Gruppe B

Wer gewinnt die Gruppe B?

  • Dänemark

  • Belgien

  • Finnland

  • Russland


Das Ergebnis kann erst nach Abgabe einer Stimme betrachtet werden.
Nochmal zu Eriksen und Dänemark - Finnland gestern:
Gute Besserung, Christian Eriksen. Ich bin wirklich erleichtert, dass es ihm den Umständen entsprechend relativ gut zu gehen scheint. :beer:

Ich finde es wichtig und gut, dass dennoch über den Umgang mit dem gestrigen Vorfall in der Öffentlichkeit und damit auch hier im Forum diskutiert wird. Das war gestern nicht das erste mal, dass es eine solche Szene im Fußball gab - ich denke mit Schrecken an die Fälle Foé, Puerta und Nouri zurück. Dazu kommen ja leider auch medizinische Notfälle in anderen Sportarten, lebensgefährliche Crashs im Motorsport oder Unfälle in Liveshows (man erinnere sich an die verunglückte Wette bei "Wetten, dass ...?") vor - auch dort stellt sich die Frage nach dem Umgang in einer Livesituation.

Deshalb sollten sowohl Sportverbände als auch Medien aus dem gestrigen Abend lernen, um sicherzustellen, dass anders reagiert wird, wenn es noch einmal zu solch einer Tragödie kommen sollte - gleichwohl hoffend, dass diese Krisenpläne niemals ausgepackt werden müssen und es keine medizinischen Notfälle mehr in Stadien geben wird.
Ich fand es gestern unverantwortlich und übergriffig, dass das ZDF und andere Broadcaster Großaufnahmen von weinenden Mitspielern und Angehörigen zeigen und minutenlang weiter aus dem Stadion senden. Das ist für mich kein Nachkommen der Informationspflicht, sondern Voyeurismus. Infos gab es viele Minuten keine neuen seit er behandelt wurde und durch das Zuschaustellen von geschockten und aufgelösten Menschen, wird der Informationspflicht kein Dienst getan.

Natürlich ist erstmal die Regie des internationalen TV-Signals zu hinterfragen. Weshalb werden solche Szenen überhaupt aufgenommen und an die TV-Sender geschickt? Bei jedem*r Flitzer*in wird direkt die Kamera gewechselt, damit man ihn*sie nicht sieht, aber in einer solchen existenziellen Krisensituation, werden Kameras draufgehalten und die Bilder direkt weitergeleitet? Bedenklich. Aber auch ZDF und alle anderen TV-Anstalten hatten anschließend die Wahl, ob sie die Bilder ungefiltert versenden oder alternativ ins Studio schalten, eine Außentotale des Stadions zeigen oder in ein Ersatzprogramm ausstrahlen.

Ebenfalls sehr bedenklich: Warum wird das Spiel von der UEFA nicht direkt abgebrochen? Offensichtlich hatte Eriksen zwar zu den Spielern gesprochen und sich selbst für eine Fortsetzung des Spiels ausgesprochen, woraufhin beide Teams für die Wiederaufnahme des Spiels votierten. Ich bin dennoch ausgesprochen skeptisch gegenüber der Entscheidung. Sollten Spieler, die in diesem Moment teilweise sicherlich noch unter einem tiefen Schock standen, diese Entscheidung selbst treffen müssen? Standen wirklich ALLE Spieler und Teammitglieder beider Mannschaften vollkommen hinter der Entscheidung? Bei einer solchen Entscheidung ist ja auch schnell unausgesprochen Gruppendruck handlungsleitend. Traut sich da ein einzelner Spieler offen zu sagen, dass er sich nicht in der Lage fühlt zu spielen? Wurden Schiris und Mitglieder der Staffs gefragt, die ebenfalls alles hautnah miterlebt haben, ob sie sich bereit fühlen, weiterzumachen?
Vor allem ist es völlig unpassend, den beiden Teams direkt in dem Moment die Ansage zu machen, dass das Spiel entweder umgehend wieder aufzunehmen oder schon am kommenden Tag mittags um 12.00 Uhr nachzuholen ist. Viele Spieler haben sich wohl auch deshalb dafür entschieden, noch am Abend das Spiel fortzusetzen, da sie befürchteten, kaum schlafen zu können vor Schock und das Spiel daher möglichst schnell hinter sich bringen wollten. Ich hätte es wichtig gefunden, wenn die UEFA Verantwortung übernommen und das Spiel zumindest für den gestrigen Tag abgebrochen hätte. Dann hätten sich alle Beteiligten erstmal Zeit nehmen können, um das Erlebte sacken zu lassen und in Ruhe zu besprechen, wie es weitergehen soll. Alleine schon, dass es keine Option zu sein schien, das Spiel später auszutragen als mittags am kommenden Tag, um mit Rücksicht auf die TV-Verträge keine Dopplung mit anderen Spielen zu riskieren, zeigt wie fragwürdig die Prioritäten in solch einem Fall zu liegen scheinen.

Das Wichtigste ist aber natürlich, dass es Eriksen verhältnismäßig gut zu gehen scheint. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Für einen kurzen Augenblick habe ich doch wirklich gedacht, es sei bei den Spielern gewesen ob sie spielen wollen oder nicht. Wenn ich jetzt allerdings lese, dass sie offenbar vor die Wahl gestellt wurden entweder direkt weiterzuspielen oder eben heute mittag, dann dreht sich mir schon wieder der Magen um.
 
Sehr guter Beitrag @Christian Günther :tnx:

Dennoch sehe die ich die Kritik, dass mit der Übertragung der TV-Bilder der sich sorgenden Mitspieler etc. die Grenze zwischen Informationspflicht und Voyeurismus überschritten wurde, mit einer gewissen Ambivalenz. Im Grundsatz vertrete ich die Ansicht, dass in der medialen Berichterstattung der Voyeurismus besonders durch die privaten TV-Sender und Boulevard-Blätter signifikant forciert wurde und wird, so dass dieses sich leider zu einem Werkzeug für Einschaltquoten, Auflagen bzw. Klicks in den Sozialen Medien entwickelte. Doch bei aller berechtigter Kritik am medialen Voyeurismus muss auch eines berücksichtigt werden: denn während es bei die meisten voyeuristischen Darstellungen in den Medien um solche handelt, über deren Ausstrahlung in Redaktionskonferenzen oder um dahingehende Produktionen handelt, passierte das schreckliche Ereignis während einer Live-Übertragung, so dass die TV-Verantwortlichen völlig überraschend damit konfrontiert wurden, so dass mMn kein Voyeurismus ist. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist darüber zu lesen:
Dem widersprach der Medienwissenschaftler Christoph Bertling. „Ich finde, von Voyeurismus kann man da nicht sprechen“, kommentierte der Dozent der Deutschen Sporthochschule Köln. „Das ist ein Schockzustand, auch für die Redaktion, sie muss da aus ihrer Routine raus. Sie muss umschalten vom Unterhaltungsmodus zur Krisenkommunikation.“ Bertling pflichtete dem ZDF-Sportchef bei: „Grundsätzlich hat der Sender auch eine Dokumentationspflicht in der Situation. Man will ja wissen, was da passiert.“ Kritik übte der Medienwissenschaftler nur an einer späteren Zusammenfassung: „Da war eine Kameraeinstellung zu nah dran, das war handwerklich unsensibel.“
Ähnlich kommentierte Jana Wiske, Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin von der Hochschule Ansbach. „Keiner kann sich auf so eine Schock-Situation vorbereiten. Umso bemerkenswerter ist es, wie empathisch und vor allem zurückhaltend das ZDF direkt nach den Geschehnissen berichtet hat“, sagte Wiske der dpa. „Ob nun intuitiv oder gewollt: Das Schweigen von Béla Réthy ist eine große Leistung. Nichts anderes hätte die Betroffenheit mehr zeigen können.“
https://www.faz.net/aktuell/sport/f...itik-nach-eriksen-drama-zurueck-17386796.html

Selbstverständlich hätte die TV-Übertragung auch unter- oder gar abgebrochen werden können. Doch dann wären auch die positiven Szenen nicht zu sehen gewesen, die diese fürchterlichen Momente nach sich zogen und von der Süddeutschen Zeitung wie folgt beschrieben wurden:
Irgendwann beginnen die finnischen Fans zu rufen "CHRISTIAAAN!", und die Dänen antworten im Chor mit "ERIKSEN!" Wieder und wieder. Der DR-Kommentator macht "ein Gefühl der Verbrüderung" aus. Verbrüderung in der Sorge. Das war bei allem Schrecken berührend zu beobachten: Der Teamgeist auf dem Rasen, der Respekt, den die Fans auf den Rängen an den Tag legten, für die Spieler, füreinander. Viel sei zuletzt über die Gier im Fußball geredet worden, über Geld und Kommerz, sagte der dänische Trainer Kasper Hjulmand am Sonntag. "Aber was wir an dem Abend auch gesehen haben, ist, was den Fußball eigentlich ausmacht: Teamgeist und Mitgefühl und Liebe."
https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-em-er-lebt-1.5321126
 
Für einen kurzen Augenblick habe ich doch wirklich gedacht, es sei bei den Spielern gewesen ob sie spielen wollen oder nicht. Wenn ich jetzt allerdings lese, dass sie offenbar vor die Wahl gestellt wurden entweder direkt weiterzuspielen oder eben heute mittag, dann dreht sich mir schon wieder der Magen um.
Dieses "The show must go on" wäre der UEFA durchaus zuzutrauen. Allerdings ist auch zu lesen:
Doch es gibt auch eine andere Darstellung. Am Sonntag heißt es im Uefa-Führungszirkel, die Verbandsspitze habe zunächst die Fortsetzung der Partie am Sonntag vorgeschlagen, nicht: entweder oder. Explizit, um keinen Druck auszuüben. Aber dann seien Uefa-Matchdelegierte und auch Generaldirektor Theodor Theodoridis in persönlichen Gesprächen mit den Spielern überzeugt worden, dass diese lieber direkt weiterspielen wollten. Die finale Entscheidung sei dann telefonisch mit Uefa-Präsident Aleksander Ceferin erfolgt, der beim Spiel in Sankt Petersburg weilte.
https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-em-er-lebt-1.5321126
 
Selbstverständlich hätte die TV-Übertragung auch unter- oder gar abgebrochen werden können. Doch dann wären auch die positiven Szenen nicht zu sehen gewesen, die diese fürchterlichen Momente nach sich zogen und von der Süddeutschen Zeitung wie folgt beschrieben wurden:

https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-em-er-lebt-1.5321126


Aber das darf mMn nie und nimmer eine Begründung dafür sein, das man ja wegen "schöner Bilder" das ganze Drama drumherum voll filmen muss um die Sensationsgeilheit der Leute (nicht aller, klar) zu befriedigen.
Es hätte vollkommen ausgereicht, das Stadion von oben / ins Studio zu schalten, Alternative Sendungen zu bringen (keinen Bergdoktor :ugly:) und über neue, bestätigte Infos zu berichten. Neutral und trocken.
ABER das generiert ja keine Aufmerksamkeit und damit keine Werbung.

Das Verbände mit solchen Geschichten immer nur schwer umgehen können, ist schlicht das Problem von A. zu vielen Leuten die nicht entscheiden können (aber eigentlich müssten) und B. von vielen Variablen.
Ich erinnere mich da an den Bombenschlag auf den Bus vom BVB...

Unterm Strich bin ich verdammt froh, das ich da nix entscheiden müsste - denn ob ich das mit "ruhigem Kopf" könnte weiß ich auch nicht.
Recht machen kann man das nämlich nie allen in einer solchen Situation.
 
Aber das darf mMn nie und nimmer eine Begründung dafür sein, das man ja wegen "schöner Bilder" das ganze Drama drumherum voll filmen muss um die Sensationsgeilheit der Leute (nicht aller, klar) zu befriedigen.
Es hätte vollkommen ausgereicht, das Stadion von oben / ins Studio zu schalten, Alternative Sendungen zu bringen (keinen Bergdoktor :ugly:) und über neue, bestätigte Infos zu berichten. Neutral und trocken.
ABER das generiert ja keine Aufmerksamkeit und damit keine Werbung.

Das Verbände mit solchen Geschichten immer nur schwer umgehen können, ist schlicht das Problem von A. zu vielen Leuten die nicht entscheiden können (aber eigentlich müssten) und B. von vielen Variablen.
Ich erinnere mich da an den Bombenschlag auf den Bus vom BVB...

Unterm Strich bin ich verdammt froh, das ich da nix entscheiden müsste - denn ob ich das mit "ruhigem Kopf" könnte weiß ich auch nicht.
Recht machen kann man das nämlich nie allen in einer solchen Situation.
Ja, aber auch das ist zweischneidiges Schwert. Denn du hast ja selbst angemerkt, dass es nicht allen Zuschauern darum ging, ihre Sensationsgier zu befriedigen, sondern informiert werden möchten. Die Frage ist jedoch, wo hierbei die Grenze der medialen Berichterstattung gezogen soll? Dass wie im o.a. Zitat beschrieben die Kameraeinstellung zu nah dran war, ist mMn ein No-Go. In wie weit Bilder jedoch von bangenden Menschen gezeigt werden müssen, auch darüber lässt sich sicherlich diskutieren. Doch auch hier stellt sie die Frage nach der Grenze des angemessenen Maßes? Wie du schon konstatiert hast, wann wird man es allen nicht Recht machen können, und deshalb sind die Ansichten über die mediale Berichterstattung beim Drama um Eriksen unterschiedlich.
 
Für Belgiens Spieler Castagne ist die EM gelaufen. Er zog sich am Samstag beim Spiel gg Russland einen doppelten Augenhöhlenbruch zu.
 
Go, Finland!
smilie_schal2.gif

Heute ein Unentschieden und es sieht mit dem Achtelfinale gut aus.
 
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