@der_1910
Bei Deiner ganzen Argumentation bleiben zwei Fragen offen (die schon mehrfach diskutiert wurden, ohne Ergebnis):
1.) wieviele Spieler sind bei uns taktisch reifer/ spielintelligenter geworden?
2.) Ist diese Art der Spielerförderung mit der heutigen Spielergeneration vereinbar?
Sicher bleiben solche Diskussionen (hier) zumeist ergebnislos.
Zur ersten Frage:
Man kann aber schon sagen, dass sich hier Spieler weiter entwickeln. Indizien dafür sind
a) die Klubs, zu denen Spieler von Werder aus wechseln. Nicht immer "grössere" Klubs, aber häufig. Wenn Spieler in die zweite Liga oder zu einem relativ schwächeren Verein wechseln, ist das Konzept halt nicht aufgegangen - oder sie sind, wie bspw. Niemeyer bei der Hertha - häufig Leistungsträger.
Genaue Beurteilung ist damit allein jedoch nicht möglich. Einen Hinweis darauf, dass sich die Spieler insgesamt verbessert haben, ist es schon.
(Ich setze voraus, dass Spieler im Fitnessbereich nicht so besonders viel hinzu lernen können, wenn sie es erstmal zu einem Bundesligisten geschafft haben. Das ganze Thema "Körperlichkeit", also Umgang mit Verletzungen, Fitness halten, etc. verwässert die Ergebnisse natürlich, was eben eine exakte Beantwortung der Frage verunmöglicht.)
b) der Transferüberschuß. Die Marktgesetze sowie das Ausfindig machen von unterschätzten Talenten verwässern hier das Ergebnis. Aber auch in diesem Punkt ist eine Tendenz erkennbar: die Spieler werden verbessert, weil teurer.
Zur zweiten Frage:
Die taktische Schulung ist heute auch im Jugendbereich viel umfangreicher also wichtiger als früher (als vor 1999, deutlicher noch, wenn man es mit den Spielergenerationen vor 1990 vergleicht). Spieler im Alter von Trybull et.al. sind heute in vielen Bereichen weiter als noch Spieler der Generation Borowski. (Der hat das nämlich vor nicht all zu langer Zeit als Begründung für den Erfolg junger Spieler genannt; wenn ich ihn nicht mit wem verwechsle.) Auch deshalb, weil Spieler in diesem Bereich geschult werden können erzielt Werder einen Transferüberschuß, will ich mal (extrem verkürzt) behaupten.
Die
Art der Spielerförderung bei Werder passt, glaube ich, schon zur gegebenen Spielergeneration. Die sind in der Lage und Willens für ihre Karriere und ihre mantalen Fähigkeiten Verantwortung zu übernehmen und haben eine professionellere Einstellung als früher/ganz früher. TS überträgt ihnen die Verantwortung für ihr Spiel, statt ihnen exakte Vorgaben zu machen, wohin sie zu laufen und zu passen haben (mein Eindruck - siehe oben).
Sicher könnte man das anders machen, viele Trainer machen das auch anders. TS hat ja nicht DEN goldenen Weg der Spielerförderung gefunden. Aber ich denke, dass es klappt und sehe mich da (aktuell

) bestätigt.