Wenn der Austausch einer Person die Probleme löst, die wir zur Zeit haben, dann nur zu. Aber garantieren kann das auch niemand und es kann immer auch andere Lösungen geben, die nicht nur im Austausch von Personen stehen.
Würde man mich aber fragen, wann ich RD denn austauschen würde, wenn es irgendwann im Laufe der Saison geschehen müsste, dann würde ich wohl seufzend antworten: wenn, dann jetzt.
Natürlich kann niemand "garantieren", dass es nach einem Trainerwechsel gleich oder zumindest mittelfristig besser läuft. Das zeigt ja schon der Wechsel von Schaaf auf Dutt.
Das bedeutet aber ja nun nicht, dass man diese Option deswegen nicht in Betracht zieht. Wenn man aber inzwischen über eine so lange Zeit, mehreren Vorbereitungsphasen und Teamumbaumaßnahmen keinen Plan erkennen kann und man schließlich auf Platz 18 angelandet ist, kann man doch im Grunde mit einem Trainerwechsel nichts falsch machen. Robin Dutt und sein Team waren halt ein Missverständnis - falscher Trainer, falsches Trainerteam für die Nöte, mit denen man in Bremen kämpft.
Weiter runter als Platz 18 geht es ja nun (während der Saison) nicht. Dutts Messlatte lag ja nach dürftigeren Jahren nicht hoch und man hat die auch noch ständig weiter runtergesetzt. Da er aber eben nichts auf die Kette bekommen hat, dürfte die Messlatte für seinen Nachfolger noch einmal ein Stück niedriger liegen. Im Grunde der ideale Job für einen jungen, hungrigen Trainer mit Ideen. Das müssen nicht zwangsläufig immer die gleichen paar Namen sein, die man so kennt (wie eben z.B. Slomka, Labbadia, Stevens oder gar Babbel). Solche Kandidaten nun gerade eher nicht - dann kann man auch mit Dutt weiter wursteln.
Die eine oder andere weitere Niederlage und die eine oder andere Woche auf Platz 18 könnte ich schon ertragen, wenn ich nur sehe, dass ein neuer Coach die Dinge anders angeht, personelle Umstellungen vorgenommen werden und nach und nach ein System erkennbar wird. Mit einem "weiter so" oder "Abwarten bis zur Winterpause" macht mir das Dabeisein bei diesem Elend einfach keinen Spaß mehr - weil ja dann nicht einmal die Hoffnung besteht, dass sich etwas ändern könnte.
Wir haben uns ja schon damit angefreundet, die nächste Saison auch in Liga 2 mit dabei zu sein (dann sollte Robin Dutt ja wohl endgültig nicht mehr am Ruder sein). Mir ist nur eben nicht ganz verständlich, warum man diesen Gang unbedingt sehenden Auges gehen möchte. Betrtiebswirtschaftlich dürfte sich das jedenfalls nicht rechnen.
Wenn man jetzt handelt, hätte man sogar noch die Option, wenn alle Stricke reißen, zur Not zur Winterpause schon den 3. Trainerversuch nach Schaaf einzuleuten. Wenn man sich die Erfolglosigkeit aber erst im Winter eingestehen mag (mit dann kräftigem Rückstand in der Tabelle), ist der Trainer Nr. 2 unter ungleich höherem Erfolgsdruck - und wenn man da dann nochmal so daneben greift, gibt es wohl eher keine Rettung mehr.
Es ist nicht der Tabellenplatz 18 allein. Es ist die Gesamtsicht auf die erzielten Ergebnisse. Wenn ein Trainer in nun immerhin schon 41 Spielen eine Ausbeute von nur 43 Punkten an Land bekommen hat (also ca. 1 Punkt pro Spiel !!!) und seine Mannschaft sich dabei mit 82 Gegentoren exakt 2 Gegentore im Schnitt pro Spiel (!!!) gefangen hat, dann sind die unterstützenden Kommentare hier inzwischen einfach immer weniger nachvollziehbar.
Wenn das bei Amtsantritt klar war und so kommuniziert wurde, dass ein Punkt pro Spiel reicht und man zwei Gegentore pro Spiel als Stabilisierung der Defensive durchwinken wird, dann wäre das natürlich etwas anderes. Dann läge Dutt mit seinem Trainerteam voll im Plan. Ich glaube aber nicht, dass dieses die Margen waren, über die man mit Dutt gesprochen hat und dass dieses die Perspektive war, die Dutt den Verantwortlichen des SV Werder in den "sehr guten Gesprächen" seinerzeit aufgezeigt hat.