Gesamtsituation der Mannschaft

Ich glaube dem Verein würde so n internationaler Refresh gut tun. Einfach mal wieder was darstellen. Eine Entwicklung sehen, Spieler bekannt machen, den Vereinsnamen international hören und und und ....
Ich vermute, dass darüber im Grundsatz überwiegend Einigkeit herrscht. Die Differenzen liegen jedoch im Wie. @tzdon hat es sehr gut beschrieben, welche Gefahren ein schneller Europa-Quickie bergen kann, wenn eine Mannschaft in einer Saison zwar gut punktet, aber dieses auf einem fragilen Fundament steht.

Erinnere dich doch einamal an die die Saion 2018/19ff. Werder schrammte nur haarscharf an Europa vorbei, an deren Ende Max Kruse den Club verließ. 19/20 erreichte Werder dank lustloser Kölner und Schützenhilfe von Union mit Ach und Krach die Relegation und schaffte dort ebenfalls mit Ach und Krach den Klassenerhalt, bevor unser SVW in 20/21 dann doch in die 2. Liga taumelte. Oberfläch wurde auch hier im Forum geäußert, dass der Weggang von MK einer der Hauptgründe für diesen Absturt gewesen sei. Aber das war nur ein Teil des Gannzen. Denn das gute Abscheiden in 18/19 verklärte bei vielen grün-weißen Fans, aber ganz besonders bei den Entschiedern am Osterdeich, den Blick dafür, dass die Mannschaft trotz der guten Punktausbeute oft sehr fragil wirkte. Und dieser Mangel an Stabilität sorgte dafür, dass mit dem Weggang von MK das Schiff Werder Bremen nicht nur etwas unruhiger fuhr, sondern meinem Forums-Avatar in jenen Jahren entsprach:
werder_sinking_ship.jpg

Ich weiß, dass du es nicht gerne liest, aber Europa ist kein Sprint, sondern ein Marathon. D.h. eine Mannschaft muss so gefestigt sein, dass sie durch den Weggang von einem Leistungsträger so ins Schlingern kam, wie Werder nach der Saison 18/19.

Die aktuelle Saison ist erst der Beginn des weiß wie vielte Umbruch von Werder seit der Saison 10/11. Um nachhaltig Erfolg zu haben, braucht das nun einmal etwas mehr Zeit als eine Saison. Nach dem Beinahe-Abstieg 1999 rockte Werder die Liga ja auch nicht sofort, sondern erst nach ein paar Jahren. Und in Freiburg (Auftstieg) und Frankfurt (Relegaionsklassenerhalt) kam der Erfolg, sportlich wie finanziell auch nicht gleich mit der Saison 16/17, sondern ebenfalls durch geduldigem Aufbau. Und dadurch sind sie in der Lage, mittel- bis langfristig den Verlust von Leistungsträgern kompensieren, ohne dabei sich gleich wieder im Abstiegskampf wiederzufinden. Mit Schnellschüssen, wie du dir sie vorstellst, wird das nicht funktionieren.
 
Zum Kruse Thema...cooler Typ und grade noch die Kurve gekriegt. Der war nur sportlich satt. Hätten wir ihm einen Rentenvertrag gegeben, hätte es zwar nicht müssen, aber durchaus noch übler kommen können.
 
Ich sehe es so wie becks. Wir müssen nach Europa, wenn es irgend geht. Wie lange soll es denn noch heißen, dass man erst gefestigt sein muss, quasi „reif für Europa“? Davon sabbeln wir seit 15 Jahren und es entwickelt sich nichts. Teams wie Frankfurt, Stuttgart, vorher Freiburg, Gladbach sind da auch „einfach so“ gelandet und haben ein paar Jahre gut performt. Dauerhaft bleiben in der CL eh nur die Geldscheißer aus Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen. Die Zeiten, wo Werder jahrelang CL spielen konnte, sind ohne Investor für immer vorbei. Da darf man sich nichts vormachen.
 
Cooler Typ, nun ja, ein Söldner ohne einen Funken Identifikation mit dem Verein, ausserdem Selbstdarsteller in meinen Augen.
Ich mach en nich.
Der eine Spieler idendifiziert sich mehr mit dem Verein, der andere weniger. Die Erwartungshaltung, Spieler sollten sich mit dem Verein auch idendifizieren, hat für mich noch nie funktioniert und beim Produkt Fußball heute noch viel weniger. Da kann ich keinen Vorwurf draus konstruieren.
"Cooler Typ" bezeihe ich auf "Der hat den Zirkus nicht zu ernst genommen". Weniger cool war es dann, als er aktiv unserem Verein geschadet hat. Ich war schon immer Werder- kein Spielerfan. Zu sehr triggert mich sowas nicht.
 
Der eine Spieler idendifiziert sich mehr mit dem Verein, der andere weniger. Die Erwartungshaltung, Spieler sollten sich mit dem Verein auch idendifizieren, hat für mich noch nie funktioniert und beim Produkt Fußball heute noch viel weniger. Da kann ich keinen Vorwurf draus konstruieren.
"Cooler Typ" bezeihe ich auf "Der hat den Zirkus nicht zu ernst genommen". Weniger cool war es dann, als er aktiv unserem Verein geschadet hat. Ich war schon immer Werder- kein Spielerfan. Zu sehr triggert mich sowas nicht.
Naja, klar, er lebt halt den Traum von vielen, ist sich dessen wohl auch bewusst, dass er ein Gott gegebenes Talent hat.
Meiner Meinung nach ist er aber zu präsent und "selbstverliebt" das mag ich nicht so.
Klar ist das mit Identifikation auf dem Niveau schwierig, muss schon was besonderes sein, wenn du auch wirklich bei deinem Lieblingsverein spielst.
Ich hab hier auch irgendwo schonmal geschrieben, ich wäre vom Typ her gar nicht so dass ich "höher, schneller, weiter" will, mir würde vermutlich reichen bei Werder zu spielen, da hast du auch ausgesorgt, wenn du nicht völlig panne bist.
Ist halt die Frage, ob du mit der Einstellung überhaupt so weit kommst, vermutlich eher nicht.
 
Ich vermute, dass darüber im Grundsatz überwiegend Einigkeit herrscht. Die Differenzen liegen jedoch im Wie. @tzdon hat es sehr gut beschrieben, welche Gefahren ein schneller Europa-Quickie bergen kann, wenn eine Mannschaft in einer Saison zwar gut punktet, aber dieses auf einem fragilen Fundament steht.

Erinnere dich doch einamal an die die Saion 2018/19ff. Werder schrammte nur haarscharf an Europa vorbei, an deren Ende Max Kruse den Club verließ. 19/20 erreichte Werder dank lustloser Kölner und Schützenhilfe von Union mit Ach und Krach die Relegation und schaffte dort ebenfalls mit Ach und Krach den Klassenerhalt, bevor unser SVW in 20/21 dann doch in die 2. Liga taumelte. Oberfläch wurde auch hier im Forum geäußert, dass der Weggang von MK einer der Hauptgründe für diesen Absturt gewesen sei. Aber das war nur ein Teil des Gannzen. Denn das gute Abscheiden in 18/19 verklärte bei vielen grün-weißen Fans, aber ganz besonders bei den Entschiedern am Osterdeich, den Blick dafür, dass die Mannschaft trotz der guten Punktausbeute oft sehr fragil wirkte. Und dieser Mangel an Stabilität sorgte dafür, dass mit dem Weggang von MK das Schiff Werder Bremen nicht nur etwas unruhiger fuhr, sondern meinem Forums-Avatar in jenen Jahren entsprach:
werder_sinking_ship.jpg

Ich weiß, dass du es nicht gerne liest, aber Europa ist kein Sprint, sondern ein Marathon. D.h. eine Mannschaft muss so gefestigt sein, dass sie durch den Weggang von einem Leistungsträger so ins Schlingern kam, wie Werder nach der Saison 18/19.

Die aktuelle Saison ist erst der Beginn des weiß wie vielte Umbruch von Werder seit der Saison 10/11. Um nachhaltig Erfolg zu haben, braucht das nun einmal etwas mehr Zeit als eine Saison. Nach dem Beinahe-Abstieg 1999 rockte Werder die Liga ja auch nicht sofort, sondern erst nach ein paar Jahren. Und in Freiburg (Auftstieg) und Frankfurt (Relegaionsklassenerhalt) kam der Erfolg, sportlich wie finanziell auch nicht gleich mit der Saison 16/17, sondern ebenfalls durch geduldigem Aufbau. Und dadurch sind sie in der Lage, mittel- bis langfristig den Verlust von Leistungsträgern kompensieren, ohne dabei sich gleich wieder im Abstiegskampf wiederzufinden. Mit Schnellschüssen, wie du dir sie vorstellst, wird das nicht funktionieren.
Dies, es kommt zu früh, ist für mich eh eine nicht haltbare Floskel.
Jedem Verein der direkt nach einer europäischen Teilnahme abgestiegen ist, stehen doch x-mal so viele gegenüber die zuletzt eben nicht international spielten.
Und auch das Beispiel von uns selber, kann man auch andersrum argumentieren, wir haben es vorher eben nicht geschafft hat international zu spielen.
Ich bin nicht unzufrieden mit der aktuellen Situation, wenn man aber langfristig Bundesliga möchte, muss man sich aber hier und da auch mal wieder international qualifizieren. Da sehe ich viel mehr Chance als Risiko drin.
 
Aktuelle mahnende Beispiele Union, Mainz, aber auch Heidenheim. Alle haben international gespielt/spielen international und stehen unten drin. Dann lieber um die goldene Ananas spielen und ein paar sorgenfreie Saisons. Abstiegskampf muss ich vorerst nicht mehr haben.

Edit: Ok, Union hat sich aktuell da unten rausgearbeitet. Stehen nur einen Punkt hinter Werder.
 
Das Vereine wie Mainz abschmieren wenn die in der Saison es nach Europa geschafft haben, hat nichts mit dem erreichen mit Europa zu tun.

@Bremen

Du hast es ja schon selbst gesagt, wir haben damals Europa nur knapp verfehlt und sind dann trotzdem abgeschmiert.

Das heißt wir haben es ja nicht einmal geschafft dort hinzukommen.

Zudem war es in der Saison 18/19 schon echt schon ein Kraftakt.

Davor die Jahre gab es auch nichts zu feiern für uns außer den Klassenerhalt.

Jetzt stehen wir wieder auf Platzt 9
Platz 7 reicht in diesen Jahr für Europa.

Es sieht aber nicht so aus als würde es für uns nach Europa gehen. Dazu haben wir nun wieder unnötige Punktverluste wie gegen Köln hinnehmen müssen.

@Bremen

Und wir haben jetzt zwei Jahre hintereinander einen Einstelligen Tabellenplatz erreicht.
Trotz Trainerwechsel und Systemumstellung, trotz des Späten Kaders und der vielen Verletzten zu Beginn der Saison und Vorbereitung sind wir wieder auf den Weg einen Eistelligen Tabellenplatz zu erreichen.

Das sind also drei Saisons hintereinander in einen Ruhigen Fahrwasser. Da kann mir keiner erzählen, es gäbe hier keine Stabile Entwicklung.

Der nächste Schritt ist zwingend Europa.
CL ist zwar Wünschenswert aber leider zu teuer. Denn wir müssten da schon in Vorleistung gehen um einen Wettbewerbsfähigen Kader für die CL zusammen zu bekommen.

Trotzdem sollte der nächste Schritt sein die Qualifikation für Europa sein. Das darf aber nicht auf brechen und biegen sein, sondern muss auf Soliede Plannung bestehen. Dafür sehe ich uns bereits jetzt gut genug Aufgestellt.
 
Dies, es kommt zu früh, ist für mich eh eine nicht haltbare Floskel.
Jedem Verein der direkt nach einer europäischen Teilnahme abgestiegen ist, stehen doch x-mal so viele gegenüber die zuletzt eben nicht international spielten.
Und auch das Beispiel von uns selber, kann man auch andersrum argumentieren, wir haben es vorher eben nicht geschafft hat international zu spielen.
Ich bin nicht unzufrieden mit der aktuellen Situation, wenn man aber langfristig Bundesliga möchte, muss man sich aber hier und da auch mal wieder international qualifizieren. Da sehe ich viel mehr Chance als Risiko drin.
Inwiefern soll das eine nicht haltbare Floskel sein? Es war doch schon oft zu beobachten, dass Clubs, die ohne nachhaltigen Aufbau Europa erreichten, gleich in der Folgesaison jäh abstürzten. Sei es dadurch, dass die Mannschaft nicht stark genug war, den Verlust von einem Leistungsträger zu kompensieren, der Kader in der Breite für die Mehrfachbelastung zu dünn war, und/oder bei Spielern der Fokus (un)bewusst mehr auf den Europapokal als auf dem Ligaalltag lag während die Liga-Gegner besonders motiviert waren, einem Europapokalteilnehmer ein Bein stellen zu wollen.
 
Und wir haben jetzt zwei Jahre hintereinander einen Einstelligen Tabellenplatz erreicht.
Trotz Trainerwechsel und Systemumstellung, trotz des Späten Kaders und der vielen Verletzten zu Beginn der Saison und Vorbereitung sind wir wieder auf den Weg einen Eistelligen Tabellenplatz zu erreichen.

Das sind also drei Saisons hintereinander in einen Ruhigen Fahrwasser. Da kann mir keiner erzählen, es gäbe hier keine Stabile Entwicklung.

Der nächste Schritt ist zwingend Europa.
Wenn OW Trainer geblieben wäre, würde ich dir ggf. zustimmen. Jedoch kam es Sommer a) zum Wechsel des Trainers, der b) einen anderen Fußball spielen lässt als sein Vorgänger c) im Kader ein nicht gerade kleiner Umbruch stattfand, in dessen Zuge d) eine Verjüngung der des durchschnittlichen Startelf-Alters um ca. anderthalb Jahren stattfand, so dass e) die aktuelle Mannschaft über deutlich weniger 1.-Bundesliga-Erfahrung verfügt als in den drei Jahren zuvor.

Daher ist es mMn vermessen, schon jetzt Europa als zwingenden nächsten Schritt zu sehen, auch wenn es aktuell gut läuft. Denn der aktuelle Flow impliziert nicht den Automatismus, dass es in den verbleibenden 22 Spielen es ähnlich gut weitergeht. Zumal es z.B. unserer Offensive oft an Durchschlagskraft fehlt (wurde übrigens seinerzeit auch schon von OW bemängelt), was uns in den letzten beiden Partien Punkte kostete. Solche Rückschläge sind ein Teil der Entwicklung, sofern daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden.
 
Es ist doch ganz einfach, wenn du nach Europa kommst heißt das für kleinere Teams (wie uns inzwischen) dass du gut performt hast.
In Mainz ist da Burghardt hervorgestochen, der ist nun weg, bei Heidenheim waren es derer 3 oder 4, Kleindienst, Beste, Ostertag und Dinkci, die die nicht ersetzen konnten und das ist eben die Gefahr, dann bist du schnell unten drin.
 
Wenn OW Trainer geblieben wäre, würde ich dir ggf. zustimmen. Jedoch kam es Sommer a) zum Wechsel des Trainers, der b) einen anderen Fußball spielen lässt als sein Vorgänger c) im Kader ein nicht gerade kleiner Umbruch stattfand, in dessen Zuge d) eine Verjüngung der des durchschnittlichen Startelf-Alters um ca. anderthalb Jahren stattfand, so dass e) die aktuelle Mannschaft über deutlich weniger 1.-Bundesliga-Erfahrung verfügt als in den drei Jahren zuvor.

Und meine Theorie ist, dass Fritzi den Ole weg haben wollte, um genau DAS zu erreichen. Der gemeine Bremen Fan ist mit der Situation im Mittelmaß zufrieden. Bloß keine Ziele setzen. Bloß nicht in die unangenehme Situation kommen, Erfolg zu haben. Schönes Managergehalt kassieren und sicher im Mittelmaß rumdümpeln.

Super!
 
Und meine Theorie ist, dass Fritzi den Ole weg haben wollte, um genau DAS zu erreichen. Der gemeine Bremen Fan ist mit der Situation im Mittelmaß zufrieden. Bloß keine Ziele setzen. Bloß nicht in die unangenehme Situation kommen, Erfolg zu haben. Schönes Managergehalt kassieren und sicher im Mittelmaß rumdümpeln.

Super!
Den Eindruck kann man haben, als Managementazubi kannst du keinen ruhigeren Job haben als bei Werder, mit den immer gleichen Mitteln und "Ideen" im Mittelfeld rumeiern, mehr muss und darf wohl auch nicht.
 
Aktuelle mahnende Beispiele Union, Mainz, aber auch Heidenheim. Alle haben international gespielt/spielen international und stehen unten drin. Dann lieber um die goldene Ananas spielen und ein paar sorgenfreie Saisons. Abstiegskampf muss ich vorerst nicht mehr haben.

Edit: Ok, Union hat sich aktuell da unten rausgearbeitet. Stehen nur einen Punkt hinter Werder.
Naja, weder Heidenheim und noch weniger Union spielen international. Wenn man aber weit genug zurück schaut, kann man den HSV da auch noch zu zählen.
 
Inwiefern soll das eine nicht haltbare Floskel sein? Es war doch schon oft zu beobachten, dass Clubs, die ohne nachhaltigen Aufbau Europa erreichten, gleich in der Folgesaison jäh abstürzten. Sei es dadurch, dass die Mannschaft nicht stark genug war, den Verlust von einem Leistungsträger zu kompensieren, der Kader in der Breite für die Mehrfachbelastung zu dünn war, und/oder bei Spielern der Fokus (un)bewusst mehr auf den Europapokal als auf dem Ligaalltag lag während die Liga-Gegner besonders motiviert waren, einem Europapokalteilnehmer ein Bein stellen zu wollen.
Und womit beweist du damit das diese Mannschaften ohne Europa nicht abgeschmiert wären?
Für jede Mannschaft, die du mir aufzählst der das passiert ist, kann man doch locker zwei aufzählen die ohne Europa in Not rutschen. Wie wir z.B. seiner Zeit selber.
Daher ist das für mich eine haltlose Floskel.

Und wenn man so möchte, dann ist Frankfurt ohne nachhaltigen Aufbau ins Internationale Geschäft gerutscht. Die Nachhaltigkeit kam eher durch Europa.
 
Ich vermute, dass darüber im Grundsatz überwiegend Einigkeit herrscht. Die Differenzen liegen jedoch im Wie. @tzdon hat es sehr gut beschrieben, welche Gefahren ein schneller Europa-Quickie bergen kann, wenn eine Mannschaft in einer Saison zwar gut punktet, aber dieses auf einem fragilen Fundament steht.

Erinnere dich doch einamal an die die Saion 2018/19ff. Werder schrammte nur haarscharf an Europa vorbei, an deren Ende Max Kruse den Club verließ. 19/20 erreichte Werder dank lustloser Kölner und Schützenhilfe von Union mit Ach und Krach die Relegation und schaffte dort ebenfalls mit Ach und Krach den Klassenerhalt, bevor unser SVW in 20/21 dann doch in die 2. Liga taumelte. Oberfläch wurde auch hier im Forum geäußert, dass der Weggang von MK einer der Hauptgründe für diesen Absturt gewesen sei. Aber das war nur ein Teil des Gannzen. Denn das gute Abscheiden in 18/19 verklärte bei vielen grün-weißen Fans, aber ganz besonders bei den Entschiedern am Osterdeich, den Blick dafür, dass die Mannschaft trotz der guten Punktausbeute oft sehr fragil wirkte. Und dieser Mangel an Stabilität sorgte dafür, dass mit dem Weggang von MK das Schiff Werder Bremen nicht nur etwas unruhiger fuhr, sondern meinem Forums-Avatar in jenen Jahren entsprach:
werder_sinking_ship.jpg

Ich weiß, dass du es nicht gerne liest, aber Europa ist kein Sprint, sondern ein Marathon. D.h. eine Mannschaft muss so gefestigt sein, dass sie durch den Weggang von einem Leistungsträger so ins Schlingern kam, wie Werder nach der Saison 18/19.

Die aktuelle Saison ist erst der Beginn des weiß wie vielte Umbruch von Werder seit der Saison 10/11. Um nachhaltig Erfolg zu haben, braucht das nun einmal etwas mehr Zeit als eine Saison. Nach dem Beinahe-Abstieg 1999 rockte Werder die Liga ja auch nicht sofort, sondern erst nach ein paar Jahren. Und in Freiburg (Auftstieg) und Frankfurt (Relegaionsklassenerhalt) kam der Erfolg, sportlich wie finanziell auch nicht gleich mit der Saison 16/17, sondern ebenfalls durch geduldigem Aufbau. Und dadurch sind sie in der Lage, mittel- bis langfristig den Verlust von Leistungsträgern kompensieren, ohne dabei sich gleich wieder im Abstiegskampf wiederzufinden. Mit Schnellschüssen, wie du dir sie vorstellst, wird das nicht funktionieren.
Da muß ich leider entschieden widersprechen. Ich schiebe voraus, das ich nicht glaube das Du hier Politik machen willst, sondern wirklich an einen sukzessiven Aufbau glaubst. Leider ist die Phrase des Erfolgsversprechens in der weiten Zukunft oder irgendeiner Entwicklung historisch und aktuell schon sehr ausgereizt. Praktisch immer, wenn man sich aktuell in der Gegenwart entlasten möchte, werden Erfolgsaussichten in die Ferne Zukunft verschoben. Das ist das kleine 1 mal 1 des Druck rausnehmens. Findet sich in Politik, Sport und sogar Unternehmensplanungen wieder. Kannte mal jemanden der gerne 5 Jahresplanungen vorgestellt hat, weil er genau wußte, dann ist er gar nicht mehr da.

So und da kommen wir nahtlos zum Reality Check. Man kann im Bundesliga Fußball praktisch eine Entwicklung sportlicher Natur kaum planen. Vielleicht ein Outstanding Verein wie Bayern am Ende der Nahrungskette, alle anderen hingegen nicht. Warum? Kann ich sehr sehr genau beantworten, weil diejenigen die zum Zeitpunkt x eine Entwicklung aufzeigen, zum Zeitpunkt y wenn diese Entwicklung da sein soll, schon gar nicht mehr da sind. Keiner bei Werder Bremen, weder Spieler noch Trainer oder Verantwortliche sind lange genug da, um Ihre Versprechen einhalten zu können, allenfalls kurzfristig. Man baut was auf und schon ist der Leistungsträger weg, oder das Spielsystem, weil der Trainer geht oder sogar die Philosophie, weil der Präsi oder ein Aufsichtsrat geht. Deshalb ist Fußball Tagesgeschäft und wird auch so bewertet. Du schreibst es selber, hunderte Umbrüche, was auch eigentlich falsch ist. Diese Umbrüche sind sozusagen Tagesgeschäft. Ich glaube Umbruch von Saison zu Saison ist normal. OW hatte hier schon eine sehr lange konstante Zeit, habe ich immer so geschrieben und die Erfolge dafür eingefordert. Pustekuchen ...

Ein Verein wie Werder hat nur eine Chance, in einer Saison zu schauen ob es mit aller Kraft und Eigenanspannung für Europa reicht, wenn alles paßt. Sozusagen wenn alle Ressourcen dieses kleinen Vereines 120% Performance bringen. Und dann kommt das nächste. Dann muß man cool planen für Europa. Auch da gibt es mehrere Varianten, entweder man beißt sich nach wie vor in der Liga oben fest, trotz Dreifachbelastung, wie Stuttgart oder Frankfurt oder man k.ackt ab wie Mainz, was auch immer was mit schlechter Antizipation zu tun hat.

Was man nicht machen darf in meinen Augen ist Erfolg schlecht zu reden, so nach dem Motto Europa ist was schlechtes. Darum wird schließlich eine Saison lang gespielt. Das wäre ein Zeichen, was nicht sofort, aber nach und nach die Liga abschafft. Jede Wette!
 
Aktuelle mahnende Beispiele Union, Mainz, aber auch Heidenheim. Alle haben international gespielt/spielen international und stehen unten drin. Dann lieber um die goldene Ananas spielen und ein paar sorgenfreie Saisons. Abstiegskampf muss ich vorerst nicht mehr haben.

Edit: Ok, Union hat sich aktuell da unten rausgearbeitet. Stehen nur einen Punkt hinter Werder.
Aber bei allem Respekt: bei Mainz und HDH war es immer klar, dass es wieder runtergeht, Union eigentlich auch. Die sind zu klein, zu unbedeutend und wenn es mal läuft, kommen die großen Fische und fressen den Kader weg. Die nächsten werden Freiburg sein, die passen oben auch nicht rein. Frankfurt hat einfach irre gut und teuer verkauft und ersetzt, das wünschte ich bei uns auch. Und ehrlich: lieber Abstiegskampf als dauerhaft Platz 12. Dasist wenigstens spannend.
 
Zuletzt bearbeitet:
@beckstown: exakt so. Dieses langsame Aufbauen in Richtung Europa klappt heute bei keinem Verein mehr, dazu ist das Geschäft viel zu schnelllebig. Das ging 1999 mit KATS oder später in Freiburg mit Streich, aber im Grunde muss man Europa erreichen und dann zusehen, dass man da dauerhaft bleibt. Werder hätte diese Saison auch genug Alternativen im Kader, um mal mittwochs zu spielen, gegen Lokomotive Glomsk kannst du auch mal mit dem B- Kader ran. Dann kriegen Hein, Stark, Bittencourt, Covic, Boniface, Mbangula auch ihre Dauereinsätze und sind zufrieden.
 
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