Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

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Ich sehe eher, dass wir oft zu behäbig und fehlerhaft nach vorne gespielt haben in den letzten 1,5 Jahren.
Das stimmt mMn absolut. Und wenn das so ist, der Ball eben nicht mit wenigen Kontakten nach vorn getragen werden kann, meinetwegen auch weil es die Spieler nicht können, musst Du sowohl die Defensive stärken mit einer vernünftigen Organisation, als auch das Spiel mehr in die Breite (freilich mit den korrekten Abständen) verlagern, um wenigstens den Raum nicht her zu schenken. Beides passierte (und passiert teils immer noch) bei uns mE trotz Deiner Erkenntnis eben nicht. Deshalb bekamen wir nach wie vor viele Gegentore, weil der Ball in gefährlichen Zonen verloren wird oder/ und dort aufgrund genannter Umstände nicht verteidigt werden kann.
Chapeau, wenn das jetzt abgestellt werden kann und *Hoffnung*, dass es nicht wieder nur ein Strohfeuer ist.

Ich bestreite auch nicht, dass die Transferbilanz durchwachsen war, aber das Gerede wie einiger Deiner Vorredner hier, quasi vom unfähigen KA, der dem armen TS (Achtung: bewusst übertrieben) nicht die nötigen Spieler liefert, geht mir nur noch auf den Zeiger. Übrigens sprechen die oft diskutierten Forderungen nach mehr Spielintelligenz auf dem Rasen, damit der Schaaf-Fussball funktioniert, nicht für Schaaf. Wenn Du genug Leute auf dem Platz hast, die das Spiel und dessen Erfordernisse verstanden haben und das Chaos in groben Zügen leiten, wird der draussen an der Linie steht eher unwichtiger. Der muss dann neben der täglichen Arbeit (Training der Automatismen) eigentlich nur noch für die nötige Einstellung und die richtige Team-Stimmung sorgen.

Ansonsten stimme ich der positiven Entwicklung (viele Schritte in die richtige Richtung, Trybull und andere Jungspunde, die zu Schaaf` s Ideen passen, Jugend, die nicht nur aus der Not heraus eine Chance und damit Erfolg haben, Weg, den man beibehalten muss) die ihr beiden seht, zu. :tnx:
 
Ich mache die Trennung KATS auch nicht mit. Die arbeiten ja sehr eng zusammen. Allofs mag da federführend sein, aber Schaaf wird sich mit sicherheit niemanden aufschwatzen lassen. Trotzdem ist Schaaf ja mit der täglichen Arbeit befasst und ein Stück weit darauf angewiesen, dass die Scouts, Allofs und ggf auch die Co-Trainer gut beobachten.
 
Ich hab jedenfalls mehr Lust, mich auf Schaafs Stärken zu besinnen, auch wenn ich einigermaßen skeptisch bin. Aber es wird da ja in absehbarer Zeit niemand anderes sitzen. Der wird noch nen paar Jährchen bleiben, ob man will oder nicht.
 
Ich mache die Trennung KATS auch nicht mit. Die arbeiten ja sehr eng zusammen. Allofs mag da federführend sein, aber Schaaf wird sich mit sicherheit niemanden aufschwatzen lassen. Trotzdem ist Schaaf ja mit der täglichen Arbeit befasst und ein Stück weit darauf angewiesen, dass die Scouts, Allofs und ggf auch die Co-Trainer gut beobachten.

Ich lasse diese Trennung eigentlich auch nicht gelten. Dennoch frage ich mich, warum Allofs vergleichsweise gut wegkommt, während Schaaf sich hier "nicht gewonnene Titel mit dem besten Kader der Liga" vorwerfen lassen muss! Warum man Schaaf einen "Niedergang des Vereins" einreden möchte, während Allofs allein der Fortschritt in den letzten Monaten zugeschrieben wird. Das passt nicht. Auf diesen Widerspruch hinzuweisen, war meine Absicht. Es dürfte doch wohl klar sein, dass Schaaf weniger mit der Höhe der Ablösesummen zu tun hatte als Allofs, oder?
 
Ich mache die Trennung KATS auch nicht mit. Die arbeiten ja sehr eng zusammen. Allofs mag da federführend sein, aber Schaaf wird sich mit sicherheit niemanden aufschwatzen lassen. Trotzdem ist Schaaf ja mit der täglichen Arbeit befasst und ein Stück weit darauf angewiesen, dass die Scouts, Allofs und ggf auch die Co-Trainer gut beobachten.

So sieht es aus. Es kann nur funktionieren, wenn alle Zahnräder korrekt ineinandergreifen, aber letztendes ind es überwiegend KATS, die daran gewmessen werden, weil sie dafür die Hauptverantwortung tragen und wohl auch weil sie in der Öffentlichkeit stehen.
 
Ich bestreite auch nicht, dass die Transferbilanz durchwachsen war, aber das Gerede wie einiger Deiner Vorredner hier, quasi vom unfähigen KA, der dem armen TS (Achtung: bewusst übertrieben) nicht die nötigen Spieler liefert, geht mir nur noch auf den Zeiger. /QUOTE]


Niemand hier hat von einem unfähigen Allofs gesprochen! Er macht, wie Schaaf, hervorragende Arbeit. Aber, ähnlich wie Schaaf, hat auch er Fehler gemacht.


Du stellst hier Thesen auf, da sträuben sich einem sämtliche Haare! Umgekehrt ist das für Dich aber alles in Ordnung? Man darf behaupten, dass Schaaf alles falsch macht, obwohl Allofs fehlerfrei agiert? :confused:

Merkst Du, nech? :rolleyes: Denk nochmal drüber nach! ;)
 
Was ich aber positiv finde, ist dass Schaaf trotz der guten Punkteausbeute in der Hinrunde die notwendigkeit zu Veränderungen gesehen hat und diese auch auf Kosten einiger nicht so guter Ergebnisse durchgezogen hat. Gegen Hamburg und teilweise gegen Leverkusen hat man gesehen, wohin die reise gehen könnte. Ich sage könnte, weil es bisher noch teilweise sehr ruckelt. Aber man kann auch andererseits nicht erwarten, dass ein Umbruch ohne Probleme abläuft.
 
Nur mal so als Anmerkung: Schaaf verlor vor der Saison zwei Stammspieler, die beide nur noch teilweise zu den Leistungsträgern zählten und von denen einer zu allem Überfluss stimmungstechnisch für die Mannschaft schwierig war. Er hat demgegenüber innerhalb eines halben Jahres 9 (!) Neuzugänge bekommen, plus Rosenberg, plus einen gesunden Pizarro, plus einen meistens gesunden Naldo. Da stehen 19 National- /Ex- oder zumindest Jugendnationalspieler im Kader, viele mit Erfahrungen großer Turniere oder in Europapokalen.

ich denke, die anzahl von neuzugängen mit der anzahl der abgänge zu vergleichen, sagt so ziemlich gar nichts über eine qualitätsveränderung aus.
und welche zwei stammspieler meinst du? pasanen und frings? oder meintest du frings und mertesacker? solltest du mertesacker dazurechnen, was du eigentlich ja müsstest, dann möchte ich jetzt nicht deine (meiner meinung nach zurecht) geäußerten aussagen nach bekanntgabe des wechsels hervorkramen. ;)

ich habe mittlerweile wirklich sehr oft das gefühl, dass du unseren kader überbewertest, nicht nur in der aktuellen saison.
ein genauer blick auf die neuzugänge, die du wohl meinst:

wolf: kampfstarker verteidiger, aber schon in nürnberg keineswegs unumstritten und mit einigen defiziten in konzentration, technik, spieleröffnung und stellungsspiel. er ist nun auch wieder weg.

schmitz: bei schalke ausgemustert, mit einer ganz schwachen letzten saison. dennoch ein qualitativ ordentlicher spieler. nicht mehr, nicht weniger.

ignjovski: starke zweitligasaison, großes potenzial, aber eben noch ein sehr junger spieler. keinerlei erstligaerfahrung.

hartherz: kommend aus der regionalliga, mit potenzial und viel dynamik. auch keinerlei erstligaerfahrung.

trybull: der wohl vielversprechendste junge spieler, mit hoher spielintelligenz, übersicht und gut ausgebildetem passspiel. auch hier aber keinerlei erstligaerfahrung. kommt aus der zweiten liga.

ekici: eine gute bundesligasaison bei nürnberg. es war allerdings seine erste bundesligasaison überhaupt.

sokratis: bei genua und in der nationalmannschaft stark, bei milan konnte er sich nicht durchsetzen. dennoch - wenn es darum geht, gestandene, recht erfahrene und in einer topliga bereits mit klarem erfolg geprüfte neuzugänge aufzuzählen, der einzige. vielleicht kann man da aber auch noch ekici und schmitz mit abstrichen hinzuzählen.


zur winterpause kamen dann junuzovic und affolter, die sich gut hier eingefunden haben (gerade juno), aber letztlich auch zuvor nur in mannschaften unter bundesliganiveau gespielt haben. affolter ist dazu auch noch ein sehr junger spieler.

demgegenüber stehen mit frings und mertesacker abgänge zweier spieler, die von erfahrung, erfolgen und standing über jedem der neuzugänge stehen, auch wenn frings sicher in den letzten jahren leistungsmäßig, vorallem durch nachlassende physische stärke, abgebaut hat.

der bremer kader ist sicherlich nicht schlecht und letztlich auch hochinteressant besetzt, mit einigem an potenzial.
aber individuell sehe ich ihn dann doch schwächer als den von bayern, dortmund, schalke und leverkusen.
ein europaleagueplatz würde meiner ansicht nach unserem leistungsniveau entsprechen.
 
@tsubasa
Gut, aber was heisst "überbewerten"?

Da machst Du komischerweise einen ähnlichen Fehler wie derjenige, der auf zitierten Beitrag bereits mit seinen substanzlosen Floskeln geantwortet und sich in den Vorwürfen gegen andere selbst widersprochen hat.

Ja, ich hielt und halte viel von Mertesacker und sehe ihn auch so noch nicht ersetzt. Selbiges gilt im Grunde für Frings, der aber mMn lange über den Zenit und zudem von der sozialen Kompetenz mannschaftlich schwierig war (jetzt gewinnen wir z. Bsp. Spiele nach Rückstände aufgrund mannschaftlicher Geschlossenheit). Frings wurde mE deshalb nicht gut ersetzt, weil die Position wiederum falsch besetzt bzw. es verpasst wurde, wenigstens systemisch darauf zu reagieren.

Abgesehen davon, dass ich den Kader letzte Saison bei weitem nicht so schlecht gesehen habe, wie er sich wieder einmal verkauft hat, ist es eben ein Unterschied, ob ich zwei Spieler plus ca. zwei, drei Ergänzungsspieler verliere, dafür aber mindestens 8, und wenn Du Rosenberg, Pizarro und Naldo dazuzählst, inzwischen eigentlich 11 neue Spieler (von denen die meisten obendrein eine gute Perspektive besitzen und bieten) im Vergleich zur letzten Saison zur Verfügung habe.

Es ging mir letztlich um`s grosse Ganze. Wobei gerade das von Dir angesprochene einer der Hauptgründe ist, der mir Sorgen macht.

Iggy hab ich in mehreren Vorbereitungsspielen und in seinen ersten vier Bundesliga-Partien allesamt live im Stadion gesehen. Da war anfangs eine gute Ausbildung zu erkennen, im Rahmen der Möglichkeiten vernünftiges Stellungsspiel, eine ordentliche Übersicht plus den ohnehin vorhandenen kämpferischen Mitteln. Das ist nach und nach teils brutal eingebrochen.

Schmitz (dass er in Schalke`s 35-Mann-Kader in jener Saison nicht mehr viel spielte, willst Du nicht wirklich überbewerten, oder?) brachte einiges mit, wirkte in den ersten Spielen wie der hoffnungsvollste LV, den wir seit langem hatten, mit Flanken, Spieleröffnung, Abstimmung mit der Kette. Einiges davon ist nach und nach im Nirvana verschwunden, zudem wurde er stets bei der ersten Gelegenheit wieder rausgenommen.

Hast Du Wolf in der Vorbereitung, bspw. in Chemnitz gesehen? Er war vielleicht nie unumstritten, trotzdem immer einer der solidesten BL-IV`s und hat sich in Nürnberg ein Jahrzehnt lang gegen jeden, der da geholt wurde, durchgesetzt. Als ich in Nürnberg im September im Stadion war, haben die Club-Fans neben und vor mir zwar über jene Schwächen erzählt, die Du ansprichst, aber immer wieder die hohe Wertschätzung für Wolf betont. Zufall? Am Schluss traten bei ihm bei Werder jedoch nur noch seine bekannten Schwächen offen zu Tage.

Marin hat mE im ersten Jahr durchaus gezeigt, weswegen ihn Löw als Zweitligaspieler in den N11-Kader geholt hat. Wie war es bei Bargfrede im ersten Jahr? Hat er jemals an seinen Defiziten so gearbeitet/ wurde animiert, daran so zu arbeiten, wie es nötig wäre, damit eben diese Defizite nicht so durchschlagen, wie es derzeit ausschaut? Selbst Wesley sah bei allen Schwächen anfangs bei uns ganz anders aus- Problem hier wie bei einigen anderen auch - die Schwächen blieben unverändert bestehen und sorgen letztlich nun für das vorläufige Aus in der BL (Europa). Ekici droht mittlerweile ein ähnliches Schicksal, obwohl Du im Prinzip in jedem Spiel sehen kannst, dass der Junge eigentlich Fussball spielen kann, aber nicht in der Lage ist, etwas davon bei Werder umzusetzen. Kroos oder Trinks haben letzte Saison in Ansätzen gezeigt, dass sie in der BL mithalten können, sind aber hinter die Erwartungen zurückgefallen, besonders bei Trinks ist es einfach schade.

Und das sind nur ein paar auffällige Beispiele der letzten zwei, drei Jahre, von den gepriesenen Talenten, die überhaupt nicht Tritt fassten, ganz abgesehen.

Sokratis kannst Du Schaaf zuschreiben, nur bringt der trotz seiner Jugend jede Menge Europa-Erstliga-Erfahrung mit (und eine WM). Vielleicht bald noch Arnautovic.

Zur Zeit spielen mit Harthertz, Affolter, Trybull, Junuzovic vier Leute, die erst kurz zum Kader der Ersten zählen. Mal sehen, wie es da weitergeht.

Unter dem Strich muss doch die Frage erlaubt sein, warum inzwischen so viele Spieler unter dem "besten Trainer für Werder" früher oder später (eher früher) stagnieren, teilweise gar schlechter werden? Hier ist zwar das letzte Wort lange noch nicht gesprochen, gerade angesichts des Entwicklungspotentials der vielen Jungs, aber es ist nun mal ein bis dato nicht wegzudiskutierender Trend. Vor allem kann das nicht der Weg von Werder Bremen sein, wo man sich ja stets als "Ausbildungsverein" versteht/ verstehen muss. Deshalb hätte ich mir im Sommer einen Schaaf-Abschied gewünscht, nach 40 Jahren Aktiver und mit der zweitbesten Trainer-Bilanz bei Werder. 2007 war der erste Wink mit dem Zaunpfahl, 2009 wurde mMn nach den "19 Tage"-Siegen (:D) und dem Pokalsieg ein versöhnlicher Abgang (oder Übergang in eine andere Werder-Position, was ich mir wünschen würde) für beide Seiten verpasst, die Vertragsverlängerung jetzt wirkt mir nur noch wie ein verzweifelter Festhalte-Versuch an Altbewährtem, um die Vergangenheit aufleben zu lassen. Werder wird mit TS immer verlängern wollen, das gebietet der Respekt, wird ihn auch nie durch die Hintertür entlassen. Ich hatte eher auf die Selbsterkenntnis und Einsicht Schaaf`s gehofft.
 
Es ist in der Tat erschreckend, daß in den letzten Jahren unter Schaaf die individuellen Entwicklungmöglichkeiten gelitten haben, so daß viele etablierte Spieler ihre Niveau noch nicht einmal halten konnten (selbst Merte war in seinen letzten Monaten beginnend mit dem Pokalfinale 2010 nicht selten ein Schatten seiner selbst) und junge Spieler nicht so gefördert wurden, daß sie sich im Profifußball etablieren konnten. Dieses ist ein Teil der gesamten Stagnation, die, und das sehe ich genau so wie Mick, mit der verschenkten Meisterschaft 2007 sichtbar seinen Anfang nahm, und die mit einigen Höhen aber immer mehr werdenden Tiefen im Beinaheabstieg 2011 endete, auch weil KATS aus Überzeugung, Sturheit oder Betriebsblindheit in diesen Jahren stets den Eindruck eines Wir-machen-so-weiter-wie-bisher vermittelten.

Besonders in der Hinrunde 2010/11 habe ich gelegentlich kundgetan, ob es für alle nicht das bester wäre, wenn (KA)TS den Hut nehmen, damit sie und auch Werder nicht mit der Schmach einer Entlassung leben müßten. Andererseits habe ich darauf gehofft, daß die letzte Saison die sportliche Leitung aus ihrer Lethargie der Vorjahre rausreißen könnte, und das scheint zumindest ansatzweise sichtbar zu sein. Es liegt zwar noch vieles im Argen, auch und besonders was die individuellen Entwicklung der Spieler und daraus resultierend die schwankenden Leistungen der Mannschaft angeht, aber das, was in 4 Jahren peu á peu kaputtgegangen ist, kann man in etwas mehr als einem halben Jahr auch nicht beheben. Aber trotzdem haben KATS das (wirtschaftlich notwendige) Ziel EL-Platz rausgegeben, so daß sie sich daran auch messen lassen müssen, Umbruch hin oder her.
 
Es ist in der Tat erschreckend, daß in den letzten Jahren unter Schaaf die individuellen Entwicklungmöglichkeiten gelitten haben, so daß viele etablierte Spieler ihre Niveau noch nicht einmal halten konnten (selbst Merte war in seinen letzten Monaten beginnend mit dem Pokalfinale 2010 nicht selten ein Schatten seiner selbst) und junge Spieler nicht so gefördert wurden, daß sie sich im Profifußball etablieren konnten. Dieses ist ein Teil der gesamten Stagnation, die, und das sehe ich genau so wie Mick, mit der verschenkten Meisterschaft 2007 sichtbar seinen Anfang nahm, und die mit einigen Höhen aber immer mehr werdenden Tiefen im Beinaheabstieg 2011 endete, auch weil KATS aus Überzeugung, Sturheit oder Betriebsblindheit in diesen Jahren stets den Eindruck eines Wir-machen-so-weiter-wie-bisher vermittelten.

Also ich tue mir ehrlich gesagt mit einigen Punkten dieser Betrachtungsweise schwer. Zum einen finde ich es schwer nachzuvollziehen den Formeinbruch von Mertesacker in der letzten Saison einem TS anzulasten. Da spielen doch soviele andere Faktoren eine Rolle, wie etwa Verletzungen, der fehlende Nebenmann Naldo, Formtief und Negativlauf der ganzen Mannschaft und daraus resultierend fehlendes Selbstvertrauen und und und....
Und das es bei einem Spieler nicht ständig bergauf geht ist auch klar. Merte hat sich hier zu einem europäischen Spitzenspieler entwickelt, aber das Niveau nicht mehr halten können. Warum auch immer. Bei Arsenal ist er übrigens auch nicht besser.

Auch mit einem permanenten Abstieg seit 2007 tue ich mir generell schwer. Vielleicht sind seit dem schon einige strukturelle Schwächen im Team unterschätzt worden. Dennoch muss man doch auch mal festhalten, dass wir 2008 Vizemeister geworden sind, 2009 Pokalsieger und ein Europapokalfinale erreicht haben (wie oft hat Werder beides in der Vereinsgeschichte geschafft?) und 2010 nochmal Dritter.
Das ist, wenn man rein die Zahlen und Fakten betrachtet einfach kein Abstieg.
Das man durch einige Fehlgriffe auf dem Transfermarkt seit 2007, sowie Abgänge das Niveau im Kader nicht halten konnte, das ist unbestritten. Dennoch war die letzte Saison die erste richtig schlechte. Da haben neben sicher vielen Fehlern von TS aber auch die Verletzungen von bspw. Naldo, Pizarro eine Rolle gespielt.

Und natürlich hätte sich auch ein TS nicht beschweren dürfen, wenn man ihn letzte Saison entlassen hätte. Ich war dennoch sehr froh, dass man ihn gehalten hat und mit einem eingespielten und vertrauten Führungsduo KATS jetzt die Rückkehr ins internationale Geschäfft und den Aufbau einer neuen Mannschaft anstrebt.

Und ich gebe dir Recht, dass die EL von Anfang an das Ziel war und ist und man sich am Ende der Saison daran messen lassen muss.
 
Abgesehen davon, dass ich den Kader letzte Saison bei weitem nicht so schlecht gesehen habe, wie er sich wieder einmal verkauft hat, ist es eben ein Unterschied, ob ich zwei Spieler plus ca. zwei, drei Ergänzungsspieler verliere, dafür aber mindestens 8, und wenn Du Rosenberg, Pizarro und Naldo dazuzählst, inzwischen eigentlich 11 neue Spieler (von denen die meisten obendrein eine gute Perspektive besitzen und bieten) im Vergleich zur letzten Saison zur Verfügung habe.

Es ging mir letztlich um`s grosse Ganze. Wobei gerade das von Dir angesprochene einer der Hauptgründe ist, der mir Sorgen macht.

Ich muss ehrlich sagen: Ich frage mich langsam schon was eigentlich deine Mission hier im Moment sein soll?

Da machst du allen ernstes die Gegenüberstellung von 2 Stammspieler-Abgängen gegenüber 9 Neuzugängen?
Vergleichst also erstens zunächst mal rein quantitativ und stellst dabei auch noch zwei größen Gegenüber (auf der einen Seite die Stammspieler auf der anderen Seite ALLE) die so gar nicht zusammenpassen?

Das ist dann reine Effekthascherei. Unsachlich.
 
Auch mit einem permanenten Abstieg seit 2007 tue ich mir generell schwer. Vielleicht sind seit dem schon einige strukturelle Schwächen im Team unterschätzt worden.

Genau deswegen war es ja auch trotz der von Dir aufgezählten Erfolge eine langfristige Stagnation, weil hier nicht rechtzeitig gegengesteuert wurde. Diese Schwächen können aber auch nicht alleine am Team gelegen haben, weil aufgrund der Fluktuation im Kader das Spielerperonal im Laufe der Jahre häufig wechselte. Und diese Erfolge sind wohl auch die Ursache, daß man die Schwächen, die sich wie ein roter Faden durch die Jahre ziehen, nicht sehen konnte oder wollte:

06/07: Der 3. Platz und die damit erriechten CL-Quali-Spiele lesen sich zwar sehr schön, aber wenn man bedenkt, daß wir in jener Saison nach einer überzeugenden Hinrunde (vom Double-Jahr abgesehen für mich die beste Halbserie der Ära Schaaf) Herbstmeister wurden, war dieser 3. Platz in Anbetracht der (vor allem zuhause hergeschenkten Meisterschaft) ein Pyrrhussieg. Wie sagte Torsten Frings nach der 1:2-Heimpleite gegen Frankfurt am 33. Spieltag, die unsere Titelhoffnung endgültig begrub: „Ich habe schon in der Winterpause gesagt, dass wir uns nur selbst schlagen können. Das ist nun geschehen, wir haben es selbst verpennt.“. Gegensteuerung für die Zukunft? Fehlanzeige.

07/08: Vizemeister, direkte CL-Quali. Schönes Ergebnis, sicherlich. Aber wenn man hinter die Fassade blickte, war es auch nier nicht mehr ganz so rosig. Nach der Hinrunde waren wir mit dem Herbstmeister noch punktgleich, in der Rückrunde wurden wieder Punkte verschenkt u.a. bei Heimniederlagen gegen potentielle Absteiger wie Bochum und Duisburg, aber gekrönt wurde das alles von dem oberpeinlichen Auftritt in Stuttgart (3:6), nach dem Klaus Allofs in die Mikros polterte, daß sich eine Mannschaft von Werder Bremen nie wieder so desolat präsentieren dürfte. Trotz diese 2. Platzes Gegensteuerung für die Zukunft? Fehlanzeige.

08/09: Der Sieg im DFB-Pokal und das Erreichen des UEFA-Cup-Finales lassen zusammen die mit den 19-Derby-Tagen eine Saison scheinbar gut wirken. Scheinbar. Denn in der Buli lief es selten rund (8 Plätze schlechter als im Vorjahr), in der CL wurde man trotz Gegner wie P. Athen und Farmagusta nur dritter und der blutleere Auftritt im dafür erreichten UEFA-Cup-Finale war enttäuschend). Gegensteuerung für die Zukunft? Fehlanzeige.

09/10: Platz 3 und somit CL-Quali-Platz lesen sich wieder sehr schön, besonders nach Platz 10 im Vorjahr. Aber auch hier gab es Schatten, die von diesem Erfolg kaschert wurden, denn die Art und Weise, wie die zwischenzeitlichen 5 Pleiten in Folge zustande gekommenen, erinnerte doch sehr an manche Aussetzer der Vorjahre, ebenso ein erneut enttäuschender Auftritt in einem Finale, diesmal im DFB-Pokal. Gegensteuerung für die Zukunft? Fehlanzeige.

Vom rein Erreichten liest sich die Bilanz dieser Jahre ja gar nicht mal so schlecht, aber diese Bilanz blendet(e) davor, daß es in dieser Zeit auch schon ausreichende Alarmsignale gab, die darauf hingewiesen haben, daß längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Aber weil man es versäumt hat, gegen diese unübersehbaren Schwächen rechtzeitig gegenzusteuern, wurde daraus im Laufe der Jahre aus einem Schneeball eine Lawine, die durch sich mehrende Fehlgriffe bei Spielertransfers zusätzliche Nahrung erhielt, entwickelte, die uns 10/11 beinahe in die 2. Liga gestürzt hätte.
 
Es ist in vielen Vereinen so, dass im Erfolg manchmal teure Fehler gemacht werden. Die Frage aber ist, ob man darauf zwangsweise mit Personalwechseln reagieren muss. Insgesamt kommen ja Vereine wie Leverkusen oder Hamburg mit einem Trainer pro Jahr auch nicht weiter als wir, im Gegenteil.
 
@ Bremen

Ich würde dir in dem Punkt zustimmen das Alarmsignale nicht erkannt wurden.

Deine Darstellung wirkt auf mich trotzdem recht tendenziös, wenn dann immer darauf hingewiesen wird das man ja z.B. "zwischenzeitlich 5 Pleiten in Folge hatte", wo man umgekehrt natürlich genauso auf eine Siegesserie verweisen könnte (die oft einer Negativserie folgte).

Deswegen glaube ich auch das es weniger wichtig ist auf die einzelnen Serien und die Punkteverteilung hinzuweisen, sondern vielmehr danach was mit der Zeit spielerisch zu beobachten war.
Da gab es eine langsame negative Entwicklung - das ist für mich neben den immer wieder zutage getretenen Einstellungsproblemen der Mannschaft der entscheidende Punkt.
 
@ Blacki84

Deswegen habe ich im Beitrag davor auch von Höhen und Tiefen geschrieben. Abgesehen davon, bedarf es wohl keiner wieteren Erörterung, daß wenn man z.B. trotz eine Serie von 5 Pleiten in Folge in der Liga Platz 3 erreicht hat, dort auch mal eine Siegesserie hingelegt wurde.

;)
 
Ich wollte damit nur sagen:

Es liegt ja durchaus im Auge des Betrachters ob diese positiven und negativen Phasen in der Endabrechnung mehr oder weniger Punkte bringen als eine Mannschaft die kontinuierlich, ohne solche "Phasen" ihre Punkte sammelt.

Nicht aber im Auge des Betrachters dürfte die spielerische Entwicklung liegen.

Soweit ist das jedenfalls meine Sicht der Dinge.
 
Es ist in vielen Vereinen so, dass im Erfolg manchmal teure Fehler gemacht werden. Die Frage aber ist, ob man darauf zwangsweise mit Personalwechseln reagieren muss. Insgesamt kommen ja Vereine wie Leverkusen oder Hamburg mit einem Trainer pro Jahr auch nicht weiter als wir, im Gegenteil.

Es spricht für uns, daß hier nicht nach den "marktüblichen Prinzipien" geahndelt wird - und das nicht nur, weil wir uns Abfindungen und ggf. Ablösesumme sparen wollen. Aber auch wenn ein Blick über den Tellerrand wichtig ist, so zählt für mich als Werder-Fan in erster Linie das, was hier bei uns passiert. Und wenn die Konkurrenz ebenfalls auf der Stelle tritt, dann ist es deren Bier, ob sie ihren Coach feuern oder nicht.
 
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