Wenn ich die Logik vieler hier richtig verstehe, sollte Werder am liebsten immer 8. oder 9. werden, weil die Gefahr von Misserfolg im darauffolgenden Jahr zu groß wäre, sollte man im aktuellen Jahr zu erfolgreich sein und sich für den Europapokal qualifizieren.
Das ist ja ein wirkliches Dilemma. Ich übertrage das mal auf den Pokal. Sollte Werder dann lieber aus zu großer Angst vor den Konsequenzen im folgenden Jahr ein Pokalfinale verlieren? Oder ist es dann nicht sogar schlau regelmäßig in der 1. Runde auszuscheiden?
Ich habe es vor der Saison schon mal geschrieben, mMn spielen wir nach den Top-4 Teams Bayern, Leipzig, Dortmund und Leverkusen mit dem Rest der Liga um Platz 5 bis 18. ich sehe auch nicht ein, warum z.B. Wolfsburg oder Hoffenheim automatisch über uns anzusiedeln sind, nur weil Investoren dahinter stecken. Beides sind typische Mittelfeld Clubs, die selten was reißen.
aber sei‘s drum, wer auf Augenhöhe mit uns ist und wer nicht. Sport ist immer noch keine Mathematik und mit harter Arbeit und guten Entscheidungen kann man immer auch Teams hinter sich lassen, die auf dem Papier einen höheren Marktwert haben.
alleine, dass man nach 22. Spieltagen vorsichtig nach oben schielen kann, ist ja schon ein Erfolg. Allerdings ist im Fussball alles nur eine Momentaufnahme und nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Moin,
ich möchte mich kurz zu deinem ersten Abschnitt äußern.
"Wenn ich die Logik vieler hier richtig verstehe, sollte Werder am liebsten immer 8. oder 9. werden, weil die Gefahr von Misserfolg im darauffolgenden Jahr zu groß wäre, sollte man im aktuellen Jahr zu erfolgreich sein und sich für den Europapokal qualifizieren."
Ich vermute, das wurde hier zum Teil missverstanden, genau wie vor kurzem, dass das Ziel jedes Jahr der Klassenerhalt sein soll.
Nur um das nochmal zu erläutern, die Grundvoraussetzungen für frühzeitige Planungssicherheit ist zunächst mal ein "frühzeitiger" Klassenerhalt.
Die Kaderplanungen sollten dafür frühzeitig im Sommer, spätestens aber bei Fehlplanungen im Sommer nochmal in der Wintertransferphase gezielt abgestimmt sein.
Zusätzlich ermöglicht ein frühzeitiger Klassenerhalt nicht nur Planungssicherheit und frühzeitige Vertragsgespräche, sondern auch die Möglichkeit ein weiteres Ziel die oberen Plätze und Geldtöpfe anzugreifen, mit befreiter Brust der Spieler.
Sollte wir dieses weitere Ziel dann erreichen, bietet es uns viele Möglichkeiten und neue Chancen.
Aus der Erfahrung, sollte man aber nie die Bundesliga als zweitrangig aus den Augen verlieren, wenn man es geschafft hat und plötzlich auf drei Hochzeiten tanzt.
Die Bundesliga ist dann immer die Voraussetzung die Fernsehgelder und europäische Teilnahme im folgenden Jahr wieder zu sichern, um eben nicht plötzlich nach 1-2 Jahren mit gesteigerten Gehaltskosten in der Bundesliga plötzlich nicht mehr oben mitzuspielen, diese Geldtöpfe nicht mehr nutzen zu können und dann geht es wieder knallhart schneller bergab, als einem lieb ist.
Auch der Jugendbereich ist ein wichtiger sportlicher Baustein, der diese Breite, die du Kadermässig ja immer stabil aufrecht erhalten musst, zu untermauern, für diesen Fall der deutlichen Mehrbelastung der Spieler und Spielerwechsel durch Interesse anderer Clubs an den aufstrebenden Spielern.
Dieser Jugendbereich ist bei uns leider aktuell noch nicht dieses Fundament, um das zusätzlich zu liefern.
Wie geschrieben, die Kunst wird nicht sein durch aktuell gute Arbeit aller Beteiligten dieses Ziel vielleicht schon diese Saison am Ende zu erreichen, was ein ganz toller Erfolg wäre, sondern die Kunst wird es dann sein diese Entwicklung stabil und stetig zu festigen, zu untermauern und ganz gezielt auch mit allen Planungen von Jahr zu Jahr wieder zu erarbeiten und zu erreichen durch eine stabile Platzierung in der Bundesliga und weise sportliche und wirtschaftliche Entscheidungen.
Das ist ein wichtiger Punkt, den hier viele versuchen frühzeitig im Auge zu behalten, damit dieser Weg sich dann auch endlich wieder dauerhaft in Bremen durchsetzt und gefestigt vollzogen werden kann für eine dauerhafte glorreiche sportliche und wirtschaftliche grün-weiße Zukunft.
Wir sind da aktuell auf einem sehr guten Weg, gehen wir ihn also ganz bodenständig weiter von Spiel zu Spiel und dann werden wir sehen, was wir am Ende dieser Saison vielleicht schon als ersten Schritt sportlich erreicht haben und welche weiteren Schritte uns das dann ermöglicht.
Es bleibt eben spannend an der Weser.
