Ich wollte nur zum HSV
Hamburg Nach langen Verhandlungen ist der Wechsel von Eljero Elia von Twente Enschede zum HSV endlich perfekt. Am Sonntag (04.07.09) wurden dazu die letzten Details geklärt. Um 14.25 Uhr landete der 22-Jährige mit der Maschine aus Amsterdam auf dem Hamburger Flughafen. Dort wurden er und seine Berater von Team-Manager Jürgen Ahlert begrüßt, anschließend ging es zu den medizinischen Untersuchungen. Hsv.de nutzte die Chance und begleitete Elia im Auto auf dem Weg in die Stadt und sprach mit ihm über seine Gründe für den Wechsel zum HSV, seine ersten Eindrücke von Hamburg und seinen Kontakt zu Romeo Castelen.
Elia, herzlich willkommen in Hamburg. Nach langen Verhandlungen ist der Wechsel von Twente Enschede zum HSV perfekt. Wie hast Du die letzten Tage erlebt?
Elia (strahlt): Ich wollte endlich Klarheit und bin sehr froh, dass nun alles geklärt ist. Der HSV ist ein super Verein und ich freue mich auf die Mannschaft und den Trainer.**
Du wurdest von vielen internationalen Vereinen umworben, unter anderem waren auch Arsenal, Chelsea und Tottenham im Gespräch. Was hat den Ausschlag für*den HSV*gegeben?
Elia: Es stimmt, es gab viel Vereine, die mich haben wollten. Auch Ajax Amsterdam hat sich zum Schluss noch einmal gemeldet. Doch meine Entscheidung war klar. Ich wollte nur nach Hamburg. Der HSV ist ein super Verein. Im Januar war ich beim Heimspiel gegen Bayern München im Stadion und habe die Mannschaft spielen sehen und die tolle Atmosphäre genossen - mitten zwischen den Fans.
Wie kam das?
Elia: Ich sollte mich nicht auf die Haupttribüne oder in eine Loge setzen, damit mich keiner erkennt. So war ich hautnah bei den Fans dabei.
Haben sich Deine Sitznachbarn nicht gewundert?
Elia (lacht): Doch. Mein Sitznachbar war ein älterer Herr, der schon seit 50 Jahren HSV-Fan ist. Ihm hat meine Begleitung erzählt, dass ich ein befreundeter Student aus Holland bin und eigentlich Basketball spiele. Als das Tor von Petric gefallen ist, hat er mich umarmt und später vor Freude über den Sieg seine Frau angerufen und ihr von dem tollen Spiel berichtet. Das war ein unglaubliches Erlebnis für mich. Nach dem Spiel habe ich zu meinem Berater gesagt, ich möchte unbedingt zum HSV.
Dazu hast Du auch sicherlich mit einigen anderen Holländern vom HSV Kontakt gehabt.
Elia: Ich habe mit Joris Mathijsen, Romeo Castelen, Rafael van der Vaart und Khalid Boulahrouz gesprochen. Alle haben mir gesagt, du musst unbedingt zum HSV wechseln. Es ist unglaublich dort. Es ist gut für deine sportliche Entwicklung und auch gut für deine Familie. Du wirst dich dort wohlfühlen. Ich wollte es selber sehen und nach dem Bayern-Spiel war dann für mich klar, dass ich hier unbedingt einen Vertrag unterschreiben wollte. *
(Der Wagen fährt an einem Haus vorbei, aus dem an einem Fenster eine HSV-Fahne weht)
Elia:*Das ist auch etwas, was ich gleich gespürt habe. Der Verein ist in der ganzen Stadt zuhause und hat unglaublich tolle Fans. Ich bin damals sechs Stunden durch Hamburg gefahren. Es ist super hier. Ich denke, auch meine Frau wird sich hier wohlfühlen. In fünf Wochen soll unsere Tochter zur Welt kommen. Deshalb freue ich mich, dass jetzt alles geklärt ist und wir anfangen können zu planen. Nach der Geburt wird sie so schnell wie möglich nachkommen.
Zu Romeo Castelen hast Du zudem eine besondere Beziehung.
Elia: Er kommt wie ich von Ado Den Haag. Dort habe ich in der Jugend gespielt, als er für die erste Mannschaft debütiert hat. Er war damals mein großes Vorbild. Wir sind ähnliche Spielertypen. Es ist schön, jetzt mit ihm in einer Mannschaft zu spielen. Darauf freue ich mich besonders.
In Holland wurdest Du in dieser Saison mit dem Johan Cruyff-Preis als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet und trittst damit die Nachfolge von so bekannten Namen wie Arjen Robben oder auch Klaas-Jan Huntelaar an.
Elia: Das ist richtig. Dabei wählen alle Trainer und auch der Nationalmannschafts-Coach den besten Nachwuchsspieler. Diese Auszeichnung hat mich sehr gefreut. Dabei geht es nicht nur um den Preis, sondern auch um ein Projekt. In meiner Heimatstadt Den Haag wurde dadurch extra ein Fußballplatz gebaut und nach meinem Namen benannt, um den Nachwuchs weiter zu fördern.
Wie bewertest Du nun den Wechsel in die Bundesliga?
Elia: Die Bundesliga ist in den Niederlanden sehr populär. Jede Woche werden Spiele im TV übertragen und ich habe das Geschehen schon lange verfolgt. Es ist eine sehr ausgeglichene Liga mit großen Vereinen und vielen Zuschauern. Hier gibt es jede Woche Top-Spiele. Das ist sehr gut für meine sportliche Entwicklung.
Hattest Du schon Kontakt zu Bruno Labbadia?
Elia: Mit ihm habe ich bereits ausführlich gesprochen und freue mich nun auf das Trainingslager. Dort werde ich endlich auch alle anderen persönlich kennenlernen.
Wie sieht es eigentlich mit Deinen Deutschkenntnissen aus?
Elia (kramt in seinem Koffer): Hier, ich habe mir in Holland bereits extra ein Buch gekauft, um deutsch zu lernen. Ich verstehe fast alles, aber beim Sprechen fühle ich mich noch sehr unsicher. Das möchte ich so schnell wie möglich ändern.
Vielen Dank und einen guten Start im Trainingslager.