Erstmal schon Zustimmung an das, was Puwaldo geschrieben hat. Zudem würde mich mal interessieren, was Du mit "live mit der Thematik" beschäftigen meinst. Ich habe seit 2004 dauerhaft meine DK im Ost Oberrang und bin vorher sporadisch zwischen Sitzplatz West und Stehplatz Ost gewechselt. "Vorher" meint: Seit 1994, allerdings nicht regelmäßig weil keine DK. Zu Zeiten der Eastside konnte ich feststellen, bzw. war mein Eindruck, dass alles wesentlich besser funktioniert hat und dass der Fokus wirklich noch auf "Stimmung machen für alle" lag und nicht auf minutenlangen Dauergesängen. Das hat sich seitdem extrem zum negativen hin verändert, somit hast Du Recht wenn Du sagst, die Kurve sei nicht mehr das, was sie mal war. Die Eastside hat das damals gut gemacht. Ich weiß jetzt nicht mehr im Detail, was genau anders gemacht wurde, aber da ich das gut fand, was damals abgelaufen ist, kann mir auch niemand vorwerfen, ich wäre pauschal gegen alles, was von Ultras kommt. Denn das ist kompletter Blödsinn. Ich sage nur, dass in meinen Augen die Ultras den ersten Schritt zur Besserung der Situation tun sollten. Das hat nichts mit Schuldzuschiebungen oder so zu tun, sondern ist für mich ein logischer Schritt, den ich weiter oben schon begründet habe.
Das ist genau der Punkt den ich meine. Die Organisation innerhalb der Kurve ist komplett zusammengebrochen. Zu Zeiten der ES war eine Gruppe hauptverantwortlich für die Stimmung, da wurde sich "untergeordnet" und es funktionierte.
Der Fußball hat sich geändert, es ist nich mehr das Spiel an sich, sondern das ganze Event, was zählt. Wenn man sich das Publikum vor ca. 10 Jahren anschaut und mit heute vergleicht..... Wir hatten viel mehr Substanz in der Kurve. Die Personen waren da, um Werder anzufeuern und nicht um das Erlebnis "Fußball" zu konsumieren.
Auch kann ich mich genausowenig mit der Entwicklung in der Ultrà-Szene anfreunden. Für mich steht innerhalb des Stadions, die bediengungslose Unterstützung der Mannschaft im Vordergrund - alles andere sollte zweitrangig sein.
Ich weiss, das mehr geht, weil ich es erlebt habe, daher schmerzt es umsomehr, das weder von Seiten der Ultràs, noch von Seiten der anderen, langjährigen Ostkurventreuen, etwas konstruktives kommt, was uns wieder auf den richtigen Weg bringt.
Wenn man sieht, das ein Weg nicht funktioniert, dann muss man schauen, das man wieder auf den richtigen Weg zurückkommt und nicht beharrlich stur weitermarschieren - und das gilt für alle Seiten.
Nochmal: Ich sprech keinen ab, das er oder sie, sich mit der Situation zufrieden gibt- jedoch bemängel ich die Einsatzbereichtschaft, mehr zu geben, als das was seit langer Zeit von allen Seiten kommt, oder in dem Fall nicht kommt. Es wird immer Versucht, die Last auf andere Schultern zu legen, wenns dann nicht klappt, hat man einen Sündenbock.