Wer sich hier mit Mesuts aktuellem körperlichen und geistigen Zustand befasst, empfehle ich dringend sich mal darüber zu informieren, worüber er da übrhaupt redet. Ich kann mich den Ausführungen von Diego-lib anschließen. Mesuts aktueller Erschöpfungszustand ist absolut normal. Wer sich mit Sport- und Trainingslehre, Sportbiologie und Sportpsychologie ein wenig befasst, weiß wovon ich spreche. Wenn aber jemandem, wie unserem lieben Mod Sportsfreund Begriffe wie Hyperkompensation, aerober und anaerober Ausdauer-Bereich, Energieverbrennung (Zucker, Kohlenhydrate und Fette), Eustress und Distress fremd sind, dann solte man wirklich mit einem müden Lächeln darüber hinwegsehen, wenn er hier von Dingen erzählt, von denen er offensichtlich keine Ahnung hat.
Jeder Sportmediziner wird bestätigen, dass das was Mesut die letzten 1 1/2 Jahre bei Werder und in der Nationalmannschaft geleistet hat, über die normale Belastung eines Profisportlers hinaus geht. Da sind Erschöpfungserscheinungen völlig normal. Hinzu kommt auch noch, dass er sehr jung ist und deshalb diese Belastung weder körperlich noch geistig genau einordnen kann, sprich seine Kraft einteilen kann. Ein Borowski z.B. rennt in einem Spiel mehr Kilometer als Mesut. Dafür legt Mesut in einem Spiel aber wesentlich mehr Strecken auf allerhöchstem Sprinttempo zurück, etwa bei Dribblings oder wenn er mal wieder mit dem Ball am Fuss quer über den Platz sprintet und 5 Gegenspieler stehen lässt. Das ist sehr viel Kraftaufwendiger und führt zu mehr Energieverbrauch als Boros Spiel. Es verhält sich ähnlich wie bei einem Auto. Fährt man eine Strecke von 100 km einmal im sehr langsamen Tempo, und einmal im Vollgas, wird man feststellen, dass man bei Vollgas mehr Benzin verbraucht, als wenn man langsam fährt.
Guckt euch mal das Spiel von Ribery an. Der sprintet immer wie ein Gepard nach vorne und verausgabt sich dabei vollends. Und genauso wie ein Gepard hat er nach so einem Sprint kaum noch die Kraft, um überhaupt weiterzulaufen, sprich den Weg nach hinten zu machen. Ein Ribery arbeitet NIE nach hinten. Eben, weil er das aufgrund seiner Art zu spielen gar nicht könnte. Daher plädiere ich dafür, Mesut weitgehends von Defensivaufgaben zu befreien, damit er noch effektiver nach vorne spielen kann. Durch geschickte Arbeits- und Raumaufteilung sollte das eigentlich machbar sein. Übrigens wurde genau das auch vor einigen Wochen in der Doppelpass Diskussionsrunde von Udo Lattek zur Sprache gebracht. Er sagte wörtlich: "Ich würde Özil von allen Defensivaufgaben befreien. Er soll nur nach vorne spielen!" Und wie gesagt, wenn man das aus sportwissenschaftlicher Sicht betrachtet, dann macht das auch Sinn.
So, und nun dürft ihr mich wieder steinigen!