Thomas Eichin (Bayer Leverkusen, Leiter Nachwuchs- & Frauenfußball)

So wie Dutt sich äußert und spielen lässt, es ist eben auch schwer so etwas wie Euphorie bei den Spielern zu entfachen.

Man hat es von Anfang an mit einem Höchstmaß an Seriösität und Sachlichkeit versucht, bisher ist dieser Weg allerdings gescheitert.

DAS ist mir zu billig. Dein Statement würde ja voraussetzen, dass die Spieler in einer Art "Konsumentenhaltung" verharren..."Trainer, motiviere mich, setze Reizpunkte, sonst bin ich leider nicht in der Lage, Leistung erbringen..." Oder wie ? Das Gegenteil ist der Fall: Diese jungen Leute müssen begreifen und frühzeitig vermittelt bekommen, dass sie bereits in jungen Jahren mehr Geld bekommen, als manch einer in seinem gesamten Leben zusammenverdient. Möglicherweise wurde ein Fehler von TERD gemeinsam bereits in der Anfangsphase begangen, wenngleich aus Gründen, die von beiden gut gemeint waren: Nämlich, dieser größtenteils nicht erstligataugliche Ansammlung von Spielern (von Mannschaft kann man da kaum reden) gut zuzureden, sie starkzureden. Möglicherweise glaubten am Ende manche Spieler wirklich, sie können was, der Abstieg ist in weiter Ferne und andere Clubs stehen Schlange......
 
So wie Dutt sich äußert und spielen lässt, es ist eben auch schwer so etwas wie Euphorie bei den Spielern zu entfachen.

Naja, in den letzten Jahren zuvor war auch trotz einer offensiven Ausrichtung auch nicht deutlich mehr Einsatzbereitschaft zu sehen. Wenn man 3:0 führt, kann jeder euphorisch auftreten, aber bei einem Rückstand trennt sich die Spreu vom Weizen; dahingehend haben wir leider zu viel Spreu, egal wie taktische Marschroute auch sein mag.
 
Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Wobei man das eben nicht allen Spielern gleichermaßen vorwerfen kann. Es reichen allerdings eben schaun ein paar "faule Äpfel" Kader und schon hat man ein extremes Problem.

Und das extreme Problem verschäft sich, wenn mannschaftsintern keiner dazu in der Lage ist, diese "faulen Äpfel" von ihrem Tun bzw. Nicht-Tun abzuhalten.
 
DAS ist mir zu billig. Dein Statement würde ja voraussetzen, dass die Spieler in einer Art "Konsumentenhaltung" verharren..."Trainer, motiviere mich, setze Reizpunkte, sonst bin ich leider nicht in der Lage, Leistung erbringen..." Oder wie ? Das Gegenteil ist der Fall: Diese jungen Leute müssen begreifen und frühzeitig vermittelt bekommen, dass sie bereits in jungen Jahren mehr Geld bekommen, als manch einer in seinem gesamten Leben zusammenverdient. Möglicherweise wurde ein Fehler von TERD gemeinsam bereits in der Anfangsphase begangen, wenngleich aus Gründen, die von beiden gut gemeint waren: Nämlich, dieser größtenteils nicht erstligataugliche Ansammlung von Spielern (von Mannschaft kann man da kaum reden) gut zuzureden, sie starkzureden. Möglicherweise glaubten am Ende manche Spieler wirklich, sie können was, der Abstieg ist in weiter Ferne und andere Clubs stehen Schlange......

in der Theorie hast du Recht. Natürlich sollte das so sein.
Das heißt aber nicht das ein Trainer nicht auch hier noch einige Prozent herauskitzeln kann.

Mir geht es aber auch keineswegs nur um die Einstellung, sondern vielmehr auch um Mut, Spielfreude. Wenn man Aufbruchstimmung erzeugen kann, Begeisterung, dann ist das eben auch ein mögliches Mittel um Ängste in den Hintergrund treten zu lassen.

Auch das ist keinesfalls ein Königsweg. Es ist lediglich eine Alternative. Mehr habe ich aber auch nicht gesagt.

Nachhaltiger mag sogar die seröse Sachlichkeit sein. Nur: Nachhaltigkeit wird uns nicht mehr viel helfen, sollten wir diese Saison absteigen. Das muss man im Hinterkopf behalten. So funktionierten seit jeher ja auch die Feuerwehrmänner, einfach noch mal eine positive Stimmung erzeugen.

@ Bremen

Siehe oben, mir geht es keineswegs nur um eine taktische Ausrichtung. Davon war ja nicht die Rede.
 
in der Theorie hast du Recht. Natürlich sollte das so sein.
Das heißt aber nicht das ein Trainer nicht auch hier noch einige Prozent herauskitzeln kann.

Mir geht es aber auch keineswegs nur um die Einstellung, sondern vielmehr auch um Mut, Spielfreude. Wenn man Aufbruchstimmung erzeugen kann, Begeisterung, dann ist das eben auch ein mögliches Mittel um Ängste in den Hintergrund treten zu lassen.

Das mag sein. Nur bin ich der Meinung, dass es sich dann häufig um "Strohfeuereffekte" handelt, die über keine Nachhaltigkeit verfügen. Wie oft hat man sich über einen Christoph Daum, Peter Neururer und andere Trainer unterhalten, die kurzzeitig zwar ein Feuer entfachen konnten (manchmal als Feuerwehr sogar mit Erfolg), jedoch nie Kontinuität vermitteln konnten...
 
DAS ist mir zu billig. Dein Statement würde ja voraussetzen, dass die Spieler in einer Art "Konsumentenhaltung" verharren..."Trainer, motiviere mich, setze Reizpunkte, sonst bin ich leider nicht in der Lage, Leistung erbringen..." Oder wie ? Das Gegenteil ist der Fall: Diese jungen Leute müssen begreifen und frühzeitig vermittelt bekommen, dass sie bereits in jungen Jahren mehr Geld bekommen, als manch einer in seinem gesamten Leben zusammenverdient. Möglicherweise wurde ein Fehler von TERD gemeinsam bereits in der Anfangsphase begangen, wenngleich aus Gründen, die von beiden gut gemeint waren: Nämlich, dieser größtenteils nicht erstligataugliche Ansammlung von Spielern (von Mannschaft kann man da kaum reden) gut zuzureden, sie starkzureden. Möglicherweise glaubten am Ende manche Spieler wirklich, sie können was, der Abstieg ist in weiter Ferne und andere Clubs stehen Schlange......

Aber genau hier liegt doch das Problem. Wir haben es mit der Generation Y zu tun. Die wollen motiviert werden. Mit Lehrbuchmeinung und Dozieren erreicht man dort gar nichts. Daran ist schon ein Schaaf in Bremen gescheitert. Es geht nicht um die fachliche Kompetenz sondern um die soziale. Deswegen erreicht auch ein junger Weinzierl viel leichter sein Team.
Daran ist auch Dutt in Lev gescheitert. Das gleiche erlebt er zurzeit in Bremen.
 
Aber genau hier liegt doch das Problem. Wir haben es mit der Generation Y zu tun. Die wollen motiviert werden. Mit Lehrbuchmeinung und Dozieren erreicht man dort gar nichts. Daran ist schon ein Schaaf in Bremen gescheitert. Es geht nicht um die fachliche Kompetenz sondern um die soziale. Deswegen erreicht auch ein junger Weinzierl viel leichter sein Team.
Daran ist auch Dutt in Lev gescheitert. Das gleiche erlebt er zurzeit in Bremen.

Interessanter Beitrag. Die Frage wäre dann ja aber, WO der Ansatzpunkt ist ! Fakt ist, dass RD in guter Absicht, die Mannschaft und einzelne Spieler, die Gesamtsituation von Anfang an schöngeredet hat, Lob verteilt hat, Zuversicht verbreitet hat. Dann wäre ja das Fazit, dass RD die Spieler nicht früh genug aus der "Komfortzone" geholt und mit der Wirklichkeit der Vereinssituation, des individuellen Leistungsvermögens, dem bevorstehenden Abstiegskampf konfrontiert hat....
 
Es ist ja grundsätzlich auch nicht falsch Druck von der Mannschaft zu nehmen.

Wenn ich aber selbst klarste Niederlagen hinnehme und immer betone das der Gegner ja einfach zu viel Qualität haben, brauche ich mich aber auch nicht wundern wenn die Spieler vielleicht brav rennen, sich aber trotzdem nich richtig wehren. Diese Unterwürfigkeit, das kann ich einfach nicht verstehen.

Dazu gehört eben auch das ich unbedingt gewinnen will und mich über Niederlagen immer ärgere. Das vermitteln aber weder die Spieler noch die sportliche Leitung konstant.
 
Es ist ja grundsätzlich auch nicht falsch Druck von der Mannschaft zu nehmen.

Wenn ich aber selbst klarste Niederlagen hinnehme und immer betone das der Gegner ja einfach zu viel Qualität haben, brauche ich mich aber auch nicht wundern wenn die Spieler vielleicht brav rennen, sich aber trotzdem nich richtig wehren. Diese Unterwürfigkeit, das kann ich einfach nicht verstehen.

Dazu gehört eben auch das ich unbedingt gewinnen will und mich über Niederlagen immer ärgere. Das vermitteln aber weder die Spieler noch die sportliche Leitung konstant.

Aber TERD haben doch seit Anbeginn nichts Anderes getan, als Druck von der Mannschaft zu nehmen. Natürlich in guter Absicht, nämlich der Mannschaft Selbstvertrauen und Mut einzuhauchen. Die Mannschaft scheint das aber VÖLLIG falsch verstanden zu haben....
 
Interessanter Beitrag. Die Frage wäre dann ja aber, WO der Ansatzpunkt ist ! Fakt ist, dass RD in guter Absicht, die Mannschaft und einzelne Spieler, die Gesamtsituation von Anfang an schöngeredet hat, Lob verteilt hat, Zuversicht verbreitet hat. Dann wäre ja das Fazit, dass RD die Spieler nicht früh genug aus der "Komfortzone" geholt und mit der Wirklichkeit der Vereinssituation, des individuellen Leistungsvermögens, dem bevorstehenden Abstiegskampf konfrontiert hat....

Der Ansatzpunkt liegt darin (neudeutsch), sie dort abzuholen, wo die Spieler stehen. Du musst ihre Sprache im übertragenen Sinne sprechen. Es ist auch nicht Jedem gegeben, mit jungen Menschen zu arbeiten.
Du musst authentisch sein. Das gelingt einem Klopp meisterlich. In puncto Fachwissen und Fußballtaktik stehen RD und auch TS einem Klopp in nichts nach.
Aber bei der direkten Kommunikation mit den Spielern ist ein Jürgen Klopp in der deutschen Sprache zurzeit einzigartig. Daher meine ich auch, dass Klopp in England oder Spanien nicht den Erfolg hätte.
Deswegen bescheinigt auch TE einem RD, dass er ein akribischer Arbeiter sei und ständig zum Wohle des Vereins wirkt. Das glaube ich ihm auch. Nur hat RD nicht den Draht zu seinen Spielern. Theoretisch sicher ein absoluter Fachmann, aber im Alltäglichen leider limitiert.
Planspiele im PowerPoint bleiben Planspiele.
 
Wenn ich aber selbst klarste Niederlagen hinnehme und immer betone das der Gegner ja einfach zu viel Qualität haben, brauche ich mich aber auch nicht wundern wenn die Spieler vielleicht brav rennen, sich aber trotzdem nich richtig wehren. Diese Unterwürfigkeit, das kann ich einfach nicht verstehen.

Geht mir genauso, aber das scheint ein grundsätzliches Problem bei Werder Bremen zu sein, daß man sich zu schnell zufrieden gibt bzw. sich mit dem Vorgekommenen ohne großartige Gegenwehr arrangiert. Bezeichnend dafür ist z.B. daß das 1:0 gegen Leverkusen zum Ende der Hinrunde der erste Sieg gegen eine zum Zeitpunkt der Parte Top-5-Mannschaft seit 3,5 Jahren (!) war. Als wir uns dagegen noch unter den Top 5 der Liga befanden, gehörten 2 Niederlagen pro Saison gegen potentielle Abstiegskandidaten auch im heimischen Weserstadion zur Norm.
 
Der Ansatzpunkt liegt darin (neudeutsch), sie dort abzuholen, wo die Spieler stehen. Du musst ihre Sprache im übertragenen Sinne sprechen. Es ist auch nicht Jedem gegeben, mit jungen Menschen zu arbeiten.
Du musst authentisch sein. Das gelingt einem Klopp meisterlich. In puncto Fachwissen und Fußballtaktik stehen RD und auch TS einem Klopp in nichts nach.
Aber bei der direkten Kommunikation mit den Spielern ist ein Jürgen Klopp in der deutschen Sprache zurzeit einzigartig. Daher meine ich auch, dass Klopp in England oder Spanien nicht den Erfolg hätte.
Deswegen bescheinigt auch TE einem RD, dass er ein akribischer Arbeiter sei und ständig zum Wohle des Vereins wirkt. Das glaube ich ihm auch. Nur hat RD nicht den Draht zu seinen Spielern. Theoretisch sicher ein absoluter Fachmann, aber im Alltäglichen leider limitiert.
Planspiele im PowerPoint bleiben Planspiele.

Das überzeugt mich nicht so recht, zumal Du ja offenbar darauf hinaus willst, dass Jürgen Klopp selbst Liga-Erfahrung als Spieler gesammelt hat und seine Mannschaft daher besser "anpacken" (psychologisch, praktisch) kann ?! Diesen Faktor halte ich für stark überbewertet....
 
Aber TERD haben doch seit Anbeginn nichts Anderes getan, als Druck von der Mannschaft zu nehmen. Natürlich in guter Absicht, nämlich der Mannschaft Selbstvertrauen und Mut einzuhauchen. Die Mannschaft scheint das aber VÖLLIG falsch verstanden zu haben....

Hat sie es falsch verstanden oder verfügt sie über zu viel Selbstüberschätzung und/oder Selbstzufriedenheit? Es kann ja kein Zufall sein, daß zwei Siege in Folge seit Jahren Ausnahmeerscheinungen bei Werder Bremen sind - trotz einer stetigen Fluktuation im Kader.
 
Hat sie es falsch verstanden oder verfügt sie über zu viel Selbstüberschätzung und/oder Selbstzufriedenheit? Es kann ja kein Zufall sein, daß zwei Siege in Folge seit Jahren Ausnahmeerscheinungen bei Werder Bremen sind - trotz einer stetigen Fluktuation im Kader.

Gute Frage, vor allem vor dem Hintergrund, inwieweit TERD DAS noch befördert haben könnten.....Ich weiß es ehrlich gesagt nicht....
 
Das überzeugt mich nicht so recht, zumal Du ja offenbar darauf hinaus willst, dass Jürgen Klopp selbst Liga-Erfahrung als Spieler gesammelt hat und seine Mannschaft daher besser "anpacken" (psychologisch, praktisch) kann ?! Diesen Faktor halte ich für stark überbewertet....

Wo steht das??? Habe ich nicht behauptet. Es geht nur darum, die richtige Tonalität in der Diskussion mit den Spielern zu finden. Praktische Erfahrungen sind dort hilfreich aber nicht notwendig.
Es ist die reine Interaktion zwischen Trainer und Spieler. Du kannst dozieren wie Dutt, motivieren wie ein Klopp oder gnadenlos interagieren wie ein Magath. Bei Magath haben die Spieler mehr Angst vor ihm als vor dem Gegner. Das funktioniert eine gewisse Zeit, nutzt sehr schnell ab.
Klopp wiederum bewegt sich auf einer Ebene mit seinen Zöglingen. Autoritär ist der auch, aber anders.
Magath wurde von einem Happel geprägt, TS von einem Rehagel, Klopp ist Studiosus und hat von W. Frank gelernt.
 
Wo steht das??? Habe ich nicht behauptet. Es geht nur darum, die richtige Tonalität in der Diskussion mit den Spielern zu finden. Praktische Erfahrungen sind dort hilfreich aber nicht notwendig.
Es ist die reine Interaktion zwischen Trainer und Spieler. Du kannst dozieren wie Dutt, motivieren wie ein Klopp oder gnadenlos interagieren wie ein Magath. Bei Magath haben die Spieler mehr Angst vor ihm als vor dem Gegner. Das funktioniert eine gewisse Zeit, nutzt sehr schnell ab.
Klopp wiederum bewegt sich auf einer Ebene mit seinen Zöglingen. Autoritär ist der auch, aber anders.
Magath wurde von einem Happel geprägt, TS von einem Rehagel, Klopp ist Studiosus und hat von W. Frank gelernt.

Hatte ich auch nicht unterstellt. Magath ist schlicht ein Trainer, der sich stets bei der Auswahl seiner Vereine zuletzt immer den Luxus geleistet hat, auf individuelle Befindlichkeiten seiner Spieler keine Rücksicht nehmen zu müssen. Wer nicht wollte (oder konnte) oder rebellierte, wurde gnadenlos aussortiert und durch einen Anderen ersetzt. Eine Philosophie, die im Leistungssport mit Millionengehältern durchaus ihre Berechtigung haben kann, jedoch zum jeweiligen (Großgeld-)Verein passen muss....
 
Back
Top