Gesamtsituation der Mannschaft

Es wird hier die Diskussion geführt, ob Werder investieren soll oder nicht. Kann man einen Fußballclub mit einem Produktionsbetrieb vergleichen?
Die Antwort ist leicht, nämlich NEIN. In einem Betrieb kaufe ich eine Maschine nach DIN Norm X mit der Produktionskraft Y und ich weiß ziemlich genau wie der Output sein wird. Kann ein neuer, teurer Spieler also eine signifikante Verbesserung darstellen? Antwort: UNKLAR! Es gibt keine Garantie wie bei dem o.g. Beispiel, so dass sich daraus zwangsläufig ergibt, nichts zu machen, um das Betriebsergebnis positiv zu gestalten, was dogmatisch beim SVW ist.
Ich will einfach mal drei Beispiel aus Werders Vergangenheit darstellen:
- Beispiel 1: Effenbergtransfer = hierbei haben WL und KDF federführend diesen Transfer aus Kostengründen verhindert. Ergebnis war, dass ihr Erfolgstrainer Rehagel im Jahr darauf die Segel strich und 1996-99 nahezu Ähnliches sich abspielte wie die letzten 8 Jahre. Der verstorbene Rüßmann hat Effenberg trotz ebenfalls geringer Finanzmittel aber geholt und war damit erfolgreich (zB Pokalsieg). Am Ende stand zwar nach Jahren ein Abstieg aber Effenberg wurde für über 12 Mio DM nach München verkauft. Geld hat BMG am Ende nicht verloren.
- Beispiel 2: Klosetransfer 2004 WL wollte diesen aus Kostengründen verhindern. Ich behaupte, dass ohne Klose wir nicht mehr in die CL eingezogen wären?! Ob die erfolgreiche Zeit 2004-2009 dann auch so gewesen wäre, mag stark bezweifelt werden? Natürlich kann man das nicht beweisen, aber die Wahrscheinlichkeit spricht dafür.
- Beispiel 3 Sokratistransfer 2012 (?) WL wollte diesen Transfer letztendlich an kolportierten 500T € scheitern lassen, weil die Finanzen durch seinen GF KA ziemlich zerrüttet waren, wofür als ASR-Vorsitzender eine erhebliche Mitverantwortung trug. Allofs Nachfolger Eichin konnte erst mit seinem Verkauf einen N. Petersen und (leider) einen Makiadi verpflichten. TE hätte damals nichts bewegen können, ohne einen Sokratis veräußern zu können.

Die Gretchenfrage wird sein, ob Werder seinen Weg des pos. Jahresabschluss dem alles unterordnet oder ob sie ein kalkulierbares Risiko eingehen?
Ich sehe noch keine neuen Spieler in der WP bei Werder. Die WP ist kurz und nur einen Transfer zu machen, um etwas gemacht zu haben, macht keinen Sinn. Da muss dann schon Qualität her, die wiederum kostet.

Du hast hier vermutlich nicht ohne Hintergedanken genau diese Beispiele gewählt, um eben eine beabsichtigte Grundtendenz zu suggerieren.

Wir alle wissen ja aber auch, dass Werder eben durchaus auch andere Transfers tatsächlich getätigt und sich u.a. damit in eine Lage gebracht hat, die ein solches, von Dir aufgezeigtes "Dogma" ausgelöst hat.

Wirkt es nur so als ob, oder würdest Du tatsächlich ein Finanzgebaren wie in Hamburg praferieren?
 
Also für mich lag das durchaus am Fehlen von Bartels/ Kruse. Stimmt schon, in HZ 1 war das klasse, wobei ich aber auch denke, dass das frühe 1:0 durch einen Sonntagsschuss von Bargfrede uns viel Selbstvertrauen gab. Kainz hat da ein paar schöne Kontersituationen eingeleitet, die er leider zumeist auch kläglich selber zunichte machte, ähnlich Bartels in seiner schlechteren Form, der kann das auch. Belfodil war für mich gestern DIE positive Überraschung, war wuselig, schirmte Bälle ab etc. In der 2. HZ war es dann aber nur noch Belfodil, der vorne für Gefahr sorgte, v.a.weil Hajrovic es noch schlechter machte als Kainz. Obendrein sollte man nicht vergessen, dass es hier gegen ein ersatzgeschwächtes Mainz, ebenfalls ein heißer Anwärter auf Platz 17, ging. Da bekommt halt selbst unsere ebenfalls ersatzgeschwächte Offensive Torchancen. Der 2. Anzug passt bei uns im Grunde nicht ansatzweise.

Auch der letzte Ansatz geht für mich wieder in eine falsche Richtung, nämlich der, die eigene Leistung kleinzureden. Ja, Mainz war ersatzgeschwächt, wir aber auch. Warum kam Mainz eigentlich nicht zu so vielen Großchancen, passt denen der zweite Anzug noch weitaus weniger als uns?

Izet hat auch nur die letzte Viertelstunde, glaub ich, gespielt. Alles auf ihn abzuwälzen, so schlecht er auch war, ist nicht zielführend.

Vom Können her hat die Offensive gestern im zweiten Anzug gezeigt, was sie zeigen KANN, nämlich jenes der ersten HZ. Man muss jetzt daran arbeiten, warum sie es nicht auch in der zweiten HZ gezeigt hat, warum da Kainz abgefallen ist, warum IB nicht mehr so wirksam war und warum auch Delaney und Eggestein das Offensivspiel weniger angekurbelt haben als in HZ1, und die beiden sind Stammspieler.

Hätten wir in HZ1 jetztt zwei Halbchancen zu zwei Toren gemacht, würde ich zustimmen, dass das 2:2 letztlich resultiert daraus, dass Kruse und Bartels fehlten, weil man mit denen Mainz in HZ2 mehr beschäftigt hätte. Da aber IB, Kainz plus das MF dahinter Mainz in HZ1 genügend beschäftigt hat und überlegen war, MÜSSEN diese Spieler auch in der Lage sein, das in HZ2 fortzuführen.

Das 2:2 liegt also nicht am Fehlen von Bartels und Kruse, sondern daran dass die Protagonisten aus HZ1 ihre Arbeit in HZ2 nicht fortgesetzt haben. IB in Teilen, Kainz im Ganzen, Delaney und Eggestein ebenfalls tlw.
 
Es wird Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen ...
und zwar bei allen Spielern und zwar "am besten nach Einsatzminuten" - mindestens über die bisherige Saison gesehen - bewertet !

Dann klärt sich die eine oder andere Position bzw. Personalie fast von selbst.
Und dann sollte das auch konsequent für die Zukunftsplanung genutzt werden - die kurzfristige und die mittelfristige !

Denn niemand kann - schon rein statistisch nicht - davon ausgehen, daß alle Leistungsträger immer verletzungsfrei und in Topform auflaufen können.
Allein deswegen sind 1-2 Verstärkungen unabdingbar. Das dürfte wohl jedem klar sein !!!
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Protagonisten haben ihre gute Arbeit aus HZ 1 in HZ 2 nicht fortgesetzt. Soweit d'accord. Konnten sie nicht oder wollten sie nicht? Ich unterstelle mal, dass sie wollten, insofern konnten sie nicht mehr. Angetrieben durch die frühe Führung haben sie am Limit gespielt, allen voran eben Belfodil und mit zunehmender Spieldauer sah man, dass es bei den Beteiligten nicht reichte, um Druck auf Mainz über 93 Minuten aufrecht zu erhalten und da sind wir wieder bei der Qualität. Ein Kruse und ein Bartels können dann auch einmal aus dem Nichts zuschlagen, ein Hajrovic (auf den ich garantiert nicht alles, aber doch so einiges abwälze, schlicht weil er schlecht gespielt hat) kann das nicht.
Denke schon, dass mit Kruse/ Bartels in der 2. HZ deutlich mehr gegangen wäre. Und Delaney/ Eggestein sind natürlich Stammspieler mit Offensivbemühungen, aber ohne die richtigen Abnehmer/ Unterstützer vorne auch hilflos.
 
Du hast hier vermutlich nicht ohne Hintergedanken genau diese Beispiele gewählt, um eben eine beabsichtigte Grundtendenz zu suggerieren.

Wir alle wissen ja aber auch, dass Werder eben durchaus auch andere Transfers tatsächlich getätigt und sich u.a. damit in eine Lage gebracht hat, die ein solches, von Dir aufgezeigtes "Dogma" ausgelöst hat.

Wirkt es nur so als ob, oder würdest Du tatsächlich ein Finanzgebaren wie in Hamburg praferieren?
Das ist jetzt ein Scherz? Effenberg, Klose und Sokratis sind echte Mehrwertspieler gewesen. Ich rede nicht von den Avdic, Arnautovic und Elia dieser Welt.
Die Botschaft ist: wenn man einen richtig guten Spieler angeboten bekommt, macht es Sinn über seinen Schatten zu springen (Beispielsweise Kruse und Gnabry) und ein kalkulierbares Risiko einzugehen. Die Spieler waren sehr wohl bezahlbar respektive finanzierbar. Wenn man es nicht tut, wie im Beispiel Effenberg und die letzten 8 Jahre, bekommt man die Quittung oder eher Stagnation. Worauf Du anspielst ist das Gebaren von KA, der kein Korrektiv und keine wirkliche Aufsicht im Verein hatte in personam des ASR.
Mir erschließt sich jetzt nicht, was das mit dem HSV und Kühne zu tun hat??? Der HSV haut Geld ohne Sinn und Verstand raus. Das ist doch das absolute Negativbeispiel, wie man es eben nicht machen sollte!!!
 
Es wird Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen ...
und zwar bei allen Spielern und zwar "am besten nach Einsatzminuten" - mindestens über die bisherige Saison gesehen - bewertet !

Dann klärt sich die eine oder andere Position bzw. Personalie fast von selbst.
Und dann sollte das auch konsequent für die Zukunftsplanung genutzt werden - die kurzfristige und die mittelfristige !

Denn niemand kann - schon rein statistisch nicht - davon ausgehen, daß alle Leistungsträger immer verletzungsfrei und in Topform auflaufen können.
Allein deswegen sind 1-2 Verstärkungen unabdingbar. Das dürfte wohl jedem klar sein !!!


Na dann darfst du uns nicht nur "heiss" machen, sondern musst auch liefern;)
Mach doch mal so eine Analyse, ich würde sie wirklich gern lesen. Musst sie ja nicht heute oder sofort machen, lass dir Zeit aber es wäre schön wenn es mal ein paar solcher hier geben würde. Ich finde so was immer interessant zu lesen.:)
 
Die Protagonisten haben ihre gute Arbeit aus HZ 1 in HZ 2 nicht fortgesetzt. Soweit d'accord. Konnten sie nicht oder wollten sie nicht? Ich unterstelle mal, dass sie wollten, insofern konnten sie nicht mehr.

Entschuldige, aber das ist auch keine Konsequenz aus dem Fehlen der Stammkräfte. Ich muss auch von den Ersatzspielern erwarten können, 90 Minuten die bestmögliche Leistung zu bringen, und die ist eben diejenige, die man in HZ1 gesehen hat.

Denke schon, dass mit Kruse/ Bartels in der 2. HZ deutlich mehr gegangen wäre.

Selbstverständlich wäre das, denn die beiden stehen nicht umsonst vor IB und Kainz. Aber nach der Leistung in HZ1, wie schon gesagt, muss das auch in HZ2 zu schaffen sein, ein 2:0 über die Zeit zu bringen und/oder nach einem 2:1 nochmal mehr Druck nach vorne zu machen. Das muss ja nicht so fulminant sein wie in HZ1 aber, mehr als in HZ2.

Wobei man auch sagen muss: Es ist nicht so, als wenn Mainz in HZ2 Handball um unseren Strafraum gespielt hätte. Da fand viel im MF statt und blieb bei beiden Mannschaften Stückwerk. Aber die richtigen Entlastungsangriffe haben gefehlt. Hätte IB/Kainz und alles dahinter nur halb soviel nach vorne gespielt wie in HZ1 hätte man sicher die ein oder anderen Gelegenheit zum 3:0 / 3:1 noch bekommen.

Meine Quintessenz aus dem Geschriebenen: Auch ohne Kruse/Bartels nach gesehener 1.Halbzeit muss/ist der Kader klar in der Lage das Spiel in HZ2 zu gewinnen. Dass man letztendlich Unentschieden gespielt hat, lag klar an den Protagonisten auf dem Platz, die es eigentlich besser können. Und nicht an den Verletzungen oder fehlender Qualität des zweiten Anzuges. Die müssen es nur auch auf Papier bzw auf den Platz bringen, und das widerum ist Aufgabe des Trainers.
 
Das ist jetzt ein Scherz? Effenberg, Klose und Sokratis sind echte Mehrwertspieler gewesen. Ich rede nicht von den Avdic, Arnautovic und Elia dieser Welt.
Die Botschaft ist: wenn man einen richtig guten Spieler angeboten bekommt, macht es Sinn über seinen Schatten zu springen (Beispielsweise Kruse und Gnabry) und ein kalkulierbares Risiko einzugehen. Die Spieler waren sehr wohl bezahlbar respektive finanzierbar. Wenn man es nicht tut, wie im Beispiel Effenberg und die letzten 8 Jahre, bekommt man die Quittung oder eher Stagnation. Worauf Du anspielst ist das Gebaren von KA, der kein Korrektiv und keine wirkliche Aufsicht im Verein hatte in personam des ASR.
Mir erschließt sich jetzt nicht, was das mit dem HSV und Kühne zu tun hat??? Der HSV haut Geld ohne Sinn und Verstand raus. Das ist doch das absolute Negativbeispiel, wie man es eben nicht machen sollte!!!

Aha.
Da kommen wir uns doch schon näher. Bei Kruse ist Werder ja unlängst erst über seinen Schatten gesprungen. Das gibst Du ja inzwischen auch zu.

Wo ist also Dein grundsätzliches Problem? Sollte Werder häufiger solche Schattensprunge machen? Gäbe es dann noch Schatten, gäbe es irgendwann noch Sprünge ??

Ich weiß nicht, wie Du bei Deiner privaten Haushaltsolanung kalkulierst? Zu viele Schattensprunge hintereinander wirst aber ganz sicher auch Du eher vermeiden??
 
Ich unterstelle mal, dass sie wollten, insofern konnten sie nicht mehr. Angetrieben durch die frühe Führung haben sie am Limit gespielt, allen voran eben Belfodil und mit zunehmender Spieldauer sah man, dass es bei den Beteiligten nicht reichte, um Druck auf Mainz über 93 Minuten aufrecht zu erhalten und da sind wir wieder bei der Qualität.

Das habe ich deutlich anders gesehen. Wir haben 2:0 geführt, den Gegner gut im Griff gehabt und es sah nicht so aus als wenn Mainz von sich aus eine kompakte Werdermannschaft knacken könnte. Es ergibt schon Sinn in englischen Wochen eine Führung auch mal mehr oder weniger zu verwalten. Und genau das hat Werder gemacht, vielleicht dabei etwas zu tief gestanden und dann kam das Tor aus dem Nichts. Anschließend hatten wir wieder Räume, haben diese aber sehr schlecht bespielt wobei natürlich mit Gondorf und Hajrovic zwei Spieler im Mittelfeld waren die nichts zu gefährlichen Aktionen beitragen. Und dennoch hatte ich bis zum 2:2 keine Sorge, daß Mainz uns ausspielen würde, nur das Damoklesschwert des individuellen Fehlers hing in der Luft. Und der kam dann ja auch mal wieder doppelt, erst die zu kurze Kopfballabwehr, wie schon letzte Woche, dann der taktische Fehler von Kohfeldt mit Sané.
 
Würdest du diese Sichtweise eigentlich auch für die letzten Niederlagen unter Nouri gelten lassen, schließlich war unsere Mannschaft so verunsichert durch die Niederlagenserie? Glaube, wenn man so etwas in der Art geschrieben hätte, wäre man mit "Ausrede, Ausrede, Schönredner, Schönredner" bedacht wurden.

Natürlich gilt diese Sichtweise, daß durch eine Pleitenserie eine Mannschaft verunsichert ist, auch für die Misserfolge unter AN. Dies darf jedoch wenn überhaupt nur bedingt ein Erklärungsversuch für weitere sieglose Spiele sein, denn solche Pleitenserien sind primär hausgemacht.
 
Vor dem Spiel gestern fehlte es laut Forums-Experten an Qualität, gerade und insbesondere, in der Offensive.. Der Spieler Belfodil war ein untauglicher Wandervogel. Werder allein von Kruse abhängig.

Nach dem Spiel besteht der akute Handlungsbedarf, gerade und insbesondere, in der Defensive, Belfodil war bester Bremer und Werder erzielte auch ohne Kruse, zusätzlich auch noch ohne Bartels, 2 Tore in einer Halbzeit.

Was lernen wir daraus? Die Schnellebigkeit des Fußball nimmt weiter an Fahrt auf, oder? :ugly: :kaffee:

Wir lernen daraus, daß wir mehrere Baustellen im Kader haben, die jeweils abhängig vom jeweiligen Spielverlauf mal stärker und mal schwächer auftreten.
 
Aha.
Da kommen wir uns doch schon näher. Bei Kruse ist Werder ja unlängst erst über seinen Schatten gesprungen. Das gibst Du ja inzwischen auch zu.

Wo ist also Dein grundsätzliches Problem? Sollte Werder häufiger solche Schattensprunge machen? Gäbe es dann noch Schatten, gäbe es irgendwann noch Sprünge ??

Ich weiß nicht, wie Du bei Deiner privaten Haushaltsolanung kalkulierst? Zu viele Schattensprunge hintereinander wirst aber ganz sicher auch Du eher vermeiden??
Werder hat MK verpflichten können, weil sie Ujah und Vestergaard verkauft und zudem mehr Fernsehgelder bekommen haben. Ohne dies wäre auch ein MK hier nie aufgeschlagen. Und darum geht es. Sie hätten das Risiko gescheut.
btw: ich investiere sehr wohl regelhaft in meine Unternehmen und muss dazu Kredite aufnehmen, wenn es nötig ist. So funktioniert der Markt.
Du kommst mir vor wie Jemand, der sich an einer heißen Herdplatte die Hand verbrannt hat und darauf entschied, nur noch Kaltspeisen zu sich zu nehmen.
 
Natürlich gilt diese Sichtweise, daß durch eine Pleitenserie eine Mannschaft verunsichert ist, auch für die Misserfolge unter AN. Dies darf jedoch wenn überhaupt nur bedingt ein Erklärungsversuch für weitere sieglose Spiele sein, denn solche Pleitenserien sind primär hausgemacht.

Öfters ist es so, dass Siege deswegen entstehen, weil die siegreiche Mannschaft gut spielt. Besser, als die die verliert.

Nur bei uns, bei unseren Fans, ist der Glaube omnipräsent bei jedem Sieg den Gegner schlecht zu reden, statt der Mannschaft eine sehr gute Leistung zu attestieren.
Daraus schlussfolgere ich, dass man jene sehr gute Leistung der Mannschaft einfach gar nicht gönnt bzw zugesteht, aus unterschiedlichen Gründen.

Das kann ich als Fan einfach nicht nachvollziehen.

@Lübecker

Wie so oft :tnx:
 
Ich möchte hier jetzt nochmal etwas Grundlegendes zur Erklärung aus meinem Blickwinkel hinterlassen und verfassen(ACHTUNG! langer Text):

Zur aktuellen Situation (wo zur Hölle ist eigentlich dieser geile Thread mit diesem Titel geblieben)

Dieses Jahr ist es anders!

Wenn ich mal so an letzte Saison denke und auch die vielen zuvor seit den letzten 8 Jahren, dann erinnere ich mich an eine Besorgnis um den Verein aber mit einer großen Portion Gelassenheit vermischt. Nie habe ich irgendwie den Glauben und die Hoffnung verloren, das die Mannschaft, war sie auch noch so tief im Schlamassel, war die Situation noch so düster, sich zusammen mit den Fans da heraus holen kann.

Jeder der mich hier kennengelernt hat, weiß das ich gerne auch in trostlosen Situationen den einen oder anderen Scherzpost ablasse. Anfang des Jahres waren wir doch alle am Boden, dann kam die Serie. Nun gut!

Ich habe nunmehr beschlossen, bis auf weiteres diese Saison keine Scherzposts mehr zu machen, da mir danach mittlerweile auch nicht mehr zumute ist und ich dies auch nicht mehr für angebracht halte.

Ich verstehe die Gelassenheit einiger nicht, dennoch freue ich mich für jeden, der diese noch aufbringen kann( umso besser für denjenigen und dessen Nerven). Ich bin mittlerweile hierzu nicht mehr in der Lage.

Lasst es mich mal zunächst so erklären: Du schmeißt einen kleinen Ball aus 3 Meter Entfernung in einen Papierkorb. Das gelingt erstaunlich gut und klappt 20 Mal hintereinander. Nun setzt du zum 21 Wurf an. Die Möglichkeit das es NICHT klappt ist weiter gering. 3 Meter sind nicht viel...und HEEY ich habs 20 Mal gemacht...ich habs doch voll drauf. Nun passiert es aber: Der Ball springt gegen die Kante, weil ich ganz "gelassen" geworfen habe. Die "Gelassenheit" war tief in meinem Kopf. Das waren die Erfahrungen die ich 20 Mal zuvor gemacht habe. Ich kannte es nicht, das der Ball nicht rein ging. Ich besorge mich nicht von Dingen, die einfach nie passiert sind. Also kann ich ganz locker den 21. Wurf in Angriff nehmen. 20 Mal so eine Leistung? Das muss mit meinem "Können" zusammenhängen, also kann ich ganz locker sein und brauche gar nicht die 100 % Konzentration.

Ich habe den Eindruck, das sowohl bei einigen Fans, wie auch Spielern, Trainer und Verantwortlichen genau ein zumindest im Ansatz ähnliches Denken vorherrscht. Den Fans kann ich das gönnen. Den Verantwortlichen und Spielern nicht! Man kann nicht absteigen, Werder Bremen ist un-absteigbar, der VFL Bochum ist ebenfalls un-absteigbar. Immer gewesen.

Ich fange lieber nicht schon wieder damit an, wohin das führt, wenn man Jahr für Jahr für Jahr für Jahr mit einem "Nichtabstieg" vollkommen zufrieden? Nein! Nennen wir es lieber über glücklich ist. Och das waren die Fans vom VFL Bochum auch übrigens. Also lassen wir das mit dem "Werder-Weg" mal weg, das gehört nicht zu einer aktuellen Situation. Es geht mehr darum, das man eben , meint, Werder hätte eine eingebaute "Sieges-Serie" mitten in der RR. Zusätzlich, falls diese eingebaute Werder-Sicherung mal versagt, haben wir die 2.te Sicherung. Die nennt sich Wonderwall, This is Osterdeich und 99 Grün-Weiße Luftballons mit Fan-Spalier. Habe ich das richtig verstanden? OK.

Doch was ist, wenn diese Maßnahmen nicht das Ergebnis bringen? Was machen wir, wenn sich die Mannschaft dank dieser Maßnahmen den allerwertesten aufreißt, doch trotzdem einen entscheidenden Zweikampf verliert, der in der letzten Minute zum Gegentor und fehlendem Ergebnis führt? Ja nee schon Klar, dann heulen wir kollektiv, kein Problem.OK

Ich konnte das die letzten Jahre noch relativ gelassen sehen. Hatte nie ein schlechtes Gefühl, obwohl das ja auch schon irrational ist und ein "Gefühl" hilft ja nun bekanntlich niemanden.

Doch diese Saison ist es anders!

Ich möchte dies auch begründen: Es ist die Konkurrenz in diesem Jahr

Der @Felissilvestris hatte es in einem Post, verdammt gut erkannt und geschrieben: Uns ist viel Erfahrung flöten gegangen. Erfahrung die gar nicht so aufgefallen ist zuvor und deshalb auch schleichend vernachlässigt wurde bei der Kaderbesetzung. Damit ist nicht gemeint, das diese Erfahrung unbedingt als Einzelaktionäre vermisst werden, auch nicht vorrangig auf dem Platz. Vielmehr ist es neben dem Platz. Als Stütze für unerfahrene im Training. Wer schon einmal einem beigewohnt hat, der weiß was ich meine. Die immer währenden Anweisungen der Erfahrenen, du musst hier stehen, du geh da hin, wenn ich das mache.Diese Erfahrung waren "Hilfstrainer" direkt neben aber auch auf dem Platz. Nun ist dies sicherlich nur ein Faktor und gereicht sicherlich nicht dazu, gleich irgendeinen Untergang zu prophezeien. Deshalb gehen wir über zu Faktor 2.

Faktor 2 ist, uns ist auch Qualität flöten gegangen und zwar in der Breite. Auch wenn z.B. ein Gnabry nicht die aller große Geige bei unserer Serie, letzte Saison gespielt hat und wir auch ohne ihn, viele nötige Punkte eingefahren haben. Wie heute ersichtlich, bei Verletzungspech bzw. Gefahr welches immer präsent ist, gibt es eben nicht mehr: Na, dann kann der ja wieder spielen. Der hat seine Chance auch jetzt wieder verdient. Leider sind diese Verluste, nicht aufgefangen worden bzw. es ist nicht das eingetreten, was man sich erhofft hat. Die Gefahr war bei den Transfers die getätigt wurden da, wurden aber nicht hinreichend erfasst bzw. berücksichtigt. "Es wird schon klappen". Spieler wie Kainz, waren in Hochform, man dachte, das ist keine Hochform, das ist sein "Können" welches nun endlich zu Tage tritt. Auch ich hatte diesen Denkfehler. Das ist auch nur EIN Beispiel, es gibt so viele davon in unserem Kader: "Der kommt jetzt auch und der sowieso und der wird auch schon seine Form bekommen, wann denn sonst wenn nicht jetzt". Aber auch hier gilt: Es ist nur ein Faktor und allein für sich stehend sicherlich auch nicht geeignet um die ganz große "Flatter" zu kriegen.

Deshalb kommt jetzt noch Faktor 3. Und NUR in Verbindung mit den anderen Faktoren zusammen, lässt mich dies eine sehr ernste Mahnung zur absoluten Vorsicht an den Vorstand richten. Bitte verkennt nicht die gefährliche Situation! Verkennt sie nicht, auch in einem unabdingbaren Glauben an seine eigene Kompetenz der Vereinsführung, der Spieler- und Trainerverpflichtungen und der Beurteilung seiner eigenen Kompetenz und seinem Selbstbewusstsein der Richtigkeit dessen. Seid euch bewusst, auch wenn für mich nicht feststeht ob in der WP nun gehandelt wird(Transfer) oder nicht, das ein selbstkritischer Umgang mit der Situation und seiner Arbeit unerlässlich ist, wenn man verhindern will, das seine eigene Arbeit nicht am Ende der Grund für sein eigenes Scheitern wird. Bitte verspielt unseren Verein nicht! Wir lieben Werder Bremen! Wir sind der Grund, warum Werder Bremen existiert! Werder Bremen wäre nichts, wenn keiner den Spielen zuschauen will und sich auch sonst nicht dafür interessiert(TV-Gelder, Sponsoren etc.) Aber zurück zum Faktor, die Konkurrenz. Diese ist im Vergleich stärker, als alle Jahre zuvor. Dieses Mal gibt es keine Vereine, die eigentlich vom Kader nicht wirklich in die 1.Liga gehören. Dieses Mal sind die Kader mindestens annähernd gleich gut/schlecht besetzt. Diese Konkurrenz, hatte zuvor auch ein höheres Budget(außer Freiburg) (durch Sponsoren) wie Werder Bremen. Diese Konkurrenz hat leider auch ziemlich gut Transferiert(Freiburg eben). Die höhere Qualität entgegen der letzten Konkurrenz, führt dazu, das eben nicht immer erforderlich ist, das die Konkurrenz 110% Einsatz, Glück und Können an einem Tag bringen muss, um zu gewinnen. Diese Konkurrenz bewegt sich völlig parallel zu uns(Plätzetausch). Sie punkten regelmäßig und ich kann garantieren, das dies auch so bleiben wird. 3 Niederlagen irgendwann kommt dann auch ein Sieg. Das bedeutet, wir müssen nicht nur ebenfalls regelmäßig punkten, nein wir müssen sogar regelmäßiger punkten. Der aktuelle Tabellenstand verpflichtet dazu. Als Beispiel: Heute hat mich der verschenkte Sieg deshalb so geärgert weil: Wir müssen am letzten Spieltag nach Mainz. Bedenkt mal, wie es letzte Saison bei Mainz war, als sie sich gerettet haben. Die haben unsere Wonderwall echt prima kopiert und sind über sich hinaus gewachsen. Dieses Szenario gilt es im Vorfeld zu vermeiden. Lasst uns nicht diejenige Mannschaft sein, die in diesem Spiel gewinnen muss. Das kann man vorher verhindern. Zuvor gibt es "Heimspiele" gegen Dortmund und Leverkusen. Was wenn diese wie Hoffenheim letztes Mal sich bei uns in die CL schießen wollen? Schlussendlich ist die Problematik, das wir diese HR nicht IMMER schlecht gespielt haben, gesiegt haben, oft nicht verloren haben und TROTZDEM unten festsitzen. Auch heute gab es in Hz1 durchaus gute Spielzüge zu sehen.

Fazit:

Werder Bremen hat kein großes Budget um in der WP die Supertransfers zu realisieren. Es würde bei einem Kauf höchstens für einen weiteren "Perspektiv-Transfer" reichen. GENAU DAS brauchen wir aber JETZT NICHT. Wir müssen Verstärkungen holen, die SOFORT funktionieren. Das können nur Spieler eines gewissen Formates, die ihre Qualität schon nachgewiesen haben. Zusätzlich müssen auch WIR bzw. Werder Bremen einfach sicher gehen, das der Transfer kein weiterer "Flop" wird bzw. das Risiko so gut es geht minimieren. Ich halte daher eine Leihe mit hoher Gebühr für richtige Top-Leute für die einzige Alternative, die uns bleibt um den Kader WIRKLICH zu verstärken und nicht wie zuvor nur so zu tun. DAS was passieren muss, da bin ich mit der Meinung auch nciht allein. Bitte tut in der WP etwas! Und zwar DAS RICHTIGE!


Sehr gut auf den Punkt gebracht :tnx:

Ich möchte den Punkt mit der flötengegangenen Erfahrung aufgreifen, es waren hier ja schon unmittelbar vor Saisonbeginn die Bedenken geäußert, daß wir durch den Abschied von Fritz und Piza Erfahrung von > 750 Bundesligaeinsätzen verloren haben, ohne daß dieser Verlust einigermaßen kompensiert wurde. Eine von mehreren behobenen Baustellen.
 
ist also Dein grundsätzliches Problem? Sollte Werder häufiger solche Schattensprunge machen? Gäbe es dann noch Schatten, gäbe es irgendwann noch Sprünge ???

Das eigentliche Problem bei Werder ist doch, dass jeder noch so kleine Schatten mittlerweile eine riesen Hürde darstellt, die man aus eigener Kraft kaum bis gar nicht mehr überspringen kann, es sei denn, man zaubert wieder Spieler aus dem Hut, die niemand auf dem Schirm hatte, und die dann auch zunächst von absoluten Experten auf den jeweiligen Kontinenten über einen längeren Zeitraum vor Ort beobachtet werden, anstatt Baumi „auf YouTube Clips loszulassen“.
 
Öfters ist es so, dass Siege deswegen entstehen, weil die siegreiche Mannschaft gut spielt. Besser, als die die verliert.

Nur bei uns, bei unseren Fans, ist der Glaube omnipräsent bei jedem Sieg den Gegner schlecht zu reden, statt der Mannschaft eine sehr gute Leistung zu attestieren.
Daraus schlussfolgere ich, dass man jene sehr gute Leistung der Mannschaft einfach gar nicht gönnt bzw zugesteht, aus unterschiedlichen Gründen.

Das kann ich als Fan einfach nicht nachvollziehen.

Ebenso ließe sich behaupten, daß bei unseren Fans der Glaube omnipräsent ist, bei jeder Niederlage die eigene Mannschaft stärker zu reden, als sie es tatsächlich war, ganz nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf.", Doch mit solchen rhetorischen "Spielchen" drehen wir uns nur im Kreis.

Gute Leistungen werden sehr wohl anerkannt, doch wenn in Fällen des Mißerfolgs sicherlich nicht alles schlecht lief, so läuft im Erfolgsfall auch nicht alles gut, so daß es legitim ist, bei aller Freude über den Sieg auf diese Schwachpunkte hinzuweisen. Ist in der Nachbetrachtung einer Partie durch den Trainer eine durchaus übliche Vorgehensweise.
 
Daraus schlussfolgere ich, dass man jene sehr gute Leistung der Mannschaft einfach gar nicht gönnt bzw zugesteht, aus unterschiedlichen Gründen.

Das kann ich als Fan einfach nicht nachvollziehen.
Es geht dabei ganz offensichtlich weniger um die Mannschaft im ganzen, der man es nicht gönnt, als vielmehr um die Verantwortungstrager und einzelne, vorschnell abgekanzelte Spieler.
 
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