Nur weil eine unwissende Menge an Menschen sich lautstark echauffiert, heißt das noch lange nicht, man läge richtig. Da die Meinungen (nicht das Wissen) bereits feststehen, gehe ich es von einer anderen Seite an. Wenden wir uns der regenerativen Energiegewinnung zu und fangen mit den Windkrafträder an:
Wie immer bevor eine Diskussion entstehen kann, müssen die Fakten auf den Tisch:
Rohstoffe und Herstellung
Windkraftanlagen beruhen auf einer hochmaterialintensiven Industrie (Stahl, Beton, Kupfer, Aluminium, Kunststoffe, Spezialmetalle, Isoliergase), die Förderung und Verarbeitung dieser Rohstoffe zerstört Landschaften, verursacht giftige Abwässer, belastet Böden und Gewässer und ist mit erheblichen Emissionen verbunden. Seltene Erden und bestimmte Spezialmetalle entstehen häufig unter ökologisch und sozial inakzeptablen Bedingungen in den Förderländern. Schon bevor das erste Windrad steht, hat seine Herstellung eine lange Kette von Umweltbelastungen ausgelöst, die räumlich und politisch aus dem Blickfeld der deutschen Energiewende liegen.
Flächenverbrauch, Bau und Infrastruktur
Für Fundamente, Zuwegungen, Kranstellflächen und Kabeltrassen werden große Flächen dauerhaft oder zumindest langfristig zerstört oder versiegelt. Wälder werden gerodet, Wege in bislang wenig erschlossenen Gebieten gebaut, Böden verdichtet und entwässert, mit Folgen für Wasserhaushalt, Erosion und Bodenfruchtbarkeit. Auch nach Abschluss der Bauphase bleibt eine technisierte Infrastruktur in der Landschaft zurück. Rückbau bedeutet nicht automatisch vollständige Renaturierung, sondern oft nur ein technisches Mindestmaß.
Es gibt sehr aufschlussreiche Videos dazu, das schmerzt beim Zusehen.
Eingriffe in Ökosysteme und Artenvielfalt
Windparks führen zu erheblichen Verlusten bei Vögeln und Fledermäusen durch Kollisionen mit den Rotorblättern, besonders betroffen sind Greifvögel, Zugvögel und ziehende Fledermausarten. Die Anlagen zerschneiden Lebensräume, verändern Wanderkorridore und führen dazu, dass sensible Arten ganze Gebiete meiden. Die Kombination aus Flächenverlust, Zerschneidung, Lärm und Bewegung der Rotoren schwächt ohnehin gestresste Ökosysteme zusätzlich.
Insekten, Bodenlebewesen und Bodenzustand
Rotierende Rotorblätter treffen große Mengen fliegender Insekten. In der Summe entstehen Verluste, die in ein ohnehin bestehendes Insektensterben hineinwirken. Unter und um Anlagen verändern sich mikroklimatische Bedingungen (Wind, Feuchte, Beschattung) und Bodenstruktur (Verdichtung, Drainage, Erosion), was Bodenorganismen und Humusaufbau beeinträchtigen kann. Damit wird ausgerechnet jener Boden geschwächt, der als Grundlage für Landwirtschaft, Wasserhaushalt und Kohlenstoffspeicher benötigt wird.
Chemikalien, Schmierstoffe und „Ewigkeitsstoffe“
Windanlagen enthalten zahlreiche Chemikalien. Schmieröle, Hydraulikflüssigkeiten, Kühlmedien, Korrosionsschutzmittel, Kunstharze, teils PFAS‑haltige Beschichtungen und sehr potente Isoliergase. Leckagen, Wartungsfehler oder Unfälle können dazu führen, dass diese Stoffe in Boden, Grundwasser oder Meeresumwelt gelangen, mit teils langfristigen Folgen, weil viele dieser Substanzen kaum abbaubar sind. Die Branche verweist oft auf technische Standards, aber technisch zulässig heißt nicht automatisch ökologisch unbedenklich, insbesondere wenn es um Stoffe mit Ewigkeitscharakter geht.
Lärm, Infraschall und Landschaftsbild
Windräder erzeugen dauerhaft Lärm und tieffrequente Schwingungen. Für Menschen und Tiere bedeutet das eine ständige Störung, auch wenn Grenzwerte eingehalten werden. Der industrielle Charakter von Windparks, hohe Türme, Drehbewegung, Nachtbefeuerung, verändert Landschaftsbilder grundlegend und entwertet vielerorts Erholungsräume und Kulturlandschaften. Die subjektive Wahrnehmung von Natur und Ruhe wird massiv beeinträchtigt, was in offiziellen Bewertungen oft nur als visuelle Beeinträchtigung verharmlost wird.
Lebensdauer, Rückbau und Abfallproblematik
Windräder haben eine begrenzte wirtschaftliche und technische Lebensdauer. Durch Re-Powering werden Anlagen teils deutlich vor ihrer möglichen technischen Nutzungsgrenze außer Betrieb genommen. Beim Rückbau entstehen erneut Baustellen, Transporte, Lärm und Eingriffe in Boden und Vegetation; Fundamente bleiben oft teilweise im Boden und schränken die Bodennutzung dauerhaft ein. Besonders problematisch sind die Rotorblätter. Faserverbundkunststoffe und Harze lassen sich bislang nur unzureichend recyceln und landen häufig in der Verbrennung oder als schwer verwertbarer Abfall, der über Jahrzehnte ungelöst bleibt. Die anstehende Welle von Altanlagen macht sichtbar, dass für den Müll der Energiewende kein ausgereiftes, flächendeckendes Kreislaufsystem existiert.
Systemische Blindstellen
Die offiziellen Bewertungen fokussieren oft auf Treibhausgase und Klimawirkung, blenden dafür aber andere Umweltkosten (Artenverlust, Landschaft, Boden, Chemikalien) teilweise aus oder gewichten sie stark herunter. Lokale Belastungen werden in Planungs- und Genehmigungsverfahren formal abgearbeitet, aber selten in ihrer Gesamtheit betrachtet, insbesondere nicht kumulativ über viele Anlagen und Projekte hinweg. Viele Schäden sind schleichend und irreversibel (Verlust alter Waldbestände, Bodenstruktur, Arten), während die Stromproduktion nur über eine begrenzte Zeit läuft.
Nur eine verantwortungslose Energiewende konnte solch ein Verbrechen auf den Weg bringen und bei aktuell über 30.000 WIndräder, geplant sind bis zu 60.000 gehen wir einer ökologischen Katastrophe entgegen, von den Konsequenzen einer kontinuierlichen Stromversorgung einmal ganz abgesehen.
Das werde ich als nächstes Thematisieren.