommen müssen. Es geht schlicht und einfach darum, klüger Fussball zu spielen.
Tatsächlich war das, was Köln spielte, in meinen Augen nur eine sehr defensive Variation modernen Fussballs und gleichzeitig Anschauungsmaterial, wie ein spielerisch überlegener, aber hilflos, weil unklug agierender Gegner geknackt werden kann.
In diesem Zusammenhang
dürfte das Spiel gegen Schalke am Samstagabend eine weitere Reifeprüfung, auch für Thomas Schaaf, werden. Ich glaube nämlich, dass Hertha auf Schalke mit nahezu identischen Mitteln agierte wie Köln gegen uns. Mit dem Unterschied, dass es für S04 als Heimteam noch schwieriger war als für uns auswärts. Dass Schalke gewinnen konnte und wir nicht, lag m.E. auch daran, dass sie für solche Partien eben eine angemessene Spielführung haben (Schieri-Entscheidungen mal außen vor gelassen), Magath es versteht, auf destruktives Spiel entsprechend zu reagieren. Was sie auf der anderen Seite z.Bsp. daheim gegen Freiburg scheitern lässt, weil sie nicht über die spielerischen Mittel wie Werder verfügen. Unser Spiel sollte ihnen - wieder mal - entgegenkommen. Genau da sind TS & Co., aber auch die Führungsspieler auf dem Platz, entscheidend gefragt.
Werder stellt mit Sicherheit das Team mit den individuell besseren Fussballern, ob wir aber taktisch reifer sind, wird das Spiel zeigen und eine deutliche Standortbestimmung hinsichtlich dessen sein....
wie oben bereits erwähnt, sind unsere theorien, was das agieren im köln spiel angeht zwar nahezu identisch...es bleiben aber eben letztlich nur theorien, keine wahrheiten.
...wie erwähnt, stimmt das, aber ohne Theorien einzustreuen und ohne Taktik geht`s auch nicht.

Was nicht heisst, dass diese Analysen so nahe an der Wahrheit sind, wie wir manchmal denken, es ist lediglich stets die Hoffnung und der Glaube daran, unterlegt mit Erfahrungswerten.
Dachte ich könnte hier aktuelles zum thema Schaaf lesen. Bin woll im Spielethread gelandet...
...wobei ich das als sehr aktuell zum Thema Schaaf erachte und nicht in Bezug auf ein einziges Spiel, welches hier nur als Musterbeispiel dient.
