Ich habe bei dem Thema auch eine gespaltene Meinung.
Es paßt nicht zusammen, daß die DFL auf der einen Seite Miliionengewinne generiert, aber andererseits der Steuerzahler im welchen Umfang auch immer die erhöhten Kosten für die Polizeieinsätze tragen muß. Aus der Sicht eines Fußball- bzw. im diesem Fall sogar Werder-Fan, ist dies im Interesse des Fußballs bzw. des Vereins sicher die beste Lösung, gerade weil für Werder ein Wettbewerbsnachteil entsteht, wenn die Extraaufwenungen bezahlt werden müßten.
Aber wenn ich nicht am Fußball interessiert wäre, würde es mich ärgern, wenn für Fußballspiele mit höherem Risikofaktor zusätzliche Steuergelder aufgewendet werden müssten. Nicht nur in Bremen sind die Säckel leer, so daß auch bei der inneren Sicherheit gespart wird, wo eigentlich nicht gespart werden darf; sowohl bei der Ausrüstungen der Polizei als auch bei der Personaldichte. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt, denn aufgrund der zu dünnen Personaldecke bleibt den Polizisten oftmals nur die Möglichkeit, ihr Stundenkonto nur geringfügig abzubauen, so daß die das Gros ihrer Überstunden vor sich herschieben müssen.
Aber ebenso fragwürdig wie die Entscheidung des Bremer Senats ist, so fragwürdig ist die Art, wie DFL-Boß Rauball auf diesen Entschluß reagierte. Denn statt es mit Diplomatie zu versuchen, schwadroniert er von „nicht verfassungskonform“ und droht damit, Bremen von der Länderspielkarte zu streichen; Sandkastenspiele nach dem Motto: „Du willst mir meine Sandburg kaputt machen, dann zerstöre ich deine.“ Von einem Juristen und erfahrenen Funktionär ist so ein Verhalten so was von erbärmlich – ebenso wie die Drohung mit den Länderspielen selbst, denn bei nur 3 Länderspielen in den letzten 10 bzw. 9 in Partien den letzten 34 Jahren sowie der Nichtberücksichtigung für die WM 2006 ist es doch offensichtlich, daß der Standort Bremen eh kaum eine Lobby hat, so daß die Vermutung nahe liegt, daß unsinnige Ansinnen des Bremer Senats die willkommene Gelegenheit ist, Bremen endgültig von der Länderspielkarte verschwinden zu lassen. Ob Rauball die gleiche Polemik an den Tag gelegt hätte, wenn die Landesregierungen in NRW oder Bayern einen solchen Entschluß gefasst hätten?