Die Sicherheit ist vor allem deshalb abhanden gekommen, weil wir wie immer nach der Winterpause nicht auf Sicherheit gespielt haben, wo es immens nötig gewesen wäre, sondern mit dem Schaaf`schen Offensiv-immer-nach-vorne-System ins Verderben gerannsind. Wie Frühjahr 2008, 2007,2006, ......usw.
Meiner Meinung nach ist eine gewisse Inflexibilität bei der spielerischen Ausrichtung nur einer der Gründe, warum es nach der Wintepause häufig mal knirscht.
Abgesehen davon: Ich wünsche mir wie schon oft gesagt auch mehr Flexibilität. Aber auf der anderen Seite habe ich großen Respekt vor der Konsequenz von Schaaf, an seinem System festzuhalten.
Abgesehen davon ist es ja nicht so, dass Werder grundsätzlich dann Misserfolg hat, wenn gestürmt wird, und Erfolg, wenn geschickt verteidigt wird. Beziehungsweise, dass Werder nie verteidigt. Siehe das Spiel in Schalke. Hier hat man übrigens auch die Schwächen von defensivem Spiel gesehen. Werder hat ja kaum was zugelassen. Aber wenn man nach vorne nix zustandebringt, kann eine gegnerische Torchance schon die Niederlage bedeuten.
Nein: Ob es und gefällt oder nicht: Werder spielt dann am besten, wenn das Spiel nach vorne läuft, der Ball läuft, wenn kombiniert wird und alles in Bewegung ist.
Wenn das so, ist, warum sollte ich mich nicht vor allem freuen, wenn das wieder mal der Fall ist?
Über diese Schrauben diskutieren wir schon zu lange, in guten wie in schlechten Zeiten. Allein - es wird sich nichts ändern.
Zugegeben: Flexibilität ist nicht die Stärke von Schaaf. Aber ich sag mal: Man kann nicht alles haben. An dieser Stelle ist auch darauf zu verweisen, dass es Werder genau mit der immer wieder diskutierten offensiven Spielweise dahiin geschafft hat, wo sie jetzt stehen bzw. bin vor kurzem standen, nämlich die erfolgreichste Bundesligamannschaft nach Bayern in den letzten 5 Jahren zu sein.
Könnte alles noch besser sein.
Aber ist das nicht auch schon was? Ich habe auch viele "Jahre voller Frust" mitgemacht und daran muss man den status quo doch auch messen. Und so die allermeisten Vereine Deutschlands würden mit Werder tauschen wollen bzw. haben nicht soviel vorzuweisen.
Aber mit der Spielweise von gestern war Werder 5 Jahre erfolgreich.
Ich bin auch jemand, der auch in guten Zeiten manchmal mit Werders Defensivverhalten gehadert hat und sich da Veränderungen gewünscht hat. Aber ich kann nicht wirklich beurteilen, ob man die Quadratur des Kreises hinkriegen kann, defensiv sicher zu stehen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Offensivstärke. Vielleicht ist das unrealistisch.
st es nicht. Da gibt es einige Teams, die das können. Das sieht dann zwar nicht so spektakuär aus, Tore fallen aber dennoch und nebenbei stimmen da im Gegensatz zu uns fast immer die Ergebnisse.
Welche Vereine sollen das sein? In Deutschland fallen mir keine ein außer den Bayern. Aber Bayern und diverse internationale Vereine, die das können oder konnten (Barcelona, AC Mailand, paar englische Vereine) sind ja wohl kaum zu vergleichen mit Werder von ihren Möglichkeiten her.
Aber selbst da gibt es immer wieder Unzufriedenheit mit dem gezeigten Fußball, Trainerwechsel deswegen: siehe Bayern, siehe Chelsea/Mourinho, siehe Defensivverhalten von Real. Inter Mailand spielt stinklangweiligen Fußball, Chelsea auch. Liverpool lebt von der Defensive und ein paar Einzelkönnern in der Offensive.
Und in Deutschland sehe ich nun wirklich gar keine weitere Mannschaft, die langfristig attraktiven Fußball mit dauerhaftem Erfolg verbinden würde: Leverkusen ist immer mal wieder sehr attraktiv, hat aber ähnliche Konstanz- und Defensivprobleme wie Werder. HSV taucht immer mal wieder völlig ab und hat(te) zuletzt einigen Erfolg mit Defensivfußball, aber auch nicht attraktiv.
Schalke war in den letzten Jahren ähnlich erfolgreich wie Werder - als einzige der genannten und aller übrigen (außer Bayern) ! - aber da kann keinesfalls davon die Rede sein, sie würden eine ähnliche Atrtaktivität mit mehr Seriosität in der Defensive verbinden.
Tut mir leid, ich sehe diese Mannschaften nicht, die dir da als Vorbild vorschweben.
Bei unserer Spielweise gibt es nur hopp oder top. Sitzen die Chancen, stimmen die Automatismen auf dem Platz und sind die meisten gut drauf, können wir jeden Gegner schlagen, die meisten auch mit 5 Toren bedienen. Gehen die Dinger nicht rein, sind mehrere Spieler Formschwankungen unterworfen usw., dazu noch der Gegner gut in Form, ist das für Werder fast tödlich. Wir sind dann kaum einmal in der Lage, unsere Spielweise der Tagesform der Spieler bzw. den gerade vorhandenen Möglichkeiten (wenn z.Bsp. Leistungsträger fehlen) anzupassen. Denn bei uns gibt`s nur eine Spielweise, ein System, egal wo, wie, wann und mit welchen Möglichkeiten. Werder betreibt immer einen hohen Aufwand.
Das finde ich korrekt dargestellt. Werders Schwäche ist die Konstanz, die Amplitude zwischen guten und schwachen Leistungen, die Sensibilität und Störanfälligkeit der Spielweise.
Das war auch schon 1999-2003 so, und ist es jetzt wieder. Zwischendurch lief es gleichsam wie von alleine.
Diese Schwächen sind zu sehen. Aber dieses System hat auch Stärken. Es produzierte in den letzten Jahren eine Vielzahl unvergesslicher Partien, eine Vielzahl von sensationellen Kombinationen und Toren. Auch darum geht es beim Fußball. Fußball ist kein Handel mit Wertpapieren, die immer ihren Wert vergrößern müssen, sondern da geht es wesentlich auch um Atrtaktivität. Wenn Werder sich am Schreibtisch mit Stuttgart, Leverkusen oder HSV um die Punkte streiten würde und würde damit mehr Punkte holen als auf dem Rasen, wäre damit trotzdem nichts gewonnen. Keinen würde es interessieren.
Nebenbei hat Werder damit auch "objektive" Erfolge gehabt und ich würde mich nicht trauen zu behaupten, dass das mit einer grundsätzlich anderen Spielweise noch erfolgreicher geworden wäre.
Mir geht da eine Aussage von Felix Magath nicht aus dem Kopf, die nach dem Bayern-Double 2005 kam ,,Das Geheimnis ist es, sich dem Gegner anzupassen. Spitzenmannschaften verschwenden keine Kräfte. Weil die dann nötig sind, wenn Spitzenmannschaften kommen. Tage, an denen nichts gelingt, musst Du wenigstens so lange wie möglich zu Null spielen können." Eine Weisheit, die Werder wohl nie lernen wird. Unter dem Strich bietet Magath derzeit keinen schlechten Fussball, auch keinen überragenden, aber steht in der Spitzengruppe. So wie er es damals schon mit Stuttgart geschafft hat - da sogar mit weniger Potential als jetzt in Wolfsburg! Die konzentrieren sich diesmal auf die Bundesliga und schenken UEFA-Cup und DFP-Pokal her. Weil sie genau wissen, wo die höchste Wahrscheinlichkeit liegt, ihre Ziele - wieder in den internationalen Wettbewerb zu kommen - erfüllen zu können.
Magath ist nun tatsächlich die Antithese zu Magath. Von daher würde ich mir hin und wieder und auch generell ein Stückchen mehr Magath bei Werder und Schaaf wüschen: Gegnerorientierung, Cleverness usw. gehören schon dazu und hier hat Werder Defizite.
Das wars dann aber auch.
Großen Respekt habe ich vor dem, was er in Stuttgart aufgebaut hat, parallel zu Werdes Aufstieg, mit jungen Spielern und anderem, aber auch nicht schlechtem Fußball.
Aber bei Bayern wurde er nicht zuletzt wegen unattraktiven Fußballs entlassen.
Was er dabei scheint, in Wolfsburg aufzubauen, ist auch nicht schlecht, für Wolfsburg sicher das Richtige, aber diesen Verein und seinen Trainer nach anderthalb Jahren einigermaßenem Erfolg als Vorbild hinzustellen, geht finde ich etwas zu weit. Was haben die bisher erreicht? Das einzige, was sicher ist, ist, dass sie aus dem UEFA-Cup und aus dem Pokal ausgeschieden ist.
Und vielleicht(!), dass sie in dieser Saison vor Werder landen werden. Toll. Das erste Mal seit wievielen Jahren? Wahrscheinlich überhaupt das erste Mal.
Und es ist ja auch nicht so, dass sie wie vielleicht jetzt Hertha allein mit Geduld und langfristiger Arbeit dort hingelangt wären, wo sie jetzt sind.
Abgesehen davon: Schlecht ist ihr Fußball nicht, ausgeglichen, sauber, aber ein Vergleich mit dem Werders in den letzetn Jahren verbietet sich – von mir aus auch wegen der Solidität des momentanen Wolfsburger Spiels, aber z.B. vor allem, weil keine Sau international Wolfsburg bisher wahrgenommen haben wird, aber wohl Werder, und zwar wegen der Spielweise, und den Erfolgen.
Wenn Wolfsburg gegen Mannschaften wie Chelsea, AC Mailand, Inter Mailand, Juventus Turin, Valencia und Real Madrid gewonnen haben wird, kann man drüber reden, aber tut mir leid: Punktuell kann man sicher fast überall lernen, wo gut gearbeitet wird, aber ansonsten kann es keinen Vergleich geben.
Sicher hat Werder international nicht nur Erfolge aufzuweisen, aber auch Wolfsburg hat gerade gegen Paris St. Germain zweimal verloren.
Mag sein, dass es gewisse Vorteile hat, als im Vorderfeld relativ unerfahrene Mannschaft sich auf die Bundesliga konzentrieren zu können (besser: müssen!), aber das Ausscheiden aus den Pokalwettbewerben, besondern aus dem internationalen Wettbewerb, als Erfolg Wolfsburgs zu sehen, kann ich nicht nachvollziehen und ich bin ziemlich sicher, dass bei den kompetenten und entscheidenden Personen in Wolfsburg das auch nicht mit Erleichterung zur Kenntnis genommen werden wird.
Letztlich hat Werder auch in Wolfsburg nach einer 2:0 - Führung dem VFL eine Menge Räume gewährt, ist in Kontersituationen gelaufen, hat erneut zwei Treffer kassiert und Glück gehabt, dass Schäfer eine Minute vor der Halbzeit nur den Pfosten trifft. Nach dem Ding hätte ich in Wolfsburg fast die Sitzschale zertrümmert. Ich glaube nicht, dass Wolfsburg in HZ 2 sich eine Führung so wie wir aus der Hand hätte nehmen lassen.
Vielleicht. Ich war zur Pause auch frustriert bis geschockt.
Ich will das auch nicht wegreden, aber unter dem Strich bleibt, dass Werder das Spiel klar gewonnen hat bei einer der immerhin besten Rückrundenmannschaften. Ein 6:0 wäre perfekter gewesen, aber ein 5:2 tuts auch. Nebenbei hatte Werder auch einige Probleme zu überwinden: Den Torwartausfall, die Krise, das Auswärtsspiel. Angesichts dessen lasse ich mir die Freude nicht nehmen, und auch nicht die Bewertung des Spiels als teilweise große Leistung.
Auf jeden Fall unrealistisch scheint es mir, das Spielsystem komplett umzukrempeln und mit dieser Mannschaft und vor allem diesem Trainer einen Fußball zuspielen, bei dem die Hauptsache ist, dass hinten die Null steht und bei dem lieber 1:0 gewonnen wird als 5:4.
Letztendlich muss man das irgendwann auch akzeptieren und man sollte sich, so wie ich, freuen, dass Werder wieder da ist.
Das werden wir wohl müssen. Trotzdem darf sich einer darüber ärgern, weil es Sachen sind, die Dir nicht erst seit heute auffallen.
Ich ärgere mich auch teilweise.
Aber dabei sollte man nie die Vorzüge, Erfolge und die Attraktivität der Bremer Spielweise aus den Augen verlieren.
Niemand verlangt das Aufgeben der offensiven Spielweise. Aber ein bisschen mehr Ausgewogenheit kann es schon sein und das packen wir einfach nicht. Das ist nicht mal annähernd die Quadratur des Kreises.
Das sei dahingestellt. Wir wollen doch auch Diskussionsstoff haben, wenn es wieder besser läuft.

MFG dkbs