- Wiedwald kann Punkte erneut festhalten, wenn auch zusammen mit dem Papst
- Schafft Nouri den Paradigmenwechsel? Haben wir etwa zwei Spiele endlich mal unsere mühsam erzielten Tore respektiert und konsequent verteidigt anstatt zu versuchen weitere Tore zu erzielen ..... ein neues Werder Bremen?
Naja. Das ist halt die Frage.
Aus der äußersten Not geboren auf konsequente Destruktive umzustellen, wie in Mainz und WOB, ist für mich noch kein Paradigmenwechsel. Noch nicht! Ein Paradigmenwechsel wäre das Ganze im Kontext der Überzeugung in taktischer Flexibilität. Und die fehlt mir irgendwie. Was wir die letzten beiden Spiele sehen, ist Duttball, und den will hier glaube ich keiner mehr. Bringt im Momentum Punkte, richtig, und JETZT wichtig. Aber bringt es uns auch eine substanzielle Spielidee? Zweifel bleiben. Andeutungsweise hatte ich dieses Gefühl allerdings in den Spielen vor Mainz. Nouri wirkte aber danach angezählt und meine Befürchtung ist, dass er seitdem ein bisschen handelt wie im Schlingerkurs. Das wiederrum könnte in puncto Nachhaltigkeit die nächsten Probleme mit sich bringen. Was ich nicht hoffe.
Gestern fand ich unsere Taktik zudem nicht besonders gut auf den Gegner abgestimmt. Wolfsburgs Stärken mit Malli, Didavi, Arnold etc. liegen eineindeutig in der Offensive. Wir haben versucht, den Vorsprung zu verwalten. Bei mangelnder individueller Qualität in der Defensive und gleichzeitiger Verunsicherung aus Angst vor Fehlern.
Schon das idiotische 1:2 hat doch die ganze Hibbeligkeit und Verunsicherung bei Werder neu aufgebrochen. Bauer ein Spielball für Wolfsburgs rechte Offensivseite, zum einen, wegen seiner üblichen Schwächen, den Gegner im Raum stellen zu können, zum anderen weil von Junuzowitz und Eggestein keinerlei Unterstützung kam. Das Duo Eggestein/ Veljkovic ganz schlimm. Eggestein weder mit Bindung zum Spiel nach vorn, noch irgendwie nützlich, wenn es rückwärts ging. Zwar drei, vier vernünftige Kurzpässe, aber tief im Mittelfeld tief verloren. Komplett körperloses Gekicke, zudem ständig falsch zu Ball und Gegenspieler stehend. In seinem Rücken konnten Arnold, Malli und Co kreuzen, den öffnenden Pass spielen, frei schalten und walten, wie sie wollten. Veljkovic wiederrum mit besserem Verhalten im direkten Zweikampf und öfter hinter dem Ball, aber vollkommen unbeweglich. Keine Koordination, wenn gegen ihn steil gespielt wurde. Dadurch sah Moisander oft schlecht aus, da er davon abhängig ist, dass die Leute vor ihm physisch was zuzusetzen haben. Sane mit wenig Fehlern, der Stabilste dahinten. Aber auch ein Verlauf, der ihm entgegenkam. So konnte er sich durchweg aufs Verteidigen konzentrieren. Ich fand die Raumaufteilung Werders zwischen Abwehr und MF Zentrum verheerend. WOB hatte dadurch quasi alle zweiten Bälle.
Und Wiedwald? Sehe ich anders als Du. Für mich bleibt er ein elementarer Teil dieser Flatterei dort hinten. Zwar wieder ein paar Bälle stark pariert, aber oft auch orientierungslos. Keinerlei Ausstrahlung und Präsenz. Alleine Anfang bis Mitte zweite Halbzeit hab ich 5 - 7 Dinger gezählt, die durch den Fünfer segeln. Und beim Gegentor will er erst raus, wo er drin bleiben muss, merkt dann dass er nicht rankommen kann….. da wars zu spät um die Tormitte abzudecken, wie es nötig gewesen wäre. Er kann einfach Bälle schlecht einschätzen und dazu kommt die fehlende Raumbeherrschung. Außerdem furchtbare Abschläge, in Idealposition zum Gegner.
Offensiv fand ich vor allem Bartels überfordert, ein Mitgrund für fehlende Entlastung. Das ist eben sein typisches Spiel. Kopf runter mit dem Ball losflitzen, am Ende antäuschen und die Pille auf den anderen Fuß legen um Platz zu bekommen. In diesem Spiel vollkommen nutzlos, weil WOB mangels Druck von Werder immer wieder genug Leute stellen konnte, um das lässig zu unterbinden. Und Angebote der Mitspieler gabs ohnehin keine. wenn Du dann noch Gnabry hast, der sich mehr im Eins-gegen-Eins verliert, also öfter als es wirklich nützlich ist, stimmt die Mischung nicht. Insgesamt gesehen. Und Werder schafft keine Entlastung.
Soweit meine Stadionsicht. Unglaublich. Schon nach 28 Minuten das erste Mal geschaut, wann endlich Halbzeit ist. Nach 54, 62, 67 Minuten schaust Du, wann endlich Schluss ist. Soviel Dusel. Bis das zum Paradigmenwechsel wird, fehlt m.E. noch einiges. Lasse mich aber gerne überraschen.
- Ach solche dreckig verwalteten Siege schweißen ja sowas von zusammen und bringen soviel Sicherheit
Ersteres stimmt, aus der Erfahrung heraus. Ja. Ob letzteres stimmt, wird sich zeigen. Siege bringen Selbstvertrauen. Was Werder da heraus noch bewegen kann in dieser Saison, werden wir sehen.