Das wäre dann ein Anhaltspunkt hinsichtlich Ausdauer, ja. Leider gibt es ja vermutlich keine so genauen Statistiken aus dem Handball wie im Fußball. Wenn ich jetzt mal Meggestein als Beispiel wähle und seine 13km pro Spiel zugrunde lege, dann ergibt sich daß er sich im Schnitt, ohne Sprints und Stillstand, über 90 Minuten mit 8.6km/h bewegt, ohne Pause also. Nimmt man weiterhin an, daß ein Handballer im Schnitt die Hälfte in 2/3 der Zeit zurücklegt (hab ich halt mal gelesen), dann kommt man für den Handballer auf 6.5km/h. Der Fußballer bewegt sich also mit 25% höherem Tempo in 33% mehr Zeit (nur allein die längere Spieldauer fließt also schon mal deutlich in die (Gesamt)Bilanz ein).
Du übersiehst bei diesem Vergleich mit der durchschnittlichen Geschwindigkeit zwei elementaren Faktoren:
1. Unterschiedliche Größe der Spielfelder
Druch das deutlich größere Spielfeld kann/muß ein Fußballspieler längere Strecken mit einer konstanten Geschwindigkeit laufen, so daß seine Schnittgeschwindigkeit beim selben Laufpensum entsprechend höher ist. Ein Beispiel: Wenn ein Feldspieler beim Fußball die ca. 72 Meter von einem Strafraum zum anderen mit einem Schnitt-Tempo von 4 m/s zurücklegt, erreicht er ein Durchsschnittstempo von 14,4 km/h. Läuft ein Feldsspieler beim Handball die 72 Meter ebenfalls mit einem Tempo von 4 m/s, wird er den 14,4 km/h-Schnitt des Fußballspielers nicht erreichen können bzw. müsste dafür mehr als 4 m/s im Schnitt laufen. Warum? Weil sein Aktionsradius sich auf die 28 Meter zwischen den beiden Kreisen bschränkt, d.h. der Handballspieler muß bei 72 Metern Strecke zweimal abbremsen, um 180° wenden und dann wieder beschleunigen. Somit reduziert sich automatisch auch sein Schnitt-Tempo bei gleichzeitiger höherer körperlicher Belastung für die selbe Strecke.
Aus diesen erheblichen Größenunterschieden resultieren auch entsprechend
2. Unterschiedliche läuferische Voraussetzungen
Ein Fußballspieler muß in seinem Lauf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schnelligkeit und Ausdauer mitbringen, damit er auch einen Sprint über ca. 70 Meter durchhält, ohne daß ihm auch bei hohem Tempo, respektive seiner Höchstgeschwindigkeit die Puste ausgeht. Der läuferische Aktionsradius eines Handballspielers ist dagegen wie bereits erwähnt auf die 28 Meter von Kreis zu Kreis begrenzt, so daß für ihn ein "explosiver" Antritt das wichtigste läuferische Element ist und nicht seine Durchschnitts- bzw. Höchstgeschwindigkeit. Ganz abgesehen davon, daß es für einen Handballer im Gegensatz zu einem Fußballer nahezu unmöglich ist, im Spiel sein persönliches Höchsttempo zu erreichen, denn wie
diese Grafik zeigt, erreichen selbst trainierte 100-Meter-Läufer die Sphären ihres Höchsttempos (unter Zuhilfenahme des Startblocks!) frühestens ab einer Strecke von ca. 30 Metern.
Und last but not least: Mit dem Beispiel M.Eggestein als dem zweitgrößten "Kilometerfresser" der Liga, fiel die ermittelte Schnittgeschwindigkeit von Fußballspielern ganz im Sinne deiner Argumentation entsprechend hoch aus, doch trotzdem sind selbst die von dir taxierten 13 km zu hoch gegriffen, denn lt
dieser Tabelle ergibt sich (sofern mein Taschenrechner nicht kaputt ist) aus 204,72 km zurückgelegter Strecke und 17 Spielen eine Laufleistung von "nur" 12 km = 8 km/h. Und weil von Durschnittstempora zu lesen war, habe ich als Rechenexempel aus
dieser Tabelle einen Club herausgepickt, dessen gesamte Laufleistung in etwa im Ligadurchschnitt liegt. So ergibt sich beim 1.FC Nürnberg aus einer Laufleistung von 1977,10 km ./. 170 (17 Spiele x 10 Feldspieler) eine Laufleitung von 11,63 km = 7,75 km/h; dies ist im Vergleich zu den angegebenen 8,6 km/h schon ein nicht unerheblicher Unterschied, oder?
