@5vor12
Was jedoch Gründe hat. Denn...
Irgendwann um die 50. wurde Prödl für ihn eingewechselt und war somit in der Innenverteidigung, als der HSV nach Pizarros Tor wieder mehr nach vorne tun musste.
In der letzten Saison gebe ich dir ja Recht, da hat man von Prödl gerade in der Hinrunde nicht allzu viel sehen können, fing mit der geschlossenen katastrophalen Mannschaftsleistung gegen Frankfurt und seiner unberechtigten Gelb-Roten Karte an und zog sich dann mit seiner darauf folgenden Verletzung weiter hin.
Auf jeden Fall denke ich, dass er Naldo oder Merte adäquat ersetzen kann. Dass die Ausfälle dennoch einen Verlust - auch für das Offensivspiel - darstellen, bestreite ich ja gar nicht und hoffe natürlich nicht nur deswegen, dass Naldo schnellstmöglich wieder fit ist.

Sehe ich grundsätzlich auch so. Doch genau in diesen Dingen, die The Freaktaker anreisst, liegt der Knackpunkt.
Prödl kam seinerzeit in die Mannschaft für Merte, lag dann voll daneben beim 1:3 gegen den KSC, beim 1:5 in WOB sowie im UEFA-Finale, in allen drei Spielen an Gegentoren beteiligt. Da machte er in der neuen Saison beim 2:3 gegen Frankfurt weiter, fehlte dann und kam beim 1:2 in Hamburg wieder in die Startelf, wo er nach desaströser Leistung schon nach einer Stunde raus musste. In der Rückrunde schwach gegen Stuttgart und Bochum.
Oberflächlich und in der Summe betrachtet könnte das alles zu dem Schluß verleiten, dass es für Prödl einfach nicht reicht. Ist aber nur die eine Seite der Medaille.
In Wolfsburg spielten wir - als Aussenseiter! - nach 120 Minuten UEFA-Cup und vor dem Pokalfinale viel zu kraftaufwendig, schoben zu viele Leute in Gegners Hälfte, hatten zu viel Ballbesitz ohne Nutzen, was WOB gnadenlos auskonterte. Gegen Frankfurt war die taktische Aufstellung und Ausrichtung völlig desorientiert, sowohl am Gegner als auch an den Ergebnissen und Erkenntnissen der Vorbereitung. In Hamburg wurde Prödl nach langer Verletzungspause ausgerechnet auf rechts gegen die damals zuvor seit Wochen starke linke HSV-Seite Elia/Jansen gestellt, hinzu kam eine total falsch eingestellte Mannschaft, die statt ökonomisch zu spielen auf schwerem Boden alles spielerisch lösen wollte, sinnfrei viel Ballbesitz und grosse Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und strukturell damals schon länger im Mf Defizite hatte. Gegen Stuttgart vor und gegen Bochum 40 Stunden nach dem Valencia-Spiel agierten wir mit viel zu viel Aufwand, standen zu offensiv und überforderten die Defensive.
Sebastian Prödl hatte also mehr als einmal einen undankbaren Job zu erledigen. Nur ist das nichts Neues, dadurch werden seit ein paar Jahren bei uns durchaus vielversprechende Defensivtalente wie Prödl, Boenisch, Abdennour oder auch Leute wie Pasanen verheizt, weil sie auf diese Weise nur dumm aussehen können. Und dann ist eben das Geschrei nach Ausfällen von Naldo oder Merte hier gross. Gleichzeitig werden die nachrückenden Spieler gedisst und immer wieder Forderungen nach Top-Linksverteidigern oder Backups für die IV laut.
Ich denke auch, dass Prödl Potential zu einem sehr guten BL-IV hat. Und mehr als The Freaktaker sehe ich bei Prödl sogar gute Anlagen in der Offensive.