Wären Sie als Trainer eher Jürgen Klinsmann oder Thomas Schaaf?
Hören Sie mir auf mit Klinsmann und seinem Motivationstrainersprech, diesem sciencetoligyartigen Gequatsche. »Haut sie durch die Wand« und dieser ganze Scheiß. Und Christoph Daum mit seinen Glasscherben. Wissen Sie, so einen Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

nenne ich nicht Psychologie. Das waren die fiesen 90er, als diese ganzen Motivationstrainer aufkamen und ganze Kongresshallen mit Leuten füllten und einem erzählen wollten, wie man im Leben erfolgreicher ist. :applaus: Dann lieber Thomas Schaaf oder Hans Meyer, die sagen: »So, passt mal auf, was wir hier besprechen, geht die da draußen nichts an!« Trainer, die den Deckel draufhalten.
Der bärbeißige Thomas Schaaf gilt in der Öffentlichkeit ja mittlerweile als cool.
Der Bremer an sich ist relativ maulfaul, das kann ich mal so von Haus aus sagen. Ich musste da deswegen auch weg, weil ich viel zu schnell und viel zu viel rede. Thomas Schaaf ist da aber erst einmal ganz gut aufgehoben. Er hat mit Klaus Allofs auch jemanden an seiner Seite, der sehr stark die hanseatischen Umgangsformen beherrscht, Maßanzug trägt, strenger Scheitel, wahnsinnig eloquent und sehr gescheit redet da kann ein Trainer schon mal dahinter sitzen und sagen (verstellt die Stimme): »Ja, ja, weiß auch nicht, erzähl du mal.« Und das ist natürlich klasse. Und wenn man das nur lange genug macht ohne totalen Scheiß zu bauen, wirkt man natürlich auch irgendwann extrem cool. Ich meine, gucken Sie sich uns an, man muss es nur lange genug machen. Das ist dann irgendwann die normative Kraft des Faktischen. Warum soll das nicht cool sein?
Aber Thomas Schaaf ist darüber hinaus auch ein recht erfolgreicher Trainer.
Wenn das in der ganzen Zeit nicht so gut gelaufen wäre für Werder, und Schaaf auch nicht so ein guter Trainer gewesen wäre, dann wäre das alles auch überhaupt nicht cool. Dann wäre Thomas Schaaf einfach nur ein schlechter Trainer, der nicht einmal darüber redet (lacht).