Politik und Fußball in Bremen

Um 21:00Uhr in den NDR2 Nachrichten gehört und sicherlich eine diskussionswürdige Thematik:

Laut o.g. Bericht will Bremens Innensenator Ulrich Mäurer die Anzahl der Gästefans bei Auswärtsspielen, vor allem aber bei s.g. Risikospielen, von 10% derer Zuschauer, die im Stadion Platz finden, auf 5% halbieren. Er begründet seinen Vorschlag mit den seiner Meinung nach immer wieder zahlreichen Ausschreitungen, die ein hohes Polizeiaufgebot erforderlich machen würden. Die Polizei hat demnach in der vergangenen Saison allein 2 Millionen Einsatzstunden bei Fußballspielen angesammelt. Darüberhinaus fordert er, verstärkt auf Sonderzüge zu setzen und den Gästefans das vorzeitige aus und -umsteigen nicht zu gewähren.

(keine wörtliche Wiedergabe)
 
Der Mäurer versucht von seinem eigenen Versagen abzulenken und kommt immer wieder mit dem "Fussball".

Das Thema Fussball und Polizei ist äußerst kompliziert und lässt sich nicht so einfach herunterbrechen. Die Polizei in Vorbereitung auf die WM 2006 selbst sehr viele Aufgaben aufsich gezogen. Heute wird gejammert, dass sie zuviel zu tun hätten. Man ist durchaus verwundert, dass es heute so unglaublich viel mehr Probleme zu geben scheint als vorher. Wo könnte da wohl eine der Ursachen liegen. Ansonsten ist das hier alles viel zu knapp um das Thema richtig diskutieren zu können.

Mäurer sollte lieber zu sehen, dass ausreichend Beamte einstellt. Der Bremer Polizei fehlt nämlich ganz grundsätzlich Personal. Das liegt nicht an den Überstunden für Fussballeinsätze, sondern am politischen Versagen des Senats. Auch die materielle Austattung der Bremer Polizei lässt mächtig zu wünschen übrig. Mäurer soll endlich seinen Job machen und nicht immer die Schuld bei anderen suchen. Aber das ist ja ohnehin so eine Bremer eigenart. Wenn etwas nicht funktioniert, dann sind andere schuld, man selbst mach immer alles richtig. Sieht man ja auch wieder am Neubau beim KBM!!!
 
Der Mäurer versucht von seinem eigenen Versagen abzulenken und kommt immer wieder mit dem "Fussball".

Das Thema Fussball und Polizei ist äußerst kompliziert und lässt sich nicht so einfach herunterbrechen. Die Polizei in Vorbereitung auf die WM 2006 selbst sehr viele Aufgaben aufsich gezogen. Heute wird gejammert, dass sie zuviel zu tun hätten. Man ist durchaus verwundert, dass es heute so unglaublich viel mehr Probleme zu geben scheint als vorher. Wo könnte da wohl eine der Ursachen liegen. Ansonsten ist das hier alles viel zu knapp um das Thema richtig diskutieren zu können.

Mäurer sollte lieber zu sehen, dass ausreichend Beamte einstellt. Der Bremer Polizei fehlt nämlich ganz grundsätzlich Personal. Das liegt nicht an den Überstunden für Fussballeinsätze, sondern am politischen Versagen des Senats. Auch die materielle Austattung der Bremer Polizei lässt mächtig zu wünschen übrig. Mäurer soll endlich seinen Job machen und nicht immer die Schuld bei anderen suchen.

Kritik an der Politik klingt vielfach so, als würden die handelnden Personen, unabhängig von den jeweiligen Bedingungen, einfach nur unüberlegte Entscheidungen treffen. Damit macht es sich mMn. viel zu einfach. Vielfach gehen den Entscheidungen doch Machbarkeits-Studien, Risiko-Abwägungen etc. voraus. Ohne die Bremer Verhältnisse im Detail zu kennen, bin ich mir sicher, dass auch Herr Mäurer viel lieber mehr Personal einstellen würde als bisher, wenn es sich das Land Bremen nur leisten könnte.


Aber das ist ja ohnehin so eine Bremer eigenart. Wenn etwas nicht funktioniert, dann sind andere schuld, man selbst mach immer alles richtig. Sieht man ja auch wieder am Neubau beim KBM!!!

Das liest sich, vorausgesetzt Du bist selbst auch Bremer, im obigen Zusammenhang etwas seltsam, bzw. unreflektiert.
 
Lieber Doc, das alles aufzudröseln ist viel zu aufwendig. Wir hatten eine Polizeireform, die noch von der SPD/CDU-Koalition zu verantworten ist, in der es hieß die Zahl der Beamten dürfe nie unter 2.600 sinken. Wir bewegen uns dauerhaft drunter. Die jetzige Koalition bekommt in dieser Hinsicht nichts uaf die Kette.
Und dann kommt der Herr Innensenator in guter Regelmäßigkeit um die Ecke und such die Verantwortung für die Überstunden immer irgendwo anders zu suchen. Sein Lieblingsziel ist dann der Fussball. Dass man sich vielleicht mal überlegen sollte, ob es so sinnig ist, wenn man 50 Polizisten beim Kick zwischen den FC Oberneuland und VfR Neumünster (oder welcher Gegner auch immer) zugegen hat, welches gerade mal von 250 Zuschauern besucht wurde, einsetzte.
Fakt ist nun mal bei der Bremer Politik, dass Bremen (damit ist die Politik gemeint) absolut unschuldig sei an seinen Verschuldung, absolut dafür nichts kann, wenn bei der GeNo irgendetwas schief läuft, wenn es an Erziehern in Kindergärten oder an Lehrern in Schulen fehlt. Im Zweifel ist der böse Bund oder die es sind die bösen Umlandgmeinden. Aber diese Art der Politik funktioniert seit über 60 Jahren...
 
Moin,

existiert noch gar kein Thread zu dem was der Senat da gestern beschlossen hat und durch alle Medien geistert, dass die DFL für Risiko-Spiele im Lande Bremen bezahlen soll, vermutlich das erste mal nach dem Spiel im November gegen Hannover?

Der DFB hat Bremen soeben als Konsequenz das Länderspiel gegen Gibraltar entzogen:

http://www.bild.de/sport/fussball/d...rspiel-gegen-gibraltar-weg-36947058.bild.html

Kann jemand zufällig den finanziellen Schaden für Werder bzw. die Stadiongesellschaft abschätzen? Wieviel von Kuchen geht eigentlich an den Betreiber?

Bitte in den korrekten Thread verschieben wenn dieser schon existieren sollte. Ich habe ihn leider nicht gefunden..

Gruß
 
Ich finds auch ziemlich undurchdacht. 1-2 Länderspiele pro Jahr spülen sicher nicht wenig Geld in die öffentlichen Kassen von Bremen (50% Beteiligung an der Weser-Stadion GmbH (-> schnellerer Schuldenabbau), Zusatz-Umsatz für Ladenbetreiber vor und nach dem Spiel -> ggf. zusätzliche Steuer-Einnahmen etc.). Demgegenüber stehen wohl ca. 300.000€ pro Jahr, die an Polizeikosten für die Nordderbys der DFL in Rechnung gestellt werden sollen. Zudem bringt man den Verein in eine wirklich unangenehme Situation und letztlich gegen die Stadt selbst auf.

Die Stadt Bremen sollte insgesamt froh sein, einen Verein wie Werder zu haben. Das soziale Engagement vor Ort, die Steuereinnahmen, Einkommensteuer der Spieler, volle Stadt an Spieltagen etc... - und ich würde es begrüßen, wenn man letztlich von diesem Vorhaben noch abrückt.
 
Ich finds auch ziemlich undurchdacht. 1-2 Länderspiele pro Jahr spülen sicher nicht wenig Geld in die öffentlichen Kassen von Bremen (50% Beteiligung an der Weser-Stadion GmbH (-> schnellerer Schuldenabbau), Zusatz-Umsatz für Ladenbetreiber vor und nach dem Spiel -> ggf. zusätzliche Steuer-Einnahmen etc.). Demgegenüber stehen wohl ca. 300.000€ pro Jahr, die an Polizeikosten für die Nordderbys der DFL in Rechnung gestellt werden sollen. Zudem bringt man den Verein in eine wirklich unangenehme Situation und letztlich gegen die Stadt selbst auf.

Die Stadt Bremen sollte insgesamt froh sein, einen Verein wie Werder zu haben. Das soziale Engagement vor Ort, die Steuereinnahmen, Einkommensteuer der Spieler, volle Stadt an Spieltagen etc... - und ich würde es begrüßen, wenn man letztlich von diesem Vorhaben noch abrückt.

Du meinst wohl 1-2 Länderspiele in 10 Jahren...
 
Gestern hieß es hierzu auf Bremen Vier, es gehe um 1 Million für die ganze Saison. Für die DFL ist das doch ein Fliegenschiss.

Da geht es eher ums Prinzip. Aber warum Rauball den DFB aufhetzt, erschließt sich mir auch nicht voll und ganz.
 
Eher ein Länderspiel alle 3 bis 4 Jahre, und somit gibt es Bremen allgemein als auch Werder im speziellen weit weniger zu verdienen.

Stimmt, ich hab gerade nochmal in die Historie geschaut, ist tatsächlich nicht so viel, wie ich dachte. Wobei es seit dem fertigen Umbau des Stadions wahrscheinlich etwas attraktiver für den DFB ist, gelegentlich nach Bremen zu kommen.

Gestern hieß es hierzu auf Bremen Vier, es gehe um 1 Million für die ganze Saison.

Ich hatte es so verstanden, dass die gesamten Kosten für alle Einsätze 1-1,5 Mio. betragen und die Regelung nur für den Zusatz-Aufwand für die HSV-Nordderbys gelten soll, was angeblich im Bereich von 300.000 pro Jahr liegt.
 
Weil es (so zumindest auch meine Rechtsauffassung hierzu) rechtlich nicht haltbar zu sein scheint.

:tnx:

Wenn man sich alleine mal überlegt wer nun eigentlich ein Spiel als Risiko-Spiel einstuft. Vermutlich wird auch diese Frage von den Behörden beantwortet werden.

Das würde ja bedeuten, dass die Behörden entscheiden könnten für welche angeblichen Risiko-Spiele sie dem Veranstalter eine Rechnung schicken wollen würden für Maßnahmen und Vorfälle weit außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsgeländes.

Wenn man schon mit so etwas anfängt dann müsste man mMn einfach über eine allgemeine Kostenpauschale für "Sicherheit" bei kommerziellen Großveranstaltungen arbeiten. Stattdessen hier aber nur eigenmächtig und willkürlich jede Art von Vorfall außerhalb der eigentlichen Veranstaltung "nach Bedarf" mit der Veranstaltung in Zusammenhang und vom Veranstalter bezahlen zu lassen halte ich für falsch..
 
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