Stuttgart 21 demokratisch legitimiert?
So wie nachfolgend, lautet die Argumentation des Systems!
Die Dauer-Argumente der Projektbetreiber, wie von allen politischen Gremien entschieden", oder Verträge sind bereits abgeschlossen", oder der Widerspruch der Bürgerschaft kommt zu spät", oder das Projekt ist für die Region wichtig", haben in Bezug auf den Entscheidungsanspruch der Bürgerschaft keine Relevanz. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Prinzip der Volkssouveränität als das mit der höchsten Legitimation ausgestattete anerkennt. Die Bürgerschaft müsste sich letztlich noch nicht einmal rechtfertigen, warum sie etwas ablehnt, weil sie souverän entscheidet ! Schon die subjektive Sorge vor immer höheren Schulden und einer Zerstörung der Umwelt wären Grund genug, über die Länge von Tunnelröhren müsste garnicht gestritten werden.
Es ist dennoch hilfreich, die Legitimationskraft der einzelnen, durch die Projektbetreiber vorgebrachten Argumente zu überprüfen, weil diese dadurch sachlicher widerlegt werden können.
Also, worüber reden wir. Wir reden über Partizipation und über Umfragen, die sich nur auf das Projekt beziehen:
Wie sah die Bürgerbeteiligung aus?
5. Bürgerbeteiligung
In der Zeit vom 4. März bis zum 3. Juni 1997 wurde, von der Kommunalentwicklung Baden-Württemberg GmbH (KE) moderiert, im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart eine so genannte Offene Bürgerbeteiligung" zum Städtebauprojekt Stuttgart 21 durchgeführt. Den Moderatoren wurde vorgegeben, die Arbeitsgruppen so zu moderieren, dass zwar Vorschläge zur Ausgestaltung von S21 gemacht werden sollten, dass aber eine kritische Hinterfragung, eine Ablehnung oder ein Diskurs über Alternativen zu unterbinden sei. Dennoch haben einige Sprecher der Arbeitsgruppen bei der Vorstellung ihrer Arbeitsergebnisse im Rathaus am 26. Juni 1997 schwerwiegende Kritik und Argumente für eine Ablehnung des Projektes S21 vorgetragen, was jedoch folgenlos blieb! Die so genannte Bürgerbeteiligung wurde für beendet erklärt. Ein wirklicher Diskurs fand nicht statt, wodurch sich bereits zu diesem Zeitpunkt viele Teilnehmer getäuscht fühlten.
Wie die Umfragen?
6. Bürgerumfragen
Die Projektbetreiber behaupten, ihre demokratische Legitimation, bzw. die Zustimmung der Bürgerschaft sei auch durch Bürgerumfragen gestützt, was jedoch schlicht nicht stimmt !
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte 2007 bei Emnid eine Umfrage in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben, mit dem Ergebnis, dass ca. 2/3 der Bevölkerung sich gegen S21 ausgesprochen haben.
http://www.lifepr.de/pressemeldungen/bund-landesverband-baden-wuerttemberg/boxid/787
Bei einer anderen Umfrage im Jahre 2009 zeigte sich, dass trotz massiver Information" durch die Stadtverwaltung die Ablehnung für S21 mit jedem Jahr zunahm.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/s...-umfrage-mehr-buerger-gegen-stuttgart-21.html http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/1203/stuttgart21.pdf
In einer Umfrage im August 2010 zu S21 durch Forsa, im Auftrag des STERN, stimmten im Land
51 % Prozent mit "nein", 26 % mit "ja" und 23 % waren unentschieden. Noch eindeutiger ist die Ablehnung in Stuttgart. Zwei Drittel (67 %) der Befragten waren gegen den Umbau des Bahnhofs.
http://www.stern.de/politik/deutsch...emberger-sind-gegen-stuttgart-21-1598988.html
In einer Online-Abstimmung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Stand 8.9.2010, 13 00 Uhr, sprechen sich 78 % der Bürger gegen- und nur 22 % für Stuttgart 21 aus!
www.faz.net/s/homepage.html
Und schlussendlich. Wie ist das Projekt als Solches denn zu sehen?
7. Durch alle Gremien bestätigt ?
Die Projektbetreiber behaupten, dass alle Gremien mehrheitlich S21 bestätigt hätten.
● Das Projekt S21 wurde in der gegenwärtig vorliegenden Form nie beschlossen!
● Es wurde von den Gremien allenfalls ein gleichnamiges, aber mit anderen Kosten, anderen sachlichen Grundlagen und mit anderen Voraussetzungen verbundenes Projekt entschieden.
Es ist heutzutage üblich, dass Mega-Projekte zur besseren Durchsetzung zunächst klein gerechnet werden und dass Politiker verdächtig locker mit Steuer-Milliarden umgehen. Es liegt keine Legitimation vor, wenn das heutige Projekt um Milliarden teurer ist, als das seinerzeit Beschlossene. Kurz: die Geheimhaltung elementarer Dokumente, Daten und Fakten sowie die weit höheren Kosten lassen die damaligen Beschlüsse obsolet werden.
● Es haben auch nicht alle Gremien zugestimmt. Das höchste Gremium, die Bürgerschaft selbst, wurde übergangen, obwohl sie einen Letztentscheidungs-Anspruch seit 1997 klar reklamiert hat und weiterhin einfordert !
http://www.youtube.com/watch?v=2dATH3eVltU
Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun." (Voltaire)
So, mein lieber Experte, das sind die Zahlen, die ich meinte. Wenn es diese Einwendungen gibt, was selbst du scheinbar nicht zu bestreiten wagst, wer hat die denn eingereicht, wenn es nicht Menschen waren, denen es offensichtlich doch gelungen ist, sich zu informieren? Oder stammen die aus einer geheimen Regierungsbehörde, die den von dir angedrohten Bürgerkrieg vorbereiten soll?
Langsam wird es wirklich ganz furchtbar lächerlich.
Aber ich kann es verstehen, dass man es lächerlich findet, wenn an dem eigenen Weltbild gerüttelt wird. "Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf."
Ich hoffe, Dir einen Einblick in das gegeben zu haben, von dem Du überzeugt bist, Dich nach Arbeitsschluss locker flockig informieren zu können.
Zusammenfassend gesagt:
Zu den Einwendungen. Diese befassten sich lediglich mit dem Projekt. Eingebungen gegen das Projekt wurden nicht angenommen. Waren einfach nicht zulässig! Die Politik schließt den Bürger hier einfach aus!!! Dazu ist oben in der Quelle auch ein Video vorhanden, wo es entsprechend seitens der Verwaltung auch so geäußert wird. Nur, damit diejenigen, die sich nicht vorstellen können, das es wirklich so gelaufen ist, sich auch ein Bild von der Realität machen können.
Du, wie auch Feli finden sich im ersten Quote wieder. Ihr seid nicht wirklich auf der Suche nach Antworten. Ihr kennt die Antwort bereits und alles, was auf Eure Antwort nicht passend ist, das gibt es auch nicht. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.
Für Euch sind es nen Haufen Idioten, die da für Ihre Bürgerrechte gegen Ihre Volksvertreter vorgehen.
Seid Euch gewiss. Dem ist nicht so.
Mir kommt es so vor, als währet Ihr nur daran interessiert, Euer Weltbild zu retten. Ihr sei lediglich auf der Suche nach nem Totschlagargument, dass man dem Bürger entgegenhalten kann. Gefunden habt Ihr es, denn Ihr sagt, dass die Menschen halt zu dumm waren und sie, ähnlich wie Ihr jetzt den Volksvertretern Ihre Worte abgenommen haben.
Ihr sagt, die Politik ist nicht flexibel. Sie hat die Bürger und Ihre Interessen zu ignorieren, weil sie ist an das starre parlarmentarische System gebunden. Ihr sagt, es ist sinnvoll, dass der Bürger gegen seinen Volksvertreter zu kämpfen hat, damit er gehört wird. Nur die komplette Abwahl der CDU in Stadtrat, Landtag und am besten auch Bundestag aufgrund von S21 hätte etwas bewirken können, aber wer macht schon sowas. Damit wartet man bis zum Äußersten. Da ist man mittlerweile angelangt.
Es wollte auch niemand die gesamte CDU abstrafen. Darum ging es den Menschen nie. Sie wollten dieses Projekt nicht. Diesem Projekt sollte eine Absage erteilt werden und die Politik wollte den Menschen zeigen, dass Ihnen dieser Weg nicht gegeben ist, hat es aber so nicht kommuniziert. Erst diese Art und Weise hat diese breite wohl informierte und jetzt zu allem bereite Bürgerbewegung möglich gemacht.
Vielleicht solltest Du Dich ein wenig mit den von Mappus und Schuster sog. Kommunikationsproblemen befassen, um zu verstehen, warum das alles so aus dem Ruder gelaufen ist und warum die Menschen so arg enttäuscht sind von Ihren gewählten Volksvertretern.
Soeine Bürgerbewegung setzt sich nicht in Bewegung, nur weil die Grünen agitieren, was sie im Übrigen auch nicht tun, oder
ein Thema für den Wahlkampf brauchen.
Ein Thema für den Wahlkampf hat die CDU in diesem Thema gefunden. Das kann man alleine an dem Polizeieinsatz und den folgenden Veranstaltungen sehen. Das ist gewollt und von Anfang an so geplant!
Wie man an der Webseite - Wir sind Stuttgart21 - wie auch an den Wahlkampfveranstaltungen der CDU sehen kann, sind sie die Einzigen, die schon vollkommen im Wahlkampf für März 2011 drin sind.
Nicht umsonst laden sie auch Ihre Parteimitglieder zum Fahneschwenken dazu ein. Wie bereits erwähnt war auch der Polizeieinsatz Kalkül. Jetzt wo dem Koch sein alter Wahlkampfmanager die Geschicke hinter den Kulissen in BW leitet, wundert Einen das auch nicht mehr wirklich. Alles trägt eine klare Handschrift - nur ist Mappus eben nicht Koch. Damit man sich so inszenieren kann braucht es halt auch die entsprechende Abgebrühtheit. Das Kalkül war - Es sollte Härte und Entschiedenheit gezeigt werden.
Mappus der Hardliner, der das Projekt rettet und durchsetzt - gegen alle Widerstände, die ihm entgegenstehen. Vor allem die Durchsetzung der Baumanßnahme.
Nicht die Grünen haben diesen Termin zum Bau gewählt. Die CDU und die Deutsche Bahn AG haben den Termin zum Baubeginn festgelegt. Das, was hier stattfindet, ist von der CDU so geplant. Nur, damit die Äußerungen zum Wahlkampf mal ein wenig relativiert werden.
Warum wurde wohl schon mit dem Projekt begonnen und die Strafzahlungen für die anderen Projekte in Kauf genommen.
Viel mehr Kalkül kann man schon nicht mehr an den Tag legen. Nur hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Das, was wir jetzt mit der Schlichtung sehen, ist reiner Opportunismus.
Was mich jetzt interessiert. Bist Du wirklich an Informationen interessiert? Habe ich Dich womöglich falsch verstanden?