Gesamtsituation der Mannschaft

Weder Nijnmah noch Woltemade werden sich als back up auf die Bank setzen wollen; sollten Lücke&Ducksch bleiben, werden die sich lieber verleihen lassen, glaube ich.
 
Weder Nijnmah noch Woltemade werden sich als back up auf die Bank setzen wollen; sollten Lücke&Ducksch bleiben, werden die sich lieber verleihen lassen, glaube ich.
Keiner sollte einen Stammplatz für eine Saison haben, es muss nicht DEN Stammspieler geben, es sei denn, er leistet permanent überdurchschnittliche Leistungen. Was spräche dagegen, z.B. Ducksch oder Füllkrug auszuwechseln, weil sie vom Gegner einfach aus dem Spiel genommen werden?
 
Keiner sollte einen Stammplatz für eine Saison haben, es muss nicht DEN Stammspieler geben, es sei denn, er leistet permanent überdurchschnittliche Leistungen. Was spräche dagegen, z.B. Ducksch oder Füllkrug auszuwechseln, weil sie vom Gegner einfach aus dem Spiel genommen werden?
Von 'Stammplatz-Garantie' habe ich doch gar nichts getippt?
Ich habe mir bloß erlaubt, über die Ambitionen zweier (ziemlich erfolgreicher) möglicher Rückkehrer zu spekulieren...
 
Von 'Stammplatz-Garantie' habe ich doch gar nichts getippt?
Ich habe mir bloß erlaubt, über die Ambitionen zweier (ziemlich erfolgreicher) möglicher Rückkehrer zu spekulieren...

Ist man tatsächlich als Drittligaspieler mit 10 Toren als erfolgreich zu bezeichnen, wenn es um die Zusammenstellung einer Manschaft geht, die gegen Leipzig, Bayern und Co. gewinnen soll? Mir fehlt da irgendwie so recht der Glaube.
 
Wir können ja mal schauen. Rückrunde beginnt mit Siegen gegen Wolfsburg und Stuttgart. Dann kommen die Dortmunder, die wir zwar einigermaßen in Schach halten konnten, aber eben auch nur einigermaßen. Geschichte wiederholt sich nicht und Dortmund war und ist einfach besser. Dann die Niederlage gegen Frankfurt. Per Eigentor selber eingeleitet, danach kontrolliert der Gegner das Spiel. Wichtig zu erwähnen, dass hier Weiser erstmals fehlt und Schmid ihn als RV ersetzen muss. Das allein sagt schon etwas über die Bank. Dann ein souveräner Sieg gegen Bochum.etc...

Fasst es mMn. sehr gut zusammen und sehe ich auch so.3er Kette mit Milos statt Stark im Zentrum fällt mir zusätzlich ein als Grund für Niederlagen.. Und wenn du dann mehrerer solcher knappen DInger verlierst, fängt zusätzlich im Kopf noch das Denken daran an, was die Situation verschärft. Ist dann teilweise auch ein Automatismus auf dem Platz, wo du während des SPiels als Trainer nur bedingt was ändern kannst.. Das Schalke Spiel ist da exemplarisch..In HZ 2 ging nicht mehr viel..dann musste Stark auch runter genommen werden, Pieper ging auf rechts und Milos ins Zentrum...
 
Weder Nijnmah noch Woltemade werden sich als back up auf die Bank setzen wollen; sollten Lücke&Ducksch bleiben, werden die sich lieber verleihen lassen, glaube ich.
... die sich lieber verleihen lassen würden, anstatt sich hinter Ducksch und Füllkrug auf die Bank zu setzen. Es kristallisieren sich immer Spieler heraus, welche gesetzt sind, der Rest muss kämpfen, das ist der Sinn einer guten Bank.
 
Wir können ja mal schauen. Rückrunde beginnt mit Siegen gegen Wolfsburg und Stuttgart. Dann kommen die Dortmunder, die wir zwar einigermaßen in Schach halten konnten, aber eben auch nur einigermaßen. Geschichte wiederholt sich nicht und Dortmund war und ist einfach besser. Dann die Niederlage gegen Frankfurt. Per Eigentor selber eingeleitet, danach kontrolliert der Gegner das Spiel. Wichtig zu erwähnen, dass hier Weiser erstmals fehlt und Schmid ihn als RV ersetzen muss. Das allein sagt schon etwas über die Bank. Dann ein souveräner Sieg gegen Bochum.

Bis hierhin steht Werder einen Punkt besser da als in der Hinrunde. Und jetzt beginnt das eigentliche "Drama" im letzten Saisondrittel ab Spieltag 23:

Mit dem Spiel gegen Augsburg kann man den Klassenerhalt im Grunde schon perfekt machen. Aber eben nur im Grunde...zum Augsburger Spiel muss man wohl nicht mehr besonders viel sagen, aber hier ist unsere Defensive schon dezimiert, Groß muss IV spielen, Bittencourt RV, nur noch Friedl und Milos sind übrig. Es wird personell besser und wir spielen gegen Leverkusener im Höhenflug unter Alonso, und doch müssen wir unglücklich und unverdient die Punkte nach Leverkusen schicken. Wir punkten dann mal wieder, diesmal gegen Gladbach, aber unser Kader ist weiter ausgedünnt, einige Spieler sind krank und fehlen kurzfristig. Die nächsten Big Points vergeben wir gegen Hoffenheim. Erneut ein Spiel zum irre werden weil wir es in wenigen Minuten selbst herschenken. Chancen über Chancen werden vergeben und am Ende fährt Hoffenheim glücklich aber nicht ganz unverdient (nutzen halt die beiden Fehler) die Punkte ein. Eine Woche später punktet dann Werder verdient aber glücklich gegen Mainz. Es folgt Freiburg, ein Spiel in dem sich beide Seiten neutralisieren und dann Werder in Führung geht...wir wissen was dann passiert: Zwei komplett identische Gegentore weil am 5er niemand zuständig ist. Eines dieser Spiele, wo Stark auf dem Platz aber nicht zentral spielen darf. 29. Spieltag, souveräner Sieg gegen Hertha. Dann Schalke...was ein Spiel. Werder muss den Sack in der ersten Halbzeit zu machen, verhält sich dann zu passiv, verpasst dann den Sieg in der Nachspielzeit um selber noch den Knockout zu kassieren. Die Passivität der 2. Halbzeit war das erste richtig ärgerliche Spiel seit Augsburg. Was folgt ist eine unglückliche Niederlage gegen Bayern, eine unglückliche Niederlage gegen Leipzig, ein etwas glücklicher aber nicht unverdienter Punkt gegen Köln und eine etwas unglückliche aber nicht unverdiente Niederlage gegen Union.

Unterm Strich hat Werder in fast allen diesen Spielen mehr als ordentlich mitgehalten und hier und da auch wirklich wenig Spielglück gehabt, hier und da im Kopf vielleicht nicht gierig genug (Schalke und Hoffenheim seien hier explizit erwähnt). Überdeutlich gezeigt hat sich, dass wir Ausfälle nicht kompensieren können und insgesamt gab es zum Glück auch nur eine Phase in der wir ein paar Spiele wirklich umbauen mussten. Was man dann natürlich auch direkt gemerkt hat. Die Gründe dafür sind mMn. so schwierig nicht zu finden. Einen Teil trägt natürlich der Trainer im ein oder anderen Spiel bei. Ein Teil liegt im Kader begründet bzw. in dessen Breite. Ein Teil ist schlicht die Qualität der Spieler. Der Trainer hat hoffentlich aus diesen Dingen gelernt und der Kader wird hoffentlich entsprechend verstärkt. Aber insgesamt ist das eine stabile Truppe, wie man insbesondere nach der Klatsche gegen Köln gesehen hat, der zwar eine weitere Niederlage folgte, aber wieder mal eine couragierte Leistung (und das obligatorische Gegentor auf dem Serviertablett, hier durch Pieper).

tl;dr: Trotz der schlechten Ergebnisse im letzten Drittel der Saison (1-3-8) lässt sich auf diese Saison gut aufbauen, es wurde stellenweise guter Fußball gespielt, kein Antifußball, es gab eine klare Handschrift, klare Hierarchien. Was fehlt(e) ist eine gewisse Dynamik auf Spielstände zu reagieren und auch ein klein wenig Mut auf der Trainerbank. Aber das ist hoffentlich eben auch ein Lernprozess.
Danke für die ausführliche, sachliche Antwort.
 
Was ist nur aus meinem SV Werder geworden?
Ich wurde Werder-Anhänger, da holte Werder mehrmals die Deutsche Meisterschaft, wurde Vize und bestand zu etlichen Teilen aus deutschen Spielern aus der weiteren Umgebung, Werder II (Amateure) wurde Deutscher Meister und Vize, die A-Jugend wurde Deutscher Meister und war begehrt in ganz Deutschland: noch vor ca. 5 Jahren stand die B-Jungend im Finale um die Deutsche Meisterschaft W.erder II ist zunächst aus der 3. Liga abgestiegen, nunmehr sogar aus der Regionalliga, Werder III, die Vor einiger Zeit noch Bremen-Meister waren, sind nunmehr ebenfalls abgestiegen.
Derzeit erkenne ich nur Rumpel-Fußball und Abschenken von Spielen nach Erreichung von Zielen. Werder ist immer hart an der Grenze zur 2. Liga. Und aus dem Nachwuchs-Bereich kommt wohl gar nichts mehr.
Und finanzielle Probleme hatte Werder schon fast immer.
Ich bin frustriert und muss mich immer wieder hart neu motivieren, Werder-Anhänger zu bleiben.
Ein wenig Freude bereiten die Frauen, die nur leider viel zu wenig gewürdigt werden. Und leider ist nicht zu erkennen, dass sie sich zur neuen Saison wesentlich verstärken.
 
Weder Nijnmah noch Woltemade werden sich als back up auf die Bank setzen wollen; sollten Lücke&Ducksch bleiben, werden die sich lieber verleihen lassen, glaube ich.
Es gibt noch etwas zwischen "keine Hoffnung auf Einsätze" und "unumstrittener Stammspieler". Ich finde die beiden sehr spannend, aber als ob die aus der dritten Liga hochkommen und sich nicht mehr auf die Bank setzen würden.
 
Gesamtsituation des Vereins......mittelmässig ...gute Hinrunde....schlechte RR (Platz 17) ...gesamt wie vorher angeführt......es werden ja gern negativbsp... angeführt, wenn man Kritik äussert....schaut auf hertha stuttgart etc....nur werden die positivbsp. freiburg union, selbst frankfurt Pokal , Euroliga (wenn man sieht wo die herkommen ..und auch tabellenplatz.) OW muss lernen defnitiv..zu verzeihen jung, unerfahren in der BL ..irgendwie kann der schon passen..."problem" ist baumann ..entweder err zeigt was er intellektuell frauf hat oder man muss konstantieren..zu Mittelmaß reicht es halt nur bedingt...ganz zu schweigen das Euphorie aufkommt. Duksch und NF sind auf dem Höhepunkt angelangt...mehr wird es finanztechnisch nicht möglisch sein mit einem verkauf..wobei NF kann man behalten, ausser jemand winkt mit 15 Mio plus.....rest ist baumannns aufgabe..ersatz zu finden ...das sind die beiden die wirklich erlöse erzielen mit einem verkauf mMn ....Also Frankie komm in die Puschen, um aus dem unteren Mittelmass herauszukommen
 
Ich setze an, dass z.B Füllkrug & Klaassen für zusammen 20 Mio € geholt wurden, und wir haben 2019/20 trotzdem bis zum 34. Spieltag um den Abstieg gekämpft. Absteigen könnten wir im Zweifel auch mit Kownacki & Co.

Du sprachst von Kosten/Nutzen und da fehlt mir der Quotient der mir sagt, das lohnt sich oder eben nicht.

Naja, seit wann kommt der Chef zum Angestellten, um ihn eine Gehaltserhöhung zu geben? Alles muss erkämpft werden. Ansonsten gebe es auch keine Gewerkschaften, wenn die Konzerne alles freiwillig servieren.

Der Chef kam doch zu Füllkrug und "bat" ihn um Gehaltsverzicht, warum nicht einen wertvollen MA dann auch belohnen. Es sprach doch für NF, diesem Wunsch entsprochen zu haben, als die Situation dies verlangte. Einen Spieler wie ihn ziehen lassen zu wollen ist äußerst dümmlich.

Du misst mit zweierlei Maß. Wenn wir mit Füllkrug & Ducksch konkurrenzfähige Spieler haben, dann kriegen wir sie mit laufenden Vertrag auch gut verkauft, bzw. sie verkaufen sich von alleine.
Wenn sie nicht konkurrenzfähig sind, dann ist auch keine Erhöhung der Bezüge nötig.

Ein Verein, der sich öffentlich so positioniert, auf Transfererlöse angewiesen zu sein impliziert, er würde gerne verkaufen und sei nicht an einer kontinuierlichen Arbeit interessiert. Werder hat die Saison vor allem deshalb überlebt, weil die Truppe zusammen blieb und zumindest teilweise (Stark, Pieper) verstärken konnte. Will man in der nächsten Saison dies mit Zugängen aus der 2.Liga versuchen (bei gleichzeitigem Abgang von NF und/oder MD), wird dies vermutlich scheitern - zumindest sähe ich dann keine mögliche Verbesserung.
 
Du sprachst von Kosten/Nutzen und da fehlt mir der Quotient der mir sagt, das lohnt sich oder eben nicht.
Dafür gibt es eine Bilanz, wo u.a. der Personalaufwand, die Transfer-Ausgaben/Einnahmen und die TV-Gelder gelistet sind.
Am Ende sind es für mich meist unbegründete Ängste auf sportlichen Abstieg. Für mich ist eher das Gegenteil der Fall.
Damals hieß es auch, dass wir ohne Pizarro absteigen. Dann klappte es doch mit di Santo, dann Ujah...mit dem Klassenerhalt.
Wir hätten vielleicht auch zwischen 2010 bis 2020 mit Pizarro, Hunt, Naldo, Mertesacker durchspielen können. Dann hätten wir auch keine Transfereinnahmen von di Santo, Ujah, Vestergaard.
MMn wären wir so aber noch früher abgestiegen.
 
Dafür gibt es eine Bilanz, wo u.a. der Personalaufwand, die Transfer-Ausgaben/Einnahmen und die TV-Gelder gelistet sind.
Am Ende sind es für mich meist unbegründete Ängste auf sportlichen Abstieg. Für mich ist eher das Gegenteil der Fall.
Damals hieß es auch, dass wir ohne Pizarro absteigen. Dann klappte es doch mit di Santo, dann Ujah...mit dem Klassenerhalt.
Wir hätten vielleicht auch zwischen 2010 bis 2020 mit Pizarro, Hunt, Naldo, Mertesacker durchspielen können. Dann hätten wir auch keine Transfereinnahmen von di Santo, Ujah, Vestergaard.
MMn wären wir so aber noch früher abgestiegen.

Heruntergebrochen auf einen Spieler sehe ich keine Möglichkeit, Kosten und Nutzen gegenüberstellen zu können. Egal, lassen wir das Thema.

Den Klassenerhalt mag man auch mit den Abgängen NF/MD erreichen können, aber was soll diese minimalistische Zielrichtung denn bringen. Ein Profiverein sollte den Blick nach oben gerichtet haben, oder wie wollte man dauerhaft seine Fans binden wollen, als schwächste Heimmannschaft der Bundesliga. Ich möchte Erfolge sehen, zumindest eine sichtbare Verbesserung, den Abstiegskampf kennt man seit einer Dekade und dabei durften sich genügend Stümper bei Werder dafür auszeichnen, wie es nicht laufen sollte. Werder wird, wie der ganze Fußballzirkus, in äußerste Turbulenzen geraten und da wird nur Erfolg helfen, der Abwärtsspirale zu entkommen.

Der richtige Weg kann nur lauten, die besseren Spieler zu halten und möglichst gute Ergänzungsspieler zu bekommen. Alles andere wird in den Abgrund führen.
 
@FatTony

Auch wenn du in einigen Punkten durchaus Recht hast, so müssen jedoch erst einige Defizite deutlich verringert werden, um davon sprechen zu können, dass sich auf dieser Saison aufbauen ließe.

Denn um etwas aufzubauen, bedarf es einem soliden Fundament. Wirtschaftlich wie sportlich. Finanziell lässt sich die Lage mit "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" wohl am besten umschreiben. Daher ist es um so wichtiger, über einen soliden Unterbau mit einer guten Talentförderung zu vierfügen. Doch Werders U23 ist nach dem Abstieg aus der 3. Liga in 17/18 dieser Saison in die fünftklassige Bremen-Liga abgestiegen, womit es noch schwieriger wird, Talente an den Profibereich heranzuführen...

Zum sportlichen Fundament einer Fußballmannschaft gehört v.a. eine gute defensive Grundordnung. Bei 64 Gegentoren - nur Bochum und die Absteiger Schalke und Hertha haben in 22/23 mehr Buden kassiert - lässt sich jedoch nicht von einer soliden defensiven Grundordnung bei uns sprechen. Und diese 64 Gegentore liegen sogar relativ deutlich über Werders mageren Jahre 2010/11 bis zum Abstieg 2020/21, dort liegt der Schnitt bei "nur" 60 Gegentore je Saison. Und bekanntermaßen war Werder in den 2010er Jahren die Schießbude der 5 europäischen Top-Ligen.

Zu den Ursachen für diese Gegentorflut zählen sicherlaich auch die von dir genannten Punkte Fehlentscheidungen des Trainers, nicht ausreichender Mut sowie die Kaderqualität. Wobei Letzteres größtenteils hausgemacht ist, denn z.B. ist die Besetzung der 6er Position seit Jahren eine Dauerbaustelle - über die entsprechend hier im Forum auch in dieser Saison diskutiert wurde. Oder dass es dem der Stammspielerkader an Schnelligkeit mangelt - auch wahrlich keine neue Erkenntnis aus dieser Spielzeit...

Jedoch spielen hier auch andere Faktoren eine elementare Rolle, wie (was Lücke bei seiner "Wutrede" nach der Niederlage in Frankfurt ansprach) die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen oder sich als Anspielstation anzubieten. Und vor allem mit hoher Konzentration zu agieren - was besonders bei geringerer Kaderqualität umso wichtiger ist. Denn Ballverluste, zu langesame / falsche Antizipationen, Fehler im Stellungsspiel, mangelnde Konsequenz im Zweikampfverhalten etc. sind nicht nur die Frage der Höhe von vorhandenen Qualitäten, sondern ist zu großen Teilen u.a. auch eine Frage der Aufmerksamkeit in den jeweiligen Situationen; sowohl individuell, als auch gesamtmannschaftlich.

Und last but noch least: der Verbleib von Füllkrug und Ducksch ist noch völlig ungeklärt. Sollte eine oder gar diese beiden Säulen unserer Offensive Werder verlassen, könnte dies wohlmöglich einen Rückschritt bedeuten - und somit dürfte es noch schwieriger werden, auf dieser Saison etwas aufzubauen.
 
Wir können ja mal schauen. Rückrunde beginnt mit Siegen gegen Wolfsburg und Stuttgart. Dann kommen die Dortmunder, die wir zwar einigermaßen in Schach halten konnten, aber eben auch nur einigermaßen. Geschichte wiederholt sich nicht und Dortmund war und ist einfach besser. Dann die Niederlage gegen Frankfurt. Per Eigentor selber eingeleitet, danach kontrolliert der Gegner das Spiel. Wichtig zu erwähnen, dass hier Weiser erstmals fehlt und Schmid ihn als RV ersetzen muss. Das allein sagt schon etwas über die Bank. Dann ein souveräner Sieg gegen Bochum.

Bis hierhin steht Werder einen Punkt besser da als in der Hinrunde. Und jetzt beginnt das eigentliche "Drama" im letzten Saisondrittel ab Spieltag 23:

Mit dem Spiel gegen Augsburg kann man den Klassenerhalt im Grunde schon perfekt machen. Aber eben nur im Grunde...zum Augsburger Spiel muss man wohl nicht mehr besonders viel sagen, aber hier ist unsere Defensive schon dezimiert, Groß muss IV spielen, Bittencourt RV, nur noch Friedl und Milos sind übrig. Es wird personell besser und wir spielen gegen Leverkusener im Höhenflug unter Alonso, und doch müssen wir unglücklich und unverdient die Punkte nach Leverkusen schicken. Wir punkten dann mal wieder, diesmal gegen Gladbach, aber unser Kader ist weiter ausgedünnt, einige Spieler sind krank und fehlen kurzfristig. Die nächsten Big Points vergeben wir gegen Hoffenheim. Erneut ein Spiel zum irre werden weil wir es in wenigen Minuten selbst herschenken. Chancen über Chancen werden vergeben und am Ende fährt Hoffenheim glücklich aber nicht ganz unverdient (nutzen halt die beiden Fehler) die Punkte ein. Eine Woche später punktet dann Werder verdient aber glücklich gegen Mainz. Es folgt Freiburg, ein Spiel in dem sich beide Seiten neutralisieren und dann Werder in Führung geht...wir wissen was dann passiert: Zwei komplett identische Gegentore weil am 5er niemand zuständig ist. Eines dieser Spiele, wo Stark auf dem Platz aber nicht zentral spielen darf. 29. Spieltag, souveräner Sieg gegen Hertha. Dann Schalke...was ein Spiel. Werder muss den Sack in der ersten Halbzeit zu machen, verhält sich dann zu passiv, verpasst dann den Sieg in der Nachspielzeit um selber noch den Knockout zu kassieren. Die Passivität der 2. Halbzeit war das erste richtig ärgerliche Spiel seit Augsburg. Was folgt ist eine unglückliche Niederlage gegen Bayern, eine unglückliche Niederlage gegen Leipzig, ein etwas glücklicher aber nicht unverdienter Punkt gegen Köln und eine etwas unglückliche aber nicht unverdiente Niederlage gegen Union.

Unterm Strich hat Werder in fast allen diesen Spielen mehr als ordentlich mitgehalten und hier und da auch wirklich wenig Spielglück gehabt, hier und da im Kopf vielleicht nicht gierig genug (Schalke und Hoffenheim seien hier explizit erwähnt). Überdeutlich gezeigt hat sich, dass wir Ausfälle nicht kompensieren können und insgesamt gab es zum Glück auch nur eine Phase in der wir ein paar Spiele wirklich umbauen mussten. Was man dann natürlich auch direkt gemerkt hat. Die Gründe dafür sind mMn. so schwierig nicht zu finden. Einen Teil trägt natürlich der Trainer im ein oder anderen Spiel bei. Ein Teil liegt im Kader begründet bzw. in dessen Breite. Ein Teil ist schlicht die Qualität der Spieler. Der Trainer hat hoffentlich aus diesen Dingen gelernt und der Kader wird hoffentlich entsprechend verstärkt. Aber insgesamt ist das eine stabile Truppe, wie man insbesondere nach der Klatsche gegen Köln gesehen hat, der zwar eine weitere Niederlage folgte, aber wieder mal eine couragierte Leistung (und das obligatorische Gegentor auf dem Serviertablett, hier durch Pieper).

tl;dr: Trotz der schlechten Ergebnisse im letzten Drittel der Saison (1-3-8) lässt sich auf diese Saison gut aufbauen, es wurde stellenweise guter Fußball gespielt, kein Antifußball, es gab eine klare Handschrift, klare Hierarchien. Was fehlt(e) ist eine gewisse Dynamik auf Spielstände zu reagieren und auch ein klein wenig Mut auf der Trainerbank. Aber das ist hoffentlich eben auch ein Lernprozess.

Sehr guter Beitrag.
 
... pack´s mal bewußt hier rein:


https://www.weser-kurier.de/werder/...-nach-abstieg-der-u23-doc7qfj4om2pyx139lo88fo

"Natürlich ist der Abstieg ein großer Imageschaden für Werder Bremen."
Björn Schierenbeck



"Wie Werder Bremen in Zukunft mit seinen Talenten umgeht
Dabei sind mehrere Wege angedacht. Spieler wie der bereits verpflichtete Ethan Kohler aus den USA sollen zum Beispiel in der U19 beheimatet werden und/oder schon früher bei den Profis mittrainieren."
 
... pack´s mal bewußt hier rein:


https://www.weser-kurier.de/werder/...-nach-abstieg-der-u23-doc7qfj4om2pyx139lo88fo

"Natürlich ist der Abstieg ein großer Imageschaden für Werder Bremen."
Björn Schierenbeck



"Wie Werder Bremen in Zukunft mit seinen Talenten umgeht
Dabei sind mehrere Wege angedacht. Spieler wie der bereits verpflichtete Ethan Kohler aus den USA sollen zum Beispiel in der U19 beheimatet werden und/oder schon früher bei den Profis mittrainieren."

ich muss gestehen, dass ich unsere U23 nicht verfolge und mich immer nur wundere, dass wir junge Talente holen und diese gleich weiterverleihen, oder verkaufen. Beste, Goller und Njinmah zum Beispiel wurden ja gut und früh gescoutet, aber haben bei Werder nie eine Rolle gespielt. Schmidt wurde hier nur zum Bundesligaspieler, weil kein anderer ihn haben wollte. Chiarodia füllt 33 Spieltage den Kader auf und trainiert immerhin bei den Profis, aber hat jetzt 1 Jahr keine Spielpraxis.

das wirft für mich die Frage nach dem Konzept unserer 2. Mannschaft und dem Umgang mit unseren Talenten auf. Da gibt es in Zukunft sicherlich Steigerungspotential. Das Scouting machen wir offensichtlich ganz gut, aber am Rest muss noch gefeilt werden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
ich muss gestehen, dass ich unsere U23 nicht verfolge und mich immer nur wundere, dass wir junge Talente holen und diese gleich weiterverleihen, oder verkaufen. Beste, Goller und Njinmah zum Beispiel wurden ja gut und früh gescoutet, aber haben bei Werder nie eine Rolle gespielt. Schmidt wurde hier nur zum Bundesligaspieler, weil kein anderer ihn haben wollte.

das wirft für mich die Frage nach dem Konzept unserer 2. Mannschaft auf.

Richtig. Genau hier liegt das Problem.

Beste hat sich erst anderweitig sehr positiv entwickelt, Njinmah kommt vor ähnlichem Hintergrund jetzt zurück. Beide haben über Spielpraxis eine deutliche Leistungssteigerung hingelegt; wie analog zuletzt Woltemade.

Das "Parken" in der U23 kann ja keine Lösung sein, denn nur in der 1. Mannschaft oder über Leihen in starke Ligen und reichlich Spielpraxis ist - soweit ich das überblicke - eine Weiterentwicklung bisher möglich gewesen, die auch zur potentiellen Bundesligareife führt.

Das Konzept wird jetzt scheinbar - notwendigerweise - hinterfragt und optimalerweise neu aufgesetzt. :trommel:
 
ich muss gestehen, dass ich unsere U23 nicht verfolge und mich immer nur wundere, dass wir junge Talente holen und diese gleich weiterverleihen, oder verkaufen. Beste, Goller und Njinmah zum Beispiel wurden ja gut und früh gescoutet, aber haben bei Werder nie eine Rolle gespielt. Schmidt wurde hier nur zum Bundesligaspieler, weil kein anderer ihn haben wollte. Chiarodia füllt 33 Spieltage den Kader auf und trainiert immerhin bei den Profis, aber hat jetzt 1 Jahr keine Spielpraxis.

das wirft für mich die Frage nach dem Konzept unserer 2. Mannschaft und dem Umgang mit unseren Talenten auf. Da gibt es in Zukunft sicherlich Steigerungspotential. Das Scouting machen wir offensichtlich ganz gut, aber am Rest muss noch gefeilt werden.
genau und das beanstande ich schon lange - dieser umgang mit talenten fand schon vor und nach rehagel statt - otto hat als einziger talente eingesetzt ohne rücksicht auf etablierte, weil er aber auch wohl als einziger dafür die nase und den blick hatte - wenn ich bedenke, daß ein herr fünfstück hier jahrelang völlig unbehelligt trainer spielen durfte, die ihm anvertrauten mannschaften offenbar schlechter machte, sagt das im prinzip alles über werder's nachwuchsarbeit aus - viele gute bis sehr gute jugend- und juniorenspieler, nur macht der verein bzw die verantwortlichen leute nichts daraus - auch ein grund, warum werder so sehr auf finanzkraft angewiesen ist - immerhin kann man hoffen, daß mit heidenheim, darmstadt und wohl auch bochum schon die vorprogrammierten abstiegskandidaten bereit stehen!
 
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