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Mick_666
Guest
Zitat von hbmännchen;347177:Werder hat einige Baustellen, die zu der aktuell miesen Saison geführt haben. Der Trainer bleibt eine davon!
Der Mannschaft fehlt es nach wie vor an Biss und spielerischem Verständnis, wenn es um die Defensive geht.
Das Spiel heute gegen die Hertha war symptomatisch für die ganze Saison.
Nein, das habe ich anders gesehen. War im Olympiastadion und habe selten so eine inaktive und unispirierte Truppe wie Hertha erlebt, die sich in keiner Phase am Spiel beteiligt hat. So viel hat Werder mE dort nicht falsch gemacht.
Es gibt allerdings zwei Dinge, die sich Werder vorwerfen lassen muss: Erstens - sich auf das miese Spiel der Herthaner eingelassen zu haben. Zweitens, da gebe ich @hbmännchen recht (aber nicht zwingend, weil demnächst nunmal wichtigere Spiele anstehen) - wieder einmal den nötigen Willen nicht gezeigt zu haben. Jammereien über vergebene Chancen bringen nichts, dann muss das eben erzwungen werden, dann muss auf dem Platz gezeigt werden, dass ich so ein Spiel auch wirklich gewinnen will! Da reicht oft ein Blick auf die Körpersprache der Jungs, um zu erkennen, das da ein bisschen Feuer fehlt. Begründet liegen diese Dinge mMn auch im harmonieträchtigen, liebevollen Bremer Umfeld, das dabei eine nicht unbedeutende Rolle spielt und dafür sorgt, dass die Spannung nicht hoch gehalten wird. Europacup und DFB-Pokal hin oder her. So wirkt es fast schon witzig, wenn TS nach dem Spiel sagt:,, Daraus müssen wir lernen."
Insgesamt hat Werder, wie gesagt, aus meiner Sicht (wieder einmal) den Fehler begangen und dort über weite Strecken das Spiel gemacht. Und damit Hertha in die Karten gespielt, ihnen das abgenommen, was sie so gar nicht können. Fraglich, ob das nicht der falsche Weg gewesen ist, vor allem unter dem Umstand, dass Werder von der Tabellensituation her klarer Aussenseiter war. Zumal es unnötig ist, in Anbetracht der kommenden wichtigen Spiele hohen Aufwand zu betreiben. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass Werder, speziell in den ersten 10 Minuten schon versuchte, kompakt zu stehen und Hertha die Spielgestaltung zu überlassen. Was darauf hindeutet, dass TS bei aller Kritik durchaus eine andere Marschrichtung vorgibt. Zeitgleich konntest Du feststellen, dass Werder im Gegensatz zu Hertha diese Spielweise des Abwartens, des Reagierens überhaupt nicht liegt. Irgendwann ziehts Naldo, Baumann, dann nach vorne, erhöht Frings den Druck, wird versucht, über spielerische Mittel den Gegner zu beeindrucken. Scheinpassivität, geschicktes ballorientiertes Verschieben um nach Balleroberung das Tempo auch mal rauszunehmen - zum Zwecke des Rauslockens - gehören einfach nicht zu unserem taktischen Repertoire. In der zweiten Halbzeit korrigierte das Team dies teilweise, mit der 1:0-Führung im Rücken, lies Hertha erstmal kommen - und hatte die Konterchancen! Eigentlich waren die mausetot, dann fällt so ein dusseliges Ding hinten rein zum 1:1. So etwas wiederrum passiert manchmal im Fussball, das kann keine Taktik oder kein Trainer der Welt verhindern. Und das 2:1 danach passt zu dieser Saison wie die Faust auf`s Auge. Irgendwie soll es eben nicht sein. Darüber hinaus gelingt es Werder nach wie vor nicht, ein Spiel auch mal 1:0 zu gewinnen.
Dennoch laste ich das nicht allein dem Trainer an und ist lediglich das Zustandekommen des Ergebnisses evtl. symptomatisch, aber nuancenhafte Änderungen hinsichtlich des Harakiri-Stils früher Tage sehe ich schon.
