Da dem HSV die gleichen gültigen, geprüften Papiere vorliegen wie auch der DFL und dem DFB, kann es eigentlich keine Strafe gegen den Verein geben, selbst wenn sich herausstellt, dass seine Daten falsch waren. Einem Pass, der für echt befunden wird, muss man Vertrauen schenken können, was sowohl der HSV, als auch die DFL zurecht getan haben. Auf dieser Grundlage wurde eine Spielberechtigung erteilt und Jatta legal eingesetzt. Das ändert sich auch dann nicht, wenn sich die Daten als falsch herausstellen, da der Pass zum Zeitpunkt der Ausstellung ja de jure echt war und die Spielberechtigung damit juristisch korrekt. Und darauf kommt es an. Das hat die DFL dem HSV auch schon vor dem Nürnberg-Spiel mit dem Hinweis auf "juristisch stichhaltige Dokumente" bestätigt. Sonst wäre der Spieler wohl kaum eingesetzt worden.
Diese Spielberechtigung könnte im Zuge der Ermittlungen für die Zukunft erlöschen, deshalb drängt Hamburg die DFL logischerweise gerade, eine Entscheidung über diese Berechtigung noch vor dem anstehenden Pokalspiel zu treffen, da der Spieler sonst nicht eingesetzt werden kann, ohne nachträglich Konsequenzen fürchten zu müssen. Aber selbst das ist nicht wahrscheinlich: Rechtsanwalt Horst Kletke: „Ein Einreisevergehen hat keinen zwingenden Einfluss auf eine Spielerlaubnis. Eine illegale Einreise wird legalisiert durch die spätere Vergabe des Lizenzspielerstatus. Der Aufenthalt wäre korrekt, solange der Vertrag mit dem Verein besteht."
Unabhängig davon, ob der gute Jatta sich letztendlich als schuldig, oder unschuldig herausstellt, kann man durchaus kritisieren, wie die Sportbild diese Geschichte in reißerischer Form und zum Teil mit Falschinformationen ganz im Zeitgeist des rechtsanbiedernden "Afrika-Flüchtling begeht Asylbetrug!!!"-Journalismus veröffentlicht und damit eine rassistisch geprägte Diskussion geradezu angestoßen hat.
Hier ein Artikel dazu :
https://taz.de/Die-Identitaet-des-Bakery-Jatta/!5614299/