Robin Dutt

Er könnte nur gewinnen. Wenn es nicht klappt hat jeder Trainer nach Dutt die Ausrede das gleich zwei Teams (KATS/TERD) den Karren so vor die Wand gefahren haben das einfach nicht mehr ging. Wenn ein Tuchel (mal rein für die Diskussion) das Ruder aber rumreißt....dann ist für ihn vieles möglich. Man schaue mal auf den Werdegang eines gewissen Klopp. Werder ist schließlich, bei allem Respekt vor Mainz, immer noch eine Marke.

Was den Tuchel betrifft, so glaube ich, dass man bei ihm nicht unbedingt rationale Entscheidungen erwarten kann - von daher kann alles passieren. :)

Was den Karren betrifft: Der wurde und wird wegen unserem Lemke vor die Wand gefahren. Er hat 3-4 Jahre lang Unmögliches verlangt und dann hats geknallt! Aber Hauptsache das Stadion ist cl-reif - das Team kommt danach... Diese Einstellung hat uns hierher geführt!

Und wenn sich mögliche Sponsoren diese 3 besagten Jahre anschauen und dann sehen, dass da noch der Hauptverantwortliche rumeiern darf, dann werden die es sich 3mal überlegen.
 
Nur ist diese Marke bereits im 5. Jahr dabei, sich dieses Image zu ramponieren, und das heute über die Medien geführte Theater KDF vs. WL trägt seinen Teil dazu bei.

Das ist absolut korrekt.

Und dazu kommt, dass Mainz uns schon seit Jahren sportlich abgehängt hat. Ohne Geldgeber a la Hopp und ohne bessere finanzielle Voraussetzungen zu haben als Werder. Nach Tuchel dachte ich, jetzt gehts bergab mit Mainz. Weit gefehlt........(vielleicht sollten wir die sportliche Führung von Mainz nach unserem nächsten Trainer suchen lassen).

Und der Kreis schließt sich dann wieder mit dem was du anführst.

Traurig.
 
Ich traue es Ihnen nach wie vor zu und bin mir sogar sicher, dass wir am Ende der Saison relativ locker drinbleiben werden!
Ok - wenn du das so siehst/fühlst, dann werden dich natürlich Posts von Leuten, die das Vertrauen in eine erfolgreiche konzeptionelle Arbeit des Trainerteams (und der Geschäftsführung) nach 41 Bundesligaspielen (mit 43 Punkten und 82 Gegentoren), drei kompletten Vorbereitungsphasen und dem Erreichen von Tabellenplatz 18, inzwischen verloren haben sowie Posts von Leuten, die sich inzwischen darin bestätigt sehen, dass sie die Besetzung der Trainerposition von Anfang an für falsch hielten, nicht unbedingt "begeistern".

Auch wenn ich inzwischen für den Start eines zweiten Versuchs nach Schaaf plädiere, respektiere ich natürlich grundsätzlich die gegensätzliche Haltung. Mit Schaaf ist man letztlich auch (weil er sich eben zuvor so reichlich "Kredit" erarbeitet hatte) ein sehr weites Stück nach dem Motto "wird schon noch" weitergegangen.

Allerdings erkenne ich dabei nicht wirklich, wo die Motivation hinter dieser Haltung steckt. Robin Dutt hat sich beim SV Werder bislang keinerlei "Kredit" selbst erarbeitet. Er arbeitet jetzt schon seit 41 Bundesligaspielen letztlich allein auf "Kredit" in Form von "Erblasten" ("Mannschaft nicht erstligareif, Karren von KATS an die Wand gefahren - was soll er da machen ?").

"Wir wollen nicht werden wie der HSV, der in einer Saison drei Trainer verschleißt, ohne wirklich den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) hoch zu bekommen." Das allein kann für mich keine Grundlage für Entscheidungen sein. Wenn man sowas als Maßstab anwendet, wären heute wahrscheinlich noch Dörner bzw. spätestens De Moos Trainer bei Werder. Schon die Versuche mit Sidka, Magath oder gar Schaaf (Trainer der zweiten Mannschaft ? Was soll das denn bitte bringen ?) hätte es nie gegeben.
Sind wir denn in der Übergangsphase zwischen Rehagel und Schaaf "zum HSV verkommen" ??? Würde heute noch jemand sagen, man hätte Dörner, De Moos, Sidka oder gar Magath "noch mehr Zeit geben" sollen ??? Gerade im Falle Magath hätte jeder Tag mehr Zeit den sicheren Abstieg bedeutet - oder sieht das jemand anders ?

Wenn es erkennbar nicht funktioniert bzw. wenn auch ein an sich ganz sympathischer und engagierter Trainer nichts auf die Reihe bringt, dann muss man doch reagieren. Und wenn es der Nachfolger bzw. Nach-Nachfolger auch nicht gebacken bekommt, muss man halt nochmal reagieren. Warum denn nicht ?

Dass die Beurlaubung eines erfolglosen Trainers immer auch Geld kostet, ist natürlich allen hier klar. Genauso ist aber doch auch allen klar, dass das Festhalten an einem erfolglosen Trainer am Ende noch viel, viel teurer werden kann. Da ist zum einen natürlich das Szenario eines Abstiegs zu benennen - zum anderen schmilzt ein erfolglos arbeitender Trainer ja auch jede Menge Kapital in Form von Marktwerten der Spieler ein (von Fehlgriffen bei Neuverpflichtungen mal ganz abgesehen).

Nehmen wir mal Tuchel in Mainz (egal wie man zu ihm steht - ich bin da ein wenig zwiegespalten, halte ihn aber für einen fähigen Trainer, gerade bezogen auf die Probleme, in denen der SV Werder nach Schaaf/Alloffs und Dutt/Eichin derzeit steckt). Der hat da Anfang der Saison auch regelmäßig einen Haufen von mehr oder weniger namenlosen bzw. bei anderen Vereinen aussortierten Spielern zur Saisonvorbereitung begrüßen dürfen. Und da hat es hier und da natürlich auch Durststrecken gegeben, in denen er auf der Suche danach war, das Optimum aus diesem Haufen herauszuholen. Der Unterschied zu Dutt beim SV Werder ist für mich dabei der, dass Tuchel es regelmäßig geschafft hat, einigen Spielern aus dem Team der "Namenlosen" einen Namen zu geben, d.h. nach der Saison kannte man diese Spieler auf einmal. Und warum ? Weil dort ein Trainer am Werk war, der sie optimal eingesetzt hat und eine Spielphilosophie reingebracht hat, die die Spieler glänzen ließ (meine Einschätzung). Da stellt man sich nicht hin und sagt: "Guckt euch mein Team an - was will man damit reißen ?" Da wird gearbeitet, so dass am Ende der Saison die fußballinteressierten Leute sagen: "Naja, mit Spielern wie xx und yy konnte Mainz ja auch kaum in Abstiegsnot geraten". Dass man die Spieler xx und yy vor der Saison entweder noch gar nicht kannte oder sie für Flaschen hielt, wurde dann schnell vergessen. Die (ehemals relativ namenlosen) Topleute wurden dann Ende der Saison weggekauft und das Spiel ging für Tuchel die nächste Saison von vorn los. Was der den Mainzern für Mio's allein durch die tolle Entwicklung von Spielern generiert hat, ist wirklich erstaunlich. Allein deshalb hatte er wohl auch darauf gehofft, dass man ihn ohne große Hürden einfach so freistellen würde. Aber - da hielt sich die Dankbarkeit der Verantwortlichen dann doch in Grenzen.

Eine gute Trainerarbeit bedeutet für mich nicht, wenn fortwährend über das nicht so tolle "Spielermaterial" lamentiert wird, sondern wenn die "unbekannten" Spieler am Ende der Saison "auf den Zetteln namenhafter Clubs stehen". Im besten Fall hat man die dann so langfristig an sich gebunden, dass wenigstens die Kasse klingelt. Der Weg der Verpflichtung namenloser Spieler für 1-4 Mio Euro, die dann nach kurzer Zeit beim SV Werder keinerlei Wiederverkaufswert haben, muss ganz schnell beendet werden.

Wenn hier immer ein paar Trainernamen gepostet werden - mit dem Kommentar: "die würden ja wohl auch nicht weiterhelfen", dann wird dabei meist übersehen, dass es eben jenseits von Stevens und Slomka sicher einen ganzen Sack von jungen, motivierten Kandidaten geben dürfte, die gern zum SV Werder kämen (auch ohne direkt einen 3-jahresvertrag für teuer Geld zu fordern). Wie Thomas Eichin schon sagte: "Die Verpflichtung eines Trainers ist die wichtigste Personalie." Einmal hat er (meiner Meinung nach) daneben gegriffen. Das kann passieren (zumal Dutt ja durchaus eine gewisse Reputation mit sich brachte), man sollte sich jetzt aber langsam diesem Fehler stellen und ihn korrigieren.
 

Dann geh mal ins Ausland und erzähl woher du kommst. Bei "Bremen" ist eine sehr häufige Antwort: "Ah, Werder". Meistens ist die Antwort bei denen anders, die sich einfach nicht für Fußball interessieren und die haben dann oft nie was von der Stadt Bremen gehört.

Als Sampdoria seine besten Zeiten hatte und schließend abgestürzt ist waren sie in den Folgejahren dennoch für mich einer DER Vereine in Italien. Und als sie dann wieder aufgestiegen sind habe ich nur gedacht: Sampdoria ist wieder da. Obwohl sie vorher nichts gerissen haben. Eben weil sie eine Marke waren. Aber das ist ja nun auch schon 20 Jahre her.
 
Ich weiß gar nicht, was ihr alle mit Tuchel habt.
Hat er nicht schon mit Schalke Gespräche geführt, als er dem Verein noch nicht über seinen Abgang informiert hat?

Sowas ist bei Klose pfui und bei Tuchel in Ordnung?

was soll man mit tuchel haben? der hat bisher ganz starke trainerarbeit geleistet. und so einen kann werder eben gebrauchen. wenn schalke sich den geholt hätte, hätte ich mir vorstellen können, dass der da ähnliches bewirkt wie klopp bei dortmund.

ob er gespräche mit schalke gehabt hat, weiß man nicht. offiziell angeblich nicht. also braucht man ihm das auch nicht zu unterstellen:
http://www.abendblatt.de/sport/article127959619/Tuchel-hat-nie-vorgehabt-zu-Schalke-oder-Leverkusen-zu-gehen.html

die saison zuvor hat er sich ganz klar zu mainz bekannt und jede wechselgerüchte, auch zu werder und schalke, ganz geradlinig verneint.
 
Zitat von Paul Tergat:
Eine gute Trainerarbeit bedeutet für mich nicht, wenn fortwährend über das nicht so tolle "Spielermaterial" lamentiert wird, sondern wenn die "unbekannten" Spieler am Ende der Saison "auf den Zetteln namenhafter Clubs stehen". Im besten Fall hat man die dann so langfristig an sich gebunden, dass wenigstens die Kasse klingelt. Der Weg der Verpflichtung namenloser Spieler für 1-4 Mio Euro, die dann nach kurzer Zeit beim SV Werder keinerlei Wiederverkaufswert haben, muss ganz schnell beendet werden.

Yo.

Mir geht dieses Runtergerede einer absolut durchschnittlichen Truppe durch unsere Verantwortliche auch so auf den Sack, ich kann gar nicht sagen wie.
 
Kannst Du bitte mal einen Link reinstellen, wo TERD die Mannschaft runter reden...!!!

:tnx: Hatte es auch immer genau andersherum in Erinnerung.

Ausserdem geht mir das Schönreden einer unterdurchschnittlichen Truppe mit ein paar Ausreissern (bspw. diSanto) nach oben hier im Forum ebenfalls auf den Sack.
Zudem dies dann meistens dafür herhalten darf den Leuten im hier und jetzt abzukanzeln. Auch wenn es nur die Bild ist, 30 Mio für Ekici, Arni und Elia.
Keiner weiteren Fragen....Sportlich bringt/brachte uns keiner konstant auf ein anderes Niveau.
 
die saison zuvor hat er sich ganz klar zu mainz bekannt und jede wechselgerüchte, auch zu werder und schalke, ganz geradlinig verneint.

Ist richtig, ich wollte nur noch ergänzen, wie vielsagend Tuchel den Wechsel zu Werder letztes Jahr verneint hatte, indem er sagte, er werde "nächste Saison nicht Trainer von Werder Bremen sein". Leverkusen und Schalke hatte er ja hingegen ziemlich klar verneint... ;)

Aber gut, da muss man jetzt auch nicht unbedingt zuviel reininterpretieren.
 
Interessante Aussage von Marco Bode zu RD:

Aber ich gebe Robin gerne noch mal das Signal: Hier in Bremen sind die Dinge etwas anders. Wir sind davon überzeugt, dass er in den nächsten Wochen mit der Mannschaft den Turn-around schaffen kann. Deswegen soll er ruhig und intensiv weiterarbeiten und alles andere von sich abprallen lassen.

Das kann man wohl auch so interpretieren, dass es für Dutt eng werden wird, wenn es in den nächsten Wochen keinen "Turn-around" geben sollte. Zusammen mit der "Oktober"-Aussage von TE im Sportclub am Sonntag kann man wohl wirklich davon ausgehen, dass es intern ein Ultimatum für RD gibt.
 
Das scheint mir dann doch ein wenig eine Verkehrung der Realitäten - gerade was die Forumsbeiträge betrifft. Es wurde und wird gerade hier im Forum in aller Regel reklamiert, dass der SV Werder fast ausnahmslos limitierte Kicker in seinen Reihen habe, mit denen selbst die besten Trainer der Welt nichts reißen könnten. Da braucht man nicht lange zu suchen, um hier diverse solcher Aussagen zusammen zu tragen.

Da sind hier erst in jüngerer Zeit ein paar relativierende Meinungsäußerungen dagegen gestellt worden. Auch mir erscheint die standard-Darstellung hier, dass "es die vorhandenen Spieler einfach nicht besser können", völlig überzogen.

Was stimmt ist, dass Robin Dutt sich jedenfalls noch nach den ersten drei Spieltagen dieser Saison äußerst begeistert geäußert hat, was das derzeitige Team und seine Leistungsfähigkeit und Mentalität angeht. Da wird man ihm tatsächlich jetzt nicht (mehr) vorwerfen können, er "rede das Team schlecht". Letzte Saison sah das allerdings noch anders aus. Da waren durchaus regelmäßig andere Töne zu vernehmen und das wurde zu Recht auch hier kritisiert.

Ich sehe es in diesem Punkt wie Robin Dutt. Die indivviduelle Leistungsfähigkeit der derzeit unter Vertrag stehenden Spieler ist beileibe nicht so schlecht, wie sie hier viele Foristen gern darstellen ("weiter so, es nützt ja doch nichts"). Dabei müsste manchem "Trainerverteidiger" doch eigentlich der Widerspruch auffallen. Wie geht es denn zusammen, dass man - unter Hinweis auf eine vermeintlich grottige Qualität des Kaders - den Trainer in Schutz nimmt, während dieser Trainer selbst (und das zu Recht) die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft gar nicht so negativ sondern eher posiitiv darstellt ?

Folgt man den Aussagen von Dutt selbst, müsste man ihm doch eigentlich (auch seitens der Vereinsoberen) mal die Frage stellen, wie "so tolle Jungs" sieglos auf Platz 18 landen können und auf dem besten Wege sind, negative Vereinsrekorde zu brechen (selbst welche aus z.T. recht gruseligen alten Zeiten) !

Im Übrigen legt aber ja gerade Thomas Eichin (zuletzt im N3 Sportclub) durchaus weiter die Platte auf, dass man in einer ganz schwierigen Situation sei, da man wenig finanziellen Spielraum habe. Was anderes soll das denn bitte heißen, als dass man sich keine vernünftigen Kicker (im Gegensatz zum vorhandenen Personal) leisten kann ? Oder meinte er damit in erster Linie die Schwierigkeit, seinen Fehlgriff in Sachen Trainer zu korrigieren ?
 
Das scheint mir dann doch ein wenig eine Verkehrung der Realitäten - gerade was die Forumsbeiträge betrifft. Es wurde und wird gerade hier im Forum in aller Regel reklamiert, dass der SV Werder fast ausnahmslos limitierte Kicker in seinen Reihen habe, mit denen selbst die besten Trainer der Welt nichts reißen könnten. Da braucht man nicht lange zu suchen, um hier diverse solcher Aussagen zusammen zu tragen.

Es gibt und gab aber auch genügend Foristen, die den Kader als eindeutig als stark genug für einen gesicherten Mittelfeldplatz halten. Und dazu gehören auch solche, die RD durchaus noch ein paar Wochen oder gar bis zur WP eine Chance geben wollen.
Letztendlich ergibt es kaum einen Sinn nach irgendwelchen bestimmten Aussagen zu suchen, um einen Trend zu belegen: die wird man nämlich zu genüge in alle Richtungen finden - man muss nur entsprechend suchen.

Da sind hier erst in jüngerer Zeit ein paar relativierende Meinungsäußerungen dagegen gestellt worden. Auch mir erscheint die standard-Darstellung hier, dass "es die vorhandenen Spieler einfach nicht besser können", völlig überzogen.

Was stimmt ist, dass Robin Dutt sich jedenfalls noch nach den ersten drei Spieltagen dieser Saison äußerst begeistert geäußert hat, was das derzeitige Team und seine Leistungsfähigkeit und Mentalität angeht. Da wird man ihm tatsächlich jetzt nicht (mehr) vorwerfen können, er "rede das Team schlecht". Letzte Saison sah das allerdings noch anders aus. Da waren durchaus regelmäßig andere Töne zu vernehmen und das wurde zu Recht auch hier kritisiert.

Ja, das sehe ich auch so. Seit Anfang der Sommervorbereitung sind eigentlich keine Töne von Werderverantwortlichen mehr zu hören, die die Mannschaft schlecht reden (letztes Beispiel: Marco Bode in der heutigen Ausgabe der Kreiszeitung).

Ich sehe es in diesem Punkt wie Robin Dutt. Die indivviduelle Leistungsfähigkeit der derzeit unter Vertrag stehenden Spieler ist beileibe nicht so schlecht, wie sie hier viele Foristen gern darstellen ("weiter so, es nützt ja doch nichts"). Dabei müsste manchem "Trainerverteidiger" doch eigentlich der Widerspruch auffallen. Wie geht es denn zusammen, dass man - unter Hinweis auf eine vermeintlich grottige Qualität des Kaders - den Trainer in Schutz nimmt, während dieser Trainer selbst (und das zu Recht) die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft gar nicht so negativ sondern eher posiitiv darstellt ?

Ich würde das nicht so schwarz-weiß sehen. In einem eigentlich nicht schlechten Kader braucht es manchmal nur den einen Spieler, der das fehlende Puzzlestück für eine gute Mannschaft ist. Man denke nur daran, wie im Prinzip mit der Verpflichtung von Johan Micoud aus einer Truppe, die knapp um einen UEFA-Cup-Platz kämpfte, innerhalb von einem Jahr unsere Double-Sieger wurden, die die gesamte Liga im Griff hatten.
Allerdings bezweifle ich nach den ganzen Fehlgriffen der letzten Jahre, dass man jetzt in der Lage sein wird, mit neuen Mitteln genau diesen einen Spieler zu finden, der den Unterschied ausmacht.

Folgt man den Aussagen von Dutt selbst, müsste man ihm doch eigentlich (auch seitens der Vereinsoberen) mal die Frage stellen, wie "so tolle Jungs" sieglos auf Platz 18 landen können und auf dem besten Wege sind, negative Vereinsrekorde zu brechen (selbst welche aus z.T. recht gruseligen alten Zeiten) !

Die Frage stellt man sich und und Dutt doch auch. Die Frage ist, ob man ihm nach gerade mal gespielten sieben Spieltagen noch zutraut und damit die Zeit gibt, die Wende zu schaffen. Bei Werder ist man anscheinend durchaus bereit, ihm noch ein paar Wochen Zeit für die Wende zu geben.

Im Übrigen legt aber ja gerade Thomas Eichin (zuletzt im N3 Sportclub) durchaus weiter die Platte auf, dass man in einer ganz schwierigen Situation sei, da man wenig finanziellen Spielraum habe. Was anderes soll das denn bitte heißen, als dass man sich keine vernünftigen Kicker (im Gegensatz zum vorhandenen Personal) leisten kann ? Oder meinte er damit in erster Linie die Schwierigkeit, seinen Fehlgriff in Sachen Trainer zu korrigieren ?

Sorry, aber das ist polemisch. Es ging darum, dass man nicht die finanziellen Mittel habe, um den Kader gezielt (und sicher) zu verstärken und daher auf kreative (und damit auch mit mehr Risiko behafteten) Transfers zu setzen.
 
Das scheint mir dann doch ein wenig eine Verkehrung der Realitäten - gerade was die Forumsbeiträge betrifft. Es wurde und wird gerade hier im Forum in aller Regel reklamiert, dass der SV Werder fast ausnahmslos limitierte Kicker in seinen Reihen habe, mit denen selbst die besten Trainer der Welt nichts reißen könnten. Da braucht man nicht lange zu suchen, um hier diverse solcher Aussagen zusammen zu tragen.

Es eine Frage der Erwartungshaltung und eben einer realistischen Betrachtungsweise.

Dieser Kader ist stark genug am Ende der Saison einen Platz im gesicherten Mittelfeld einzunehmen. Wenn alles optimal läuft, dann kannst du auch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Allerdings läuft es ja nicht optimal. Man kann über das "Pech" mit Schirientscheidungen lamentieren und darüber, dass sich die potentielle Konkurrenz, um die entsprechenden Plätze, besser anstellt als erwartet.

Hatte ja vor der Saison gesagt, dass ich aus den ersten acht Spielen minmal vier und maximal sieben Punkte erwarte. Die Vier haben wir. Das Problem ist, dass wir noch keinen Sieg haben, zu viele Gegentore schlucken und wir in der Tabellen sch** dastehen. Aber wie ich eben im Bode Thread schon schrieb, sehe ich noch keinen Grund in Panik zu verfallen.

Es ist insgesamt diese schwarz/weiss-Denken, was die Diskussion so schwierig macht. Zumindest mir geht das so. Ich sehe es eben so, dass man mit dem Kader und den Spielen die wir hatten so sieben Punkte hätte machen können (wären die Spielverläufe etwas glücklicher gewesen könnten es sogar mehr sein), aber eben auch nur auf vier Punkte kommen kann, weil man ja da auch noch einen Gegner auf dem Platz findet.
Über RDs Arbeit kann man sich daher streiten. Das Optimum holt er derzeit mit der Mannschaft sicher nicht heraus. Keine Frage. Aber es ist noch nichts passiert bei dem ich sagen würde, dass es mir jetzt mehr Sorgen bereitet als ich ohnehin vor der Saison hatte, wenn ich unsere gesamte Ausgangslage betrachte.

Wie du eben sagst, dass man hier Stimmen finden kann, die den Kader für völlig schwach halten. Ja, gar so schwach, dass der Abtsieg unvermeidbar sei. So finde ich hier auch Stimmen, die erwarteten, dass man Schalke 04 wegen ein paar Ausfällen mal eben so von Platte putzt. Wobei dan ausgelassen wird, dass auch uns Spieler fehlen, die sowohl in der besten Phase der letzten Saison als auch in der Vorbereitung durchaus wichtig waren und andere Spieler hier noch gar nicht angekommen sind. Das bei einer solchen Erwartungshaltung natürlich schnell so etwas wie Ernüchterung und Enttäuschung eintritt verwundert mich nicht.
Ich hingegen bin von einigen Dingen, die auf dem Platz sehe durchaus positiv überrascht, wenn ich noch an letzte Saison denke und von anderen wiederum negativ. Positiv darüber, dass die Mannschaft insgesamt spielerisch zugelegt hat und auch einen hervorrgenden Charakter beweist. Negativ davon, dass wir uns so viele Gegentore fangen.

Aber muss ich deswegen am siebten Spieltag völlig panisch werden? Von einem schon fast sicheren Abstieg ausgehen? Ich denke nicht.

Ansonsten möchte ich auf die Ausführungen verweisen, die ich im Bode-Thread vor ein paar Minuten niedergeschrieben haben.
 
Die Vorstellung von diesem einen Spieler, der alles besser macht, halte ich für einen schönen Traum. Z.B. beim HSV habe ich in den letzten Jahren immer mal wieder gedacht: „Oha, wenn der jetzt dazu kommt, dann wird es da endgültig aufwärts gehen, weil die Mannschaft doch eigentlich gar nicht so schlecht bestückt ist – die könnten mehr zeigen und das werden sie jetzt wohl auch, wo xy dabei ist. In der Praxis erwies es sich dann allerdings regelmäßig, dass unfähige Übungsleiter, seltsame Sportdirektoren und eine zerstrittene Führungsetage bewirkt haben, dass all diese eigentlich ganz guten Kicker in überschaubarer Zeit im Elend versunken sind. Jetzt haben sie mit Holtby und Müller zwei Spieler dazu bekommen, wo ich vor allem von Holtby denke, dass er den Rest der „müden Truppe“ ein Stück weit mit nach vorn bringt. Ganz wichtig ist dabei allerdings eben auch, dass neue sportlich Verantwortliche am Ruder sind.

Micoud machte damals sicher den Unterschied aus. Ein Blick auf seine Zeit vor dem SV Werder und nach dem SV Werder zeigt aber doch auch deutlich, dass es eben nicht der Spieler allein ist, der von sich aus glänzt und die Mitspieler zum „Mitglänzen“ bringt. Entscheidend ist regelmäßig ein guter Trainer, der diesen Spieler so in das Team einbaut, dass seine Stärken optimal zur Geltung kommen. Erst dadurch wird doch der Boden dafür bereitet, dass auch Mitspieler von der Klasse eines neu hinzugekommenen Spielers profitieren.

Und da deutet meiner Ansicht nach - nach jetzt immerhin 41 Bundesligaspielen unter der Leitung Robin Dutts - eben nicht so viel darauf hin, dass Dutt ein Trainer ist, der die Fähigkeit besitzt, Spieler optimal einzusetzen und zu fördern. Das wurde hier ja auch regelmäßig durchaus sachlich analysiert (ständige Positionswechsel und Wechsel der taktischen Ausrichtung für einzelne Spieler, erteiltes und wieder entzogenes Vertrauen, nicht nachvollziehbare Wechsel in der Grundausrichtung des Teams etc.). Ich kann also nicht recht nachvollziehen, woher man die Zuversicht nehmen könnte, dass ein bis zwei etwas „teurere“ Spieler die Mannschaft unter einem Trainer Dutt wieder nach vorn bringen könnten. Im Grunde müssten das dann schon Typen wie einst van Bommel sein, die der Mannschaft sagen, wie gespielt wird - unabhängig davon, was der Trainer meint. Wenn dann gewonnen wird, wird der Trainer sich ja kaum hinstellen und sagen: „Eigentlich wollte ich anders spielen lassen - die haben sich nicht an meine Anweisungen gehalten.“ Aber Spieler mit einer solch überstrahlenden Autorität wird man wohl eher nicht zum SV Werder lotsen können.

Ich denke daher, dass bei einer Investition im Bereich sportliche Leitung sicher größere Aussichten auf eine „Rendite“ in Form einer Leistungssteigerung der Mannschaft bestehen als bei einer Investition in einen oder zwei zusätzliche halbwegs bekannte Spieler. Wenn man für einen „frischen“ Trainer keine Unsummen auf den Tisch legt (und dazu einen 3-Jahresvertrag), ist das finanzielle „Risiko“ doch wesentlich überschaubarer als wenn man für einen (vermeintlichen) Hoffnungsträger 6-8 Mios auf den Tisch legt und ihn mit einem ansprechend dotierten 3-Jahresvertrag ausstattet. Und wenn sich ein solcher "Trainer-Frischling" als gute Wahl erweisen sollte, könnte man ihn immer noch längerfristig an den Verein binden. Eine panikartige Verpflichtung altbekannnter "Feuerwehrmänner" hielte ich für verfehlt. Ob das überhaupt etwas für den Moment bringt, ist zweifelhaft - und mittel- oder langfristig wäre das ohnehin keine Lösung.
 
Ich kann also nicht recht nachvollziehen, woher man die Zuversicht nehmen könnte, dass ein bis zwei etwas „teurere“ Spieler die Mannschaft unter einem Trainer Dutt wieder nach vorn bringen könnten.

Das ist ein Szenario, das mMn eh nicht eintreten wird und deswegen auch keine weiteren Gedanken benötigt. Denn, sollte Werder zur WP immer noch so dastehen, dass man meint, ins Risiko gehen und ein oder zwei "teure" Spieler kaufen zu müssen, wird RD mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr Trainer bei Werder sein.

Für mich gibt es im Moment nur zwei realistische Szenarien:

1. RD schafft die Kurve und Werder steht bis zur WP wieder besser da: dann wird man sicher keine Panikkäufe tätigen
2. RD schafft die Kurve nicht: dann wird bis zur WP ein neuer Trainer am Ruder stehen. Ob dann noch mal in die Mannschaft investiert werden würde, hinge dann sicher auch vom Erfolg des neuen Mannes ab.
 
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