Der BVB beweist uns gerade mehr als eindrucksvoll das Gegenteil! Von einem Verein der quasi pleite war zu einem Double Deutschen Meister mit einer Super Mannschaft + prächtigen Perspektiven. Man kann also auch ohne das ganz grosse Geld gute + erfolgreiche Arbeit leisten, sogar nachhaltig.
Wenn du dir anguckst, wie der BVB in Jahren ohne internationales Geschäft
während des Schuldenabbaus investieren konnte, kannst du sehen, dass man da trotz des knapp vermiedenen Kollapses aufgrund der absolute großartigen Bedingungen (garantiert ausverkauftes riesiges Stadion, riesige Fangemeinde national und international, dadurch gewaltige Einnahmen durch Merchandising, Tickets, Sponsoren... da können Vereine wie Werder auch nach mehreren Jahren CL nicht mit einem BVB im Bundesligamittelfeld mithalten) nie am Hungertuch genagt hat.
Dazu kommt, dass
zusätzlich zu guter Arbeit auch ein Schweineglück an der positiven Entwicklung beteiligt war. Eine Mannschaft, die um Platz 5-6 mitgespielt hat und in der EL keine Bäume ausreißen konnte, wurde auf einen Schlag durch einen A-Jugendlichen und einen Neuzugang aus der zweiten japanischen Liga verstärkt, die so gut wie nichts kosteten, aber aus dem Stand internationale oder sogar Weltklasse verkörperten - selbst die beste Planung der Welt garantiert solche Schnäppchen nicht, wenn keinem der beiden der Durchbruch in der Bundesliga gelungen wäre, hätte niemand mit der Wimper gezuckt. Dazu kommt, dass Risikotransfers wie Lewandowski und Barrios grandios eingeschlagen sind - sowas klappt auch bei tadelloser Integrationsarbeit nicht immer. Solche Sachen sind eben immer auch ein
Glücksspiel, wenn von den vieren keiner auch nur Ansatzweise so gut eingeschlagen wäre, wie es gekommen ist, wäre das noch nichtmal sonderliches Pech gewesen. Das heißt natürlich nicht, dass alles dem Zufall überlassen ist - man muss schon sehr gute Arbeit leisten, damit eine Umgebung geschaffen wird, in der solche Glücksfälle überhaupt genutzt werden können, aber nur durch gute Arbeit lässt sich sowas eben nicht erzwingen.
Wenn das so wäre, würde man beim BVB ja einfach so weiter machen, schließlich sind da ja kompetente Leute am Werk. Aber jetzt haut man da trotzdem mal 17 Mio für einen Reus raus, eben weil man da erkannt hat: Ohne die ganz teuren Transfers kann man Qualität eben
nicht garantieren und trotz guter, kontinuierlicher Arbeit müsste man sonst auch mal damit rechnen das internationale Geschäft zu verpassen - den Erfolg mit solchem finanziellen Aufwand zu zementieren, kann man sich aber auch nur leisten, wenn man die bereits angesprochene grandiose Ausgangslage mit Einnahmen aus der CL koppeln kann.
Das Beispiel Dortmund ist also keines, dem Werder folgen kann - zum einen, weil man andere Vorraussetzungen hat und zum anderen weil man sich auf Glück durch gute Arbeit zwar vorbereiten, es aber nicht erzwingen kann.