Sind wir der FC Bayern, dass wir einen 2. oder 3. Platz schon als Scheitern ansehen???
Klar, es gab seit dem Double-Jahr schon die Gelegenheit die Meisterschaft zu holen (erinnere mich an das Jahr in dem Stuttgart Meister wurde), aber dennoch ist es vermessen, eine Platzierung unter den ersten 3 Mannschaften als Versagen zu bezeichnen!
Bei solch einer Einstellung ist es kein Wunder, dass im Stadion erst ab einer 4-0 Führung (und die am besten schon zur Halbzeit) Stimmung aufkommt.
Tut mir leid, Du hast mich nicht verstanden.
Werder IST seit 6 Jahren ständig eine Spitzenmannschaft in der Bundesliga gewesen und man ist es auch jetzt noch.
Man leistet sich einen Kader, der in einem Jahr Gehälter von mehr als 100 Mio. Euro verschlingt.
Und der Kader ist nicht nur teuer, er ist auch saugut. Gilt für jedes Jahr seit 2004. Das Gleiche gilt für das Management und den Trainerstab.
Da ist es völlig normal, wenn man dann auch Ansprüche formuliert. Wenn man einen Kader hat, der Meister werden kann und (meistens) auch meisterlich spielt, muss man zumindest auch sagen: "Wir können Meister werden und wir wollen Meister werden."
Wer das nicht macht, sondern schon bei einem 2. oder 3. Platz so tut, als hätte man alle Ziele erreicht, der ist zu früh mit zu wenig zufrieden.
Man ist dann nämlich innerlich nicht bereit, den nächsten Schritt zu machen. Man bleibt stehen. Bei der Konkurrenz ist Stillstand aber Rückschritt. Und dann ist es kein Wunder, wenn auch nicht mehr heraus kommt.
Natürlich ist auch ein 2. oder 3. Platz ein schöner Erfolg. Dafür muss man sich natürlich nicht entschuldigen.
Aber wenn man dann, wenn man den 1. Platz erreichen kann (und das konnte man aufgrund des Kaders und des guten Fußballs sowie der Ergebnisse mindestens in 2 Saisons seit 2004) dies nicht tut, dann muß man einfach sagen "wir haben es selber verschenkt". Zum Beispiel in den Saisons, als einmal eine schlechter spielende Bayern-Mannschaft und einmal die Stuttgarter Meister wurden.
Und man sollte dann schon sauer auf sich sein. Ist man es nicht, dann will man nicht Meister werden. Und dann wird man es bei der starken Konkurrenz auch nicht. Wofür dann über 100 Mio. € in einem Jahr für Spielergehälter ausgeben ?
Bei Werder sagt niemand "Wir wollen Meister werden". Und dann hat man in den Köpfen eine Einstellung, die IMMER WIEDER so einen Murks hervor bringt, wie jetzt gegen Hoffenheim und Mainz. Weil man mit so einer guten Mannschaft sich etliche solcher Pleitenspiele leisten kann und dann trotzdem noch den 3. Platz schafft. Das ist freilich bequemer, als sich den Druck zu machen, das Optimum, also den Titel holen zu wollen.
Warum also daran was ändern, wenn schon ein 3. Platz als 100%iger Erfolg betrachtet wird ?
Das hat mit Erfolgsfans und mangelnder Unterstützung nichts zu tun. Wenn eine Mannschaft kämpft, alles gibt und dann einfach Pech hat oder gegen einen an dem Tag wirklich besseren Gegner unterliegt, dann spüren das die Fans. Und sie leiden mit. Zumindest der große Teil der Fans, die keine Erfolgsfans sind.
Gegen Mainz war das anders. Man konnte es sehen und sogar am TV spüren, dass keiner in der Mannschaft sich auch nur etwas gegen die Niederlage aufbäumte. Das darf nie passieren. Nicht bei einem 105 Mio. Euro kader und nicht bei einem 1 Mio. Euro kader.
Frage: Warum passiert es dann immer wieder so krass ?
Meine Antwort: Weil man nicht das von sich verlangt, was möglich ist. Es ist ein Kopfproblem.
Meine eigentliche Kritik an der sportlichen Führung ist, das sie selber noch gar nicht voll erfasst haben, WIEVIEL sie in den letzten Jahren geschafft haben und WIE GUT wir mittlerweile wirklich sind.
Nur deshalb haben wir jetzt das Problem, zu wenig vom Kader zu verlangen.