Bremen
Moderator
Ich vermute, dass darüber im Grundsatz überwiegend Einigkeit herrscht. Die Differenzen liegen jedoch im Wie. @tzdon hat es sehr gut beschrieben, welche Gefahren ein schneller Europa-Quickie bergen kann, wenn eine Mannschaft in einer Saison zwar gut punktet, aber dieses auf einem fragilen Fundament steht.Ich glaube dem Verein würde so n internationaler Refresh gut tun. Einfach mal wieder was darstellen. Eine Entwicklung sehen, Spieler bekannt machen, den Vereinsnamen international hören und und und ....
Erinnere dich doch einamal an die die Saion 2018/19ff. Werder schrammte nur haarscharf an Europa vorbei, an deren Ende Max Kruse den Club verließ. 19/20 erreichte Werder dank lustloser Kölner und Schützenhilfe von Union mit Ach und Krach die Relegation und schaffte dort ebenfalls mit Ach und Krach den Klassenerhalt, bevor unser SVW in 20/21 dann doch in die 2. Liga taumelte. Oberfläch wurde auch hier im Forum geäußert, dass der Weggang von MK einer der Hauptgründe für diesen Absturt gewesen sei. Aber das war nur ein Teil des Gannzen. Denn das gute Abscheiden in 18/19 verklärte bei vielen grün-weißen Fans, aber ganz besonders bei den Entschiedern am Osterdeich, den Blick dafür, dass die Mannschaft trotz der guten Punktausbeute oft sehr fragil wirkte. Und dieser Mangel an Stabilität sorgte dafür, dass mit dem Weggang von MK das Schiff Werder Bremen nicht nur etwas unruhiger fuhr, sondern meinem Forums-Avatar in jenen Jahren entsprach:
Ich weiß, dass du es nicht gerne liest, aber Europa ist kein Sprint, sondern ein Marathon. D.h. eine Mannschaft muss so gefestigt sein, dass sie durch den Weggang von einem Leistungsträger so ins Schlingern kam, wie Werder nach der Saison 18/19.
Die aktuelle Saison ist erst der Beginn des weiß wie vielte Umbruch von Werder seit der Saison 10/11. Um nachhaltig Erfolg zu haben, braucht das nun einmal etwas mehr Zeit als eine Saison. Nach dem Beinahe-Abstieg 1999 rockte Werder die Liga ja auch nicht sofort, sondern erst nach ein paar Jahren. Und in Freiburg (Auftstieg) und Frankfurt (Relegaionsklassenerhalt) kam der Erfolg, sportlich wie finanziell auch nicht gleich mit der Saison 16/17, sondern ebenfalls durch geduldigem Aufbau. Und dadurch sind sie in der Lage, mittel- bis langfristig den Verlust von Leistungsträgern kompensieren, ohne dabei sich gleich wieder im Abstiegskampf wiederzufinden. Mit Schnellschüssen, wie du dir sie vorstellst, wird das nicht funktionieren.