Gesamtsituation der Mannschaft

Die Offensive von Werder ist brauchbar (bis auf Osako, der viel zu wenig Zielstrebigkeit aufweist und bei verlorenen Zweikämpfen grundsätzlich stehen bleibt), der Torwart sehr gut. Aber die Defensive: eine glatte Katastrophe - vorsichtig formuliert; hier müssen 4 Stammspieler durch Neuzugänge ersetzt werden, von denen 3 echte Kanten sein müssten, um auch mal Eckbälle wegzuköpfen und Gegner in Schach zu halten.
Hier muss Werder mal über seinen Schatten springen. Liebe zu Kohfeldt, den ich eigentlich sehr geschätzt habe, bringt es nicht mehr. Hier geht es um den Verein, die Stadt Bremen (die doch außer Werder wenig zu bieten hat) und Arbeitsplätze u. u. u.
 
Aus einem aktuellen Artikel des Weserkurier...
--Was heißt das nun für uns? Auch wenn einige Superschlaue im Internet die Herren Baumann und Kohfeldt für überfordert halten---:schock:
https://www.weser-kurier.de/werder/werder-bundesliga_artikel,-die-stimmung-kippt-_arid,1883473.html

1987 sprach Werders Vereinsführung ein Hausverbot gegen Jörg Wontorra (damals noch Sportchef bei Radio Bremen und Trainer bei den Werder-Handball-Damen) aus, weil er es wagte, eine 0:1-Heimniederlage gegen den norwegischen Club Mjöndalen IF als Arbeitsverweigerung zu bewerten. Statt sachlicher Auseinandersetzung mit Kritik ein Beißrelex, wie ihn jetzt 32 Jahre später Stadionsprecher Christian Stoll mit seinem Kommentar "einige Superschlaue im Internet" im Prinzip wiederholte.

Um es mit Trappatoni auszudrücken: "Was erlauben Stoll?" Dürfen seiner Vorstellung nach im Internet nur Beiträge gepostet werden, die einer Hofberichterstattung von Werder entsprechen? Oder um den Faden weiterzuspinnen: sollen unliebsame Beiträge etwa künftig zensiert werden wie es 2011 beim HSV der Fall war:
Unser neues Aufsichtsratsmitglied Jürgen Hunke fühlte sich durch einige Beiträge des Forums persönlich angegriffen und beleidigt, weswegen sich der HSV (auf Druck von Hunke) dazu entschloss, wiederum Druck auf die User auszuüben. Zunächst wurden kritische Postings über Hunke gelöscht, dann wurde mit rechtlichen Schritten bei kritischen, angeblich beleidigenden Kommentaren gedroht und schließlich wurde der gesamte Thread über Hunke komplett gelöscht und der Name "Hunke" kam auf den neu geschaffenen Index des Forums. Das bedeutet, dass kein Posting mehr erlaubt ist, das das Wort "Hunke" beinhaltet. Dass das bisherige Forum eigentlich ein sehr gut moderiertes Forum war, in dem Beleidigungen nicht akzeptiert und direkt geahndet und gelöscht wurden, interessierte die Vereinsführung nicht.

Mit der Einführung der "Klarnamenpflicht" bei der Anmeldung soll gewährleistet werden, dass man "Übeltäter", die Herrn Hunke angeblich verunglimpfen, problemlos über dessen Rechtsanwälte verklagen kann.
http://www.fanlager.de/hamburger-sv-forum/neues-unabhaengiges-fan-forum-des-hsv-42663.html

Vielleicht sollte Stoll künftig Sprechertätigkeiten zB in Ungarn, der Türkei, Russland, der VR China oder Nordkorea ausüben, dort wird auch keine Kritik geduldet.
:ugly:



(Achtung, dieser Beitrag kann Spuren von Satire enthalten)
 
Ne ne, der Stoll ist hier schon richtig hier. Die Länder Ungarn, Türkei, Russland, die VR China oder Nordkorea können von uns noch viel lernen.
Lieber Gruß
 
So dramatisch sehe ich es nicht. Herr Stoll hat seine Meinung geäußert, das darf er. Meinetwegen bin ich dann für ihn "ein Superschlauer im Internet". Kann ich mit leben. Dann muss der SV Werder Bremen aber auch damit leben, dass ich nicht mehr ins Stadion gehe, mich dem Merchandising mittlerweile komplett verweigere und mein Interesse immer mehr sinkt. Wenn ich ein Einzelfall bin, kann der SV Werder sicher auch damit leben. Wenn meine Meinung mehrere, vielleicht gar viele oder sehr viele Fans teilen, dann irgendwann nicht mehr so gut. Man wird sehen, wohin der Weg geht.
 
So dramatisch sehe ich es nicht. Herr Stoll hat seine Meinung geäußert, das darf er. Meinetwegen bin ich dann für ihn "ein Superschlauer im Internet". Kann ich mit leben.

Natürlich steht es auch ihm zu, seine Meinung zu äußern. Mich stören an diesem Kommentar jedoch 2 Dinge:

- Es geht leider nicht eindeutig aus dem Artikel hervor, ob diese Zeilen wirklich seine Meinung sind oder er diese in seiner Funktion als Stadionsprecher verfasste. Bei letzerem wäre seine Wortwahl ("[...] Dreck über die Verantwortlichen in und um Werder im Netz auskübelt [...]") mehr als nur grenzwertig.

- Der Widerspruch, daß er einerseits vollkommen richtig anmahnt, daß man die Fans jetzt nicht verlieren darf, sprich ein Zusammenhalt von Mannschaft und Fans fordert, aber gleichzeitig mit seiner Wortwahl zu verstehen gibt, daß er sich trotz seiner Forderung nach Einheit die Freiheit herausnimmt, in seiner Welt ziemlich deutlich zwischen guten und bösen Fans zu differenzieren. Das riecht ein wenig nach Pharisäertum.
 
So dramatisch sehe ich es nicht. Herr Stoll hat seine Meinung geäußert, das darf er. Meinetwegen bin ich dann für ihn "ein Superschlauer im Internet". Kann ich mit leben. Dann muss der SV Werder Bremen aber auch damit leben, dass ich nicht mehr ins Stadion gehe, mich dem Merchandising mittlerweile komplett verweigere und mein Interesse immer mehr sinkt. Wenn ich ein Einzelfall bin, kann der SV Werder sicher auch damit leben. Wenn meine Meinung mehrere, vielleicht gar viele oder sehr viele Fans teilen, dann irgendwann nicht mehr so gut. Man wird sehen, wohin der Weg geht.
Der Werderfan ist treu und verzeiht seinen Protagonisten so ziemlich alles, auch wenn er mal motzt. Am Ende stehen sie zusammen und unterstützen ihren Herzensverein. Das machen sie nun schon seit 2010. Ein Ende ist nicht in Sicht. Das Problem in der Führungsebene ist, dass sie diesen Automatismus als selbstverständlich annehmen. Deswegen läuft Alles nach dem selben Muster ab. Changemanagement entsteht nur aus aus dem Willen zur Veränderung heraus. Dieser unbedingte Wille ist nur in Teilen zu spüren. Das überträgt sich auch auf die Mannschaft. Wen wundert es dann, wenn die zwar ihr Bestes versuchen, aber eben nicht bereit sind, über die Schmerzgrenze in jedem Spiel hinauszugehen? Wir haben hier natürliche Akzeptanz des Wird-schon-werden-Mantras.
 
Natürlich steht es auch ihm zu, seine Meinung zu äußern. Mich stören an diesem Kommentar jedoch 2 Dinge:

- Es geht leider nicht eindeutig aus dem Artikel hervor, ob diese Zeilen wirklich seine Meinung sind oder er diese in seiner Funktion als Stadionsprecher verfasste. Bei letzerem wäre seine Wortwahl ("[...] Dreck über die Verantwortlichen in und um Werder im Netz auskübelt [...]") mehr als nur grenzwertig.

- Der Widerspruch, daß er einerseits vollkommen richtig anmahnt, daß man die Fans jetzt nicht verlieren darf, sprich ein Zusammenhalt von Mannschaft und Fans fordert, aber gleichzeitig mit seiner Wortwahl zu verstehen gibt, daß er sich trotz seiner Forderung nach Einheit die Freiheit herausnimmt, in seiner Welt ziemlich deutlich zwischen guten und bösen Fans zu differenzieren. Das riecht ein wenig nach Pharisäertum.
Da steht eindeutig Bundeliga-Kolumne drüber und Kolumnen sind Meiungsbeiträge, im Gegensatz zu den Newsbeträgen, die sich an anderer Stelle einer Zeitung finden.
Wobei ich von jemandem der mit dem Verein verbandelt ist, keine so kritischen Aussagen wie von einem Journalisten oder einem anderen Außenstehenden erwarte. Derjenige will ja morgen auch noch seinen Job haben...
Aber ja, ich finde auch, dass mancher Beitrag in Foren oder bei FB gerne mal über's Ziel hinaus schießt, aber das scheint mittlerweile ja modern zu sein.
 
Wobei die Höhe der subjektiven Schmerzgrenze auch davon abhängig sein kann, ober Beitrag inhaltlich den eigenen Ansichten entspricht oder eben nicht.
Hier auf dieses Forum bezogen, müsste man dann aber eine gewisse Selbstreflexion betreiben und sich selbst die Frage stellen ob man in einem Diskussionsforum, wo sich ein Thema auf unterschiedlichen Meinungen aufbaut und die Diskussion antreibt, dann richtig aufgehoben ist.
Wer eine Meinung äußert muss auch Gegenmeinungen aushalten können...
Darüber hinaus kann ich @Cyril Sneer nur zustimmen und mit Recht an wesentlich schlimmere Fußballforen verweisen, was da manchmal abgeht ist wesentlich schlimmer als Kneipenniveau.
Wobei man auch betonen muss, dass im Fußball seit jeher eine rauere Sprache herrscht und auch Emotionen eine große Rolle spielen,von daher sollte man auch nicht zu viel auf die Goldwaage legen mMn.
 
@Klatti5

Sehe ich ähnlich, daß nicht nur in dem von dir genannten Bezug eine gewisse Selbstreflektion an den Tag gelegt werden sollte (und da schließe ich mich selbstverständlich mit ein). Daß in nicht (nur virtuellen) Diskussionen die Emotionen die Wogen hochgehen lassen, ist per se auch nichts schlimmes, so lange die Gepflogenheiten des zwischenmenschlichen Umgangs beibehalten werden.

Eine solche Selbstreflextion hat Stoll in seinem Artikel jedoch auch vermissen lassen. Denn wenn diese Zeilen seine persönliche Meinung sind, so werden seine Äußerungen automatisch mit seiner Funktion als Stadionsprecher in Verbindung gebracht, auch weil in dem Artikel darauf explizit hingewiesen wurde. Daher wäre es mMn angebrachter gewesen, daß er diese (wie ähnlich harsch formulierte Kritik über die Vorgänge bei Werder in diesem Form bewertet werden) Stammtischparolen unterlassen hätte. Auch wenn ihm als Person des (wenn auch "nur" regionalen) öffentlichen Lebens die Äußerung der eigenen Meinung selbstverständlich zusteht, so muß gerade er mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung schon etwas Fingerspitzengefühl bei der Äußerung über Andersdenkende mitbringen - gerade wenn es sich um das Metier geht, in dem er sich selbst bewegt. So sollte zB gerade konservative oder wirtschaftliberale Politiker sozial schwache Menschen ebenso nicht als asoziale Schmarotzer verunglimpfen wie links von ihnen stehende Politiker Unternehmer als Bonzenschweine.
 
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