Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
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@Blacki

Danke für die interessante Statistik. Genau den Eindruck hatte ich letztes Jahr bereits und dieses Jahr auch noch in Ansätzen: Werder hat oft zu wenig Zug und zu wenig Tempo in den Aktionen. Das gilt vor allem dort, wo es gefragt ist, nämlich beim schnellen Umschalten, in beide richtungen. Da hat Werder Defizite seit mind. 1,5 Jahren und diesbezüglich war das Spiel am Samstag ein Fortschritt.

Das sehe ich auch so.
In der Hinsicht könnte man jetzt provokant behaupten das man in dieser Hinsicht lange zu wenig Aufwand betrieben hat.
 

Gerade auf den kam es an.

In den drei Saisons 03/04, 04/05 und 05/06 hatten wir 39, 37 und 37 Gegentore, wobei man von den 39 9 nicht wirklich zählen kann, da sie in den beiden bedeutungslosen letzten Spielen entstanden. Damals haben wir ein tolles Pressing gespielt und überragend stark auf Abwehr umgeschaltet, gleichzeitig dominant und offensiv gespielt. Die Basis war aber immer die tolle Defensivarbeit.
 
Gerade auf den kam es an.

In den drei Saisons 03/04, 04/05 und 05/06 hatten wir 39, 37 und 37 Gegentore, wobei man von den 39 9 nicht wirklich zählen kann, da sie in den beiden bedeutungslosen letzten Spielen entstanden. Damals haben wir ein tolles Pressing gespielt und überragend stark auf Abwehr umgeschaltet, gleichzeitig dominant und offensiv gespielt.

:tnx:
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Eigentlich beschreibt Mick nix anderes.

PS: Ein wirklich lesenswerter Strang hier. Bitte weitermachen.
PPS: Maddin, schau Dir mal das Video an. Hab es vor ein paar Seiten mal gepostet. Favre mit seinen Gladbachern verfolgt nix anderes. Der Passgeber wird freigestellt und hat im Optimalfall immer 3 Anspielstationen - 2 kurz, mindestens eine lang. Man könnte es SafetyFirst Sturmlauf nennen, was die da fabrizieren. Ein Angriffsverhalten, dass von der gegnerischen Mannschaft fast nicht unterbunden werden kann. Dieses Element sollte Schaaf versuchen einzubauen. Nur meine kleine bescheidene Meinung zu dem wirklich Lesenswerten hier.
 
Wollt ihr Werders Vergangenheit verbessern? Das geht recht schlecht, es sei denn der Flugskompensator wurde mittlerweile erfunden/gebaut.

Nöö das denke ich nicht, das sie das wollen. Ist halt nur für Ottonormalverbraucher wie ich einer bin nicht unbedingt alles nachvollziehbar. Dennoch ist es löblich das mann seitenlang diskutieren kann ohne auf einander einzuprügeln. Und lesenswert ist es ja auf jeden Fall, auch wenn da nicht jeder und da schließe ich mich ein mitdiskutieren kann
 
@der_1910
Bei Deiner ganzen Argumentation bleiben zwei Fragen offen (die schon mehrfach diskutiert wurden, ohne Ergebnis):

1.) wieviele Spieler sind bei uns taktisch reifer/ spielintelligenter geworden?
2.) Ist diese Art der Spielerförderung mit der heutigen Spielergeneration vereinbar?

Sicher bleiben solche Diskussionen (hier) zumeist ergebnislos.

Zur ersten Frage:
Man kann aber schon sagen, dass sich hier Spieler weiter entwickeln. Indizien dafür sind
a) die Klubs, zu denen Spieler von Werder aus wechseln. Nicht immer "grössere" Klubs, aber häufig. Wenn Spieler in die zweite Liga oder zu einem relativ schwächeren Verein wechseln, ist das Konzept halt nicht aufgegangen - oder sie sind, wie bspw. Niemeyer bei der Hertha - häufig Leistungsträger.
Genaue Beurteilung ist damit allein jedoch nicht möglich. Einen Hinweis darauf, dass sich die Spieler insgesamt verbessert haben, ist es schon.
(Ich setze voraus, dass Spieler im Fitnessbereich nicht so besonders viel hinzu lernen können, wenn sie es erstmal zu einem Bundesligisten geschafft haben. Das ganze Thema "Körperlichkeit", also Umgang mit Verletzungen, Fitness halten, etc. verwässert die Ergebnisse natürlich, was eben eine exakte Beantwortung der Frage verunmöglicht.)

b) der Transferüberschuß. Die Marktgesetze sowie das Ausfindig machen von unterschätzten Talenten verwässern hier das Ergebnis. Aber auch in diesem Punkt ist eine Tendenz erkennbar: die Spieler werden verbessert, weil teurer.

Zur zweiten Frage:
Die taktische Schulung ist heute auch im Jugendbereich viel umfangreicher also wichtiger als früher (als vor 1999, deutlicher noch, wenn man es mit den Spielergenerationen vor 1990 vergleicht). Spieler im Alter von Trybull et.al. sind heute in vielen Bereichen weiter als noch Spieler der Generation Borowski. (Der hat das nämlich vor nicht all zu langer Zeit als Begründung für den Erfolg junger Spieler genannt; wenn ich ihn nicht mit wem verwechsle.) Auch deshalb, weil Spieler in diesem Bereich geschult werden können erzielt Werder einen Transferüberschuß, will ich mal (extrem verkürzt) behaupten.
Die Art der Spielerförderung bei Werder passt, glaube ich, schon zur gegebenen Spielergeneration. Die sind in der Lage und Willens für ihre Karriere und ihre mantalen Fähigkeiten Verantwortung zu übernehmen und haben eine professionellere Einstellung als früher/ganz früher. TS überträgt ihnen die Verantwortung für ihr Spiel, statt ihnen exakte Vorgaben zu machen, wohin sie zu laufen und zu passen haben (mein Eindruck - siehe oben).

Sicher könnte man das anders machen, viele Trainer machen das auch anders. TS hat ja nicht DEN goldenen Weg der Spielerförderung gefunden. Aber ich denke, dass es klappt und sehe mich da (aktuell ;)) bestätigt.
 
Zitat von maddin:

Gerade auf den kam es an.

In den drei Saisons 03/04, 04/05 und 05/06 hatten wir 39, 37 und 37 Gegentore, wobei man von den 39 9 nicht wirklich zählen kann, da sie in den beiden bedeutungslosen letzten Spielen entstanden. Damals haben wir ein tolles Pressing gespielt und überragend stark auf Abwehr umgeschaltet, gleichzeitig dominant und offensiv gespielt.

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Eigentlich beschreibt Mick nix anderes.

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Darum ist für mich die eigentliche Frage nicht die, ob Schaaf ein sehr guter Trainer ist, der Mannschaften taktisch hervorragend einstellen kann. Dass er das kann, beweisen zahllose Erfolge gerade auch in KO-Spielen und in der entscheidenden Saisonphase. Zudem hat er es fast immer geschafft, aus Einzelteilen etwas zusammenzusetzen.

Für mich ist eher die Frage, ob er seine beste Zeit bei Werder nicht hinter sich hat. Andererseits könnte ein zurück zur Einkaufspolitik von 2000 bis ca. 2005 auch aus Schaaf wieder alte Talente hervorbringen. Derzeit habe ich, vor allem angesichts der Tatsache, dass er trotz allem wieder Trybull und Hartherz gebracht hat, dass er Arnautovic langsam aufs Gleis zu bringen scheint, den Eindruck, dass er wieder einen Plan hat. Diesen Eindruck hatte ich zuvor eineinhalb Saisons nicht mehr.

Schaaf hat schon oft Leute, die mit ihm gehadert haben, durch Anpassungen, Änderungen und neue Ideen Lügen gestraft, insofern würde mich das überhaupt nicht wundern. Entscheidend wird sein, ob dieser Weg weitergegangen wird und ob man in der Lage ist, im Sommer kluge Dinge auf dem Transfermarkt zu tun. Dann sehen wir vielleicht schon bald wieder Fußball.
 
Ich möchte mal noch einfach was einwerfen, was jetzt vielleicht nicht direkt ins Thema passt, ich aber schon auch für eine Bewertung von TS für interessant halte.

Ich wohne wie gesagt zu weit weg, um in Bremen ins Stadion zu gehen und schaue daher Samstag meist die Konferrenz mit Freunden. Ich bin der einzige Werderfan unter ihnen. Wenn Werder in einem Spiel grottenschlecht war und bspw. gerade das 0:2 kassiert hatte, dann war die einhellige Meinung: das Spiel ist noch lange nicht gelaufen. Den Bremern traue ich jederzeit zu aus dem Nichts noch 2,3 Tore zu schiessen.

Und so unglaublich das ist, trauen die Meisten aus der Runde ihnen das heute auch noch zu. Es macht irgendwie auch die Marke Werder und das Besondere aus. Dieser Fußball, den wir in den Jahren 2004 bis 2010 gespielt haben.

Deshalb war ich bisher immer, und da kommt wieder der Bezug zur aktuellen Diskussion, auch dagegen einen Fußball wie Hannover ihn spielt, zu bevorzugen.
Mitlerweile bin ich aber der Meinung, dass der Neuaufbau der Mannschaft vielleicht auch mit einer Neuauslegung der Spielphilosophie einhergehen sollte. Dies bietet TS auch die Chance sich nochmal neu zu motivieren und zu sortieren und neue Impulse einzubringen. Eine neue Mannschaft mit einer neuen Ordnung auf dem Platz.....
 
Darum ist für mich die eigentliche Frage nicht die, ob Schaaf ein sehr guter Trainer ist,[...]

:tnx:

Für mich ist eher die Frage, ob er seine beste Zeit bei Werder nicht hinter sich hat. Andererseits könnte ein zurück zur Einkaufspolitik von 2000 bis ca. 2005 auch aus Schaaf wieder alte Talente hervorbringen. Derzeit habe ich, vor allem angesichts der Tatsache, dass er trotz allem wieder Trybull und Hartherz gebracht hat, dass er Arnautovic langsam aufs Gleis zu bringen scheint, den Eindruck, dass er wieder einen Plan hat. Diesen Eindruck hatte ich zuvor eineinhalb Saisons nicht mehr.
Meines Erachtens hat Schaaf nicht seine beste Zeit hinter sich. Es gab meines Erachtens einen Bruch in der Entwicklung. Dieser Bruch ging einher mit dem Verkauf von Özil. In der gesamten Aera hat es einen solchen Bruch nicht gegeben. Die Klasnicgeschichte hat für einen kleine Delle mit relativ langer Nachwirkung gesorgt, aber der Verkauf von Özil zog eine "Krise" nachsich. Folgt man dem gewöhnlichen Verlauf der Konjunktur, stehen wir jetzt gerade an der Schwelle zur Expansion, um demnächst wieder einen Boom zu erleben. Der Boden ist mE bereitet und ich will hoffen dass Schaaf und die Mannschaft geil darauf sind, die Kirschen zu ernten. :applaus:


@Maddin: Wäre schön, wenn Du die Anpassung unter dieser Anmerkung absegnen würdest. ;)
vgl.
Schaaf hat schon oft [...] mit [...] Anpassungen, Änderungen und neue Ideen [...] ]Großes erreicht - uns Fans fasziniert! [. Entscheidend wird sein, ob dieser Weg weitergegangen wird und ob man in der Lage ist, im Sommer kluge Dinge auf dem Transfermarkt zu tun. Dann sehen wir vielleicht schon bald wieder Fußball.

Ich gehe davon aus, dass man garnicht soviel kluge Dinge auf dem Transfermarkt zu tun hat. Eine Alternative zu Fritz und nen cleveres Spielmonster als Stürmer vielleicht. Ansonsten traue ich Schaaf mittlerweile zu, der Mannschaft den Weg bereiten zu können. Es reift etwas heran und mal sehen wie lang es dauert, bis das wir gegnerische Abwehrreihen durch cleveres Spiel wieder überrennen.

Die Phantasie jedenfalls ist geweckt! ;)
 

Ist mir schon Anfangs der Hinrunde aufgefallen, als sie die Bayern nass gemacht haben. Ist mit ein Grund dafür, warum die BMG.ler hinten so sicher stehen.
Mich wundert vielmehr, dass so wenige auf diese famose Spielart eingehen. Es gleicht unserer alten Spielanlage, nur, dass jetzt die Initiation dadurch gestartet wird, indem der Ball auf den Passgeber zurückgespielt und zwei Mittelfeldspielter oftmals gleichzeitig losstarten.

Mich erinnert das an die Bayernspielweise am 16er eck. Die spielen auch oft auf den freistehenden zurück, weil der die Zeit hat, sich Übersicht zu verschaffen und den gescheiten Ball dann spielt. Mich würde mal interessieren, ob einer der Statistikexperten mal ausgraben könnte, wie es um die Passquote der Gladbacher bestellt ist. Ob man es auch signifikant in den Zahlen wiedererkennen kann.
 
Ich gehe davon aus, dass man garnicht soviel kluge Dinge auf dem Transfermarkt zu tun hat. Eine Alternative zu Fritz und nen cleveres Spielmonster als Stürmer vielleicht. Ansonsten traue ich Schaaf mittlerweile zu, der Mannschaft den Weg bereiten zu können. Es reift etwas heran und mal sehen wie lang es dauert, bis das wir gegnerische Abwehrreihen durch cleveres Spiel wieder überrennen.

Die Phantasie jedenfalls ist geweckt! ;)

Davon bin ich von je her überzeugt. Aber das ist ja mittlerweile bekannt. Vielleicht liege ich damit falsch, vielleicht habe ich einfach mehr Geduld, als Andere hier. Das hängt u.A. auch hiermit zusammen:

Dass es vielleicht sogar ein Stück weit so geplant ist, z. Bsp. weil Werder eine Marke/ einen Stil repräsentieren will, kann durchaus sein, jedoch ein davon völlig losgelöster Aspekt.
Ist doch klar, dass nach so vielen Jahren, in denen Erfahrungen dieser Art nun keinen Seltenheitswert besaßen, genauer hingeschaut wird und vielleicht skeptischer, als es not tut.

Und zwar sehe ich Schaaf nachdrücklich nicht als Fußball-Lehrer, mehr als Fußball-Ideologen oder -Architekten, der eine Idee vom eigenen Spiel hat und diese auch den Spielern vermitteln möchte. Das dauert u.U. länger, ist m.E.n. jedoch nachhaltiger.

Wenn man denn Schaaf´s Wirken hier ein wenig verfolgt, wird einem klar, dass er von dieser Idee erst abweicht, wenn das Wasser bis zum Halse steht und sich die Mannschaft in einer Sackgasse befindet. Er ist kein Trainer, der sein System an die Mannschaft anpasst, sondern am Ende einer Entwicklung, eine Spielidee stellt. Langfristig wird er von dieser Idee nicht abweichen (wollen) - deswegen wird er, Deinen Erfahrungen gemäß, irgendwann wieder zurück zu seinem Kurs wechseln und statt auf weiteren "sofortigen Erfolg", auf langfristige Entwicklungen bauen. Daher sollte der Weg, den Werder derzeit geht, mehr liegen, als das, was in den vergangenen Jahren hinter uns liegt: Auf junge, entwicklungsfähige, formbare Spieler bauen, diese weiter zu entwickeln und sie notfalls dann zu verkaufen. Ich halte es für keinen Zufall, dass einige unserer Star´s später bei anderen Vereinen nicht mehr in der Art funktionierten, wie sie es hier taten.

Daher bin ich einfach froh, dass wir diesen Weg nicht abbrechen, sondern ihn nun weitergehen werden - in der nächsten Saison werden wir, unglückliche Umstände ausgenommen, die Früchte ernten. Was wir in dieser Saison bekommen können (EL), sollten wir dankbar mitnehmen. Denn diese Saison ist ein Jahr der Konsolidierung.

P.S. Vielen Dank für die teils tollen Beiträge hier.
 
@Karlotto:

Ich würde sagen wir befinden uns auf dem Weg "Back to the roots" und von daher freue ich mich, demnächst wieder soliden Fußball mit Mehrwert zu sehen. Solide, weil wir endlich mal die Schlupflöcher schließen und mit Mehrwert, weil wir über soviel Qualität verfügen, dann mit Geduld dem Gegner zwei drei Dinger einzuschenken.
Ich weiß nicht warum, aber ich sehe uns quasi im Jahre 2002/2003! Vor allem wenn wir wieder komplett sind ist das womöglich ein Team, das man bedenkenlos auch in die CL schicken kann. Jedenfalls nach dieser Saison.
 
Mittlerweile bin ich aber der Meinung, dass der Neuaufbau der Mannschaft vielleicht auch mit einer Neuauslegung der Spielphilosophie einhergehen sollte. Dies bietet TS auch die Chance sich nochmal neu zu motivieren und zu sortieren und neue Impulse einzubringen. Eine neue Mannschaft mit einer neuen Ordnung auf dem Platz.....
Das wäre allerdings schön, wenngleich sich davon bereits Ansätze erkennen lassen. Aber bleibt es bei Ansätzen? Oder doch....
Dass Spaniens Spielweise durch hohen Ballbesitz und sicheres Passspiel aufgrund hoher Ordnung, auch als Defensivstrategie angesehen werden kann (frei nach dem Motto: wenn wir den Ball haben, kann der andere nichts damit machen) ist auch klar.
Nicht auch, insbesondere. Und so kam Dein Beitrag eben nicht rüber.

Ich fände es gut wenn du nochmal auf die Geschichte mit Aufwand einer Spielweise eingehen würdest - da wurden ja inzwischen einige Beispiele genannt die dem elementar widersprechen.
Wie schätzt du diese Gegenbeispiele ein?
Was meinst Du?
Wie oft "man bei klarer Führung noch ein Gegentor bekam, weil sich diese schließlich auch stark auf die Bilanz auswirken und es nicht mehr Aufwand bedeuten kann"? Erinnere Dich an die Spiele in Summe und was – in Summe! – dabei herauskam. Unabhängig von etwa einem Gegentor zum 1:4 waren bei Werder in fast jeder der letzten 10 Jahre für mich ineffiziente, unökonomische Laufwege und Raumnutzung sehr auffällig. Es konnte relativ oft durch permanentes Hinterher- und Gegenanrennen oder Individualaktionen kaschiert werden. Das ist aber auf Dauer und nicht in jedem Spiel zu schaffen und hat Werder letztlich viel zu oft wichtige Punkte gekostet.

Da lässt sich eben der Bogen zu maddin, Karlotto & Co. spannen, es ist sicherlich korrekt, dass Schaaf nicht auf Teufel komm raus die Dinge gänzlich gegen die Wand fahren lässt, sondern im letzten Moment die Kurve kriegt. Aber eben auch nur dann, wenn das Haus praktisch schon brennt. Entscheidender finde ich, dass die Reaktionen auf sich entwickelnde "Dinge" viel zu spät kommen, deshalb ist diese Vorgehensweise ab dem Punkt einer derartigen Häufigkeit mehr als fragwürdig. Denn sowas kann durchaus mal eine Saison passieren, weil das Festhalten an System und Philosophie nur logisch ist. Aber doch nicht immer wieder. Irgendwann bleibt dann nämlich nur noch der Ärger über diesen Unwillen haften, ebenso wie der Eindruck, dass die Qualitäten des Kaders im Endergebnis hinreichend genutzt wurden.


Oder meinst Du den Spiegel-Artikel? Beweist doch lediglich, dass Werder höheren Aufwand als andere betreiben muss, um effizienter zu sein.

Generell wird mir hier schon wieder viel zu viel philosophiert, was es doch für eine tolle (und geheime) Strategie von Schaaf ist, die andere praktisch/ eigentlich nicht können und die uns irgendwo hinführt, wo kein anderer Trainer hinkäme. Meine Meinung ist, dass Schaaf nur deshalb hier so lange Trainer ist, weil er 40 Jahre zu Werder gehört und der Verein komme was wolle, um jeden Preis Kontinuität vorleben will. Und diese Identifikation zum Verein hat eben auch ein besonderes, endloses Standing bei den Fans. Hier immer schön nachzulesen. Bei praktisch jedem anderen Klub in der BL wäre er in dieser Zeit fünfmal weg gewesen. Mindestens. Und stünde ganz anders in der Kritik.
Andererseits ist es sehr menschlich, denn wenn ich ohnehin nie hinterfragt werde und quasi unkündbar bin, mache ich mir auch keine Gedanken, ob was falsch laufen könnte und demzufolge immer die gleichen Fehler. Ich sehe darin auf gewisse Weise einen Teufelskreis.
 
@Mick:

Es ist doch alles grad im FLUSS, quasi fluid. So wünscht man es sich und wenn daran festgehalten wird, dass man dem Gegner mit Unerwartetem aufwartet. Is doch supi, oder?
 
Ich stimme mick bezüglich seiner Skepsis in Bezug auf TS zu.
TS bekommt aufgrund seiner Erfolge einen riesigen Vertrauensvorschub von den Fans und von den Verantwortlichen gewährt.
Bei den Verantwortlichen scheint mir die Angst vor einer ähnlichen Situation wie beim Rehagelabgang führend zu sein, so dass Kontinuität die Antwort ist. Auf der anderen Seite kann hier niemand wissen, im Falle eines neuen Trainers ob dann alles besser würde???
Es ist nun einmal augenfällig, dass Jahr für Jahr Probleme zu Beginn jeder Hin- oder Rückrunde auftreten und das die Defensive insgesamt sehr schwach ist. Diese ständig gleichen Fehlerketten lassen nicht viele Interpretationen zu.
Am Ende entscheidet einzig und allein die sportliche Leitung über Mannschaftsaufstellung und Taktik. Die Messlatte dafür haben sie selber aufgelegt, in dem sie einen internationalen Wettbewerb als Saisonziel ausgegeben haben, was für diesen Verein eine normale Saisonvorgabe ist.
Es waren Pizarro und Naldo, die die Devise "Bayernjäger" formuliert haben.
Am Ende müssen wir abwarten, was nach dem 34. Spieltag passiert, wer geht (Pizarro, CF, Naldo, TW etc ???) und wer kommt? Erst danach ist eine Prognose möglich.
 
@ Mick

Nee :D
Da bist du jetzt eigentlich genau auf die Dinge in dieser Hinsicht eingegangen die ich NICHT meinte.
Vielleicht habe ich es auch nicht klar genug ausgedückt:

Sowohl der Spiegelartikel als auch sämtliche Statistiken belegen ja, das z.B. Dortmund trotz starker Defensivarbeit mit wenig Gegentoren einen riesigen Aufwand betreibt. Was ja dann doch eher für z.B. Simac´s Einwurf spricht - das eben auch eine defensive Spielweise ebenso großen Aufwand bedeuten kann.
Was du dazu sagst, wollte ich gerne wissen.

Übrigens beweist der Spiegelartikel mMn gerade NICHT das Werder mehr Aufwand betreiben muss um erfolgreicher als andere Mannschaften zu sein. Er beweist eigentlich nur das Werder bezüglich der Sprints und "schnellen Läufe" in der furchtbaren letzten Saison viel zu wenig Aufwand betrieben hat - nämlich am wenigstens von allen Bundesligateams.
Und er zeigt das Dortmund - erfolgreich - einen Riesenaufwand betreibt.

Übrigens stimmt es tatsächlich nicht das man öfter noch einen klaren Vorsprung verspielt hat.
Habe das mal eben schnell überflogen und dabei festgestellt das man im Schnitt einmal pro Saison wettbewerbsübergreifend (!) einen 2 Tore Vorsprung verspielt hat. Von oft kann also nicht wirklich die Rede sein.


Meine Meinung ist, dass Schaaf nur deshalb hier so lange Trainer ist, weil er 40 Jahre zu Werder gehört und der Verein komme was wolle, um jeden Preis Kontinuität vorleben will. Und diese Identifikation zum Verein hat eben auch ein besonderes, endloses Standing bei den Fans. Hier immer schön nachzulesen. Bei praktisch jedem anderen Klub in der BL wäre er in dieser Zeit fünfmal weg gewesen. Mindestens. Und stünde ganz anders in der Kritik.

Dem kann ich nur vehement widersprechen. TS ist in erster Linie so lange hier Trainer weil er praktisch über seine gesamte Zeit hier sehr erfolgreich gewesen ist.
Das letzte Jahr ist davon sicherlich ausgenommen, klar. Die spielerische Entwicklung kann man sicher auch kritisch sehen, ich tue dies auch.
Die Erfolge sollten trotzdem unbestritten sein.
Mag sein das er bei manch anderem Klub 5 mal weg gewesen wäre - nur waren diese Klubs bei besseren oder ähnlichen finanziellen Vorraussetzungen irgendwie weniger erfolgreich.

Seine 40-jährige Vereinszugehörigkeit und die Bremer Tradition der Kontinuität sind sicher auch Faktoren - aber es nur darauf herunterzubrechen geht an der Realität vorbei.
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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