Dass ich im Grunde noch nie sehr viel von Hugo gehalten habe, weiss jeder hier. Trotzdem habe ich Respekt vor seiner Einstellung zum Fussball, vor dem, was er bei Werder schon geleistet hat und natürlich auch vor seinen genannten Fähigkeiten.
Nur denke ich, da vermischt Du ein bisschen Philosophie und Konzept, welches Schaaf verfolgt, und dessen Umsetzung, also die taktische und systemische Ausrichtung. Wenn einer wie Schaaf ballorientierten, technisch sauberen Fussball mit möglichst wenigen Kontakten bevorzugt, heisst das ja nicht, dass dies für alle Elf, die auf dem Rasen stehen, gelten muss.
Würde Werder nur solche Spieler verpflichten, die auf diese bekannte und beliebte Art funktionieren, wäre das wie in einem Betrieb, der auf der Führungsebene nur Leute einstellt, die allesamt denken wie der Geschäftsführer - der erste Schritt zum Verfall, denn dann bleiben innovative Ideen und damit Weiterentwicklung einfach draussen.
So gesehen waren nach dem Double, welches das i-Tüpfelchen auf eine gezielt vorangetriebene Entwicklung und Perfektionierung von One-Touch und Raute war, danach Verpflichtungen von Spielern wie Diego, Sanogo, Almeida, Boenisch, Marin oder C. Alberto, die vom reinen Spielertypus her komplett anders sind, genau der richtige Weg. Das Problem war in den Jahren nur, wie es bereits im Schaaf-Thread geschrieben wurde, dass TS diese Spieler im Sinne seiner Taktik und seiner Systeme weiterspielen ließ und das Ganze weniger nach deren Fähigkeiten änderte. Dadurch wurden wir inflexibel. Und daraus entsteht m.E. ebenso wie in deinem Beitrag der Trugschluß, es ginge nur mit Akteuren, die die von Schaaf favorisierten Automatismen verinnerlicht haben.
Auch ein Hugo Almeida wäre sehr gut und ggflls als Stammkraft zu integrieren, ohne dass TS sein Konzept komplett über den Haufen werfen müsste. Nur bedarf es dazu entweder einer taktischen Ausrichtung auf ihn als Stürmertypen. Oder eben Zukäufen oder Förderung von Akteuren, die mehr Struktur ins Spiel bringen und damit Typen wie Almeida, Borowski, Boenisch, die eher dem einfachen Fussball verpflichtet sind, wieder sinnvoller ins Bremer Spiel einbauen lassen.
Nur sieht es momentan in der Transferperiode sowie bei dem, was TS in der Rückrunde praktizierte, nicht danach aus. Angesichts dessen bleibt natürlich die Frage, ob ein Wechsel sowohl für Werder als auch für Hugo nicht tatsächlich Sinn macht.