Ich mag die Art und Weise nicht, wie bei Werder mit Spielern umgegangen wird, die aus irgendwelchen Gründen nicht mehr gut genug für diesen Verein sind. Der Fall Juri Vranjes ist ja nicht der erste der so abläuft. Ich muss immer an das Theater mir Frank Fahrenhorst denken, der auch gehen "musste", damit Per Mertesacker kommen konnte. Aus sportlicher Sicht sind diese Entscheidung vielleicht noch vertretbar, aber menschlich ist das doch sehr grenzwertig und wir sind doch alle Fans dieses Vereins, weil es hier doch recht familiär zugeht, zumindest ist das bei mir so.
Allerdings klingt dieser Zeitungsartikel für mich total aufgewärmt. Das sind doch komplett die gleichen Aussage, die von Juri schon vor Beginn der Sommerpause gefallen sind. Ich kann jede einzelne Aussage aus Juris Sicht total verstehen.
Wenn es denn aber tatsächlich so ist, dass Juri bei Thomas Schaaf und Klaus Allofs kein Gehör für sein Anliegen und seine Probleme findet, ist das echt ein Armutszeugnis für die Führungsqualitäten und dann ist es nicht verwunderlich, dass er sich jetzt den Weg über die Medien sucht um seine Meinung kundzutun, denn auch Klaus Allofs hat es ja über die Medien verkündet, dass u. a. Juri hier keine Zukunft mehr hat. Das muss auch nicht unbedingt öffentlich sein.
Ich wünscht mir echt sehr, dass Juri hier nochmal die Kurve kriegt, auch wenn das höchst unwahrscheinlich ist. Ansonsten wünsche ich ihm viel Glück, wo immer er es auch finden wird und ich werde weiterhin mit mein Trikot mit der Nr. 7 ins Stadion gehen und mich darüber freuen, dass ich mir den Juri hintendrauf hab flocken lassen.
Ich denke mal, es ist natürlich ein Spagat, zwischen erfolgsorientierter Personalpolitik und dieser familiären Atmosphäre, die diesem Verein immer nachgesagt wird. Man darf nicht vergessen, Werder ist ein Wirtschaftsunternehmen und noch mehr auf gutes Wirtschaften und auf Erfolg angewiesen, als andere Vereine, die es sich schlicht besser leisten können, den einen oder anderen mit durchzuschleppen - es aber dennoch auch nicht tun.
Dieser sogenannte Kuschelfaktor wird dem Verein in erster Linie doch nachgesagt, weil es möglich ist, langfristig mit den Angestellten /Trainern/Managern, zusammen zu arbeiten. Das hat einerseits mit dem medialen Umfeld zu tun - andererseits eben das Handeln der Verantwortlichen, mit ruhiger Hand. Man darf das aber auch nicht verwechseln, mit dem Fußballerparadies. Selbstverständlich unterliegt Werder auch den Mechanismen des Geschäftes und kann sich dem erfolgsorientierten Handeln nicht ohne Weiteres entziehen.
Insofern gehe ich schon davon aus, dass man mit diesen Spielern über Jahre hinweg einen fairen Umgang gepflegt hat. Der eine oder andere Profi wohl allerdings daraus schließt, Werder wäre so eine Art Rentnervorstufe, in der man es sich gepflegt gemütlich machen kann und sich nun wundert, über das harte Vorgehen. Vielleicht ist es auch ein wichtiges Zeichen für jeden Profi, sich in jedem Spiel voll reinzuhängen, um sich für den Verein zu bewähren. Ich würde insofern einen härteren Kurs sogar begrüßen, denn scheinbar hat man dort auch in vielen Bereichen, zu viel schleifen lassen. Oder wie erklärt man sich, die immer wieder kehrenden Aufforderungen "jeder muss sich jetzt voll reinhängen". Das scheint mir nicht immer der Fall gewesen zu sein.


1899% Zustimmung in allen Punkten, besonders beim letzten Absatz!
