Das hört sich ja ganz toll an. Aber das sind Binsenweisheiten niedrigster Stufe. "Wenn es sichtlich Lücken gab, ließ er den Ball auch mit einem oder maximal zwei Kontakten laufen"

Das macht jeder Mittelfeldspieler in den untersten Ligen, dass er den Ball flott laufen lässt, wenn es sichtlich Lücken gibt. Das konnte sogar ich in meiner aktiven Zeit. Und ich war nicht der Supertechniker

Schwieriger ist es doch in Bedrängnis Dinge zu tun und Bälle zum Mitspieler zu bringen die andere nicht anbringen.
Wo bitte habe ich geschrieben, dass Özil,
nur wenn er selbst Platz hat, :stirn: den Ball mit wenigen Kontakten laufen lässt? Das erschließt sich mir immer nicht, warum hier auch noch zitiert, was nicht richtig gelesen und erst recht nicht kapiert wurde, aber dann solcher Unfug verfasst wird. Jeder soll seine Meinung haben, drum ist`s ja ein Meinungsforum. Nur berechtigt das, andere Meinungen falsch darzulegen???

Oder ist es dann nicht besser, sich einfach aus der Diskussionen rauszuhalten?
Es ging darum, was vor und neben ihm geschieht, Situationen vorauszuahnen, einen Plan zu haben, wann und wo die Mitspieler entstehende Räume nutzen können - "Raumgewinn zu schaffen". Nicht darum, was der Einzelspieler Özil selbst an Platz für sein Wirken hat. Leider ist aber genau das das Einzige, was einige Merkbefreite hier sehen, die nur nach Fussball-Übertragungen im Fernsehen urteilen oder für die Sa. um 18.30 Uhr das Elementare beginnt, die aber nichts von dem mitbekommen, was um die Spielsituation herum oder davor passiert. Und es ging darum, erst gar nicht in Bedrängnis zu kommen.
Das war auch das, was bei Diego immer tierisch genervt hat und oft gleich ablief: Spieleröffnung aus dem defensiven Zentrum, bevorzugt von Baumann in die Diagonale auf die Halbposition, Diego spritzt rein, nimmt den Ball herrlich an, Körpertäuschung, Drehung, ein paar Schritte mit Ball, Gegenspieler aussteigen lassen, dann wieder mit Ball zurück Richtung Zentrum. Was fussballästhetisch gut aussah, war spieltaktisch völliger Unsinn, weil a) der Spieler auf der Halbposition aus dem Spiel genommen wurde, und nicht nur der, sondern auch die, die in die entstehenden Freiräume stießen und nun wieder gedeckt oder gedoppelt wurden, b) zusätzlich ein Gegenspieler aus dem Zentrum gezogen wurde, um dort eng zu machen, wo eigentlich Platz gemacht werden soll, c) innen einer beim Gegner einrücken und die IV sich stellen konnte, wofür letztlich genug Zeit war und d) Diego selbst kein Balleroberer, weswegen er dort eigentlich wirkungslos war. Statt im Zentrum zu bleiben, wo dann eher die Möglichkeit bestand, die Breite des Spielfeldes zu nutzen, auch, um den Ball in den Reihen laufen zu lassen, wurden auf diese Weise Bälle verschleppt, Tempo vernichtet, Überraschungsmomente entschärft. Was Diego danach blieb, war dann oft aus der Zentrale noch ein Pass auf die inzwischen auch noch aufgerückten AV`s oder halbhoch in den Sechzehner geschlenzte Bälle nach dem Zufallsprinzip. Wie oft haben wir uns darüber geärgert.....
Das macht Özil eben nicht. Denn so lenkt ein zentraler OM entscheidend das Spiel, er nutzt und schafft die Räume, es gehört zu seiner Aufgabe, die Mitspieler so einzusetzen und maschenartig um sich zu formen, dass
alle ihren Sinn im System haben, dass zudem Tempo und Rhytmus diktiert werden. Dazu gehört immer die (Vor-)Einschätzung und das Interpretieren von Spielsituationen auf dem Feld. Zu wissen, was zu tun ist oder nicht zu tun ist, bevor er in Ballbesitz kommt. Nichts anderes macht Özil.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: ...
Wir uns? Oder Du?
Und wenn ich dann lese, ...
"Richtig lesen" ist das Zauberwort. :eek:
...Özil läuft deshalb nicht so viel wie andere weil er ein Spiel lesen kann und weiß welcher Weg sich lohnt und welcher nicht, dann fehlen mir fast die Worte ob so eines Blödsinnes. Wie doof müssen die Spieler sein die mehr laufen. Und erst die Trainer die versuchen ihnen das beizubringen - wie TS - dass man durch hohe Laufbereitschaft sehr viel erreichen kann z.B. den Gegner empfindlich beim Spielaufbau stören - auch wenn sich nicht alle Wege lohnen. Oder durch hohe Laufbereitschaft und Flexibilität in den Laufwegen sich schwerer ausrechenbar zu machen.
Aber wahrscheinlich haben die meisten Spieler und Trainer noch nicht kapiert, was Özil, du und Cem erkannt haben: Laufen mit Kalkül und nur wenn sich die Wege lohnen, ist die neueste und kommende Spielphilosophie.

Käse. Es ging mir doch nicht um die Bereitschaft, mehr oder weniger zu laufen (das sollte ja wohl Grundlage sein, wer hat das angezweifelt? :stirn

, sondern effektiv Fussball zu spielen, so dass Laufen sich lohnt. Ganz abgesehen von Kräften, die eingeteilt werden müssen. Und Ausrechenbarkeit ist eng verknüpft mit Effektivität. Den Spielaufbau stören - genau das ist die Vorraussetzung, aber das Nächste ist das, was wir vom Zehner zwingend erwarten müssen - dass er weiss, wie der Angriff fortzuführen ist. Genau das weiss Özil oft abzuschätzen. Aber seine Aufgabe besteht nicht darin, bspw. auf den Halbpositionen Bälle zu erobern, kann er doch auch nicht.