Von der Operation wird Werder gewusst haben, und die sportmedizinische Untersuchung dürfte wohl auch speziell vor dem Hintergrund dieser Vorgeschichte durchgeführt worden sein. Aber wie Kastemato bereits sagte, kann man vom reinen Untersuchungsbefund nicht einfach auf die tatsächliche Verfassung des Spielers schließen - vielleicht hat der gute Ekici seine Geschichte ja auch ein wenig "geschönt" oder war wirklich in dem Glauben, er hätte die Beschwerden hinter sich gelassen.
Ich vermute eher, dass der Transfer insgesamt einer Art Risikoabschätzung unterlegen haben dürfte: die medizinische Abteilung könnte gesagt haben "ja, die Vorgeschichte ist nicht ganz ohne, es können unter Umständen erneute Beschwerden auftreten, welche wir aber mit großer Wahrscheinlichkeit in den Griff bekommen"... woraufhin die sportliche Führung samt AR sich entschieden haben könnte, das Risiko als überschaubar einzustufen und den Spieler dennoch unter Vertrag zu nehmen. Ob man damit einer Fehleinschätzung unterlegen ist, wird sich zeigen, aber Leistenprobleme bzw. Adduktorenbeschwerden sind ja nun auch nicht gerade bekannt als Vorzeichen einer zukünftigen Sportinvalidität, also sollte man einfach mal ein bißchen abwarten.
Ich denke, es wird dem Sachverhalt nicht gerecht, der medizinischen Abteilung (in diesem speziellen Fall!) die gesamte Schuld für den jetzigen Ausfall Ekicis zuschustern zu wollen. Damit macht man es sich doch wohl ziemlich einfach. Und ob die Verletzung überhaupt ein längerfristiges Problem darstellt, ist ja auch noch gar nicht abzusehen.