Klaus Allofs

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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Dem Ansatz, dass einige der Clubs, die Werder stets als Vorbild betrachteten, uns mittlerweile überholt haben, stimme ich absolut zu, was allerdings ein weiterer, nein, der Hauptgrund dafür sein sollte, sich selbst neu zu erfinden und sich auf die Tugenden der Vergangenheit zu berufen. Schließlich ist es unbestritten auch so, dass Werder seinen Weg verlassen hat und viele, teilweise große Fehler beging, die man sich -zumindest in dieser Anzahl- nicht leisten sollte, aus denen man zumindest aber seine Lehren ziehen sollte.

Aktuell habe ich nicht den Eindruck, dass man aus den Fehlern der jüngeren Vergangenheit gelernt hätte. Ähnlich des Pokers um die Verlängerungen von Miro Klose und Mesut Özil droht man Gefahr zu laufen, in den Fällen Wiese und Mertesacker erneut ohne eine Verlängerung über die Saison hinaus in die Spielzeit zu gehen.

Zwar sind Gespräche mit Wiese und Mertesacker angekündigt und es wurde sich sicherlich auch schon gegenseitig abgeklopft, das vermeintlich richtige Aufschieben der Personalien im Zuge des Abstiegskampfs erweist sich nun allerdings als verhängnisvoll. Die eh schon starken Positionen der Spieler in Vertragsverhandlungen wurden durch dieses Verzögern weiter gestärkt und es ist davon auszugehen, dass sowohl Mertesacker, als auch Wiese, zumindest aber ihre Berater clever genug sind, um nach den von Werder gewünschten Verzögerungen nun ihrerseits weiter zu verzögern.

Die Begründungen hierfür liegen auf der Hand. Urlaub der Spieler, Stress für die Berater aufgrund anderweitiger, aktuell weit dringender Angelegenheiten für andere, den Verein wechselnde Klienten - und ehe wir uns versehen, haben wir den Saisonstart vor der Türe stehen.

Es wäre nicht überraschend und in der öffentlichen Wahrnehmung auch nicht verwerflich, wenn Spieler und Berater den nächsten logischen Schritt tätigen und zwar Gespräche aufnehmen würden, eine Entscheidung jedoch so weit hinauszögern, dass abzusehen ist, wo die Reise für Werder hingeht.

Mit anderen Worten: Maximale Sicherheit für den Spieler, maximales Risiko für Werder. Auf die selbe Tour hat Allofs sich bereits von Mesut Özil und Reza Fazeli abkochen lassen. Ich darf daran erinnern, dass Özil selbst unmittelbar vor dem Pokalfinale 2009 äußerte, seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen. Dann folgte die U21 Europameisterschaft, der Urlaub, der Saisonstart, die Winterpause, die WM... Das Ende ist bekannt.

Sicherlich, es war sicherlich keine einfache Aufgabe, den Vertrag von Özil zu verlängern - dennoch war das elend lange Abwarten von Allofs ein Wiederholungsfehler, der zeigt, dass er aus dem Fall Klose nichts gelernt hatte. Auch dieser hat Werder seinerzeit sehr lange hingehalten - und Werder letztlich analog zu Özil eiskalt die Türe zugeschlagen, indem er sich auf einen einzigen möglichen Club festlegte, somit den Wettbewerb zumindest für Werder unterband und die Ablöse für Werder im viele Millionen niedriger ausfallen ließ, als sie aufgrund des damaligen Marktwertes eigentlich hätte ausfallen müssen.

Wie gesagt, die Gefahr, dass uns das im kommenden Jahr erneut wiederfährt, ist aufgrund der unklaren Vertragsverhältnisse für die Zeit nach dem Sommer 2012 absolut gegeben - nur, dass wir in beiden Fällen, Wiese und Mertesacker, dieses mal komplett leer ausgehen würden.


Was Dimanski betrifft, so ist es sicherlich keine Exklusiventscheidung von Allofs, allerdings wäre es in dieser Personalie ausnahmsweise mal sinnvoll, den Wünschen der Spieler uneingeschränkt nachzukommen. Wie hier jemand an anderer Stelle schon richtig bemerkte, ist das mit keinerlei Wertung der Qualitäten von Dimanski verbunden, sondern schlicht und ergreifend mit dem offensichtlich mangelnden Vertrauen der Spieler in Dimanski. So etwas kann auch einem sehr, sehr guten Arzt passieren - und nicht selten reicht schon ein Fall wie der von Klasnic dazu aus, das Vertrauen innerhalb des Kaders nachhaltig zu zerstören.

Bewertet man die in den letzten Jahren erschienenen, negativen Presseberichte über die medizinische Abteilung des SV Werder und die negativen Potentiale in Bezug auf das Vertrauen der Spieler in diese, dann stellt sich schon die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, sich von diesem Damoklesschwert zu befreien, wenn auch schweren Herzens, aber im Sinne des Vereins. Zumal es ja mittlerweile schon so weit ist, dass auch unter den Fans nahezu jede Verletzung, die nicht ganz nach Plan läuft, in irgendeiner Weise mit diesen Artikeln und/oder dem Fall Klasnic in Verbindung gebracht werden. Selbst die eklatante Anzahl an Verletzungsfällen in der abgelaufenen Saison wird ja schon damit in Verbindung gebracht, so dass ich nicht ganz verstehen kann, warum man diese Personalie auf Biegen und Brechen unbehandelt läßt.

Wie gesagt, grundsätzlich stehe ich Allofs und der Geschäftsführung absolut positiv gegenüber, allerdings erwarte ich auch, dass man die womöglich vorhandene Betriebsblindheit endlich abstellt und auf allen Gebieten endlich wieder das Wesentliche in den Vordergrund stellt.

Und hierzu gehört nun einmal auch, dass man endlich wieder vernünftig sichtet, ehe man dann einkauft. Teure Missverständnisse wie Carlos Alberto, Marko Arnautovic, Boubacar Sanogo und Co. sollte man sich in Zukunft verkneifen, wie man sich -bei allem Respekt vor seinen Fähigkeiten- auch Transfers wie den von Marin verkneifen sollte, WENN man keinen Platz im eigenen System für einen solchen Spieler hat.

Überhaupt erachte ich die Systemfrage als weiteren großen Knackpunkt bei Werder, wenngleich er deutlich eher, wahrscheinlich sogar ausschließlich ins Aufgabengebiet von Thomas Schaaf fällt. Völlig ohne Not hat Werder das funktionierende 4-4-2 Diamond (Raute) gegen ein 4-5-1 mit Doppel 6 eingetauscht. Dieses System hat bei Werder so gut wie nie funktioniert, dennoch wurde sehr lange daran festgehalten. So lange, dass es fast zu spät für die Rettung war. Erst, als man sich wieder auf das alte System besann und mit zwei Stürmern agierte, konnte man sich spielerisch wieder etwas befreien und letztlich auch die zum Klassenerhalt nötigen Ergebnisse verbuchen.

Erschreckend finde ich hierbei, um den Bogen zu Allofs zurück zu spannen, dass man ein solches System einführte, ohne die nötigen Spieler für dieses System zu haben. Die Spieler, die man für dieses System benötigt, wurden im Grunde erst gekauft, als man sich schon auf dieses System festgelegt hatte. Am Reissbrett sieht es sicher vielversprechend aus, wenn man die offensive Variante des 4-5-1 mit Doppel 6 zu einem 4-3-3 umwandelt und dann Marin auf links, Arnatovic auf rechts und Pizarro im Zentrum vorfindet.

Da man aber mit Wagner und Almeida zwei weitere reine Mittelstürmer im Kader hatte, hat man mit dieser Systemumstellung schon damals das Ende eines dieser beiden Stürmer besiegelt. Von daher überraschte der Verkauf von Almeida zur Winterpause ebenso wenig, wie es die halbherzigen Vertragsgespräche mit Almeida oder dessen Unzufriedenheit taten. Schließlich war es einzig der Verletzungsmisere Pizarros geschuldet, dass Almeida in der Hinrunde überhaupt eine Rolle spielte. Sportlich erfreulich für Allofs, dass Almeida diese Rolle als Lückenbüßer gut ausfüllte, wirtschaftlich letztlich jedoch völlig unerheblich, da sowohl Almeida, als auch dessen Berater die Situation einzuschätzen wussten und die Situation sich so darstellte, dass Almeida am Saisonende eh weg gewesen wäre. Mangels anderweitiger Interessenten schlug dann Besiktas für lächerliche 2,5 Millionen Euro zu. Unnötig, zu erwähnen, dass auch hier durch eine fragwürdige Politik von Geschäftsführung und sportlicher Leitung Geld verbrannt wurde.

Dass man dann aber mit Avdic einen Strafraumstürmer holte, für den man in diesem System im Grunde gar keine Verwendung hatte, zeigt die Unschlüssigkeit der Führungsetage des SV Werder. Diesen Transfer kann man nur dadurch erklären, dass man sich selbst der Sache mit der Doppel 6 nicht mehr sicher war - und zumindest eine Alternative für die Rückkehr zur Raute haben wollte, die man dem bis dahin völlig enttäuschenden Wagner vorziehen könnte.

Wo wir gerade bei unsinnigen Transfers sind, könnte man problemlos auch das Abgeben von Rosenberg anführen. Sicher, er wirkte hier in den letzten 12 Monaten wie das lebendige Elend, wäre von seiner Veranlagung her jedoch weit eher als Außenstürmer einsetzbar gewesen, als es etwa Almeida oder Wagner gewesen wären. Durch das völlige Floppen von Arnautovic hätte Rosenberg so im späteren Saisonverlauf eine durchaus passable Rolle spielen können.

Die Bewertung der Transfers bleibt in letzter Konsequenz jedoch subjektiv - allerdings ist auch das ein Zeichen dafür, dass bei Werder etwas nicht stimmt und man die eigene Linie verlassen hat, schließlich konnte man bei früheren Transfers klar definieren, welche Hintergedanken man bei einem Transfer hatte. Das war zuletzt nicht mehr der Fall. Stattdessen hieß es nur allzu oft, man habe einen Spieler für die Zukunft verpflichtet, der über großes Potential verfüge und/oder einen Spielertyp verkörpert, den man "so noch nicht im Kader" hatte.

Es würde mich sehr beruhigen, wenn Werder wieder eine klare, erkennbare Philosophie hätte - doch so, wie es sich derzeit darstellt, könnte man fast schon zu dem Schluss kommen, dass nicht Schaaf und Allofs Werder über Jahre geprägt haben, sondern Johan Micoud.
 
Dem Ansatz, dass einige der Clubs, die Werder stets als Vorbild betrachteten, uns mittlerweile überholt haben, stimme ich absolut zu, was allerdings ein weiterer, nein, der Hauptgrund dafür sein sollte, sich selbst neu zu erfinden und sich auf die Tugenden der Vergangenheit zu berufen. Schließlich ist es unbestritten auch so, dass Werder seinen Weg verlassen hat und viele, teilweise große Fehler beging, die man sich -zumindest in dieser Anzahl- nicht leisten sollte, aus denen man zumindest aber seine Lehren ziehen sollte.

Auch wenn ich Dir inhaltlich zustimme, so ist "sich auf die Tugenden der Vergangenheit zu berufen" vllt. etwas unglücklich formuliert. Die derzeitige Situation ist auch darin begründet, daß man bei Werder zu lange an manche "alte Traditionen" festgehalten, ich denke da z.B. an das zu lange Festhalten an das Spielsystem mit der Raute. Allerdings ist es auch schwierig, den richtigen Zeitpunkt für ein Umdenken zu finden, denn einerseits ist es so, daß so lange man (einigermaßen) erfolgreich ist, geht man nur ungern das Risiko ein, diesen Pfad zu verlassen, ohne zu wissen, wohin der neu eingeschlagene Weg führt, aber andererseits bedeutet ein Stillstand oder auch ein Festhalten an alte Traditonen ein Rückschritt.
 
@pan#99
mir ist das ganze etwas zu eindimensional. warum gehst du davon aus, dass allofs die ganze zeit bei özil gepennt hat. warum wird nicht zumindest in betracht gezogen, dass özil den ausspruch mit der verlängerung getätigt hat, aber sein berater dann meinte, du hast doch zeit. oder er selbst stellte fest, er hat noch zeit. allofs hat meines wissens nach, öfter betont, dass gespräche vorhanden waren. nur wenn die einigung nicht eintrifft, dann kann man das nicht ändern.

sanogo in der Kategorie "geld verbrennen" ein zu ordnen finde ich auch nicht gut. man hat ihn für gutes geld nach frankreich ziehen lassen und er hat in seiner zeit hier auch wichtige tore gemacht. (dfb pokal in braunschweig zum beispiel).

hugo almeida ist das nächste thema. die sportliche führung, ts und ka waren nie vollständig zufrieden mit seiner leistung. nur weil hugo ein publikumsliebling war heisst das nicht, dass er der absolute könig im sturm war. er hat 9 buden in der hinrunde gemacht, aber davor die jahre hat er nicht überzeugt. und ich finde auch diese hinrunde von ihm nicht in dem maße überzeugend, dass man sich ein halbes jahr später noch an den kopf fassen muss das er nicht mehr da ist. in istanbul hat er meines wissens nach auch keine bäume ausgerissen im anschluss.
ich vermute, dass hugo allgemein nicht so die zukunft in bremen hatte und deshalb noch verkauft wurde. ob 2,5 millionen nun zu wenig sind oder nicht ist dann die frage.

ich möchte hier nicht uneingeschränkt pro allofs plädieren. es werden auch von ihm fehler gemacht. aber ich finde die betrachtungsweise einfach etwas eindimensional, zumal über vieles einfach nur spekuliert wird aufgrund von meldungen die irgendwo aufgeschnappt werden. wir sind nie dabei wenn allofs verhandlungen oder gespräche mit spielern führt. vielleicht hat er mit wiese und merte schon alles in die wege geleitet. vielleicht pokern die beiden. vielleicht kann und will werder nicht verlängern um jeden preis sondern muss wirtschaften und gucken. vielleicht vielleicht vielleicht.
 
Zwar sind Gespräche mit Wiese und Mertesacker angekündigt und es wurde sich sicherlich auch schon gegenseitig abgeklopft, das vermeintlich richtige Aufschieben der Personalien im Zuge des Abstiegskampfs erweist sich nun allerdings als verhängnisvoll.

Daß die Verhandlungen auf die Zeit nach dem Abstiegskampf geschoben wurde, ist absolut nachvollziehbar, denn beide Seiten fehlte die entscheidende Basis für die Verhandlungen (sprich in welcher Liga man 2011/12 spielen würde) so daß beide Seiten auch nicht wußten, mit welchen Summen man "jonglieren" konnte. Es paßte allerdings zu dieser Grottensaison, daß die Mannschaft durch die sieben sieglosen Heimspielen in Folge, darunter drei gegen Abstiegskonkurrenten, ihren Teil dazu beigetragen, daß erst sehr spät Planungssicherheit herrschte.
 
Daß die Verhandlungen auf die Zeit nach dem Abstiegskampf geschoben wurde, ist absolut nachvollziehbar, denn beide Seiten fehlte die entscheidende Basis für die Verhandlungen (sprich in welcher Liga man 2011/12 spielen würde) so daß beide Seiten auch nicht wußten, mit welchen Summen man "jonglieren" konnte. Es paßte allerdings zu dieser Grottensaison, daß die Mannschaft durch die sieben sieglosen Heimspielen in Folge, darunter drei gegen Abstiegskonkurrenten, ihren Teil dazu beigetragen, daß erst sehr spät Planungssicherheit herrschte.


eine andere antwort zur planungssicherheit hätte dann aber gelautet " wir warten noch ab, schließlich ist platz 5 noch möglich.. ;)
 
Gerade in Bezug auf das Spielsystem denke ich, dass es nicht der Fehler war, am 4-4-2-Diamond festzuhalten, sondern ein funktionierendes System einzumotten.

Hier mal ein statistischer Vergleich der Ergebnisse in dieser Saison:

4-5-1 mit Doppel-Sechs:
03. - FC Bayern München (A) - 0:0
04. - FSV Mainz 05 (H) - 0:2
05. - Hannover 96 (A) - 1:4
07. - Bayer 04 Leverkusen (A) - 2:2
08. - SC Freiburg (H) - 2:1
15. - VfL Wolfsburg (A) - 0:0
16. - Borussia Dortmund (A) - 0:2
17. - 1.FC Kaiserslautern (H) - 1:2

Hinrundenbilanz:
8 Spiele
1 Sieg, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen
6 Punkte, 6:13 Punkte

23. - Hamburger SV (A) - 0:4
34. - 1.FC Kaiserslautern (A) - 2:3
Rückrundenbilanz:
2 Spiele
0 Sieg, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen
0 Punkte, 2:7 Punkte





4-4-2 mit Raute:
01. - TSG Hoffenheim (A) - 1:4
02. - 1.FC Köln (H) - 4:2
06. - Hamburger SV (H) - 3:2
09. - Borussia Mönchengladbach (A) - 4:1
10. - 1.FC Nürnberg (H) - 2:3
11. - VfB Stuttgart (A) - 0:6
12. - Eintracht Frankfurt (H) - 0:0
13. - FC Schalke 04 (A) - 0:4
14. - FC St.Pauli (H) - 3:0

Hinrundenbilanz:
9 Spiele
4 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen
12 Punkte, 17:22 Tore

18. - TSG Hoffenheim (H) - 2:1
19. - 1.FC Köln (A) - 0:3
20. - FC Bayern München (H) - 1:3
21. - FSV Mainz 05 (A) - 1:1
22. - Hannover 96 (H) - 1:1
24. - Bayer 04 Leverkusen (H) - 2:2
25. - SC Freiburg (A) - 3:1
26. - Borussia Mönchengladbach (H) - 1:1
27. - 1.FC Nürnberg (A) - 3:1
28. - VfB Stuttgart (H) - 1:1
29. - Eintracht Frankfurt (A) - 1:1
30. - FC Schalke 04 (H) - 1:1
31. - FC St.Pauli (A) - 3:1
32. - VfL Wolfsburg (H) - 0:1
33. - Borussia Dortmund (H) - 2:0
Rückrundenbilanz:
15 Spiele
5 Siege, 7 Unentschieden, 3 Niederlagen
21 Punkte, 22:19 Punkte




Gesamtbilanz:
4-5-1 mit Doppel-Sechs:
10 Spiele
1 Sieg - 3 Unentschieden - 6 Niederlagen
6 Punkte (0,6 Punkte/Spiel)
8:20 Tore (0,8:2,0 Tore/Spiel)


4-4-2 mit Raute:
24 Spiele
9 Siege - 8 Unentschieden - 7 Niederlagen
35 Punkte (1,46 Punkte/Spiel)
39:41 Tore (1,62:1,71 Tore/Spiel)


Selbst in dieser desaströsen Saison war es das 4-4-2 Diamond, mit dem Werder das Schlimmste verhindern konnte, während das System mit Doppel-Sechs kläglich gescheitert ist.
 
ich finde se völlig in Ordnung wenn jetzt in Richtung Gehaltsabstriche verhandelt wird. Die Verträge sind in sehr üppigen Zeiten sehr üppig ausgestaltet worden , die Spieler haben sicher nicht gelitten. Jetzt ist der Rahmen ein anderer- und dafür sind auch die Spieler mitverantwortlich.
Folgerichtig können die Konditionen nicht mehr die alten sein.
Und weder TW noch PM sind unverzichtbar.
 
Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Die nächste Saison wird eine extrem schwierige. Ich sehe Werder eher als potenziellen Abstiegs- denn als CL-Kandidaten. Und wenn die neue Saison so anfängt, wie bei Werder oder gar wie bei Stuttgart diese Saison, dann werden auch TS und KA ernsthaft in Frage gestellt werden.

Das sehe ich allerdings auch so. Zumindest muss transfermäßig noch ordentlich nachgebessert werden, mit dieser jetzigen Mannschaft holen wir keinen Blumentopf. Dass sich Herr Allofs mit der "Quasi-Entlassung" vom Lutscher selber eine unnötige Baustelle eröffnet, lässt einen auch nicht gerade positiver in die Zukunft blicken.
 
Also ich finde es erstmal erfreulich, das mit Pan#99 ein Nutzer hier ist, der wundervoll intelligente Berichte schreibt und das viele alte Forumshasen mit ihm kontrovers aber absolut manierlich diskutieren.

Endlich mal richtige Fachdiskussionen anstelle der vielen Kindergartenzankereien, die mir schon zum Hals raus hangen !

Aus dem Grund erstmal ein dickes :tnx: an alle, die hier sachlich miteinander diskutieren. Bitte bitte weiter so !

Ich kann mich nicht mit allem anfreunden, was Pan#99 schreibt und für vieles fehlen die Belege, was den Özil Transfer angeht bin ich mit der Kritik an Allofs ausnahmsweise auch immer noch nicht einverstanden, die grundsätzliche Kritik geht jedoch in die richtige Richtung.

Bei Frings finde ich die Entscheidung grundsätzlich richtig, nur die Art und Weise der Außendarstellung war ähnlich bescheiden wie der unmögliche Umgang mit Jensen. Das war grausam und für Werder schädlich, es gibt einem kein Vertrauen darin, das diese Vereinsführung das Ruder in der Hand hat bzw. es richtig zu bedienen weiß.

Ein Lichtblick ist immerhin die Art und Weise, wie der Ekici Transfer offensiv angegangen wurde und das er so früh vollzogen werden konnte.

Auch ich habe oft in der gerade abgelaufenen Saison angeprangert, das ein wilder Schlingerkurs ohne erkennbares Konzept vorherrschte, und das sowohl beim Spielsystem, bei den Aufstellungen, aber auch bei den Transfers bzw. den Vertragsverlängerungen.

Zum System: Da hatte ich allerdings schon vor der gerade abgelaufenen Saison ein modernes 4-2-4 gefordert. Ich hatte das auch in irgend einem Fred mal ausführlich erklärt, finde meinen Beitrag aber gerade selber nicht und bin im Moment auch zu faul (der Feierabend naht) das jetzt nochmal hier ausführlich darzulegen. Nach dem Verlauf der vergangenen Saison und der Entwicklung des Fussballs bin ich davon überzeugt, das das für Werder mit den vorhandenen Spielern ein interessanter Ansatz wäre.

Zu den Vertragsverlängerungen: Bei TW hätte ich nichts dagegen, ihn teuer zu transferieren, zumal auf dem Torwartmarkt gerade Bewegung ist und Tim woanders mehr verdienen könnte. Ehe man in die Falle einer ewigen Vertragsverlängerung tappt, die dann genauso wie bei Krstajic, Kl*** oder Özil endet, sollte man gleich die Millionen einstreichen und den hervorragenden Mielitz befördern - zumal mit vander (noch) und wiedwald zwei weitere gute Torhüter an Bord sind.

Bei Merte sehe ich es so, das er zwar eine teilweise grauenvolle Saison spielte, zum Ende hin aber mehr und mehr erstarkte und er wohl auch menschlich nach dem Weggang von Frings ein führungsstarker Spieler sein wird. Ich traue Merte zu, ein guter Kapitän zu werden, nach einem wirklich ausgiebigen Urlaub wieder an alte Stärke anknüpfen zu können und dazu als Käpt'n im Gegensatz zu Frings auch eine vermittelnde Rolle wie vorher Baumann zu spielen, der nie ein Lautsprecher war, aber bei allen hohes Ansehen genoss und die Truppe zusammen hielt.

Zudem haben wir mit den noch länger verletzten Naldo + Prödl sowie dem nicht mehr vorhandenen Pasanen nur noch Schmidt (siehe unten) und Nachwuchsmann Schoppenhauer (von dem ich viel halte, für den die BuLi als Stammspieler sicher noch zu früh kommt) als Innenverteidiger !
Das ist viel zu wenig, man könnte einen zusätzlichen Weggang von Merte dann wohl kaum auffangen.
Also mit Merte auf jeden Fall verlängern !

Fritz würde ich entweder zu stark verringerten Bezügen 2 Jahre verlängern oder auch bereits jetzt transferieren, vor allem wenn Schmidt wirklich vernünftig geworden ist und mit dem eine schnelle Einigung gelingt.
 
@pan#99
mir ist das ganze etwas zu eindimensional. warum gehst du davon aus, dass allofs die ganze zeit bei özil gepennt hat. warum wird nicht zumindest in betracht gezogen, dass özil den ausspruch mit der verlängerung getätigt hat, aber sein berater dann meinte, du hast doch zeit. oder er selbst stellte fest, er hat noch zeit. allofs hat meines wissens nach, öfter betont, dass gespräche vorhanden waren. nur wenn die einigung nicht eintrifft, dann kann man das nicht ändern.

sanogo in der Kategorie "geld verbrennen" ein zu ordnen finde ich auch nicht gut. man hat ihn für gutes geld nach frankreich ziehen lassen und er hat in seiner zeit hier auch wichtige tore gemacht. (dfb pokal in braunschweig zum beispiel).

hugo almeida ist das nächste thema. die sportliche führung, ts und ka waren nie vollständig zufrieden mit seiner leistung. nur weil hugo ein publikumsliebling war heisst das nicht, dass er der absolute könig im sturm war. er hat 9 buden in der hinrunde gemacht, aber davor die jahre hat er nicht überzeugt. und ich finde auch diese hinrunde von ihm nicht in dem maße überzeugend, dass man sich ein halbes jahr später noch an den kopf fassen muss das er nicht mehr da ist. in istanbul hat er meines wissens nach auch keine bäume ausgerissen im anschluss.
ich vermute, dass hugo allgemein nicht so die zukunft in bremen hatte und deshalb noch verkauft wurde. ob 2,5 millionen nun zu wenig sind oder nicht ist dann die frage.

ich möchte hier nicht uneingeschränkt pro allofs plädieren. es werden auch von ihm fehler gemacht. aber ich finde die betrachtungsweise einfach etwas eindimensional, zumal über vieles einfach nur spekuliert wird aufgrund von meldungen die irgendwo aufgeschnappt werden. wir sind nie dabei wenn allofs verhandlungen oder gespräche mit spielern führt. vielleicht hat er mit wiese und merte schon alles in die wege geleitet. vielleicht pokern die beiden. vielleicht kann und will werder nicht verlängern um jeden preis sondern muss wirtschaften und gucken. vielleicht vielleicht vielleicht.

Der Umstand, dass Du meine Ausführungen etwas eindimensional wahrnimmst, ist wahrscheinlich dem Diskussionsverlauf geschuldet. Es geht mir nicht darum, eindimensional die Fehler der Geschäftsführung und/oder explizit Klaus Allofs anzuführen, sondern um eine sachliche Diskussion. Ich glaube, wir können in beiderseitigem Einvernehmen festhalten, dass Allofs weder in den "fetten" Jahren frei von Fehlern war und alles richtig macht, noch in der aktuellen Situation alles falsch macht, ohne auch Lichtblicke aufweisen zu können.

Wie ich schon in einem früheren Beitrag anschnitt, bin ich der Meinung, dass die Zeit von Allofs trotz aktuell negativer Tendenzen noch (lange) nicht abgelaufen ist - und ich glaube, dass das schon einiges darüber aussagt, wenn es um die Beantwortung der Frage geht, ob es um eine eindimensionale Kritik an Allofs geht oder nicht.

Nichtsdestotrotz gehört es dazu, vorgebrachte Kritik zu begründen, bzw. die Begründung zu vertiefen, um den Standpunkt sowie die Hintergründe dessen zu verdeutlichen und Missverständnissen vorzubeugen, bzw. aus der Welt zu räumen.

So ist es in meinen Augen auch nötig, meine Kritik am Verhalten der Geschäftsführung im Fall Özil noch einmal zu erläutern. Natürlich bin ich nicht so naiv, zu glauben, dass es von Seiten des Özil-Clans die Absicht gegeben hat, zu verlängern, wenngleich das wahrscheinlich zumindest zu Anfang die Absicht des Spielers selbst war.

Von daher möchte ich meine Kritik auch nicht dahingehend verstanden wissen, dass es Allofs nicht gelungen ist, den Vertrag zu verlängern. Das war meiner Einschätzung nach gar nicht machbar. Ich halte es allerdings nach wie vor für falsch, dass man sich seinerzeit dermaßen lange hat vertrösten lassen und womöglich sogar dem Irrglauben verfiel, dass man es doch noch irgendwie hinbekommt, mit Özil zu verlängern.

So, wie ich die Sache sehe, hätte Werder spätestens nach dem letzten Spieltag der Saison 2009/10 in die Offensive gehen müssen und Özil quasi auf den Markt werfen, zumindest aber deutlich kundtun, dass man bei einem vernünftigen Angebot verkaufen würde. Dieses hätte zur Folge gehabt, dass man der Özil-Entscheidung zuvorgekommen wäre und potentielle Interessenten auf den Plan gerufen hätte, die einen Wettbewerb zugelassen hätten, womit die für Werder mehr als ungünstigen Situation vermieden worden wäre, mit einem Club verhandeln zu müssen, der sich der Entscheidung des Spielers bereits sicher sein kann.

Hätte es klare Signale seitens des SV Werder gegeben, wäre es mehr als wahrscheinlich gewesen, dass sich die bereits seit längerem interessierten Manchester United und Arsenal London in dieses Pokerspiel eingeschaltet hätten. Dieser Wettbewerb hätte den Preis nach oben getrieben, während das Risiko sehr niedrig gewesen wäre, wenn man zu Beginn bereits eine ziemlich konkrete Angabe über den Verkaufspreis abgegeben hätte.

So, wie es gekommen ist, hatte Werder im Grunde keine Chance, eine höhere Ablöse zu verlangen, als die, die man bekommen hat. Aus diesem Grunde mache ich Allofs auch in Sachen Abschluss dieses Transfers keinen Vorwurf, allerdings bleibe ich dabei, dass man sich vorher falsch verhalten hat, indem man sich immer und immer wieder hat vertrösten lassen.

Gleichwohl ist es so, dass es bestimmte Dinge gibt, die man eben bei aller guten Absicht nur subjektiv bewerten kann. Beispielsweise das Thema Sanogo. Nach Durchsicht der Fakten muss ich Dir Recht geben: Werder hat im Fall Sanogo kein Geld verbrannt, sondern sogar Gewinn gemacht, was aus dem Minuspunkt für Allofs einen Pluspunkt macht - sofern die von transfermarkt.de angegebenen 5 Millionen Euro Ablöse vom AS Saint-Etienne an Werder den Tatsachen entsprechen.

Sportlich jedoch hat man mit Sanogo einen Spieler verpflichtet, der unterm Strich deutlich zu limitiert war und ist, um eine Ablöse in dieser Größenordnung rechtfertigen zu können - erst recht nicht, nachdem er beim HSV völlig gefloppt war.

Und genau solche Transfers, auch, wenn sie, wie in diesem Fall für Werder glimpflich ausgingen, sind es, die ich meine, wenn ich davon spreche, dass man seine Linie verlassen in dem Moment verlassen hat, als man das Geld plötzlich auf der hohen Kante hatte. Natürlich kann man nun die alten Floskeln eines völlig überhitzten Transfermarktes hervorholen und damit versuchen, den Sanogo-Deal zu rechtfertigen, unterm Strich allerdings glaube ich noch immer, dass es auch damals durchaus möglich war, für eine Ablösesumme von stolzen 4,5 Millionen Euro einen Stürmer zu finden, der eher in das Anforderungsprofil des damaligen Kaders passte.

Der Eindruck, dass man hier den einfachsten Weg wählte und der Binsenweisheit verfiel, dass man nicht in die Ferne schweifen brüchte, wenn das gute doch so nahe liegt, verfiel. Mit dem durchaus gewichtigen Problem, dass das vermeintlich Gute das Prädikat gut nicht verdiente.

Die von Dir angesprochene Problematik des Falls Almeida kann man durchaus so stehen lassen, sollte allerdings den gerade beschriebenen Fall Sanogo hinzuziehen, wenn es darum geht, dass die Ablösesumme absolut nicht zufriedenstellend war. Dass es wie im Fall Özil zum damaligen Zeitpunkt nicht machbar war, mehr Geld herauszuschlagen, will ich nicht in Abrede stellen, womit wir wieder bei einer abgewandelten Kritik aus dem Fall Özil angekommen wären.

Ein portugiesischer Nationalspieler und WM-Teilnehmer ist für einen Verein immer auch Kapital. Kapital, das man möglichst langfristig an den Verein binden sollte, wenn man mit den Leistungen zufrieden ist, zumindest aber so frühzeitig abstoßen sollte, wenn man mit den Leistungen nicht uneingeschränkt zufrieden ist. Diesen Zeitpunkt hat man im Sommer 2010 verpasst, als es lose Anfragen von Newcastle United, dem FC Porto und Benfica Lissabon gab.

Hätte man seinerzeit eine Entscheidung getroffen, hätte man problemlos mehr Geld bekommen, als man es im Winter 2010/11 bekommen hat - und mit dem man, hätte man seine Hausaufgaben gemacht, weitaus leichter adäquaten Ersatz hätte verpflichten können.

Da es zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg noch nicht möglich ist, Avdic abschließend zu bewerten, müssen wir uns an das halten, was wir bislang gesehen haben - und das ist bei aller bisweilen aufgetretenen Unzufriedenheit mit Almeida qualitativ weitaus minderwertiger.

Unterm Strich hat man für den Moment erst einmal nur Geld gewechselt und sich etwas Zeit verschafft, indem man man Almeida gegen Avdic eintauschte. Diese Zeit kostet allerdings in Form des Gehalts von Avdic Geld - und sie rentiert sich nur, wenn Avdic doch noch einschlägt. Passiert das nicht, muss man unweigerlich zu dem Schluss kommen, in der Personalie Almeida alles falsch gemacht zu haben.

So, mit diesem kleinen Roman solls das aber nun auch fürs Erste gewesen sein. ;)
 
Gerade in Bezug auf das Spielsystem denke ich, dass es nicht der Fehler war, am 4-4-2-Diamond festzuhalten, sondern ein funktionierendes System einzumotten.

Hier mal ein statistischer Vergleich der Ergebnisse in dieser Saison:

4-5-1 mit Doppel-Sechs:
03. - FC Bayern München (A) - 0:0
04. - FSV Mainz 05 (H) - 0:2
05. - Hannover 96 (A) - 1:4
07. - Bayer 04 Leverkusen (A) - 2:2
08. - SC Freiburg (H) - 2:1
15. - VfL Wolfsburg (A) - 0:0
16. - Borussia Dortmund (A) - 0:2
17. - 1.FC Kaiserslautern (H) - 1:2

Hinrundenbilanz:
8 Spiele
1 Sieg, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen
6 Punkte, 6:13 Punkte

23. - Hamburger SV (A) - 0:4
34. - 1.FC Kaiserslautern (A) - 2:3
Rückrundenbilanz:
2 Spiele
0 Sieg, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen
0 Punkte, 2:7 Punkte





4-4-2 mit Raute:
01. - TSG Hoffenheim (A) - 1:4
02. - 1.FC Köln (H) - 4:2
06. - Hamburger SV (H) - 3:2
09. - Borussia Mönchengladbach (A) - 4:1
10. - 1.FC Nürnberg (H) - 2:3
11. - VfB Stuttgart (A) - 0:6
12. - Eintracht Frankfurt (H) - 0:0
13. - FC Schalke 04 (A) - 0:4
14. - FC St.Pauli (H) - 3:0

Hinrundenbilanz:
9 Spiele
4 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen
12 Punkte, 17:22 Tore

18. - TSG Hoffenheim (H) - 2:1
19. - 1.FC Köln (A) - 0:3
20. - FC Bayern München (H) - 1:3
21. - FSV Mainz 05 (A) - 1:1
22. - Hannover 96 (H) - 1:1
24. - Bayer 04 Leverkusen (H) - 2:2
25. - SC Freiburg (A) - 3:1
26. - Borussia Mönchengladbach (H) - 1:1
27. - 1.FC Nürnberg (A) - 3:1
28. - VfB Stuttgart (H) - 1:1
29. - Eintracht Frankfurt (A) - 1:1
30. - FC Schalke 04 (H) - 1:1
31. - FC St.Pauli (A) - 3:1
32. - VfL Wolfsburg (H) - 0:1
33. - Borussia Dortmund (H) - 2:0
Rückrundenbilanz:
15 Spiele
5 Siege, 7 Unentschieden, 3 Niederlagen
21 Punkte, 22:19 Punkte




Gesamtbilanz:
4-5-1 mit Doppel-Sechs:
10 Spiele
1 Sieg - 3 Unentschieden - 6 Niederlagen
6 Punkte (0,6 Punkte/Spiel)
8:20 Tore (0,8:2,0 Tore/Spiel)


4-4-2 mit Raute:
24 Spiele
9 Siege - 8 Unentschieden - 7 Niederlagen
35 Punkte (1,46 Punkte/Spiel)
39:41 Tore (1,62:1,71 Tore/Spiel)


Selbst in dieser desaströsen Saison war es das 4-4-2 Diamond, mit dem Werder das Schlimmste verhindern konnte, während das System mit Doppel-Sechs kläglich gescheitert ist.

Finde schon beeindruckend, was Du hier aufzeigst, möchte aber zu bedenken geben, dass dieser Systemwechsel uns in der Saison zuvor auf Platz 3 gehievt hat und wir dadurch endlich mal etwas flexibler auf etwaige Gegner reagierten. Es ist also nicht alles schlecht an diesem Wandel. Perfekt wäre es, beide Systeme in Perfektion zu beherrschen, um so höchstmögliche Flexibilität erreichen zu können.
 
@pan#99
mir ist das ganze etwas zu eindimensional. warum gehst du davon aus, dass allofs die ganze zeit bei özil gepennt hat. warum wird nicht zumindest in betracht gezogen, dass özil den ausspruch mit der verlängerung getätigt hat, aber sein berater dann meinte, du hast doch zeit. oder er selbst stellte fest, er hat noch zeit. allofs hat meines wissens nach, öfter betont, dass gespräche vorhanden waren. nur wenn die einigung nicht eintrifft, dann kann man das nicht ändern.

sanogo in der Kategorie "geld verbrennen" ein zu ordnen finde ich auch nicht gut. man hat ihn für gutes geld nach frankreich ziehen lassen und er hat in seiner zeit hier auch wichtige tore gemacht. (dfb pokal in braunschweig zum beispiel).

hugo almeida ist das nächste thema. die sportliche führung, ts und ka waren nie vollständig zufrieden mit seiner leistung. nur weil hugo ein publikumsliebling war heisst das nicht, dass er der absolute könig im sturm war. er hat 9 buden in der hinrunde gemacht, aber davor die jahre hat er nicht überzeugt. und ich finde auch diese hinrunde von ihm nicht in dem maße überzeugend, dass man sich ein halbes jahr später noch an den kopf fassen muss das er nicht mehr da ist. in istanbul hat er meines wissens nach auch keine bäume ausgerissen im anschluss.
ich vermute, dass hugo allgemein nicht so die zukunft in bremen hatte und deshalb noch verkauft wurde. ob 2,5 millionen nun zu wenig sind oder nicht ist dann die frage.

ich möchte hier nicht uneingeschränkt pro allofs plädieren. es werden auch von ihm fehler gemacht. aber ich finde die betrachtungsweise einfach etwas eindimensional, zumal über vieles einfach nur spekuliert wird aufgrund von meldungen die irgendwo aufgeschnappt werden. wir sind nie dabei wenn allofs verhandlungen oder gespräche mit spielern führt. vielleicht hat er mit wiese und merte schon alles in die wege geleitet. vielleicht pokern die beiden. vielleicht kann und will werder nicht verlängern um jeden preis sondern muss wirtschaften und gucken. vielleicht vielleicht vielleicht.

Du triffst den Nagel auf den Kopf !!

Mit dem gesamten Beitrag, insbesondere mit dem Schluss !!
 
@pan#99

Für mich bleibt auch der letzte Beitrag eindimensional.

Du beschreibst immer nur, was Werder hätte erzielen können, wenn man den richtigen Zeitpunkt genutzt hätte. Als wenn alles nur von Werders Aktionen abhängen würde.

Hast Du dabei berücksichtigt, dass es noch andere, von Werder nicht beeinflussbare Parameter gab?

Vielleicht wollte Özil gar nicht nach England wechseln (ManU, Arsenal) auch wenn die mehr bezahlt hätten als Real? Kann es sein, dass Özil nur nach Spanien (Barca oder Real) transferiert werden wollte?

Was weißt Du über überhitzte Märkte ? Welchen 4,5 Mio teuren Stürmer hättest Du statt Sanogo geholt, der besser in unser System gepasst hätte.

Auch wenn sich Deine Ausführungen gut lesen lassen und auf den ersten Blick schlüssig erscheinen, behaupte ich: Das "richtige Leben" ist weit komplexer, als das Manager-Spiel an der Playstation oder anderen interaktiven Medien.

Niemand von ns war bei irgendwelchen Gesprächen dabei. Alles, was hier im Forum erklärt, begründet, vermutet wird, bleibt Spekulation.

Ich gehe davon aus, dass sich KATS bei allen Handlungen, Aktionen, Transfers und Spielsystemen stets davon leiten lassen, was für den Verein Werder das beste ist. Und das ist ihnen in 10 von 11 Jahren hervorragend gelungen. Auch deswegen bleiben wir, trotz der verkorksten letzten Saison, weiterhin ein Vorbild für viele Vereine mit gleichen Strukturen.
 
Auch wenn sich Deine Ausführungen gut lesen lassen und auf den ersten Blick schlüssig erscheinen, behaupte ich: Das "richtige Leben" ist weit komplexer, als das Manager-Spiel an der Playstation oder anderen interaktiven Medien.

Das ist mal ne Aussage mit der wir was anfangen können. Und vor allem ein ganz neuer Aspekt.


Ich gehe davon aus, dass sich KATS bei allen Handlungen, Aktionen, Transfers und Spielsystemen stets davon leiten lassen, was für den Verein Werder das beste ist. Und das ist ihnen in 10 von 11 Jahren hervorragend gelungen. Auch deswegen bleiben wir, trotz der verkorksten letzten Saison, weiterhin ein Vorbild für viele Vereine mit gleichen Strukturen.

Dass KA über viele viele Jahre hervorragende Arbeit geleistet hat, stellt niemand in Abrede. Aber die Zeiten von Transfers, um die uns die ganze Buli beneidet hat, sind schon einige Jahre vorbei. Das schaffen nun andere. Und nicht nur das; mit einer nicht unerheblichen Zahl von Transfers lag KA weit daneben. Und das nicht nur im letzten Jahr. Deshalb würde ich hervorragende Arbeit in 10 von 11 Jahren keinesfalls unterschreiben. Aber in 7-8 von 11 Jahren schon. Das ist sicher insgesamt eine Top-Bilanz.

Aber die Arbeit von KA muss sich nun mal wieder auszahlen und muss wieder erfolgreicher werden. Noch einen oder zwei Transfers vom Kaliber CA und MA kann Werder sich in vielerlei Hinsicht nicht leisten. Dann haben wir über Samuel, Huse, Tosic, Abdennour usw. noch gar nicht gesprochen.

Dass KA sich stets davon leiten lässt, was für Werder das Beste ist, ist auch völlig klar. Aber "Er war stets bemüht" reicht im von dir angesprochenen richtigen Bundesligaleben heutzutage nicht mehr. Wobei ich damit nicht sagen will, dass man KA ein solches Zeugnis ausstellen müsste. Aber das Bemühen reicht nicht.

Ich hoffe, dass KA und TS, genauso wie die Mannschaft, nun bald zu alter Stärke zurück finden. Damit meine ich gar nicht, dass wir jedes Jahr in die CL müssen. Aber obere Hälfte der Buli sollte es schon regelmäßig sein. Wohin die Reise geht, wird die nächste Saison zeigen. Wegen mir könnte es schon bald wieder losgehen :)
 
Ich gehe auch davon aus, dass Allofs stets nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse des Vereins handelt(e). Ich glaube, wir haben auch keinen Grund, etwas anderes anzunehmen. Ebenso stimme ich zu, dass das Gesamtergebnis der letzten 12 Jahre sich absolut sehen kann, unterm Strich bin ich allerdings auch der Meinung, dass man in den letzten Jahren eine stark fallende Tendenz beobachten konnte, die man getrennt von den sehr erfolgreichen ersten 8-9 Jahren betrachten sollte. Schließlich kann man sich für die Meriten der Vergangenheit wenig kaufen. Das gilt für Allofs, wie es auch für den gesamten Verein, für Dich oder für mich gilt.

Darüber hinaus ist es wohl so, dass Fußball ebenso von Annahmen und Spekulationen lebt, wie es ein Internetforum tut. Natürlich wird es umso spekulativer, je näher man sich den nicht bis ins letzte bekanntem Detail zu nähern versucht. Aus diesem Grunde lasse ich den Einwand, dass meine Beiträge in diesem Thread teilweise äußerst spekulativ seien, auch absolut unwiedersprochen stehen, wehre mich aber gegen den Vorwurf, meine Beiträge wären eindimensional. Wären sie dieses, so würdest Du die Verdienste von Allofs nicht vorfinden.

Wie schon gesagt, Allofs hat große Verdienste um Werder und ich bewerte selbst die Vorgänge, die ich in ihrer Gesamtheit kritisiere zu weiten Teilen positiv, da ich der Ansicht bin, dass Allofs auf veränderte Rahmenbedingungen meist gut reagiert hat, aber ich gebe auch zu bedenken, dass die von mir angesprochenen Fehler eben NICHT spekulativ sind.

Möchtest Du ernsthaft behaupten, dass Du im Sommer 2010 noch mit einer Verlängerung des Özil-Vertrags gerechnet hast? Nach über einem Jahr des Pokers und ständig wiederkehrenden Vertröstungen? Ich denke nicht, dass Du seinerzeit noch an eine Verlängerung geglaubt hast.

Was also hätte es an negativen Auswirkungen mit sich bringen können, wenn man Özil unter Nennung einer Ablösesumme und Betonung des Wunsches, verlängern zu wollen, vor der WM auf den Markt geworfen hätte, um das Schaufenster Weltmeisterschaft für sich arbeiten zu lassen?

Einer zwar unwahrscheinlichen, aber theoretisch möglichen Verlängerung hätte das nicht im Wege stehen können, wenn es der Wunsch von Özil gewesen wäre. Auch die Ablöse hätte es nicht negativ beeinträchtigt, da klar abgesteckt gewesen wäre, wie der Verkaufspreis aussieht.

Wie gesagt, es ist mein Standpunkt, dass man diesen Termin verpasst hat und damit die Möglichkeit einer besseren Verhandlungsposition leichtfertig verstreichen ließ. Solltest Du das anders sehen, ist es allerdings für mich auch kein Problem. Wir müssen schließlich nicht alle auf einen Nenner kommen.

Sicherlich nicht auf einen Nenner kommen werden wir bei Deiner Behauptung, dass Werder weiterhin ein Vorbild für andere Vereine mit ähnlichen Strukturen sei, aber das ist ein anderes, wohl abendfüllendes Thema, bei dem es zudem dazu ausufern kann, dass es sehr, sehr subjektiv behandelt wird.

Auf die Frage, welchen Stürmer ich für 4,5 Millionen in besagtem Sommer geholt habe, kann ich Dir heute keine ehrliche Antwort mehr geben, wie ich auch auf die Frage, was ich von überhitzten Märkten verstehe, nicht weiter eingehen möchte, allerdings gebe ich Dir nach kurzer Recherce kurz eine Übersicht über die Stürmer, die für 4,5 Millionen oder weniger innerhalb der Bundesliga oder aus dem Ausland in die Bundesliga wechselten:

Mladen Petric - 3,50m€ - FC Basel --> Borussia Dortmund
Jakub Blaszykowski - 3,05m€ - Wisla Krakau --> Borussia Dortmund
Edin Dzeko - 4,00m€ - FK Teplice --> VfL Wolfsburg
Demba Ba - 3,00m€ - Excelsior Mouscron --> TSG 1899 Hoffenheim
Vedad Ibisevic - 1,00m€ - Alemannia Aachen --> TSG 1899 Hoffenheim
Theofanis Gekas - 0,7m€ - Panathinaikos Athen --> VfL Bochum

Ich denke, dass uns jeder dieser sechs Stürmer weitergeholfen hätte, als es ein Sanogo jemals gekonnt hätte, da jeder von ihnen weit kompletter ist, als Sanogo es jemals werden könnte.
 
... unterm Strich bin ich allerdings auch der Meinung, dass man in den letzten Jahren eine stark fallende Tendenz beobachten konnte, die man getrennt von den sehr erfolgreichen ersten 8-9 Jahren betrachten sollte.

Was also hätte es an negativen Auswirkungen mit sich bringen können, wenn man Özil unter Nennung einer Ablösesumme und Betonung des Wunsches, verlängern zu wollen, vor der WM auf den Markt geworfen hätte, um das Schaufenster Weltmeisterschaft für sich arbeiten zu lassen?


Ich denke, dass uns jeder dieser sechs Stürmer weitergeholfen hätte, als es ein Sanogo jemals gekonnt hätte, da jeder von ihnen weit kompletter ist, als Sanogo es jemals werden könnte.

Ist es eine stark fallende Tendenz, wenn ein Verein nach einem 9. Platz im Vorjahr mit 2 Pokalfinals in der folgenden Saison 3. wird?

Sollte ein Verein einen Spieler gegen dessen Willen auf den Markt schmeißen, nur um für sich eine leicht höhere Ablösesumme zu generieren? Möglicherweise hätte Rubin Kazan 2 MIo mehr bezahlt. Hätte man Özil dann nach Russland "peitschen" sollen?

Außerdem verstehe ich die Argumentation nicht ganz. Hat Werder nicht vom "Schaufenster" WM und Özils super Leistungen profitiert? Oder glaubst Du, dass irgendein Verein sonst (bei Nichtteilnahme Özils) 14 Mio für einen Spieler bezahlt hätte, der nur noch einen Vertrag über 1 Jahr hat?

Weißt Du, ob Werder ihn nicht tatsächlich doch vorher angeboten hat? Ich kann mir übrigens sehr gut vorstellen, dass Özil verlängert hätte, wenn die WM nicht so optimal für ihn gelaufen wäre. Insofern halte ich es für eine gute Leistung von Allofs, Özil für 14 Mio verkauft zu haben. Das Problem war die Fehleinschätzung bei dessen Nachfolge als Spielmacher.

Erst kürzlich hat sich FCK-Präsident Stefan Kuntz geäußert, dass man gern mit Werder tauschen würde. Auch Vereine wie Wolfsburg, Mönchengladbach, NÜrnberg, Schalke schauen staunend Richtung Bremen. Ganz zu schweigen von Clubs aus Millionenstädten wie Hamburg, Köln und Berlin. Wer am Sonntag Sportclub LIve auf N3 verfolgt hat, hat Manfred Kaltz gehört, der prognostizierte, dass Werder dank KATS eh bald wieder nach oben kommen würden.

Im Nachhineien kann man natürlich behaupten, dass alle genannten Stürmer bei uns eingeschlagen hätten, weil sie in ihrem jeweiligen Verein auch erfolgreich waren. Ich persönlich halte die Stürmer Blaszykowski, Ba und Gekas nicht für besser als Sanogo es war. Dzeko steht natürlich außerhalb jeder Diskussion, Gekas und Ibisevic hatten jeweils eine gute Phase in der Bundesliga. Wer sagt, dass sie damals zu Werder gekommen wären, als man sie gebraucht hat? Hätte nicht auch ein Sanogo nach schwacher Saison in Hamburg hier durchstarten können wie ein Diego nach schwacher Saison in Porto oder ein Micoud nach schwacher Saison in Parma oder ein Ismael nach schwacher Saison in Straßburg oder, .... oder,.... oder ??
 
Aber die Zeiten von Transfers, um die uns die ganze Buli beneidet hat, sind schon einige Jahre vorbei. Das schaffen nun andere. Und nicht nur das; mit einer nicht unerheblichen Zahl von Transfers lag KA weit daneben. ..
Aber die Arbeit von KA muss sich nun mal wieder auszahlen und muss wieder erfolgreicher werden. Noch einen oder zwei Transfers vom Kaliber CA und MA kann Werder sich in vielerlei Hinsicht nicht leisten. Dann haben wir über Samuel, Huse, Tosic, Abdennour usw. noch gar nicht gesprochen.

Naja, der Transfer von Özil liegt nicht soweit zurück. Um den hat uns die gesamte Bundesliga beneidet. Aber nicht nur solche dürfen als erfolgreich angesehen werden. Wenn es ein neuer Spieler schafft, Stammspieler bei uns zu werden, ist das für mich ein erfolgreicher Transfer. Insofern kann man Wesley möglicherweise auch dazu zählen. Selbst Silvestre, wenn er nächstes Jahr konstant spielt.

Um das beurteilen zu können, muss man aber, genau wie bei Arnautovic, noch mindestens eine Halbserie abwarten. Deshalb verbietet es sich für mich auch, Arnautovic schon jetzt als Fehleinkauf abzustempeln.

Wenn Du von Huse, Abdennour usw. als Fehleinkäufen sprichst, kann ich Dir nicht ganz zustimmen. Auch wenn sie hier alle nicht erfolgreich waren, muss man es eher als "missglücktes Experiment" bezeichnen, denn als Fehleinkauf. Diese Jungs haben ja nun wirklich nicht viel gekostet. Das ist praktisch so, als enn Du Dir aus dem Supermarket "einen neuen Joghurt zum Probieren" mitnimmst und erkennst, dass er Dir nicht schmeckt. Den einzigen "Schaden", den Werder dabei hat, ist, dass die LV-Position praktisch noch vakant bzw. nicht wunschgemäß besetzt ist.
 
Wir warten diese Transferperiode einfach mal ab und werden dann urteilen.
Noch so eine Transferperiode wie im letzten Jahr wird es hoffentlich nicht geben.
Mit Ekici ist der Anfang gemacht.

Es gibt jedoch noch genug andere Baustellen.

KA kann nun beweisen, ob er Werder wieder dahin bringt (qualitativ) wo sie in den vergangenen Jahren einmal waren.
 
Ist es eine stark fallende Tendenz, wenn ein Verein nach einem 9. Platz im Vorjahr mit 2 Pokalfinals in der folgenden Saison 3. wird?

Sollte ein Verein einen Spieler gegen dessen Willen auf den Markt schmeißen, nur um für sich eine leicht höhere Ablösesumme zu generieren? Möglicherweise hätte Rubin Kazan 2 MIo mehr bezahlt. Hätte man Özil dann nach Russland "peitschen" sollen?

Außerdem verstehe ich die Argumentation nicht ganz. Hat Werder nicht vom "Schaufenster" WM und Özils super Leistungen profitiert? Oder glaubst Du, dass irgendein Verein sonst (bei Nichtteilnahme Özils) 14 Mio für einen Spieler bezahlt hätte, der nur noch einen Vertrag über 1 Jahr hat?

Weißt Du, ob Werder ihn nicht tatsächlich doch vorher angeboten hat? Ich kann mir übrigens sehr gut vorstellen, dass Özil verlängert hätte, wenn die WM nicht so optimal für ihn gelaufen wäre. Insofern halte ich es für eine gute Leistung von Allofs, Özil für 14 Mio verkauft zu haben. Das Problem war die Fehleinschätzung bei dessen Nachfolge als Spielmacher.

Erst kürzlich hat sich FCK-Präsident Stefan Kuntz geäußert, dass man gern mit Werder tauschen würde. Auch Vereine wie Wolfsburg, Mönchengladbach, NÜrnberg, Schalke schauen staunend Richtung Bremen. Ganz zu schweigen von Clubs aus Millionenstädten wie Hamburg, Köln und Berlin. Wer am Sonntag Sportclub LIve auf N3 verfolgt hat, hat Manfred Kaltz gehört, der prognostizierte, dass Werder dank KATS eh bald wieder nach oben kommen würden.

Im Nachhineien kann man natürlich behaupten, dass alle genannten Stürmer bei uns eingeschlagen hätten, weil sie in ihrem jeweiligen Verein auch erfolgreich waren. Ich persönlich halte die Stürmer Blaszykowski, Ba und Gekas nicht für besser als Sanogo es war. Dzeko steht natürlich außerhalb jeder Diskussion, Gekas und Ibisevic hatten jeweils eine gute Phase in der Bundesliga. Wer sagt, dass sie damals zu Werder gekommen wären, als man sie gebraucht hat? Hätte nicht auch ein Sanogo nach schwacher Saison in Hamburg hier durchstarten können wie ein Diego nach schwacher Saison in Porto oder ein Micoud nach schwacher Saison in Parma oder ein Ismael nach schwacher Saison in Straßburg oder, .... oder,.... oder ??

Um ehrlich zu sein habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt auf diesen Beitrag antworten soll, da mein Interesse, sich in polemischen Auseinandersetzungen zu verzetteln, äußerst gering ist. Ich machs einfach mal, möchte Dich aber für künftige Fälle bitten, mir kurz mitzuteilen, ob es Dir um eine sachliche Diskussion geht, oder schlichtweg darum, fundierte Beiträge, die Deinen Standpunkt nicht wiedergeben, durch Polemik ins Lächerliche zu ziehen.

Der Reihe nach:

Ist es eine stark fallende Tendenz, wenn ein Verein nach einem 9. Platz im Vorjahr mit 2 Pokalfinals in der folgenden Saison 3. wird?

Ich könnte es mir leicht machen, indem ich entgegner, dass man die Frage mit "Ja" beantworten könnte, wenn ein Jahr später wieder ein Platz im (unteren) Mittelfeld herausspringt, um die Frage korrekt zu beantworten, muss ich allerdings sagen, dass man sie nicht beantworten kann, da zur Feststellung einer Tendenz mehr Faktoren gehören, als die bloße Tabellensituation oder das Abschneiden in den Pokalwettbewerben.

Nehmen wir ruhig die von Dir angesprochene Saison 2008/09, die man mit zwei Finalteilnahmen und dem Gewinn des DFB-Pokals auf dem neunten Platz beendete. In dieser Spielzeit lief sicherlich, ähnlich wie in dieser Saison, nicht alles nach Wunsch, was insbesondere für das Verletzungspech galt, allerdings hatte man ein Team beisammen, indem mit Baumann, Frings und Pizarro drei Führungsfiguren den Ton angaben und mit Diego ein strahlender Kopf im Mittelfeld präsent war, der mit Mesut Özil den aufgehenden Stern des deutschen Fußballs an seiner Seite wusste, aber auch von einem sich entlich weiter entwickelnden Aaron Hunt profitierte.
In der Defensive bildeten Naldo und Mertesacker die Innenverteidigung, Fritz und Boenisch/Pasanen verteidigten außen, während Wiese damals wie heute das Tor hütete.
Im Anschluss an diese Saison verließ mit Diego eine strahlende Figur den Club, die den Verein drei Jahre lang mitgeprägt hatte, wie auch Frank Baumann, der jahrelange Kapitän, nicht weiter zur Verfügung stand, da er seine Karriere beendete.

Der Verlust dieser beiden Schlüsselfiguren sollte in der Saison 2009/10 durch die Neuzugänge Tim Borowski und Marko Marin kompensiert werden, was auch relativ gut funktionierte. Das Trio Hunt/Marin/Özil verzauberte streckenweise die Liga, während mit Philipp Bargfrede ein Newcomer an der Seite von Torsten Frings den Sprung in die Startelf schaffte.

Im Angriff veränderte sich mit Ausnahme des Tausches Marcelo Moreno gegen Boubacar Sanogo wenig, in Anbetracht der Tatsache, dass beide über eine Reservistenrolle nicht hinauskamen und Moreno schon im Winter wieder abgegeben wurde, könnte man auch von gar nichts sprechen. Im Zuge des Moreno-Abgangs wurde der seinerzeit an einem Kreuzbandriss laborierende U21-Europameister Sandro Wagner verpflichtet.

Unverändert blieb auch die Stammbesetzung der Verteidigung mit Fritz auf der rechten und Boenisch/Pasanen auf der linken Seite, sowie Naldo und Mertesacker (Backup Prödl) im Abwehrzentrum.

Nach der Saison verließ Mesut Özil den Club Richtung Real Madrid, während man mit Marko Arnautovic einen Offensivspieler verpflichtete. Erst kurz vor Ende der Wechselperiode der Saison 2010/11 wurde mit Wesley ein neuer Spieler verpflichtet, den es in ein Team zu integrieren galt, das sich bereits in eher unruhigem Fahrwasser befand.

Die spielerischen Darbietungen der Mannschaft waren vom ersten Spieltag an durchwachsen bis enttäuschend und stetig neue Hiobsbotschaften aus der medizinischen Abteilung verhinderten eine eingespielte Formation. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass für jeden Rekonvaleszenten zwei andere Spieler ins Lazarett abwanderten.

In der Winterpause gab man mit Hugo Almeida den erfolgreichen Torschützen der Hinrunde ab und verpflichtete den schwedischen Nationalspieler Denni Avdic, seinerseits einer der Top-Torjäger der abgelaufenen Saison in Schweden.

Die Hoffnung, nach dem Winter auch durch die Rückkehr der in der Hinrunde verletzten Spieler neu angreifen zu können, zerschlug sich schon nach wenigen Spielen der Rückrunde. Das aus der Hinrunde gewohnte Bild setzte sich fort, sowohl, was die spielerische Misere, als auch die Flut von Verletzten betraf. Am Ende stand der zwei Spieltage vor Saisonende gesicherte Klassenerhalt.

Betrachtet man die spielerischen Darbietungen unserer Mannschaft, innerhalb der letzten drei Jahre, kommt man zu dem Schluss, dass es zu einem Auf und Ab, besser gesagt zu einem Ab und Auf kam. Einer spielerisch durchwachsenen Saison folgte eine spielerisch ansprechende, auf die wiederum eine (mehr als) durchwachsene Saison im spielerischen Sektor folgte.

Der unterm Strich festzustellende spielerische Rückschritt zwischen 2008/09 und 2010/11 kann in letzter Konsequenz nicht, zumindest aber nicht nur auf die Verletztenmisere zurückzuführen werden, die Werder in der gerade abgelaufenen Saison ereilte, da auch die Saison 2008/09 eine in dieser Hinsicht äußerst schwierige Saison darstellte.

Vielmehr gilt es, festzuhalten, dass es nicht gelungen ist, die Abgänge in diesem Zeitraum angemessen zu kompensieren. Die individuelle Qualität, die Akteure wie Diego und Özil einfließen ließen, konnte ebenso wenig kompensiert werden, wie die Führungsqualitäten eines Frank Baumann und die Durchschlagskraft eines Hugo Almeida.

Zwar brachten Marin und Wesley Qualitäten ein, die sie auszeichnen, allerdings konnten beide bis heute kein festes zuhause im System des SV Werder finden. Während Wesley im Mittelfeld schon jede Position inne hatte, wanderte Marin in dieser Saison von der linken auf die rechte Mittelfeldseite und wieder zurück, um später im Wechsel zwischen Zentrum und (trotz Verletzungsmisere) Bank zu variieren.

Die weiteren Neuzugänge der vergangenen drei Jahre muss man leider zumindest in der Rubrik "eher enttäuschend" einordnen. Trotz bisweilen guter Leistungen in der Rückrunde der abgelaufenen Saison konnten weder Tim Borowski, noch Sandro Wagner voll überzeugen, während man von Denni Avdic ob des zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung vorhandenen Fitnessrückstands noch kaum etwas berichten kann und Marko Arnautovic in Relation zu seiner Ablösesumme als Flop bezeichnet werden muss.

Gemessen an der Qualität der abgebenen Spieler hat man mit den hinzugekommenen Spielern deutliche Einbußen hinnehmen müssen, was die spielerische Rückentwicklung gleichermaßen verdeutlicht wie erklärt.

Sollte ein Verein einen Spieler gegen dessen Willen auf den Markt schmeißen, nur um für sich eine leicht höhere Ablösesumme zu generieren? Möglicherweise hätte Rubin Kazan 2 MIo mehr bezahlt. Hätte man Özil dann nach Russland "peitschen" sollen?

Außerdem verstehe ich die Argumentation nicht ganz. Hat Werder nicht vom "Schaufenster" WM und Özils super Leistungen profitiert? Oder glaubst Du, dass irgendein Verein sonst (bei Nichtteilnahme Özils) 14 Mio für einen Spieler bezahlt hätte, der nur noch einen Vertrag über 1 Jahr hat?

Weißt Du, ob Werder ihn nicht tatsächlich doch vorher angeboten hat? Ich kann mir übrigens sehr gut vorstellen, dass Özil verlängert hätte, wenn die WM nicht so optimal für ihn gelaufen wäre. Insofern halte ich es für eine gute Leistung von Allofs, Özil für 14 Mio verkauft zu haben. Das Problem war die Fehleinschätzung bei dessen Nachfolge als Spielmacher.

Schwierig hierauf zu antworten, da ich ob des ersten Absatzes den Eindruck habe, dass es kein Problem des nicht verstehen könnens, sondern eines des nicht verstehen wollens ist. Klammern wir den ersten Absatz einmal aus, da es mir ehrlich gesagt zu blöd ist, auf so eine unsinnige Fragestellung zu antworten, und widmen uns dem zweiten Absatz.

Du fragst, ob Werder vom Schaufenster WM profitiert habe. Ich würde diese Frage verneinen, da man das Schaufenster und die guten Leistungen nicht hat für sich arbeiten lassen. Vielmehr würde ich behaupten, dass Özil dieses Schaufenster genutzt hat, während Werder in der Warteschleife stand, wie sich Özil entscheidet. Man war offenbar wirklich gewillt, mit Özil in die Saison zu gehen - und wahrscheinlich auch darauf eingestellt, den Vertrag vielleicht doch noch verlängern zu können.

Natürlich, es sind Spekulationen meinerseits, allerdings läßt die eher planlos wirkende Suche nach einem "Ersatz" für Özil stark darauf schließen, dass dem wirklich so gewesen ist.

Ausschließen kann man natürlich nicht, dass Werder hinter den Kulissen bereits hat verlauten lassen, dass man Özil hergeben würde, allerdings möchte ich, da Du im unteren Abschnitt derart viele Menschen zitierst, erwähnen, dass es kein geringerer als Jose Mourinho war, der unmittelbar nach der Verpflichtung sagte: „Er war ein Spieler, dessen Vertrag 2011 ausgelaufen wäre und wir konnten ihn zu einem Preis holen, der weit unter seinem wirklichen Marktwert war [...] Wir durften uns diese Chance nicht entgehen lassen."


Erst kürzlich hat sich FCK-Präsident Stefan Kuntz geäußert, dass man gern mit Werder tauschen würde. Auch Vereine wie Wolfsburg, Mönchengladbach, NÜrnberg, Schalke schauen staunend Richtung Bremen. Ganz zu schweigen von Clubs aus Millionenstädten wie Hamburg, Köln und Berlin. Wer am Sonntag Sportclub LIve auf N3 verfolgt hat, hat Manfred Kaltz gehört, der prognostizierte, dass Werder dank KATS eh bald wieder nach oben kommen würden.

Die Aussage von Kuntz, den ich im Übrigen für gleichermaßen fähig wie sympathisch halte, ehrt diesen, untermauert jedoch nicht Deine weitere Behauptung, dass man auch in Wolfsburg oder Gelsenkirchen staunend nach Bremen schaut.

Warum sollte man auf Schalke staunend nach Bremen schauen? Der Club ist quasi Kult, stand zuletzt im Champions League Halbfinale und bestreitet am Samstag das Finale um den DFB-Pokal, war zudem in der vergangenen Saison Vizemeister und verfügt mit Spielern wie Neuer (übrigens hat auch er nur noch ein Jahr Vertrag, wird aber eine gigantische Ablöse einbringen; Vgl. Thema Özil), Höwedes, Holtby, Huntelaar und Draxler nicht zu verachtendes Tafelsilber, sowie einen Kader, der insgesamt zwar viel zu groß, aber mindestens mit dem des SV Werder auf Augenhöhe ist. Ich würde mich sehr wundern, wenn man auf Schalke wirklich mit dem SV Werder tauschen wollte.

Nichtsdestotrotz stimme ich Dir zu, dass wir auf relativ hohem Niveau jammern. Das allerdings ist dadurch begründet, dass es nicht unser Anspruch sein sollte, sich mit den von Dir genannten Clubs wie Nürnberg, Köln, Kaiserslautern, Berlin oder Mönchengladbach zu vergleichen. Würde man nach sieben Jahren in der Champions League gegenüber diesen Clubs keinen Vorsprung haben, hätte man in Bremen nahezu alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

Wie gesagt, es wäre schön, wenn Du in einer Replik auf diesen Beitrag die Polemik weglassen würdest.
 
Um ehrlich zu sein habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt auf diesen Beitrag antworten soll, da mein Interesse, sich in polemischen Auseinandersetzungen zu verzetteln, äußerst gering ist. Ich machs einfach mal, möchte Dich aber für künftige Fälle bitten, mir kurz mitzuteilen, ob es Dir um eine sachliche Diskussion geht, oder schlichtweg darum, fundierte Beiträge, die Deinen Standpunkt nicht wiedergeben, durch Polemik ins Lächerliche zu ziehen.

Wie gesagt, es wäre schön, wenn Du in einer Replik auf diesen Beitrag die Polemik weglassen würdest.

Es ist mir jetzt zu spät, auf alle Einzelheiten zu antworten. Eines verstehe ich allerdings gar nicht: Warum unterstellst Du mir Polemik? Alles, was ich geschrieben habe, ist nicht nur ernst gemeint, sondern ein Versuch, Dich noch einmal zum Nachdenken zu bewegen.

Ich meine es ernst, dass es eindimensional ist, wenn man glaubt, dass ein möglicher Transfer nur von Werders Aktionen abhängt. Neben dem abgebenden Verein hat auch der potentiell aufnehmende Verein ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Ablösesumme geht. Ob, selbst bei einer zwischen beiden Vereinen einvernehmlich beschlossenen Ablösesumme, der Transfer zustande kommt, entscheidet letztendlich der Spieler selbst. Gott sei Dank, sonst müsste man von Sklavenhandel sprechen. Heutzutage spielen bei Transferentscheidungen zusätzlich auch noch Spielerberater eine gewichtige Rolle. Mein Beispiel mit dem Transfer nach Russland war durchaus ernst gemeint. Selbst wenn Werder mit Kazan einig ewesen wäre, hieße das nicht zwangsläufig, dass Özil dorthin gewechselt wäre und Werder die Einnahmen realisiert hätte.

Meine zweite Bemerkung: Unterhalten wir uns über die letzte Saison oder über mehrere vergangene Spielzeiten? Sollte es nur die letzte sein, gebe ich Dir recht, bzgl. Substanzverlust und Schalke. Sollten wir, wie eigentlich in vorherigen Beiträgen geschehen, über einen längeren zuück liegenden Zeitraum sprechen, bleibe ich dabei, dass S04 gerne mit uns tauschen würde und auch der Verfall im Werder-Kader nicht so dramatisch war wie in der Saison 2010/2011.

Aber dazu vielleicht morgen mehr.

Gute Nacht.
 
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