Nachdem ich mir hier die gestrigen Beiträge mal durchgelesen habe, muss ich doch sagen, dass ich froh bin, an Spieltagen grundsätzlich nicht zu schreiben, sondern das Spiel erst einmal sacken zu lassen - gleich ob Sieg, Unentschieden oder Niederlage.
Ich spiele nur ungerne den Partycrasher, aber abgesehen vom Ergebnis, einigen wenigen Individualleistungen und der ersten Viertelstunde kann ich dem Spiel wenig positives abgewinnen.
Wir sind nach wirklich gutem Beginn, der eigentlich durch das 1:0 von Lennart Thy hätte belohnt werden müssen, mehr und mehr in die gewohnten Abläufe verfallen, sind immer lethargischer und von extrem biederen Lauterern nahezu eingeschläfert worden.
Der FCK hat extrem wenig riskiert, schaffte es mit zunehmender Spieldauer allerdings, das Tempo immer weiter zu verschleppen und kurz vor dem -in meinen Augen stark abseitsverdächtigen- 1:0 durch Rosenberg sogar für kurze Zeit zu kontrollieren, was in der Großchance von Ivo Ilicevic (Lattentreffer) gipfelte.
Gelingt den Lauterern da der Führungstreffer, bin ich mir ziemlich sicher, dass der FCK den Platz als Sieger verläßt.
Dass Werder unmittelbar danach quasi aus dem Nichts durch einen Torwartfehler und einer zumindest stark abseitsverdächtigen Situation zum Führungstreffer kam, war nicht mit Taktik zu erklären, sondern weit eher mit dem nötigen Glück, dass man auch hin und wieder braucht. In jedem Fall war der Treffer für die Entscheidung des Spiels essentiell.
Insgesamt aber schien mir die gesamte Mannschaft nicht voll auf der Höhe, was Laufbereitschaft und Fitness betrifft, aber auch in Bezug auf die Schnelligkeit des Passpiels, wobei letzteres wahrscheinlich durch ersteres bedingt war und ist.
Ich hoffe, dass das Team die Chance nutzt, sich die Fitness im Laufe der Saison zu holen, schließlich bietet sich Werder in diesem Bereich eine größere Chance, (auch durch Verletzungen) versäumtes nachzuholen, weil man nicht international vertreten ist und aktuell auch nicht allzu viele Nationalspieler abzustellen hat.
Eine echte Tendenz aus dem Kaiserslautern-Spiel abzulesen, würde mir aber zu weit gehen, schließlich wirkte das gesamte Spiel auf mich wie ein Vergleich zwischen einem Bundesliga-Mittelklasseteam und einem extremen -Abstiegskandidaten.
Die Wechsel dagegen waren nachvollziehbar. Den angeschlagenen Bargfrede gegen Ekici zu ersetzen und gleichzeitig Fritz auf die Sechs und Ekici/Marin auf die linke Halbposition zu verschieben, leuchtet ein und erscheint als mit Abstand beste der möglichen Varianten, wie auch der Wechsel von Wesley für Marin Sinn ergab, da Marin angesichts des insgesamt zu langsamen Spiels wieder einmal in der Luft hing.
So richtig die Auswechslung von Marin allerdings auch war, so unverständlich ist es mir, dass man das hohe Tempo der ersten Viertelstunde anschließend nicht nur nicht halten, sondern auch nicht mehr einstreuen konnte. Dass die fußballerischen Qualitäten vorhanden sind, zeigten nicht nur diese 15 Minuten, sondern auch diverse Sequenzen aus Testspielen und der jüngeren Vergangenheit.
Hier liegt, wie bereits angesprochen, noch eine Menge Arbeit im Fitness-, aber auch Mentalbereich vor der Mannschaft, denn die generelle Laufbereitschaft ließ auch gestern wieder zu wünschen übrig.
Ganz stark und damit bester Bremer in meinen Augen Per Mertesacker, stark, aber mit einem längerfristigen Abtauchen versehen in meinen Augen Aaron Hunt und Markus Rosenberg, der durch seine beiden Treffer selbstverständlich zum Mann des Tages avancierte. Schade, dass es mit dem Hattrick nicht klappte, weil sich so ein sturer Pfosten in den Weg stellte.