Gucke mir gerade das Werderspiel gegen die Wölfe an: Es ist unglaublich, was Allofs da für einen Werderkader zusammengegeizt hat. Hoffentlich wird sich das personelle Gesicht der Werdermannschaft für die kommende Saison verändern. Allofs ist jetzt einfach gefragt und so Gimmicks, wie "überhitzter Transfermarkt" oder "wir haben kein Geld", müssen endgültig ad acta gelegt werden.
Es ist ja auch sehr repräsentativ, sich ein Spiel herauszupicken, das zwischen zwei wichtigen Endspielen liegt, in dem es um nichts mehr geht und eine teilweise platte B-Elf aufläuf, die im Gedanken vermutlich schon seit Donnerstag in Berlin ist. Das deutliche Ergebnis spielt Deiner Argumentation zusätzlich in die Karten. Aufgrund eines solchen Spiels auf die allgemeine Kaderqualität zu schließen, finde ich dann doch recht abenteuerlich.
Werder stand nach 17 Jahren (!) mal wieder in einem internationalen Finale und musste dort über viele Runden und Pflichtspiele hinkommen. Dort eiert sich nicht irgend eine Gurkentruppe hin, die nur das nötige Glück hat.
Ich glaube, wenn in beiden Pokalwettbewerben 2-3 Runden eher Schluss gewesen wäre, hätte man auch die verbleibenden Ligaspiele anders angepackt. Es hätte in den letzten Wochen zum Beispiel wesentlich kürzere Regenerationsphasen gegeben, so dass in manchem Spiel auch der Kader ganz anders ausgesehen hätte. Allein in den letzen Wochen wären ohne 3-fach-Belastung 6-7 Punkte mehr drin gewesen (z.B. KSC, Köln, Leverkusen), was allein in der Schlussphase der Saison immerhin noch Platz 8 bedeutet hätte.
Ich glaube, dass in dieser Saison einiges zusammenkam, was Werder letztendlich unter Wert dastehen lässt. Unruhe abseits des Platzes, Leistungsträger die über weite Strecken deutlich unter ihrer Form spielten, Verletzungen, die Pokalwettbewerbe - ich denke, unter normaleren Umständen hätten wir über die gesamte Saison gesehen 10-15 Punkte mehr auf dem Konto haben können, und hier wären immer noch einige vergeigte Spiele berücksichtigt gewesen.
Das wäre im Vergleich zu den Vorjahren immer noch eine erschreckend magere Ausbeute gewesen, aber auf der anderen Seite habe ich auch schon immer davor gewarnt, die Platzierungen der letzten Jahre in Bremen als selbstverständlich anzusehen. Damit meine ich noch nichteinmal die endlose Diskussion über das Potenzial im Bezug auf das Bremer Umfeld. Denn für 5 CL-Teilnahmen in Folge sind in der Liga sonst nur die Bayern gut, da kommt zwangsläufig irgendwann eine Konstellation, in der Werder anderen Teams sportlich den Vortritt lassen muss.
Wichtig ist nun, dass man die Zeichen der Zeit erkennt und nicht generell den Anschluss an das internationale Geschäft verliert. Hier muss man auf dem Transfermarkt ein Zeichen setzen - wobei auch klar ist, dass man zwangsläufig auch weiterhin junge Spieler beimischen wird, deren Entwicklung noch ungewiss ist. Man kann Abgänge nicht vollständig mit gestandenen Leistungsträgern auffüllen. Das hat man vor allem im letzten Sommer gesehen, wo 4 namhafte Abgänge gerade mal 2,5 Mio an Ablöse hereingespült haben. Auf der anderen Seite sollen dann Vertragsverlängerungen, Ablösesummen, Handgelder und weitere Gehälter finanziert werden.
Ich hoffe dennoch auf mindestens 2 starke, erfahrene Spieler, denn Frings wird womöglich der einzige Spieler über 30 bleiben. Desweiteren wird man zwangsläufig seiner Linie treu bleiben und weitere Leihgeschäfte eingehen oder eben junge Spieler holen. Außerdem haben wir viele Juwelen im Kader, die noch einen Feinschliff benötigen. Wenn diese in Bremen den Durchbruch schaffen, habe ich mittelfristig wieder Hoffnung auf bessere Saisons, aber in den nächsten 1-2 Jahren werden wir meiner Einschätzung nach noch hart darauf hinarbeiten müssen.