Am Ende steht das vierte Jahr in Folge mit steigenden Umsätzen. Bei einem Verein der explizit davon spricht, seit Jahrzehnten, Transfererlöse erzielen zu müssen, finde ich es ein wenig schräg dem Verein genau das zum Vorwurf zu machen.
Dir ist aber schon klar, dass diese steigenden Umsätze den neuen Fernsehverträgen geschuldet sind? Herrn Filbry dafür zu loben, dass alle Vereine in D mehr Geld bekommen, finde ich nett. Seine Kernaufgaben in seinen Segmenten (Merchandising, Sponsoring) mehr Geld zu generieren, hat er nicht erfüllt.
Wo sollen denn die Gelder für neue Spieler herkommen, wenn man Jahr für Jahr durch Transfererlöse das Budget ausgleicht?
Oder anders ausgedrückt: es wäre wünschenswert, den Kader sukzessive zu verstärken und nicht jedes Jahr seine Besten abzugeben. Das ist die Politik der ganz kleinen Schritte, die Werder vollzieht.
Werder ist zwar wirtschaftlich gesund, was für die Bewertung des Unternehmens gut ist, aber dann bleibt die Frage, was man daraus macht? Einen Investor wollen sie nicht, Aktien emittieren auch nicht, Investitionen in den Kader ggf. mit Geldaufnahme wird abgelehnt. Dann bleibt nicht mehr viel.
Und zu glauben, dass man in China den großen Reibach macht, ist völlig illusorisch. Die haben auf Werder gerade gewartet.
Das sie mehr Gelder die nächsten Jahre aus dem Fernsehtopf bekommen, glaube ich auch. Gilt für alle anderen auch.
Bei dem o.g. Szenario bleibt für sie nur, mehr Geld von der DFL zu bekommen, die Kosten insgesamt zu senken, um aus dem daraus resultierenden Delta in den Kader zu investieren. Kostensenkung auf allen Ebenen scheint mir das Gebot zu sein?
Dann ist der Anspruch jede Saison gegen den Abstieg zu spielen und mehr nicht. Ich persönlich würde das gutheißen, aber sie selber formulieren ANSPRÜCHE auf mehr. Für mich ist das alles nicht schlüssig.