Das ist ja alles richtig. Und dennoch kann ich da anderer Meinung sein. Und das die Transfergeschäfte der letzten Jahre nicht mehr unbedingt von Erfolg gekrönt sind, kann man doch auch durchaus kritisieren.
Es ist ja nicht so, dass ich generell sage, dass einzelne Verpflichtungen nicht durchaus sinnvoll waren bzw. sind und auch perspektivisch Gedacht sogar noch sehr viel bringen können, aber darf eben auch nicht das "Hier und Jetzt" aus den Augen verlieren. Und hier muss man in der Kaderzusammenstellung schon sehr harsche Kritik üben. Vor allem da bestimmte Probleme schlicht absehbar waren. Abdennour beispielsweise ist ein sehr talentierter junger Spieler, das konnte man in vielen Ansätzen erkennen. Nur wie kann man einen Spieler, der aus einer maximal drittklassigen Liga kurzfristig in die Bundesliga wechselt, kein Deutsch spricht, sofort in die Mannschaft werfen? Wie kann man hoffen, dass ein Silvestre, der ein halbes Jahr kein Pflichspiel gemacht hatte und lediglich in einem Trainingscamp trainiert hat, sofort in der Bundesliga auch nur ansatzweise an alte Leistungen anknüpfen könne? Wie kann man Hunt/Marin als Spielmacher sehen und somit auf der Position auf eine Neuverpflichtung verzichten? Wer hat denn wirklich geglaubt das Boro in der Lage sein würde Baumann auf der Sechs zu beerben?
In meinen Augen sind das so offensichtliche Fehleinschätzungen, die wirklich erschreckend sind. Noch schlimmer wird das ganze wenn man dann nach Außen noch unterschiedliche Dinge kommuniziert. Auf der einen Seite wolle man das Experiment Hunt/Marin nicht aufgeben. Auf der anderen Seite sei man an Kranjcar dran gewesen. Auf der einen Seite sein keine "großen Lösungen" möglich. Auf der anderen Seite wieder Krancjar.
Nach Außen wirkt das konfus, hilf-, ratlos und wenig durchdacht.