Für mich haben wir im Kader nicht nur ein Qualitätsproblem, sondern vor allem auch ein Problem mit dem Selbstwertgefühl. Und die Ursache hierfür sehe ich klar bei TERD, vor allem bei RD.
Wir machen uns doch kleiner als wir sind. Es heißt, der Kader wäre jahrelang abgewirtschaftet worden, man brauche erst mal viel Zeit für einen kompletten Neuaufbau, viel Geduld, müssen erst mal monatelang nur Defensive üben, an Offensive kaum zu denken, etc, etc
Die Probleme nach den letzten Jahren mögen zwar alle richtig sein, aber wenn man jeden Tag zu hören bekommt, wie schlecht man eigentlich ist, dann wird man es irgendwann auch glauben. Spieler aufbauen seitens RD kann doch nicht nur heißen, sich in Interviews vor sie zu stellen. Man muss doch den Spielern sein Vertrauen auch dadurch zeigen, dass man ihnen ehrgeizige Ziele setzt und ihnen zutraut diese Ziele zu erreichen. Wenn ich öffentlich vermittle, dass hier alles so kaputt ist, dass wir Richtung oben auf 2 3 Jahre nichts reißen, dann mache ich aber genau das Gegenteil.
Die Botschaft, die man so vermittelt, ist doch pures Gift. Für TERD als Verantwortliche gibt sie Luft, denn sie schraubt die Erwartungshaltung der Außenwelt dermaßen nach unten, dass am Ende alle jubeln, wenn man als 15. so gerade noch die Klasse hält. Für den Spieler ist die Botschaft (kurz- und mittelfristig hast du sowieso keinen Erfolg) hingegen der absolute Selbstbewusstseinskiller. Wer macht den gerne seinen Job, wenn er weiß, dass der Chef der Außenwelt erzählt, dass das was er macht sowieso in näherer Zeit keinen Erfolg haben wird?
Ziele sollen erreichbar und realistisch sein (also nix mit Champions League oder ähnlich), aber Ziele müssen definitiv auch ehrgeizig sein. Es gibt diesen schönen Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung. Klar nimmt man mit betont niedrigen Zielen den Druck von den Spielern, aber man raubt ihnen auch das Selbstbewusstsein ehrgeizig Ziele zu erreichen. Die Aussagen von Makiadi in der letzten Woche fand ich unter dem Aspekt sehr interessant.
Gerade die Spieler, die noch von KATS geholt wurden, kamen doch mit einer anderen Perspektive. Die soll nun auf Jahre vorbei sein, weil man ja so unglaublich schlecht ist. Sorry, aber Motivation geht für mich anders.
Ähnlich verhält es sich mit der defensiven Spielweise. Nur noch aufs Feld zu gehen und das Fußballspiel des Gegners zu verhindern, kann doch nicht alles sein. Eine Defensivtaktik gut und schön, dann gehört für mich aber auch ein eingeübtes Konterspiel dazu. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber für mich war das Hauptziel eines Fußballspiels doch mindestens ein Tor mehr zu erzielen als es der Gegner tut. Wenn ich mich mit dem eigenen Tore schießen gar nicht mehr beschäftige, komme ich dann doch ins Grübeln. Sind wir denn wirklich so schlecht, dass Gegentorverhinderung die einzige Maßnahme sein soll? - Gerade als Offensivspieler würde mich so etwas gnadenlos frustrieren.