M
Mick_666
Guest
Siehst Du, genau das macht mir Sorgen und deswegen habe ich schon nach dem Nürnberg-Spiel gemahnt. Ich kann mit diesem "schönen Fussball" nichts anfangen, weil das Ganze im Moment einen kleinen Rückfall in längst vergessen geglaubte Zeiten darstellt.Schöner Artikel in der FAZ wie es Schaaf und Co. wieder mal geschafft haben, dass bei Werder wieder schöner Fußball gespielt wird:
http://www.faz.net/s/RubBC20E7BC6C2...content.html#904E80336620498AAB5AA97E5B6ED461
Zwingt mich zum Selbstzitat von letztem Montag:
Was mir in Freiburg z.Bsp. gefehlt hat, war wieder mal das Kräfte einteilen, bspw. mal erkennbar zurückzuschalten nach Marin`s 2:0. Das Team war gegen Dortmund zuletzt arg platt, konnte sich während der Länderspielpause einigermaßen erholen. Musste da jetzt sofort wieder Vollgas gegeben werden? Oder hätten Merte und vor allem Özil nicht wenigstens eine halbstündige Pause bekommen können - bei dem Spielstand? Ich weiss nicht recht...........
Ein 6:0 ist natürlich für alle ein tolles Erlebnis, aber wenn dann eine Heimpleite gegen Wolfsburg folgt, war`s letztlich Kokolores.
Apropos Veh: Ich glaube kein anderer BL-Trainer hat es in der Vergangenheit so oft geschafft, Werder derart gnadenlos auszukontern - viermal in fünf Spielen seit 2006, auch mit Rostock hat er damals, irre ich mich?, mal 3:0 hier gewonnen. Und Potential zum Kontern hat Wolfsburg ebenso reichlich.
Das stimmt schon. Früher sorgte es aber auch dafür, dass wir völlig überdrehten und im nächsten Spiel so anfingen wie es im vorherigen bei 5:0 endete - und wurde ab und an zum Verhängnis. Abwägen und taktisch geschicktes Vorgehen ging uns da allzu oft ab. Was letztlich auch ein wenig der Trainer zu verantworten hat.....Die Mannschaft hat sich nach dem 3:0 in Freiburg sicherlich nicht mehr verausgabt, die weiteren 3 Tore wurden ja nicht durch Kampf und Einsatz erzwungen, die waren einfach Folge von Freude am Offensivspiel, da seh ich nun absolut kein Problem, ganz im Gegenteil. Die Tore bringen Selbstvertrauen, ein gutes Torverhältnis und Spaß den Fans, sowie den Spielern selbst.
Es könnte aber sein, dass in dieser Spielzeit alles anders wird, darauf deutet zumindest manches hin - so meine Hoffnung.
Das "Überdrehen" war gegen Wolfsburg wieder einmal deutlich zu sehen. Im Resultat ist es aber genau das, was uns schon immer zurückgeworfen hat und wieder zurückwerfen könnte. Mich hat schon vor dem Wolfsburger Führungstreffer das hohe Aufrücken (zum grossen Glück nicht wie früher permanent) und die Versuche, über Quantität die Räume eng zu machen, eminent gestört. Was soll das? Schon Mitte erste Hälfte hab ich gesagt, dass es bei den starken Wolfsburger Offensiv-Spielern schief gehen muss. Die brauchen nur einen Angriff. Prompt kam`s so. Das sind alte Probleme, wo die Mannschaft scheinbar glaubt, gegen Wolfsburg so spielen zu können wie in Freiburg. Glücklicherweise sind wir nun schon mehrfach mit einem blauen Auge davon gekommen. Es sollte aber nicht das Selbstvertrauen und der unbedingte Wille des Teams, nicht verlieren zu wollen, zum Anlass genommen werden, zunehmende taktische Defizite wegzureden.
Was uns in dieser Saison - das Frankfurt - Spiel mal ausgenommen, denn das war taktisch katastrophal - bis zum Nürnberg - Spiel ausgezeichnet hat, ist momentan wieder am Bröckeln. Erstmals seit Jahren hatten wir im Verlauf dieser Spielzeit ein derart taktisch flexibles Vorgehen auf dem Platz, geschicktes Verschieben, Abwarten, Beherrschung des Raumes - und noch wichtiger, ein je nach Spieltag gegnerorientiertes Verhalten. Es war bis dato die Geduld, das Austarieren was der Gegner tut, mit welchen Mitteln er vorgeht um dann folgerichtig auf dem Platz zu handeln. Was mich aber zur Zeit ärgert, ist, das das in Nürnberg, gegen Dortmund teilweise, in Freiburg sowie gegen Wolfsburg nach und nach wieder über Bord zu gehen scheint. Werder offensichtlich wieder meint, den eigenen Stil, unabhängig vom Gegner, unabhängig von der Tagesform, unabhängig von der vor oder nach dem jeweiligen Spiel stattfindenden Belastung, mit hohem, weil unintelligent vorgetragenem Aufwand durchziehen zu können. Das ganze endet in einem Anrennen, zunehmend ohne Sinn und Verstand und bietet dem Gegner reichlich Räume, mit kompaktem Verhalten, Ballerobern und Schnelligkeit bei eins, zwei sauberen Pässen Werder`s System erfolgreich auszuhebeln. Und natürlich ist Veh ein kluger Trainer, der das gegen Werder erstaunlicherweise immer wieder und auf die gleiche Weise erfolgreich anzuwenden versteht.
Ich warne eindringlich davor. Wir müssen schnellstens wieder dahin kommen, den Gegner mit klugem Spiel, guter Raumaufteilung, kontrollierendem Verschieben aus der Defensive zu locken - um Platz zu haben für das eigene Spiel, um nicht nur zu erfolgversprechenderen Offensiv-Aktionen zu kommen, sondern auch, um sicher und mit genug Leuten gegen den Ball agieren zu können.
Hier ist eindeutig der Trainer gefragt, er hat gezeigt, dass es funktioniert und da müssen wir wieder hin. Wenn das so weitergeht wie zuletzt, werden wir bald scheitern - und das mit großer Vorhersehbarkeit.

(Deine Anlaysen sind zwar in sich stimmig jedoch auch einseitig, gelegentlich)


Speziell an den Spieltagen 18-26 bin ich mal gespannt...